Gesellschaft / Politik · 08. Juli 2007 21:20 Manchmal denkt man ja, die Konservativen hätten sich wieder eingekriegt, nachdem sie die vergangenen 15 Jahre siegestrunken durch die Geschichte getaumelt sind. Hat nicht George W. Bush dort drüben eindrucksvoll bewiesen, wie die konservative Idee scheitern und geradewegs ins Chaos führen kann? Schiere Dummheit, schreiende Inkompetenz gepaart mit grenzenloser Arroganz und gnadenlosem Egoismus führen die USA, auch in der Vergangenheit nicht immer zimperlich, an den moralischen Abrgund. Der schlimmste Ort auf Kuba (wohlgemerkt einer Insel, die von Fidel Castro regiert werd, der kein Deomkrat, sondern ein Kommunist ist!) ist das amerikanische Camp bei Guantanamo, wo Folter und Menschenrechtsverletzung an der Tagesordnung sind. Das sollte doch genügend Abschreckung sein! Ist es aber nicht. Wolfgang Schäuble, bekanntermaßen ein konservativer CDUler, aber kein Dummkopf wie Bush und seine pseudochristliche Mischpoke, fordert nichts anderes als Internierungslager für "Gefährder". Also nicht für verurteilte Verbrecher, sondern für unschuldige Bürger. Gut, er kann diese Forderung stellen, weil er genau weiß, das bekommt er nicht durch. Aber darum geht es nicht. Schäuble betreibt das Geschäft der Terroristen, welches das Geschäft mit der Angst ist. Er will mehr Macht für den Staat. Er soll die Bürger mit Hilfe von stasiesker Überwachung vor dem Risiko schützen. Wie passt das ins Bild einer Partei, welche ansonsten alle Lebensrisiken auf den Einzelnen abwälzen will? Kopfpauschale und Computerüberwachung, das passt nicht zusammen. Einerseits soll der Einzelne sich selbst aus dem sozialen Schlamassel ziehen, damit die Reichen ungestört ihren immer obszöneren Reichtum mehren können, unbehelligt von den Begehrlichkeiten des Staates. Andererseits soll der Staat, fast seiner finanziellen Grundlage beraubt, mit dem Rest seiner Einkünfte seine Bürger bespitzeln bis in die privatesten und intimsten Details seines Lebens. Für mich sieht das so aus: Der Kampf gegen den Terror ist nur ein Vorwand für den Kampf gegen die marginalisierten Massen. Sollten diese sich nämlich eines Tages nicht mehr mit dem Fernsehprogramm der Privatsender zufriedengeben, könnten die ja auf den Gedanken kommen, die schöne heile Welt des Merkel-Schröder-Reichtums des obersten Drittels zu stören. Gut, wenn dann der Staat die entsprechenden Mittel bereithält, dieses zu unterbinden. Wer sich nicht fügt, geht ins KZ. Denn wer ein Terrorist ist und wer nicht, das ist schnell festgestellt. Von BILD bis FOCUS wird die geeignete Definition dann schon ins Volk getragen werden. Zum Glück gibt es in Deutschland derzeit keine Mehrheit rechts der Mitte. So desolat die SPD derzeit auch ist, und so wenig seriös die neue Linke erscheinen mag: Die Demokratie wird von rechts bedroht! 08. Juli 2007 21:37Persönliches · 25. Mai 2007 02:09 · 2 Kommentare Wollte ich nur mal so anmerken. Ohne das Nervengift Koffein, welches ich allmorgendlich in Form eines oderer mehrerer cafè (auf Deutsch: einen Espresso) zu mir nehme, würde ich nicht Rad fahren können. Vielleicht könnte ich es doch, aber ich würde vermutlich dabei einschlafen. Jedenfalls kann ich nicht mehr lügen und bin froh, dass das jetzt mal gesagt wurde. Wäre doch nur die Politik so sauber wie der Spitzen-Profi-Sport. 15. April 2008 00:18Gesellschaft / Politik · 18. Mai 2007 01:27 Nun sitzen wir hier in unserem 21. Jahrhundert und wissen nicht, was wir damit anfangen sollen. Die einen haben sich der Gier verschrieben und sehen die Zukunft als eine Art Supermarkt, in dem wir das Personal sind, welches für wenig Geld die Arbeit leistet, während sie selbst alles aus den Regalen nehmen dürfen und an der Kasse nicht zu zahlen brauchen. Die anderen wiederum lassen sich das gefallen und betäuben sich selbst mit der schlimmsten Droge, welche der Menschheit zur Verfügung steht: Der Dummheit. Da stehe ich nun also vor einer Klasse von über 20 jungen Menschen, denen ich sagen soll, was gut und was schlecht ist. Dabei haben sie längst eine eigene Meinung darüber: Gut ist, was nutzen können, um zur ersteren der oben genannten Gruppe zu gehören. Sie wissen genau, wie das Leben ist. Die Kinder von heute sind keine Kinder mehr, sie sind bereits mit 14 Jahren desillusioniert und enttäuscht. So verschwindet die Kindheit einfach wieder aus der Welt. Ich bedauere das nicht! Die Kindheit ist einer Erfindung der Neuzeit, eine Mode, die sich nun als vergänglich erweist. Zum Glück! Denn nichts war trügerischer als die Kindheit. Denn die Kinder leben eben in unserer Welt, sie bekommen alles mit, was die Erwachsenen bewegt; egal, ob es die Scheidung der Eltern ist, deren schulbezogener Leistungsdruck, oder die Arbeitslosigkeit ihrer Versorger. Sie werden all den Schmerzen ausgesetzt, das mag unsere Tage mehr betreffen, da die andere große Illusion der Geschichte, nämlich der Wohlstand für alle, mitsamt die der Kindheit zusammenbricht. Aber es war schon früher so, zu der Zeit, die uns an unsere eigene Kindheit in den 50er, 60er, 70er oder 80er Jahren erinnert. Es gab nie einen wirklichen Schonraum für die Kinder, im Gegenteil: Die klassischen Orte der Kindheit, nämlich die Familie, ist oft nichts anderes als ein zerstörtes Nest, in dem Gewalt und Missbrauch lauern. Die Kindheit ist keine Wirklichkeit für die Kinder gewesen, sie war eine Traumwelt der Erwachsenen. In der Vorstellung von der Kindheit leben die geheimen Wünsche der Erwachsenen. Es besteht die Sehnsucht nach Infantilität, der vermeintlichen Einfachheit der Welt. Vor allem aber besteht die Sehnsucht nach Träumen im Konzept der Kindheit fort. Wir machen Bücher und Filme für Kinder, aber in Wahrheit machen wir sie für uns selbst. Denn es sind die Träume von Menschen, welche sich darin widerspiegeln, egal ob sie nun Erwachsen oder Kinder sind. Die Kunst ist die Methode der Menschheit, Träume zu verwirklichen. Die Kunst spricht uns als Menschen an, denn wir können Dinge schaffen, welche es bisher noch nicht gab. Diese Dinge nach jung oder alt zu unterscheiden, macht wenig Sinn. Besser wäre die Frage nach dem Gut oder Böse. Oder genauer: Wie viel Gutes und Böses wollen wir uns selbst vorsetzen? Der Benutzer Spin-Benutzer "Arte" sitzt irgendwo in den Dolimiten macht Kunst aus Holz. Was stellen wir uns darunter vor? Die strenge Ikonik christlicher Motive, die uns an den Muff und die Doppelmoral längst vergangener Jahrzehnte erinnern? Die kitschige Verklärung eben jener Zeiten durch die endlose Wiederholung von Alpen-Tand und Gebirgs-Tinnef? Wahr ist, dass unser Blick allein die Kunst zerstören kann. Denn zwischen dem Künstler und dem Betrachter liegt etwas, das eben die Menschen unterscheidet, nämlich die individuelle Subjektivität. Das ist keine Katastrophe, denn zwischen dem Künstler und dem Betrachter gibt es das Kunstwerk. Daran erst entzündet sich der sichtbar gewordene Konflikt zweier Individuen, und aus dieser Spannung heraus, die nur dazu da ist, überwunden zu werden, entsteht das wirklich Neue. Voraussetzung dafür ist Offenheit. Kindliche Offenheit, oder besser, menschliche Offenheit. Denn nicht das Stehenbleiben rettet die Welt, sondern das Fortschreiten. Wer sich verschließt, hat keine Zukunft. Daher bin ich froh, dass diese Offenheit nunmehr Einzug in die Politik hält. Denn nichts anders als diese träumerische Offenheit ist notwendig für etwas ganz profanes, was hierzulande derzeit abläuft, nämlich die Schaffung einer neuen, demokratischen Partei. Ich bin froh, dort mitwirken zu dürfen. 18. Mai 2007 01:54Gesellschaft / Politik · 14. Mai 2007 02:23 Schleimscheißer Pofalla von der CDU gibt der SPD die Schuld an ihrem Wahlsieg in Bremen. Das hört sich lustig an, ist es aber nicht, denn die SPD hat die Wahl zwar gewonnen, aber das ist in Bremen ja nichts ungewöhnliches. Viel schlimmer ist es, dass die Parteien der Großen Koalition beide deutlich an Stimmenanteilen verloren haben, und das auch noch bei sinkender Wahlbeteiligung. Eine deutlichere Ohrfeige können die Wähler einer Regierung nicht verpassen. Dennoch, es muss weitergehen. Die SPD hat nunmehr die Qual der Wahl, entweder Fortsetzung der Großen Koalition oder eine Rot-Grüne Regierung für den Stadtstaat. Das erste ist eine unnatürliche Situation, wenn die beiden Lager in vorgeblicher Übereinstimmung Regierung und Opposition, das Zweite hat zwar noch den üblen Beigeschmack der Ära Schröder, aber hier geht es um eine Landtagswahl. Im Bund hat die SPD derzeit keine Wahlmöglichkeit. Zwar könnte sie die Mitte-Links-Merheit zusammen mit den Grünen und der Linkspartei realisieren, das aber wäre weder für SPD noch für die gerade erst entstehende Linkspartei nicht gut. Letztere ist sowieso die Gewinnerin des Abends: Nunmehr auch im Westen erfolgreich, wird sie sich deutschlandweit als fünfte Kraft etablieren, ohne sich sofort in eine Kolaition zwängen zu müssen. Im Vergleich mit der italienischen Linken ist das ja geradezu eine traumhafte Position. In der Opposition kann man die Regierung in den wichtigen, sozialen Fragen vor sich her treiben, ohne schmerzhafte Kompromisse mittragen zu müssen. Möglich wird dies durch die Schwäche der Rechten, die in Bremen nur sehr kleine Erfolge verbuchen konnten. Sie profitiert dabei von der geringen Wahlbeteiligung, ohne aber eine politische Rolle einnehmen zu können. Die NPD hat sich in ihrer eigenen Ideologie verheddert und ist in Bremen gar nicht erst angetreten. Die DVU ist eine Einmannshow, welche zwar frustrierte Wähler mit ein paar dummen Parolen erreichen kann, aber dahinter steckt ein reicher Verleger aus München, der sein Geld mit der Partei macht. Auch ein reaktionäres Polizeiarschloch, welches in Bremerhaven schon seit Jahren den Rächer der enterbten spielte und auch schon die Schill-Partei in die vorletzte Landatgswahl hob, kann auch diesmal mit seiner lachhaften Partei "Bürger in Wut" (oder so) außer ein paar Deppen niemanden hinter sich versammeln. So kommt die CDU auch (anders als in Hamburg) vor lauter Machtgeilheit auch nicht in die Versuchung, diese rechten Ränder per Koalition an sich binden zu wollen. Es bleibt also die Option der zusammenarbeit der beiden ehemaligen Volksparteien, ohne dass die Ränder in die Suppe spucken können. Die politische Entscheidungsfindung, die einzige Methode der Problemlösung in einer Demokratie, hat so immerhin eine Option mehr. Die Linke hat so die Chance, ihre Ideen freier zu entwickeln. Das ist ein Vorteil für die politische Landschaft in Deutschland, der eine interessante Zukunft verspricht. Nur wenn neue Ideen entwickelt werden, und dann auch noch zur erfolgreichen Umsetzung kommen, kann man Politikmüdigkeit überwinden. 14. Mai 2007 02:49Gesellschaft / Politik · 08. Mai 2007 23:53 · 1 Kommentar Während ganz Europa der Katastrophe in Frankreich zuschaut, wo eine Mischung aus Silvio Berlusconi und George W. Bush zum Präsidenten gewählt wurde, ist in Rom nichts besonderes los. Nicht ganz immerhin, denn in der letzten Woche hat es hierzulande eine bemerkenswerte Parteienfusion gegeben: Die aus den Kommunisten hervorgegangene DS fusioniert mit der Margerita, welche wiederum eine Allianz von kleineren, aus der Democrazia Cristiana (hervorgegangenen war. Übertragen auf deutsche Verhältnisse wäre das ungefähr so: In Nordrhein-Westfalen bilden Jürgen Rüttgers und Karl-Josef Laumann eine Abspaltung der CDU. Das gleiche macht Peter Müller aus dem Saarland. Irgendwann beschließen diese mit ein paar anderen Mitstreitern aus dem linken Flügel der Konservativen, eine Partei namens "Gänseblümchen" zu gründen". Diese holt bei den Wahlen sogar beachtliche Anteile, woraufhin eine Fusion mit der Linkspartei angesterbt wird. Zunächst klingt das ziemlich absurd, wird aber verständlich, wenn man den 1994 vollzogenen Zusammenbruch des Parteiensystems der Ersten Republik berücksichtigt. Sowohl die Kommunisten und Sozialisten, als auch Konservativen und Zentristen, verloren ihre politische Heimat. Am stärksten zersplitterte sich die 1942 noch im Widerstand von Alcide de Gasperi gegen Mussolini gegründete DC. Die Wählerschaft der Rechten, aber auch der rechten Mitte, wanderten mehrheitlich in das Berlusconi-Bündnis, welche im wesentlichen aus Nationalsiten, Seperatisten und Populisten gebildet wurde. Diese drei Kräfte – die Alleanza Nazionale von Gianfranco Fini, die Lega Nord von Umberto Bossi und die Forza Italia von Silvio Berlsuconi – brauchte diese diversen, konservativen und liberalistischen Splittergruppen für die Mehrheit. Ende der 90er war die Berlusconi-Herschaft von einer Mitte-Links-Regierung unterbrochen, die aber mehr Minsiterpräsidenten als Jahre verbrauchte. Ursache war auch hier die Zersplitterung: Die Kommunisten, in Italien seit den 60ern die stärkste Partei der Linken, wandelte sich unter Abwurf ideologischen Balastes zu den Linksdemokraten, den Democtaici di Sinistra. Einige sehr orthodoxe Kommunisten machten das nicht mit, so dass sich am linken Rand einige kommunistische Splittergruppen bildeten, die wiederum im Laufe der Jahre aufgrund von Streitigkeiten weiter auseinanderfielen. Aber auch der größere Teil der Linken, zu dem auch große Teile der Sozialisten stießen, die durch die Verwicklung ihrer Partei in die Korruptionsaffäre, welche schließlich das gesamte italienische Parteiensystem in die Tiefe riss, heimatlos geworden sind, litt unter den inneren Streitigkeiten. Das von Romano Prodi geprägte Mitte-Links-Bündnis "Ulivo" (Olivenbaum), das eben sowohl linke und zentristische Teile der DC bis hin zu den ehemaligen Kommunisten war ebenso von diesen inneren Zwisten gelähmt. Diese führten auch zum Scheitern des Mitte-Links-Konzepts und den erneuten Machtgewinn Berlsuconis im Jahre 2001. Ursache waren immer persönliche Eitelkeiten von einzelnen Personen, die entweder eine Hausmacht oder gleich eine ganze Splitterpartei hinter sich wussten. Diese Zersplitterung zu überwinden, ist daher für die Linke in Italien wichtig. Die Lager sind eben nach wie vor vorhanden, den Ausschlag aber gibt die Mitte. Diese Konstante demokratischer Mehrheitsbeschaffung gilt nach wie vor auch in Italien. Daher versuchen die Mitte-Links-Kräfte derzeit, eine einheitliche und große Partei zu gründen. Diese Partei soll den Namen "Democratici" tragen und wenn möglich ein möglichst breites Spektrum von Zentristen, Sozialdemokraten, Sozialisten, Grünen und Radikalen umfassen. In diesem Zusammenhang ist es also logisch, wenn Kräfte aus der Mitte und von der Linken zusammengehen. Denn diese kleine Fusion ist nur ein Schritt auf einem Weg, an dem am Ende idealerweise eine große Mitte-Links-Pertei stehen wird. Vergessen wir nicht: Die Politik wird von der Mitte entschieden und in der MItte gemacht. Aber sie muss befruchtet werden, entweder von Links oder von Rechts. Wenn letzteres zutrifft, dann sieht es meist düster aus. Reaktion und radikaler Markt regieren dann, und das christliche Menschenbild muss als Tarnung für maximalen Materialismus herhalten. Auf diese Kulissenschieberei kann der Mensch verzichten, nicht nur in Italien. 09. Mai 2007 00:50Gesellschaft / Politik · 29. April 2007 15:09 · 2 Kommentare Selbst von Rom aus lässt sich derzeit die Tagik der demokratischen Politik beobachten: Die Rot-Grüne Bundesregierung von 1998 bis 2005 hat unter erheblichen Schmerzen tief greifende Sozialreformen durchgesetzt. Im Angeischt der geerbten 4 Millionen Arbeitslosen erschien das notwendig, und letztlich war es diese als eiskalt erscheinende Politik, welche das vorzeitige Ende der Regierung Schröder besiegelte. Die SPD hat sich bis heute nicht erholt, im Gegenteil: Vizefrane Müntekanzler ist auf seinem Marsch aus der Mitte der Partei in die Mitte der Politik nicht aufzuhalten und verdutzt die Basis immer mehr. Nun hat sich, trotz des eingegangenen Risokos der Mehrwertsteuererhöhung, der Aufschaung durchgesetzt. Der ist somit Frau Merkel in den Schoß gefallen. Die Kanzlerein hat von ihrem Ziehvater, Dr. Helmut Kohl, erfolgreich gelernt, wie Politik in Deutschland am besten funktioniert: Einfach da sitzen, schweigen und nichts tun. Diese Warterei wird nun mit Wirtschaftswachstum belohnt. Jetzt könnte es für die Union so schön sein: Sie kassiert die Früchte des Aufschwungs, während Rot-Grün die Drecksarbeit erledigt hat. Ist es aber nicht. Denn der Aufschwung ist zwar da, auf immer noch hohem Ausgangsniveau mit 2,5 jährlich und sinkenden Arbeitslosenzahlen. Aber man darf diesen Augfschung nicht mit denen der idyllischen Nachkriegszeit verwechseln, als auf Trümmern Wohlstand geschaffen wurde. Denn die Regeln des damaligen Kapitalismus, dem unter dem Namen "rheinischer Kapitalismus" oder "soziale Marktwirtschaft" die Klauen udn Reißzähne geraubt wurden, gelten schon längst nicht mehr. Man kann nun die Globalisierung dafür verantwortlich machen oder die Tatsache, dass viele billige Arbeitskräfte aus Mittel- und Osteuropa auf den Arbeitsmarkt strömen. Das aber sind lediglich die Phänomene, nicht aber die Ursachen des Problems. Lesen Sie demnächst mehr über die Ursachen des Niedergangs unserer Gesellschaft: Wie die kapitalistische Gier die Menschlichkeit zerstört und warum Utopien keine realistische Lösung darstellen 29. April 2007 15:59Gesellschaft / Politik · 24. April 2007 03:13 In Frankreich haben sie Narko-Sarko und Ségolène Clinton in die letzte Runde geschickt. Soll man nun der Sozialistin gegen den bösen Konservativen die Daumen drücken? Das kann nach hinten losgehen, wie wir spätesten seit Blair/Schröder & Co. wissen. Die Finnen haben jetzt eine bürgerliche Regierung, weil ihnen die letzte sozialdemokratisch geführte Administration zu brutal war. Da hilft auch kein wildes Linksblinken im Wahlkampf mehr, wenn man zuvor beim Regieren dauernd rechts abgebogen ist. In den Niederlanden haben die Wähler hingegen längst die Konsequenzen aus der Unglaubwürdigkeit der etablierten Parteien gezogen. Dort lässt die altehrwürdige, sozialdemokratische Partij van de Aarbijd gehörig Federn, Gewinner ist die früher unbedeutende SP, die sozialistische Partei, mit einer knallroten Holland-Tomate als Logo übrigens. Auf der rechten Seite muss die christdemokratische CdA auch Stimmen abgeben, Profiteure sind diesmal die Rechtspopulisten, aber auch die calvinistische Christenunie, die weniger mit reaktionärer Strenge als mit echter Glaubwürdigkeit punktet. Dass die beiden klassischen Kräfte der westeuropäischen Demokratien, nämlich die Sozialdemokraten und Konservativen, einerseits in die Mitte gedrängt und andererseits zur Zusammenarbeit gedrängt werden, ist also kein deutsches Phänomen. In Frankreich werden wir erleben, wie die beiden Kandidaten der Mitte regelrecht in den Popo schlüpfen werden wollen, um am 6. Mai nur mindestens die Hälfte aller Stimmen plus einer zu erhalten. Das einzige Problem dabei ist lediglich: Eine solche Mitte existiert nicht. Mag sein, es gibt sie in der Gesellschaft, aber wenn sie politisch dezidiert auftaucht, dann wählt sie niemand. Sonst wäre ja Bayrou nicht ausgeschieden. Es stellt sich also die Frage, was die Menschen dennoch diese polarisierten Entscheidungen treffen lässt, entweder das eine oder das andere Lager zu unterstützen. Dabei lasse ich die Nichtwähler (bei der am letzten Sonntag im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt abgehaltenen Kommunalwahl haben sich etwa zwei Drittel aller Wähler enthalten) außen vor, denn wer seine Stimme nicht erhebt, der soll auch nicht gehört werden. Selber schuld. In Italien konnte man die Mitte wählen, und zwar in Form des derzeitig amtierenden Präsidenten des Rates, nämlich Romano Prodi. Dieser hat die Angewohnheit, bei Reden nach wenigen Minuten in einen einschläfernden, monotonen Redeschwall zu tauchen, begleitet von einem inhaltlichen Abweichen von der Hauptlinie in immer feinere Details des Dargestellten. Wie das seine Studenten – er war mal Professor für Wirtschaft an der Universität von Bologna – ertragen haben, ist mir völlig schleierhaft. Aber wenn die Alternative Berlusconi heißt, dann nimmt man solche Schwächen gerne in Kauf. Prodi regiert nämlich mit uns, soll heißen: Den ehemaligen Kommunisten, den Linksdemokraten. Und mit den orthodoxen Kommunisten, die allerdings eine Splittergruppe sind und den letzen Machtkampf verloren haben. Auch hier also eine eindeutige Polarisierung: Dort die Rechten, angeführt von Kriminellen, Rassisten, Seperatisten und korrupten Populisten; hier die Linke, gespalten zwischen der Notwendigkeit der Kompromisse und der Formulierung der reinen Wahrheit. Die Mitte hat keine Lobby. Zum Glück, und das ist gleichzeitig die Lösung: Wer will schon das Mittelmaß, das weder-noch, das vielleicht, das sowohl-als-auch. Nein, das will niemand, aber gleichzeitig ist es die einzige Möglichkeit der politisch-demokratischen Machtausübung. Am Ende wird jede Regierung in der Mitte landen (außer man heißt Schröder oder Blair, dann landet man auch schon mal rechts, aber das hatten wir heute schon), weil die sogenannte "Macht des Faktischen" realistische Lösungen verlangt. Damit solche gedeihen können, braucht es eine gewisse Fertilisation, aber auch eine Zielvorgabe. Daher muss, wer Visonen hat, nicht zwangsläufig zu einem Facharzt gehen, er kann es auch mit der Politik versuchen. Und wer träumt nicht von einer besseren Welt? Aus Idealen werden Gesetze, und wenn am Ende steht die Veränderung. Ob diese nun gut oder schlecht ausfällt, entscheidet nicht selten erst die Geschichte. Illusionen braucht man sich dabei nicht hinzugeben. In Italien sitzen ausgewiesene, lediglich ein bisschen kreidegegessene Faschisten, ab und an am Kabinettstisch. Doch wer darüber die Hände über dem Kopf zusammenschlägt vor lauter Empörung über die verlotterten Zustände hierzulande, dem sei ein Blick nach Deutschland empfohlen: Hier sitzen bekennende Nazis auf dem Sessel des Ministerpräsidenten in Stuttgart, und das schon zum wiederholten Male. Dabei haben sie aber nicht das Rückgrat zu sagen, wer sie wirklich sind, sonder verstecken sich feige hinter der Fassade einer demokratischen Partei, die ihrerseits nicht in der Lage ist, diese Schweine Filbinger & Oettinger aus ihren Reihen und vor allem von ihren Ämtern zu verjagen. CDU – wir können alles, außer Demokratie, oder was? 24. April 2007 03:52Gesellschaft / Politik · 11. April 2007 21:22 Das ist der Anfang. Und das ist Romano Prodi. Der ist italienischer Ministerpräsident. Das war in der Vergangenheit kein besonders sicherer Job; es sei denn, der Amtsinhaber hat diese Arbeit in Teilzeit erledigt und war von Hauptberuf der Chef eines großen Unternehmens, dessen Kapitalgrundlage er sich als Strohmann der Mafia verdient hat. Klingt komisch, ist aber so, und zwar nicht nur in Italien. Bei S. Berlusconi wussten alle vorher, dass er ein Gauner war. Bei G. Schröder stellte es sich erst heraus, als es bereits zu spät war. Während Schröder wie Mussolini die Siegespose bis über den Rand der Lächerlichkeit strapazierte, war Berlusconi echt. Nie hat er einen Hehl daraus gemacht, dass er ein Schlitzohr ist. Im Gegenteil, er war der Anwalt aller der Italiener, die sich durch Parken in der zweiten Reige und kunstfertige Steuerhinterziehung vom eigenen, lästigen Staat lossagten. Bei Schröder, der einen violenten Autokraten als "lupenreinen Demokratren" adelt, nur um sich in das Schwarzgeld- und Breifkastenfirmenparadies Zug in der Schweiz abzusetzen, wo er ebenso virtuell wie offiziell der finanzielle Nutznießer seiner politischen Entscheidungen ist, war alles nur Show. Als Sozialdemokratin habe ich mich 1998 über den Sturz Kohls gefreut, ohne zu wissen, dass sich in der Tat nichts ändern würde. Schließlich bin ich nach Italien geflohen, ein Jahr nachdem dort der cavaliere im Kaschmirpulli an die Macht kam. Der politische Unterschied war marginal, nur das Wetter war besser. Mit einem grundlegenden Unterschied: Selbst Schröder musste der Partei ein Zugeständnis machen. Das war das Nein zum Irakkrieg. Unglaubwürdig auch dieses, nachdem man 1999 schon Bomben auf Serbien geworfen hat. Mag sein, dass Frau Merkel politisch blass wirkt. Vielleicht hat sie tatsächlich eine hidden agenda, wer weiß. Sie spielt ja nicht mit offenen Karten, sogar der Großmeister der CDU, gleichzeitig ihr Ziehvater, ist in ihr offenes Messer gelaufen. So geschickt ist Prodi nicht. Er wirkt bisweilen ein bisschen einschläfernd, und seine Blässe ist schon sprichwörtlich: Ob seiner Gesichtsfarbe nennt man ihn auch "Professore Mozzarella". 11. April 2007 21:40
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