Sonstiges · 20. Juli 2008 16:00 · 1 Kommentar Abschiedsbrief eines Hundes Hurra, ich freue mich! Mein Herrchen richtet sein Auto her, wo ich doch so gerne mit ihm fahre. Wie ich hörte, soll es in den Urlaub gehen. Ich weiß zwar nicht, was das ist, aber da meine ganze Familie sich freut, muss es etwas schönes sein. Es wurde viel gepackt, und dann ging es los. Ich durfte meinen gewohnten Platz einnehmen. Wir fuhren und fuhren, mir fielen die Augen zu, da plötzlich hielten wir an. Ich war sofort wach, mein Herrchen rief mich und begann mit mir zu spielen. Er warf meinen Ball immer weiter und weiter. So langsam wurde ich müde, denn es war sehr heiß, und ich war auch nicht mehr so schnell. Als ich auf den Parkplatz kam, waren auf einmal Herrchen und Auto weg. Ich suchte verzweifelt den Parkplatz ab, aber ich konnte mein Herrchen nicht finden. Hunger und Durst meldeten sich, und nette Menschen gaben mir Futter und Wasser, andere waren so böse, daß sie mich verjagten und sogar Steine nach mir warfen. Es wurde dunkel und kühl, ich war sehr traurig, trotzdem fielen mir die Augen zu und ich schlief ein. Am Morgen, als ich aufwachte, hoffte ich, dass Herrchen meine Abwesenheit bemerkt hatte, doch es kam ein fremder Mann, der mich mit einer Schlinge fing und mich auf einen Wagen warf, auf dem sich schon einige Hunde befanden. Es roch nach Angst und Trauer. Als der Wagen voll war, fuhren wir los. Schon nach kurzer Zeit lud man uns aus und sperrte uns in einen übel riechenden Käfig. Ich war so traurig, dass ich weder fraß noch trank, sondern mich in einen Winkel legte und einschlief. Ich hatte einen schrecklichen Traum: Obwohl ich erst zwei Winter erlebt hatte, so gerne mit meinen Herrchen spielte und mich meines Lebens freute, sollte ich sterben! Erschrocken wachte ich auf. Es war schon hell, und ich musste erkennen, dass der Traum Wirklichkeit wurde. Wir wurden in einem Raum geführt, in dem es nach Tod roch. Vielleicht, liebes Herrchen, sehen wir uns irgendwo wieder, ich werde Dich freudigst begrüßen und an Deine Vergesslichkeit gar nicht denken, denn Du wirst bestimmt nach mir gesucht und mich nur nicht gefunden haben. Ich habe Dich eben so lieb. 20. Juli 2008 16:00Sonstiges · 06. Januar 2008 22:06 WAS ZUM NACHDENKEN: Der Betrug Man hat mich gesehen und kaufte mich prompt, denn ich bin ein Hund, der vom Züchter kommt. Und wird es nicht allenthalben empfohlen, man soll gute Hunde beim Züchter holen? Und alle Erwartungen trafen ein: Ich bin lieb und hübsch und kann auch folgsam sein. Mich hat man am Strand draußen aufgelesen, da bin ich seit Monaten schon gewesen. Man hat mich getreten, es gab nichts zu fressen, dann stieß man mich weg und hat mich vergessen. Bin alt nun und krank, mein Herz tut mir weh. Hab nur gelernt, dass ich gar nichts versteh. Ich wurde in einer Tonne geboren, meine Finder gaben mich schon verloren. Meine rechtes Ohr hängt, das linke blieb stehen, und auf einem Auge kann ich nicht sehen. Ich liebe die Menschen und weiß nicht warum. Sie finden mich hässlich, mickrig und dumm. Ihr seht, ich bin hübsch und mein Fell ist glatt. Man pflegte mich gut in der großen Stadt. Sie haben mich sogar angezogen, operiert und die Ohren hochgebogen. Dann wurde ich an einen Baum gebunden, dort hat mich nach Tagen jemand gefunden. Und du? Wer bist du? Hast noch nicht gesprochen. Hast bis jetzt mit der Nase nur am Gitter gerochen. Wenn sie kommen um einen auszusuchen, verschmähst du all ihre Hundekuchen. Siehst niemanden an und willst dich nicht binden. Möchtest du keine neue Familie finden? Eine Pause tritt ein. Niemand sagt ein Wort. Der Blick des Gefragten driftet weit fort. Sein Kopf ist erhoben, die Schultern gestrafft, der Körper ist mager und doch voller Kraft. Dann dreht er sich um, sein Schwanz fächelt leicht - der Wind, der von Norden herüberstreicht. Der Blick seiner blauen Huskyaugen scheint sich am Fragenden festzusaugen. Versteht Ihr nicht, flüstert er in den Wind, daß wir nur eine Laune der Menschen sind? Sie wollen uns schaffen nach ihrem Gefallen und wissen doch nicht, wohin mit uns allen. In dieser Sekunde sind wir schon verloren, denn es werden tausend Welpen geboren. Wir sind viel zu viele, das ist der Betrug, denn Menschen bekommen niemals genug! Sie wissen es alle, doch die endlose Flut immer neuer Hunde gefällt ihnen gut. Die endlosen Züge der Überschußfracht sind im Tierheim ja wunderbar untergebracht. Sanft hebt er die Schnauze, setzt an zum Gesang. Ein klagender Ton zieht die Gitter entlang. Eine Türe schlägt zu, und dann schweigt er still, weil das, was er weiß, niemand wissen will. Dann legt er sich nieder, bettet ruhig sein Haupt. Oh ja, es sind viele! Viel mehr, als man glaubt..! I. Winiawsky 06. Januar 2008 22:06Sonstiges · 06. Januar 2008 22:03 Warum? Du hast in meine Augen gesehen, da war es schon um dich geschehen, Du hast mich mit Nachhause genommen, ich bin ganz neugierig mitgekommen. Du hast mich stolz spazieren geführt, die Bewunderung der Passanten gespürt. Du hast mit mir getobt und gespielt, und dich eine Weile glücklich gefühlt. Dann hab ich auf den Teppich gemacht. Da hast du nicht mehr so freudig gelacht. Dann musstest du fort, ich weiß nicht wohin, ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin. Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit, ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit, dann hab' ich vor Frust die Möbel zerkaut, das war dir zuviel, und du wurdest laut. Du hast von Erziehung und Härte gesprochen, und ich habe Deinen Zorn gerochen. Du hast mich verbannt aus deinem Haus, aus dem Zwinger kam ich nur nur noch selten raus, Du hast mir Futter und Wasser gegeben und gedacht, das sei genug für mein Leben. Du hast ein neues Spielzeug gefunden - hattest die Nase voll von uns Hunden. Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh, ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh. Dann hast du bei mir nicht mehr saubergemacht, mir nur noch meinen Freßnapf gebracht. Dann hab' ich gewußt, bald ist es vorbei, denn niemand hört meinen stummen Schrei. Dann ging ich hinüber, weit von dir fort, an einen neuen, besseren Ort. Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück. Soviel Leid für ein klein wenig Glück? Ich frage dich, warum liebtest du mich? Ich war doch nur ein Spielzeug für dich. Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen, du hast mir mein ganzen Leben genommen. Warum liebtest du mich? Hast mich niemals begriffen. Hast auf alle meine Gefühle gepfiffen. Dein Herz ist kalt. Wird niemals warm. Bei all dem Spielzeug bist du - arm... 06. Januar 2008 22:03
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