Mein Glaube, ein Aberglaube. Meine Wahrheit, eine Lüge. Mein Gott, ein Spiegel.
Du machst dir ein Bild von mir.
Achtung, es geht los. Schnall dich an, halt dich gut fest und mach dich bereit …
Ohne weiter darüber nachzudenken, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an mich zu verschwenden, machst du dir jetzt ein falsches Bild von mir. Du sperrst mich in eine Schublade, irgendwo, tief, in deinem Verstand und verriegelst sie mit deiner Vernunft. Damit du in Frieden dein Leben weiter leben kannst, ohne an mich zu denken, dich mit mir zu befassen. Mir, dem Nichts, dem Tod, deinem Tod, deinem eigenen Tod.
Du verriegelst alle Türen und denkst nicht weiter über mich nach, weil es nämlich nicht möglich ist, dass dein Tod, mit dir zu sprechen beginnt. Vor allem nicht, dein eigener Tod und schon gar nicht, solange du noch lebst und erst recht nicht, solange du noch bei klarem Verstand bist. Denn noch nie, haben bisher die Toten mit dir gesprochen, und noch nie, ist jemand zurückgekehrt, aus dem Reich der Toten, in die wirkliche, wirkliche Welt. Niemand ausser mir.
Aber tot warst du noch nie, niemals. Nein, keiner von euch, hat jemals damit gerechnet, dass ihr von den Toten wieder auferstehen werdet, dass ihr zurückkehren werdet, aus dem Nichts aus Nirgendwann, um auf euer eigenes ich in einem fremden Spiegel zu treffen, um eurem eigenen ich, vor einem fremden Spiegel gegenüber zu stehen.
