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Alessandra · , Italien · weiblich · 37 Jahre alt · registriert seit 2002 · gestern zuletzt online

5 Tote Kinder, Mutter in Irrenanstalt

Sonstiges · · 2 Kommentare

5 Tote Kinder, Mutter in Irrenanstalt

Muss denn immer erst etwas passieren, bis was geschieht? Jetzt, nachdem in Schleswig-Holstein die Katastropge geschehen ist, erst jetzt wird die geistig gestörte und nicht vernehmungsfähige Mutter in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik eingewiesen. Warum konnte das nicht rechtzeitig geschehen? Hätte die schlimme Tat dadurch nicht verhindert werden können?

Diese Tat konnte wirklich nicht verhindert werden. Denn kein Mensch kann gegen seinen Willen zu einer psychiatrischen Behandlung gezwungen werden. Kein Mensch darf hinter Gitter gesteckt werden nur wegen des Verdachts, es könne vielleicht etwas geschehen.

Eine Gesellschaft, in der so etwas möglich ist, wäre unfrei. Unfreie Gesellschaften aber zeichnen sich gerade dadurch aus, das unliebsame Menschen hinter Gitter gebracht werden. Die unliebsamen, also diejenigen, welche sich gegen die Repression, gegen die Gewalt und die Willkür wehren, welche sich nicht anpassen, welche ihr Leben aufs Spiel setzen.

Hier sind viele Tote zu beklagen in der Geschichte der Menschheit. Wir beklagen sie. Wir beklagen auch die fünf Menschenleben, welche eine – sagen wir es ruhig – offenbar Wahnsinnige auf dem umnachteten Gewissen hat.

Dennoch: Auch die mutmaßliche Täterin wird nicht als Hexe verbrannt werden. So wie wir dieses unzivilisierte Handeln, nämlich das Töten der Kinder nicht dulden können, so können wir die Menschlichkeit auch nicht verneinen im Angesicht der Mörderin.

So erübrigt sich die drängende Frage nach dem »Warum?«. Es gibt keinen Sinn im Sterben dieser Kinder. Vielleicht gibt es nicht einmal eine Schuld, wenn sich herausstellen sollte, dass die Mutter nicht zurechnungsfähig war.

Denn dies ist keine Form der Vernachlässigung, wie sie in Deutschland – und in abgewandelter Form auch in Italien – immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Hier hat kein Jugendheim versagt, hier haben die Nachbarn nicht weggeschaut. Die Probleme der Mutter waren sogar zuvor bekannt.

Das mag nun doch wieder zur Frage führen, warum diese Tat nicht verhindert wurde. Die Mutter war unschuldig, bis sie den Mord beging. Sie ist es, juristisch gesehen, sogar noch in diesem Augenblick, weil es noch kein Richterurteil über ihre Schuld gibt. Solche Spitzfindigkeiten scheinen unangebracht angesichts der Trauer, welche wir empfinden. Aber es ist die selbe Moral, welche das Töten von Kindern verbietet, die uns die Pflicht verleiht, anderen die gleichen Rechte zuzugestehen.

Denn Recht und Freiheit ist unteilbar. Mögen die, welche das im Wahnsinn oder aus Bosheit nicht wahrnehmen, nicht die Macht haben.

07. Dezember 2007 01:37

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