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straubing (Bayern), Deutschland · männlich · 26 Jahre alt · registriert seit 2009 · heute zuletzt online

CLAUDIA IN MEMORY WIR WERDEN DICH NIE VERGESSEN


SO WOLLTEST DU ES HABEN HIER IST DEINE ASCHE VERSTREUT
Der Mord an der 45-jährigen Frau, die zwölf Jahre lang mit ihren Eltern in Homburg wohnte, hier zur Schule ging und später das Balthasar-Neumann-Gymnasium und die Realschule in Marktheidenfeld besuchte, sorgte für Schlagzeilen in der Insel-Presse.
Feldmeier, die sich seit Oktober vorigen Jahres auf Tobago aufhielt und die Insel zuvor mehrfach als Touristin besucht hatte, arbeitete seit 11. Dezember in der Ferienanlage Summerland Village als Managerin und Empfangsdame. Nach einem Bericht der Zeitung "Newsday" befand sie sich am späten Donnerstagnachmittag von einem chinesischen Restaurant auf dem Weg zu ihrem Appartement, als sie von einem Unbekannten angegriffen und von diesem durch Stichwunden in den Hals und Nacken verletzt worden sei. Schwer verletzt sei sie noch zum Appartement einer Kollegin gelaufen, aber kurz zuvor zusammengebrochen und ihren Verletzungen erlegen.
Verdächtigen wieder freigelassen Dem Polizeibericht zufolge sei noch am Abend ein zwischen fünfzig und sechzig Jahre alter weißer Südafrikaner vernommen worden, der die deutsche Frau gekannt haben soll und in Tobago ein bekannter Geschäftsmann in der Gastronomie ist.
Er saß zunächst in Untersuchungshaft, wurde allerdings am Dienstag wieder entlassen. Mittlerweile sucht die Polizei nach einem anderen, etwa 1,80 Meter großen Tatverdächtigen mit hagerer Gestalt.
Die Zeitung "Newsday" zitiert weiter den Abteilungsleiter im Deutschen Konsulat, Christoph Peleikis, der befürchtet, "dass die Ermordung Feldmeiers in Deutschland für Aufregung sorgen und die Reisefreudigkeit nach Tobago beeinflussen werde". Die Serie von Mordfällen in Trinidad und Tobago habe nun auch Ausländer erreicht, wird Peleikis zitiert, die deutschen Behörden seien bislang nur schriftlich in die Ermittlungen eingebunden. "Newsday" erinnert in ihrem Bericht ferner an einen noch nicht aufgeklärten Mord an einem schwedischen Ehepaar im gleichen Bezirk.
Bestürzung und Fassunglosigkeit herrschte nach Bekanntwerden des Mordes an Claudia Feldmeier auch in Homburg, wo die Frau mit ihren Eltern vom vierten bis zum 17. Lebensjahr in der Neubaustraße gewohnt hatte. In dem Winzerdorf ist heute noch ihre Tante Liesl Baumann, geborene Drechsler, die langjährige Wirtin der "Schloßschänke" und Schwester ihres Vaters Max zu Hause.
Wir sind noch alle sehr geschockt Regina Wirsching , Freundin Als die Familie nach dem Bau eines Eigenheims wieder zurück ins heimatliche Niederbayern zog, lernte Tochter Claudia Apothekenhelferin, später war sie lange Jahre als Chefsekretärin bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Straubing tätig.
Zu Claudias engsten Freundinnen gehörte die Homburger Ex-Weinprinzessin Regina Wirsching, die heute in Würzburg lebt und für den 7. März schon einen Flug zu ihr nach Tobago gebucht hatte. Sie stand ebenso wie Tante Liesl mit Claudia Feldmeier in ständigem Telefonkontakt.
"Wir sind noch alle sehr geschockt", sagte Regina Wirsching über die Tat in Tobago, die sich wie ein Lauffeuer in Homburg verbreitet hatte. Sie schilderte, ebenso wie die Tante, Claudia als einen Ausbund an Fröhlichkeit, die vor allem das Weinfest in vollen Zügen genossen und später auch regelmäßig die Klassentreffen besucht habe.
"Wir haben uns ohne Worte verstanden und immer viel zusammen gelacht", sagt Wirsching über die Beziehung zu ihrer Freundin, die viel gereist sei, unter anderem in Vietnam war, den Kilimandscharo bestiegen habe und den Jakobsweg begangen sei. Erst kürzlich habe ihr Claudia am Telefon freudestrahlend mitgeteilt, dass sie nun im Besitz einer schriftlichen Arbeitserlaubnis für die Dauer eines Jahres gewesen sei.
Claudia Feldmeier war auch aus gesundheitlichen Gründen nach Tobago gegangen, ihre Migräne-Anfälle waren dort nach kurzer Zeit wie weggeblasen.
Nun hat ihr Leben ein trauriges Ende gefunden. Auf eigenen Wunsch wird Claudia Feldmeiers Leichnam eingeäschert und die Asche wird ins Meer verstreut.