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Nachrichten aus Hessen

Gießen: Gegner der Landesgartenschau feiern Teilerfolg

Die Stadt Gießen darf vorläufig keine weiteren Kredite für die Landesgartenschau aufnehmen. Das hat das Verwaltungsgericht in Gießen jetzt bekräftig. Die Gegner der beliebten Gartenmesse kämpfen trotzdem immernoch verbissen darum, dass knapp 170 Bäume in der Wieseck Aue stehen bleiben. Doch die dürfen jetzt laut Gericht gefällt werden. Das nagt natürlich an der Bürgerinitiative. Die will jetzt in die Revision gehen und den Verwaltungsgerichtshof in Kassel einschalten, sagte Sprecherin Martina Lennartz. Schon ab Freitag könnten aber die Kettensägen angeworfen werden, dann ist der Baustopp nämlich aufgehoben.
Gegner der Blumenschau haben schon angekündigt, sich gegebenenfalls an die Bäume zu ketten, um genau das zu verhindern.

Hessens größte Palliativstation in Kassel eröffnet

Hilfe für sterbende Menschen: Hessens größte Palliativstation ist heute im Roten Kreuz Krankenhaus Kassel eröffnet worden. «Die Humanität einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit Menschen in der letzten Phase ihres Lebens umgeht», sagte Landessozialminister Stefan Grüttner (CDU) laut Mitteilung. Mit 15 Betten sei die Station eine der größten Palliativstationen in Deutschland. Rund 3,7 Millionen Euro kostete die Aufstockung des Klinikgebäudes, etwa ein Drittel davon zahlte der Bund. Auf der Station werden 20 Pflegekräfte, vier Ärzte, zwei Seelsorger und ein Sozialarbeiter arbeiten.
Palliativmediziner behandeln unter anderem die Schmerzen todkranker Menschen. In Hessen helfen zunächst Hausärzte den Betroffenen, rund um die Uhr stehen außerdem Palliativärzte in speziellen Teams bereit. Finanziert wird diese ambulante Versorgung von den Krankenkassen. Hessen war nach Angaben des Ministers das erste Bundesland mit einer solchen Vereinbarung. «Wenn allerdings die ambulanten Mittel zur Symptomkontrolle nicht ausreichen, muss der unmittelbare Zugang zur stationären Versorgung gewährleistet sein», sagte Grüttner.

Frankfurter Städel mit neuer Gegenwartskunst-Sammlung

Das Frankfurter Städel-Museum hat zur Gegenwart aufgeschlossen. Das 1815 begründete Museum präsentiert nun auch 330 Werke zeitgenössischer Künstler. Heute wurde der 3000 Quadratmeter große Erweiterungs-Trakt für die Gegenwartskunst vorgestellt. Die 34 Millionen Euro teure Ausstellungshalle liegt unter der Erde - von oben beleuchtet durch 195 kreisrunde Bullaugen, die Decke ist wie eine Welle geschwungen. Das Städel sei nun in der Lage - «wie nur ganz wenige Museen weltweit» - die Entwicklung der Kunst vom frühen Mittelalter bis heute auf «konstant hohem Niveau» zu präsentieren, sagte Städel-Direktor Max Hollein.

Uni Kassel wird für 5,3 Millionen Euro ausgebaut

Die Universität Kassel will für rund 5,3 Millionen Euro Hörsäle, Seminarräume und das sogenannte «E-Learning» ausbauen. Damit reagierten der Bund, das Land Hessen und die Hochschule «auf die in den nächsten Jahren dauerhaft hohen Studierendenzahlen», teilte die Uni heute mit.
Mit Mitteln aus dem Hochschulpakt 2020 sollen mehrere Räume saniert, Flächen abseits vom Campus angemietet und Arbeitsplätze für Studenten gebaut werden. Rund 800 000 Euro fließen in den Ausbau von Internet und Computersystemen. So sollen zum Beispiel Veranstaltungen im Internet übertragen und elektronische Klausuren geschrieben werden.

Streik am Frankfurter Flughafen setzt aus

Die Gewerkschaft der Flugsicherung beendet den Streik am Frankfurter Flughafen. Entscheidend sei das schriftliche Gesprächsangebot des Betreibers Fraport gewesen, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers heute in Frankfurt. Man wolle möglichst am Donnerstag auf Vorstandsebene ohne Vorbedingungen verhandeln. Die streikenden Beschäftigten vom Vorfeld würden noch heute ihre Arbeit wieder aufnehmen, wenn die Modalitäten geklärt seien, sagte Siebers.
Am fünften Tag des Frankfurter Flughafenstreiks hatte sich Fraport gesprächsbereit und gut gerüstet zugleich gezeigt.
Die FFH-Flugdaten: Alle Abflüge, Ankünfte, Verspätungen und Ausfälle immer aktuell.

Darmstadt: Umstrittene "Weihnachtsfeier" sorgt weiter für Diskussionen

Die Weihnachtsfeier des südhessischen Energieversorgers entega schlägt in Darmstadt weiter hohe Wellen. Die Feier für etwa 1000 Mitarbeiter in der Mainzer Fußball-Arena soll noch viel teurer gewesen sein als bisher bekannt. Jetzt ist von mehr als 500 000 Euro die Rede. Darüber berichtete heute das "Darmstädter Echo". Zuvor hieß es, 300 000 Euro seien angesetzt gewesen. Ein Unternehmenssprecher sagte jetzt, das mit der halben Million sei "vollkommener Quatsch" und viel zu hoch gegriffen.
Das Pikante: Die Stadt Darmstadt ist Mehrheitseigentümer der entega-Muttergesellschaft. Sie ist daher also auch mit im Boot, wenn es um die Kosten geht. Im Rathaus wird die Angelegenheit deshalb äußerst kritisch verfolgt.

Mainz: Debatte um Rosenmontagsumzug

Am Aschermittwoch ist alles vorbei - aber in den Fastnachtshochburgen beginnt schon die Planung für die nächste Kampagne. Und ausgerechnet Mainz hat da große Sorgen. Das Spektakel in der Domstadt sei nämlich ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen, sagt Zugleiter Karl-Uwe Schreiber.
Der Mainzer Carneval-Verein MCV ist Veranstalter des Umzugs - ein Mega-Event mit 500.000 Zuschauern und Live-TV. Gestemmt von Ehrenamtlichen. "Das geht nicht mehr", sagt der Zugleiter, der seinen Architekten-Job wochenlang vernachlässigt und nur für die Fastnacht ackert. Ein hauptberuflicher Obernarr müsste her - oder eine Event-Agentur muss ran - aber wer bezahlt das? Zudem will der MCV die Fäden nicht aus der Hand geben - Mainz steht eine brisante Debatte um seine Fastnachtszukunft bevor.

Gemischte Bilanz der Polizei nach Fastnachtsumzügen

Die Polizei zieht heute, einen Tag nach den Faschingsumzügen in Dieburg und Babenhausen, ihre Bilanz. Im Prinzip ereigneten sich keine größeren Zwischenfälle auf den Umzügen. Trotzdem auffällig war, dass immer mehr völlig betrunkene Jugendliche den Polizisten Sorgen bereiteten. Mehrfach wurden Minderjährige mit teils hochprozentigen Getränken erwischt und auf die Wache gebracht. Und beim Abholen ihrer Kinder hätten sich selbst die Eltern nicht immer einsichtig gezeigt.

Bus fährt gegen Hauswand in Ober-Olm

Ein Bus ist gegen eine Hauswand in Ober-Olm geknallt. Der Busfahrer dachte, dass ein entgegenkommendes Auto ihn vorlassen würde. Tat er aber nicht. Um einen Zusammenprall mit dem Auto zu vermeiden, fuhr er in eine Hauswand. Verletzt wurde niemand, nur die Hauswand wurde beschädigt. Der Autofahrer beging jedoch Fahrerflucht, Hinweise von Zeugen sind erbeten.
 
 

Darmstadt: Unschuldiger Lehrer kommt nicht automatisch in Job zurück

Auch nach seiner inzwischen rechtskräftig erwiesenen Unschuld kommt ein früherer Biologielehrer aus dem Saarland nicht automatisch auf seine Stelle zurück. Er müsse sich erneut bewerben, teilte das Kultusministerium heute in Wiesbaden mit.
Das Landgericht Darmstadt hatte ihn 2002 wegen Vergewaltigung einer Kollegin zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dem angestellten Lehrer wurde gekündigt. Im Sommer 2011 wurde der damals 52-Jährige in einem neuen Verfahren vom Landgericht Kassel freigesprochen. Die Haft hat er komplett abgesessen. Er verlangt nun Entschädigung vom Land Hessen.
Der Mann aus dem Saarland lebt heute nach Angaben seines Anwalts von Hartz IV. «Seine Eignung für die Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen muss wie bei jeder Einstellung in den hessischen Schuldienst geprüft werden», heißt es in der Mitteilung. Das Urteil aus dem vergangenen Jahr ist inzwischen rechtskräftig.

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