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Alessandra · , Italien · weiblich · 37 Jahre alt · registriert seit 2002 · gestern zuletzt online

Methodologischer Konstruktivismus

Sonstiges · · 2 Kommentare

Während Wissen dann ist, wenn es erkannt wird, und wieder verschwindet, wenn es als falsch erkannt ist, bleibt der Mensch außerhalb der Wahrheit. Nun liegt es also an der Wahrnehmung, was wir von der Wahrheit wissen. Sinnestäuschung kann nicht a priori ausgeschlossen werden. Schutz dagegen schaffen nur Methoden, die ERkenntnis – und damit das Wissen über die Wahrheit – nachvollziehber, also wiedererkennbar darstellen können.

Wissen ist daher abhängig von der Methode. So erfolgt wor dem eigentlichen Wissen die Erkenntnis über das Wissen selbst, es entsteht daraus die Protowissenschaft. Erst dann kann das eigentliche Geschäft der Wissenschaft betrieben werden. Hartmann (1993) beispielsweise lässt eine wissenschaftliche Erkenntnis nur dann gelten, wenn sie zuvor protowissenschaftlich in das Gebäuder der jeweiligen Wissenschaft eingeordnet sowie methodologisch eingefügt.

Diese sehr fachspezifische Form der Kritik an der noch zu erlangenden Kenntnis aber ist eine Art von Absolution, welche ich hiermit anzweifeln möchte.

Wenn einer Wissenschaft eine Protowissenschaft vorangeht, so müsste der Protowissenschaft eine Protoprotiwissenschaft vorangestellt werden, dieser wiederum eine Protoprotoprotowissenschaft. Denn wir können uns ja nie sicher sein, dass eine Erkenntnsi, Protoerkenntnis, Protoprotoerkenntnis etc. wirklich mit der uns unbekannten wahren Wirklichkeit übereinstimmt.

Es wird also keine Protowissenschaft benötigt. Sie ist eien Sackgasse! Benötigt wird eine hermeneutisch arbeitende Metawissenschaft, welche die immer größer werdende Summer an Erkenntnissen verstehen kann. Nur so können die Irrungen der Erkenntnis, wie sie sich beispielsweise in der Teleologie und Theologie zeigen.

Einfach formuliert: Kritische Hermeneutik statt selbstreferenzielle Nabelschau!

Lit.:

Eco, Umberto (1983): Semiotik der Philosophie und der Sprache (München)

Gadamer, Hans-Georg (1960): Wahrheit und Methode (Tübingen)

Hartmann, Dirk (1993): Naturwissenschaftliche Theorien. Wissenschaftstheoretische Grundlagen am Beispiel der Psychologie. (Mannheim)

Schleiermacher, Friedrich (1838): Hermeneutik und Kritik; mit besonderer Beziehung auf das Neue Testament (Berlin)

Wright, Georg Hendrik von (1974): Erklären und Verstehen (Frankfurt)

30. Oktober 2009 00:49

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:-)

Freizeit ·

Vier Tage war Perdita krank,
jetzt zickt sie wieder, Gott sei Dank!

12. Oktober 2009 23:24

Italia, il giorno dopo

Sonstiges · · 1 Kommentar

Eigentlich müsste ich nach dem heutigen Tag was zu Berlsuconi schreiben. Aber eigentlich ist nicht Neues passiert. Ok, das oberste Gericht hat seine Immunitätsgesetze kassiert. Da macht er sich demnächst einfach ein paar Neue. Er hat den Staatspräsidenten angepisst. Berlusconi lebt davon, denn Staat zu missachten. Egal, ob dessen akute Vertreter gerade das Parlament, Staatsanwälte, Richter oder der Staatspräsident ist.

Die eigentliche Frage ist, ob Berlusconi nicht sogar ein Prototyp ist, der Botschafter einer neuen, postdemokratischen Ära. Sein Ansehen in Italien ist gestiegen, nachdem er sowohl das Müllproblem in Neapel als auch die Katastrofenhilfe nach dem Erbeben in den Abbruzzen schnell in den Griff bekommen hat. Niemand scheint danach zu fragen, ob er den Müll nicht mit Hilfe der Mafia verschifft hat oder was das Amt des Ministerpräsidenten mit der guten Arbeit des Zivilschutzes zu tun hat.

Die Linke schläft derweil weiter. Sie diskutiert immer noch über sich selbst oder verfolgt ein ominöses Phantom, das die "politische Mitte" genannt wird. Insofern gleicht die Situation in Italien denen in anderen Ländern. Nur haben wir einen Zampano, der das für sich zu nutzen weiß. Ansonsten wird diese Rolle in Europa von Sarkozy in Frankreich eingenommen. Auch hier beobachten wir die Politik der großen Machtgesten, der die scheinbare oder echte Sehnsucht der Massen nach einem "starken Mann" befriedigt, während im Hintergrund Sicherheitsgesetze verschärft und persönliche Freiheiten zunehmend beschnitten werden.

Daher sehe ich Italien nicht als Ausnahme, sondern eher als Muster. Präpotente Politiker, die in Boulevardblatt-Manier als Volkstribun und Hampelmann auftreten, denen sämtliche Peinlichkeiten verziehen werden, denen man nicht vertraut, aber die man wählt, weil man ihnen am Ende doch zutraut, es schneller und besser zu machen als diese altmodischen Streit zwischen den politischen Positionen. Das ist vielleicht das Resultat des lange Jahre gepföegten Vorteils gegenüber satten Politikern, die vor allem ihre eigenen Vorteile im Blick haben und "fürs Volk" eh nichts übrig haben.

Nein, Berlusconi, Sarkozy und Merkel werden scheitern. In Wahrheit sind sie nichts anderes als ein Abgesang auf die alten bürgerlichen, konservativen Parteien. Sie sind ein Symptom für deren Untergang, sie können sich mit ein bisschen Populismus hier und etwas Allgemeinplätzen dort noch über Wasser halten, aber das ist nicht tragfähig für eine lange Zukunft.

Die Demokratie ist ein Projekt der Linken. Sie verspricht Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Nur wer diese Werte nachhaltig vertritt, hat eine Überlebensschance. Denn daran werden die Menschen ihre Lebensituation am Ende beurteilen, wenn die Parolen nicht mehr ziehen und die Gesten ausgedient haben.

09. Oktober 2009 00:28

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