Was für ein Stress, jeder Morgen beginnt auf die gleiche, anstrengende Art und Weise.
Seit TAGEN kämpfen ich und meine Tochter um die Rangordnung, das Vorrecht des alpha-Weibchens. Wir tragen die Sache aus wie zwei Frauen eben Sachen austragen … subtil, berechnend und mit ganz hinterhältigen Mitteln.
Streitpunkt: Wie gehe ich über eine Ampel ohne einen Heulkrampf zu bekommen, vor Wut meinen Teddy von mir zu schleudern oder mich mit einem „Mama bööööse“ mitten auf die Straße zu legen?
Aufmüpfiges Kind, sowas kenne ich von ihr eigentlich nicht. Umso ratloser bin ich gewesen.
Doch HEUTE dann endlich das Schlüsselerlebnis… und zwar an der letzten Ampel vor dem Kindergarten.
Mein Töchterchen verfiel schon 20 Meter vor der Ampel, mich misstrauisch beäugend, in ein geradezu nervenaufreibend langsames Schritttempo. Und dann sagte sie, so schlicht dass es schon fast wieder Kunst war: „Mama … drücken! Lampel!“ Ich war erst ein wenig irritiert, weil die Ampel eine Automatikschaltung hat … und dann entdeckte ich diese kleine Vorrichtung für Sehbehinderte, die meine Tochter wohl schon seit Ewigkeiten kennt und gerne drücken möchte. Der Wunsch war leicht zu erfüllen… Mein Kind lief fröhlich, ohne Schreiattacke oder Tränen, über die Straße. Ich war bis ins Mark erschüttert.
Auf dem Rückweg habe ich mir mal die Ampeln angeschaut… JEDE hat so ein komisches Drückdings dran. Ich muss mich also nicht wundern und freue mich auf die nächsten Tage, wenn wir zwei Hand in Hand und einträchtig die Straßen überqueren und ich keine Blicke a la „was machen Sie mit ihrem Kind dass es so schreit?“ bekomme.
Bin ich erleichtert, dass wir das klären konnten ohne am Machtgefüge „Mama-Tochter“ zu rütteln. Das kommt dann erst, wenn sie in die Pubertät einsteigt. Aber bis dahin habe ich noch ein paar Jahre um an den kleinen Gefechten den Generalstreik zu üben ;)
