Beamtenmikado Adé?
20. Jan 2004 19:15 Beamtenmikado Adé?
Helsinki - Ein finnischer Finanzbeamter ist zwei Tage lang tot an seinem Schreibtisch gesessen, bevor seine Kollegen sein Ableben bemerkt haben. Der 60-Jährige starb bereits am vergangenen Dienstag an seinem Arbeitsplatz. Seine Kollegen kamen aber erst am Donnerstag dahinter, dass er nicht versunken über Steuererklärungen brütete, wie die Zeitung "Ilta Sanomat" am Montag berichtete. Viele Außentermine "Er arbeitete oft allein und besuchte Unternehmen", erklärte eine Sprecherin der Finanzbehörden in Helsinki den Vorfall. Seine Kollegen, die normalerweise mit ihm Mittagessen oder Kaffeetrinken gegangen seien, hätten zudem zum Zeitpunkt seines Todes viele Konferenzen und Außentermine gehabt, so dass sie erst so spät aufmerksam wurden. Artikel vom 19.01.2004 |apa |ale Diesen eher heiteren Artikel, welcher schon im deutsch- sowie Witze-Forum für Heiterkeit sorgte, nehme ich zum Anlass um in diesem Forum mal über eine Reform des Beamtenrechts zu diskutieren. Bundesinnenminister Schily sowie der Chef des Deutschen Beamten Bundes DBB brachten erst letzte Woche Vorschläge wie "Beamte nach Leistung bezahlen" oder "Faule Beamte runterstufen"... Revolutionär für deutsche Verhältnisse *grinz* Ebenso kann sich Schily vorstellen, dass Lehrer nicht mehr verbeamtet sein müssen bzw. dass nur noch Stellen mit hoheitliche Aufgaben mit Beamten besetzt werden müssen... Wie seht Ihr das? |
20. Jan 2004 19:18 re
.....bin dabei, wenns darum geht den Beamtenstatus abzuwerten/abzuschaffen.. :o)!! Begründung folgt noch - muss nun aber ins Kino! ;) |
20. Jan 2004 20:55 re
Antwort auf: Beamtenmikado Adé? von: TylerDurden *grinz* Ebenso kann sich Schily vorstellen, dass Lehrerwieso Lehrer zu Beamten Geadelt werden, daß verstehe wer will. Aaaahhhh tztztztztz |
20. Jan 2004 21:03 re
Antwort auf: Beamtenmikado Adé? von: TylerDurden es gibt bereits leistungsbezogene besoldungs-elemente. beamte, die dauerhafte schlecht-leistungen erbringen, verbleiben in der bisherigen stufe des grundgehalts. so stehts im besoldungsgesetz. ob dies nun konsequent in der praxis umgesetzt wird, ist wieder ein ganz anderes thema. mit dem versorgungsreformgesetz 1998 wurden die bisherigen 2-jahres-schritte beim aufsteigen in den grundgehaltsstufen auf 2, 3 und 4 jahre "gestreckt". quasi als ausgleich wurden die so genannten leistungsstufen eingeführt, nach denen beamte, die dauerhaft _gute_ leistungen bringen, wieder schneller die nächste stufe erreichen konnten. die regelungskompetenz für leistungsstufenverordnungen liegt bei den ländern, die entweder gar keine erlassen, oder (wie in bayern) wieder abgeschafft haben. soviel zum thema "nach leistung bezahlen".... das herrschende prinzip im beamtenrecht ist das leistungsprinzip, nach dem z.b. nur derjenige befördert werden darf, der nach eignung, befähigung und fachlicher leistung an der spitze verschiedener bewerber steht. dass es in der praxis ganz anders aussieht, ist auch klar. es brauchen keine neuen gesetze und verordnungen erlassen werden, die konsequente anwendung der bestehenden würde schon einiges erleichtern. letzten endes ist doch wieder alles nur eine frage der bezahlbarkeit. angestellte sind "teurer" als beamte |
20. Jan 2004 21:51 re
Im Prinzip hast Du schon recht, daß es das Leistungsprinzip bereits gibt. Allerdings was nutzt das, wenn es nicht richtig umgesetzt wird und was ist mit den Fällen, die mal viel Leistung brachten und sich jetzt auf diesen erwirtschafteten Lorbeeren ausruhen? Bei uns in der Schule gab es damals genügend von diesen Fällen. In diesem Fällen sollte man vielleicht auch mal die Möglichkeit einer Rückstufung haben - denn in der freien Wirtschaft würde man halt schlichtweg gefeuert und als Beamter passiert einem so gut wie gar nichts. Das ist auch nicht gerade das, was die Arbeitsbereitschaft fördert. Von dem her - bin ich mit der Abschaffung des Beamtentums speziell für Lehrer durchaus einverstanden. Kannst Du mir mal erklären, warum ein Beamter "billiger" als ein Angestellter sein soll? Das hör ich öfter, aber erklären, kann ich es mir nicht so recht - vor allem, wenn ich die Altersversorgung noch dazubetrachte! Liebe Grüße, Vianna |
20. Jan 2004 22:47 re
In diesem Fällen sollte man vielleicht auch mal die auch diese möglichkeit der rückstufung gibt es bereits.. im disziplinarrecht... allerdings scheitert es auch hier an der mangelnden durchführung Kannst Du mir mal erklären, warum ein Beamter "billiger" es gibt dazu gutachten von renommierten wissenschaftlern und institutionen, die mal zu dem ergebnis kommen, dass beamte billiger sind, mal zu dem ergebnis kommen, dass beamte teurer sind. also uneinigkeit allen orten. je nach betrachtungsweise stimmen beide ergebnisse. das problem an der berechnung ist der zeitfaktor. angestellte kosten (neben der höheren brutto-vergütung) während der aktiven zeit zusätzlich sozialversicherungsbeiträge und beiträge zur zusatzversorgung, bei beamten fallen die höheren ausgaben erst nach der pensionierung an.. rein haushaltsausgabentechnisch betrachtet sind über die gesamte aktive und ruhestandszeit tatsächlich beamte teurer. ABER: mithilfe einer mathematischen betrachtungsweise (barwertmethode, die - wenn ich mich nicht irre, die beiden zahlungsmodelle zeitlich vergleichbar macht, indem zukünftiges auf das heutige abdiskontiert wird - ) sind tatsächlich beamte billiger als angestellte weiter kommt hinzu, dass beim tod eines aktiven beamten ohne hinterbliebene keinerlei weitere zahlungen anfallen, die entsprechenden beiträge für angestellte jedoch "verloren" sind. die beamten-ruhestandsbezüge sind voll zu versteuern, renten (noch) nur mit dem ertragsanteil. im übrigen wird der bundeszuschuss zur rentenversicherung (gedacht zur deckung versicherungsfremder leistungen) aus steuermitteln finanziert, der steuerzahler beteiligt sich demnach auch mit einem kleinen teil an den rentenausgaben. im endeffekt sind daher meiner meinung nach beamte billiger "im unterhalt" als angestellte. die ganzen einspareffekte während der aktiven zeit (verschiebung der besoldungserhöhungen um mehrere monate gegenüber dem tarifergebnis, streckung der altersstufen, abzug einer versorgungsrücklage etc) tun ihr übriges.... |
21. Jan 2004 00:17 Re:
Antwort auf: Beamtenmikado Adé? von: TylerDurden Beamte sind in einem Staat überall dort nötig, wo absolute Neutralität und Loyalität gefordert sind! |
21. Jan 2004 06:51 re
ähm... dann hat ein teil unserer beamten ihr ziel eindeutig verfehlt.... |
21. Jan 2004 10:06 re
Antwort auf: Re: von: exOF du hast absolut recht. aus diesem grunde |
21. Jan 2004 10:26 *grinz* andante ;)
du hast absolut recht. aus diesem grunde wurden die beamten fast in allen kantonen Deswegen musst ich auch so schmunzeln, als Schily und der DBB-Chef ihre "innovativen" Vorschläge präsentierten... Im Kanton Basel-Stadt sind leistungsorientierte Bezahlung und Beamte nur in Führungs- und hoheitliche Positionen seit Anfang 90er, wenn ich mich nicht täusche, gewohnter Alltag... die "öffentlich-rechtlichen" Angestellten sind zwar immer noch besser gestellt, gegen über denen, die in der Privatwirtschaft arbeiten, aber der Arbeitgeber (Kanton) hat hier genug Instrumente um mit "faulen Eiern" fertig zu werden bzw. um gute Arbeitnehmer entsprechend zu belohnen (Prämien). Ich wünsch es den Deutschen von ganzem Herzen, dass der öffentliche Dienst und das Beamtenrecht reformiert werden... es kommt nämlich nicht nur dem Haushalt, sondern auch dem Bürger/Einwohner zu Gute! |
21. Jan 2004 10:35 re
du kannst es doch keinem politiker verübeln, "... die "öffentlich-rechtlichen" Angestellten sind zwar immer noch besser gestellt, gegen über denen, die in der Privatwirtschaft arbeiten,...." inwiefern sind sie besser gestellt. im kanton |
21. Jan 2004 10:40 *gggg*
inwiefern sind sie besser gestellt. im kanton In Basel wirst nicht einfach gefeuert, wenn etwas schiefläuft, sondern während Mitarbeitergesprächen werden Ziele abgesteckt und nach weiteren 3 Monaten muss er diese erreicht haben, sonst Tschüss! ;) Mag es in der Privatwirtschaft auch geben, nur dort sind diese eben "freiwillig" und der Willkür sind Tür und Tor geöffnet... beim Kanton BS ist o.g. Verfahren festgeschrieben in der Personalordnung, wenn ich richtig informiert bin. Da ist die Frage, was einem lieber ist, 'n Arbeitsplatz mit fairen Bedingungen oder 'n Schleudersitz, aber dafür 'n dickes Portemonnaie ;) |
21. Jan 2004 10:48 re
"> In Basel wirst nicht einfach gefeuert, wenn etwas schiefläuft, sondern während Mitarbeitergesprächen werden das ist in zürich ziemlich ähnlich geregelt. NUR in der schweiz ist eine kündigung (auch in der öf- fazit: man erklärt, dass die stelle nicht mehr ge- |
21. Jan 2004 12:09 zur auflockerung
fazit: man erklärt, dass die stelle nicht mehr ge- iiiiiihhh wie umweltfeindlich grins |
21. Jan 2004 13:45 re (ot)
Antwort auf: re von: andante dieser ganze ch-heimatkundeunterricht mag für den einen oder anderen ja ganz interessant sein - aber mir geht es inzwischen enorm auf die nerven in so gut wie jedem thread etwas über die schweiz lesen zu müssen. egal um welches thema es geht - ich werde überall darüber belehrt, was die schweiz da für antworten hat. muss das denn sein? was soll den dieses alberne rumgehüpfe auf der als "metathema" wirklich uninteressanten schweiz? |
21. Jan 2004 13:52 hmm
Vielleicht hilft das ein bisschen...von wegen "über'n Tellerrand kucken und gutes übernehmen" oder so? |
21. Jan 2004 13:55 re
Vielleicht hilft das ein bisschen...von wegen "über'n gerne - jederzeit. aber die ewige "beilage" schweiz hier, schweiz dort - das ist keine horizonterweiterung, das ist penetrantes herumreiten auf den ansichten eines kleinen alpenlandes. |
21. Jan 2004 13:57 *schmunzel*
gerne - jederzeit. aber die ewige "beilage" schweiz hier, Lustig...genauso reagieren die Schweizer, wenn ich als dt. Bürger meine Ansichten zur CH-Politik äusser... Naja... egal wo, ich darf wohl nirgends meine Klappe aufreissen, wohl net mal bei meinen sog. "Landsleuten" *kicher* *ironiemodusoff* |
21. Jan 2004 17:40 re
Antwort auf: re von: dummeKuh deutschland, deutschland über alles....? |
21. Jan 2004 17:55 re
ja, das spiel mit meinem nick ist immer wieder ein richtiger schenkelklopfer. deine antwort ist etwas - engstirnig. ich wäre sehr an horizonterweiterungen interessiert und über (gesellschafts-)politische lösungen, die andere länder anbieten, aber dass zu jedem thema immer prompt mit "schweiz!" geantwortet wird, kommt mir doch eher wie eine horizontverengung vor. deutschland soll deiner meinung nach am "schweizer wesen genesen", nicht wahr? |