Moin mein Liebes
..heute mag ich dir von gestern erzählen, als ich wieder einmal für die BRAVO unterwegs war, um unseren Teenies
und die die es mal waren & werden wollen auf den richtigen Weg zu führen! 
Mit richtigem Weg, meine ich dass die was wissen, was sie wissen sollten...schließlich leben wir heutzu tage in einer Welt, die is net Aidsfrei und zu Geschlechtskrankheiten kommt man in der Zeit schneller, als es einen Recht sein dürfte.
Also ich hab meinen Stand, in der Innenstand aufgebaut und werde jetzt mir paar Teenies ins Zelt holen, um denen mal wirklich zu sagen, was wichtig ist!! 
In der Theorie sind sie alle gut. Da kriegen sie alle eine Eins. Kondom? Klar, Mensch, gehört doch dazu. Einer zückt grinsend seine neon-pop-farbene Brillengarage und öffnet sie. Ich bin beeindruckt. Viele quadratische Tütchen in allen Farben blinken mir da entgegen. Der Junge ist gerüstet. Der kriegt zu der Eins auch noch ein Fleißkärtchen. Wenn er die Dinger auch wirklich benutzt, heißt das. Und da sind wir leider bei der bösen, bösen Realität angekommen, und die sieht oft anders aus. 
Tatort Kulturkneipe oder auch Schülerfreizeitzentrum genannt: Freundin stößt Ellbogen in die Seite - Schnuckelalarm! Der Jungschwanz da drüben - Gott ist der niedlich. Es gibt ja welche, die haben eine so süße Fresse, da muss Frau ganz schön aufpassen, dass sich der Sicherungskasten nicht gleich komplett verabschiedet. Bei näherem verbalen Abtasten stellt sich heraus, dass er nicht nur gut aussieht, sondern sein IQ durchaus über Zimmertemperatur liegt. Das ist ganz angenehm, auch wenn’s hier nicht ums Reden geht. Es läuft also. Bestens sogar. Nun kommt die Frage aller Fragen: wann, zum Teufel, bringt man die Rede am besten auf das Latextütchen? Schon beim Tanz mit heißer Knutscheinlage? Im Auto? Erst in der Wohnung? Und wann dann - noch mit oder schon ohne Klamotten? Recherche-Ergebnis: Der richtige Zeitpunkt ist ein Einhorn. Jeder hat schon mal davon gehört, aber es scheint ihn nicht zu geben. Sodann die Preisfrage für die Pärchen, die sich nicht entschließen, das nützlich lästige Teil gleich diskret zu vergessen: Wer bringt die Sprache darauf, Mann oder Frau?
“Äh, ja weißt du”, erklärt mir Lars, “wenn ich da plötzlich so ein Ding zücke, das sieht so aus, als hätte ich schon von vornherein fest damit gerechnet, dass ich sie ins Bett kriege. Welche Frau findest das denn gut?”
Oha. Verbirgt da jemand seine Gummi-Abneigung hinter Political Correctness? Gelbe Karte, Lars! Auch der unschuldige Bambi-Blick gehört in das Pariser-Vermeidungs-Repertoire der Kerls. 
“Du, wir brauchen kein Kondom. Ich hab nichts!”
Aha. Wann war denn dein letzter Test? Doppel-Bambi-Blick, gemischt mit kindlichem Erstaunen. “Test? Also, ich hab noch keinen gemacht - aber meine Freundin hat mal einen machen lassen, und die hatte nix!”
Was bei dieser messerscharfen Logik durchschimmert, ist der uralte Wunsch der Männer nach der Eroberung eines noch unerschlossenen Gebietes. Die Frau soll bitteschön jungfräulich sein. Er will ihr erster Lover sein (damit sie nicht merkt, was für eine Nulpe er im Bett ist). Also projiziert er sich seine Kneipenbekanntschaft kurz entschlossen zu einer Heiligen um. Wenn sie sich nachher in seinem Bett in eine Hure verwandelt - prima. Eine Heilige hat vorher noch nie mit einem Mann geschlafen, also hat sie kein Aids, also kann er auch keins haben, also brauchen wir heute Nacht auch kein Kondom. Fertig. Klasse, was? 
Großer Beliebtheit erfreut sich auch die Methode, sich mit einem Witzchen und einem charmanten Lächeln aus der Gummi-Affäre zu ziehen, sobald das Wort ‘Aids’ fällt.
“Adidas? Ich bin total unsportlich!”, grinst Tom und hält damit die Angelegenheit für erledigt.
Haha. Waschbrettbauch hin oder her, Tom, du hast leider verloren. Da drüben ist die Tür. Soweit die Recherchen ergaben, gibt es drei Hauptgründe dafür, dass so manches Pärchen den Mäuseschlafsack diskret ‘vergisst’, wenn es ans Eingemachte geht. Denn leider drücken sich auch viele Frauen vor dem Gummi. 
1.Grund: Störfaktor Latex.
Keiner glaubt der Werbung das Prädikat ‘gefühlsecht’. Kondome gelten als unerotisch und lustfeindlich.
“Die sagen zwar, das Gummi sei so dünn, dass man es nicht spürt, aber ich habe immer das Gefühl, dass da was zwischen uns ist.”, jammert Babette.
Liebe Babette: zu dieser Klage hättest du im 16. Jahrhundert echt Grund gehabt. Da bestanden Kondome nämlich noch aus mit Quecksilber getränktem Leinen.
Und dann gesteht sie: “Beim ersten Mal nehme ich’s ja noch, aber beim zweiten Mal, da denke ich dann schon ‘pfeif drauf’. Da ist man schon so vertraut miteinander…”
Und kein Kerl hat bisher dagegen protestiert? Nein. Ach was. Aber seien wir ehrlich: Wer es noch nie im Rausche der Pheromone ‘pur’ gemacht hat, der werfe den ersten Pariser. Nur: ob das so clever ist? 
2.Grund: Peinlichkeit.
Klar, es erfordert immer ein Stückchen Abstieg von Erregungswolke sieben, um das Ding überzustreifen. Und wenn’s dann nicht gleich ganz unauffällig gelingt, ist die Stimmung beim Teufel. Aber mit ein bisschen Übung lässt sich das ganz nebenbei erledigen, wie der Junge mit dem kondomgefüllten Brillenetui versichert. Wenn auch die Gebrauchsanweisung (’…auf die Penisspitze aufsetzen, Reservoir mit Daumen und Mittelfinger zuhalten, Kondom vorsichtig auf den erigierten Penis streifen…’) schon eine Lachnummer für sich ist. Hier gibt es guten Rat von der berühmten Hure Domenica, die in ihrem ‘Kopfkissenbuch’ eine Anleitung gibt, wie Frau ihrem Helden das Ding mit dem Mund überstreifen kann. Üben sollte sie, so die vollbusige Hamburgerin, an einem Vibrator oder einer Gemüsegurke.
Hierzu meine Frage: was mache ich im Ernstfall, wenn mich im entscheidenden Augenblick die Erinnerung an die Gurken-Stunde überkommt und ich mich in einem Kicherkrampf in der Satinbettwäsche wälze? Dann erkläre mal deinem Spielgefährten, deine Lachtränen hätte nichts mit ihm zu tun, ehrlich! 
Das führt zu Verweigerungsgrund Nummer 3, der ausschließlich auf der Männerseite vorkommt: Traumatische Erfahrungen auf früheren Eroberungsfeldzügen, wie Lachanfälle der Bettgenossin beim Anblick eines Pfefferminzkondoms mit Bramsegel und Enterhaken.
Aber mal ehrlich: es gibt ja Männer, deren kleiner Freund aussieht wie Elliot das Schmunzelmonster. Wenn da noch gefühlsechte Noppen dazukommen, kann das schon mal eine tödliche Mischung ergeben. Solche Dramen dürften aber eher die Ausnahme sein. 
Zugegeben - trotz der inzwischen unendlichen Auswahl an Farben und Geschmacksrichtungen sind Kondome nicht gerade der Ausbund an Schönheit. Schließlich hat auch Andy Warhol lieber eine Suppendose verewigt.
Trotzdem: Safer Sex hat nichts mit dem Tresorraum einer Bank zu tun. Beim Qualitätstest muss so ein Lümmeltütchen immerhin 250 Liter Luft fassen können. Reizt das nicht, mal auszuprobieren, wie viel heiße Luft beim nächsten Rendezvous ‘reingeht? 
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