| Schneggerl | Design |
Bambi · Nürnberg (Bayern), Deutschland · weiblich · 22 Jahre alt · registriert seit 2003 · vor 1 Monat zuletzt online
SENECA-MÄCHTIGER ALS DAS SCHICKSAL
Übernimm selbst das Kommando!
"Niemals aber kann die Wahrheit gefunden werden, wenn man mit dem schon Gefundenen zufrieden ist."
Die strenge soldatische Zucht des Schicksals
"Der Stoiker Attalus pflegte zu sagen:>Lieber soll mich das Schicksal in eine strenge soldatische Zucht nehmen als mich verwöhnen<"
Über Kritik an dir selbst
"Geben wir dem Weisen einen Staat, der seiner würdig ist, nämlich das Weltall, dann steht er auch in der Zurückgezogenheit nicht außerhalb aller Gemeinschaft. Vielmehr hat er wohl nur einen engen Winkel verlassen und lebt nun in größeren und weiteren Verhältnissen.
An Dingen, die offen daliegen, gehen die meisten Menschen vorüber, alles Versteckte und Verborgene aber wollen sie neugierig untersuchen.
Hast du dich aber zurückgezogen, dann sorge nicht dafür, daß die Menschen über dich reden, sondern daß du selbst mit dir redest. Über welches Thema aber wirst du mit dir sprechen? Über ein Thema, das die Menschen gar zu gern behandeln, wenn es um andere geht: Über Kritik an dir selbst.
Um alles übrige kümmern sich solche Menschen weniger. Sie richten ihr Augenmerk vor allem auf das Leiden, das sie oft plagt. So gibt es auch in unserem geistigen Wesen kränkliche Teile, die einer Heilbehandlung bedürfen.[...]
In meiner Seele selbst finden sich verdorbene Säfte und Eiterbeulen.
Gern will ich die Überlegenheit aller dieser Leute zugeben, wenn ich nur dem Schicksal gegenüber eine überlegene Haltung bewahre.
Hättest du dich doch schon längst entschlossen, diesen Vorsatz zu verwirklichen! Möchten wir uns doch für ein glückliches Leben nicht erst im Angesicht des Todes einsetzen!"
Ich habe gesiegt
"Im Streben und in der ehrlichen Anstrengung nachlassen bedeutet Rückschritt. Niemand kann später in seiner inneren Weiterentwicklung dort wieder anknüpfen, wo er mit dem Streben aufgehört hatte. Wir müssen Eifer und Beharrlichkeit aufbringen. Es bleibt uns noch mehr zu tun, als bisher geschafft ist.
Über wen gesiegt, fragst du? [...] über die Habsuchtm über den Ehrgeiz und über die Furcht vor dem Tode, die auch die größten Sieger besiegt hat."
Wir steigen zu den Göttern auf
"Es scheint mir ein Irrtum zu sein, wenn man glaubt, die ernsten Anhänger der Philosophie seien widerspenstig, aufsässig und dächten gering von leitenden Staatsbeamten, den Königen und den für die Staatsverwaltung verantwortlichen Männern. Im Gegenteil, niemand ist ihnen dankbarer.
Von zwei Weisen ist einer, der älter wird, nicht glücklicher als einer, der sein techtes moralisches Verhalten auf einen kleineren Zeitraum beschränkt sieht."
Rede und Leben sollen zusammenstimmen
"Im Gespräch aber würde ich nicht mit dem Fuß aufstampfen, nicht mit den Händen gestikulieren, nicht die Stimme erheben. Das überließe ich alles den berufsrednern.
Denn die Philosophie verwirft geistige Beweglichkeit durchaus nicht. Dennoch ist es nicht nötig, übermäßige Mühe an den ausdruck zu wenden. Kurz - wir wollen reden, wie wir empfinden, und empfinden, wie wir reden. Rede und Leben sollen zusammenstimmen. Nur DER Mensch erfüllt, was wir von ihm erwarten, der immer der gleiche ist, ob man ihn handeln sieht oder reden hört. Wir erkennen Art und Größe seines Charakters.[...]
Glücklich ist nicht, ewr philosophisches Wissen hat, sondern wer danach handelt.[...]
Bedenke, wieviel schlechte Menschen du schon in deinem Kreise kennenlernst. Überlege dir, daß es für jedes Unrecht Beispiele gibt, daß die moralische Verworfenheit täglich weitere Fortschritte macht. Bedenke, wieviel im privaten, wieviel im öffentlichen Leben gesündigt wird. Du wirst dann einsehen, daß wir schon Beachtliches erreicht haben, wenn wir nicht zu den Schlechtesten gehören.
Wir werden den Tod ebensowenig fürchten, wie die Götter. Wir werden die innere Gewißheit haben, daß der Tod kein Übel ist, die Götter aber nicht zum Schlechten die Hand reichen.
Es ist ein unschätzbarer Wert, Herr über sich selbst zu werden."
Ich gehe noch in die Schule
"Es wäre wohl das Dümmste, wenn man überhaupt nicht mehr lernen wollte, nur weil man so lange nichts gelernt hat. [...]
Man muß, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.
Beachte, ob er aus eigener oder aus fremder Kraft groß ist. Wenn er unerschrocken Schwerter blitzen sieht, wenn er weiß, daß es gleichgültig ist, ob seine Seele durch den Mund oder durch die Gurgel entweicht, dann nennen wir ihn glücklich. Körperliche Qualen sind ihm bestimmt -solche, die sich zufällig einstellen, und solche, die auf die Rechtsverletzung des Machthabers zurückgehen- von Gefängnis, Verbannung und anderen lächerlichen Schreckbildern hört er mit innerer Ruhe und ruft mit dem Dichter aus: >Kein unbekanntes und unerwartetes Schreckensgesicht der Not kann vor mir auftauchen. Alles nahm ich vorweg und führte es im Geiste bis zu Ende.<
Du kündigst mir heute Unglück an. Ich habe es mir schon immer vorausgesagt und habe mich auf menschliche Zwischenfälle vorbereitet. Ein Unglücksschlag, an dessen Möglichkeit man schon vorher gedacht hat, trifft uns weniger hart. Für die törichten Menschne, die dem Glück vertrauen, haben die Umstände immer wieder ein neues unerwartetes Gesicht. [...] Wisse, man erträgt das Schwere tapferer, wenn man sich daran gewöhnt hat."
.oO(Weiteres folgt bald)