Da die liebe Alex ja dieses Jahr fleißig Adventskalender mit Sprüchen und so verschenkt hat, stellt sie diese in diesem Jahr auch allen anderen zur Verfügung. Hier wird man also bis Weihnachten den Inhalt des Adventskalender finden:-)
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.
Marie von Ebner-Eschenbach, 1830 – 1916
Donnerstag, 2. Dezember 2010
Enttäuschung ist das Ergebnis falscher Erwartungen.
Andreas Tenzer
Freitag, 3. Dezember 2010
Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe
Samstag, 4. Dezember 2010
Man unternehme das Leichte,
als wäre es schwer,
damit das Selbstvertrauen uns nicht sorglos macht;
und das Schwere,
als wäre es leicht,
damit die Zaghaftigkeit uns nicht mutlos macht.
Baltasar Gracián
Sonntag,5. Dezember 2010
Rudolph und der kleine Engel
Wie ja jeder weiß, wohnt der Weihnachtsmann, der auch Santa Claus genannt wird, am Nordpol in einem Land, in dem es außer Spielzeugen fast nichts gibt und diese Spielzeuge werden dort alle in einer sehr, sehr großen Fabrik produziert und wen wundert´s, der Chef dieser großen Fabrik ist der Weihnachtsmann selbst.
Und jedes Jahr pünktlich zur Weihnachtszeit hat der Weihnachtsmann endlich seine riesige Liste geschrieben, auf der alle Kinder und die Spielzeuge, die sie sich wünschen, vermerkt sind. Um die Fabrik herum weiden große Herden von Rentieren, die alle, je näher Weihnachten rückt, umso aufgeregter werden, aber davon erzähle ich später.
Eines von diesen vielen Rentieren hieß Rudolph, und es war ein ganz unglückliches Rentier, denn es war nicht schön von Gestalt, viel kleiner als die anderen, mit einem nur wenig ausgebildeten Geweih und was das aller schlimmste war: Rudolph hatte eine knallrote Nase, die war so rot, dass sie sogar im Dunkeln leuchtete. Und als ob er nicht mit dieser Nase schon genug gestraft wäre, veräppelten und verulkten die anderen Rentiere Rudolph, wann immer sie ihn sahen. Der einzige Trost für Rudolph war ein kleiner Engel, der ganz fest zu ihm hielt. Einerseits, weil Engel ein so gutes Herz haben und Rudolph dem Engel einfach Leid tat, und andererseits, weil Rudolph selbst so eine gute Seele war, so dass eine ebenbürtige Freundschaft entstehen konnte. Der kleine Engel und Rudolph verbrachten die meisten Tage miteinander, denn außer zu Weihnachten, gab es nicht viel zu tun im Lande des Weihnachtsmannes. Die Weihnachtsengel halfen zwar ein wenig in der Fabrik bei der Herstellung der Spielzeuge, aber das allermeiste machten die großen Maschinen in der Fabrik ganz von selbst.
Als dann, wie jedes Jahr, die Weihnachtszeit kam, zogen die stärksten und prächtigsten Rentiere vor die Fabrik, denn wieder einmal würde der Weihnachtsmann die schönsten unter ihnen aussuchen, um sie vor seinen Schlitten zu spannen. Jetzt war auch die große Zeit für die Weihnachtsengel gekommen, die dem Weihnachtsmann dabei halfen, die Geschenke zu verteilen.
Alles passierte wie all die Jahre auch, der Schlitten war gepackt, die Rentiere vor den Schlitten gespannt, die Engel und die Geschenke an Bord, da zog ein starker Nebel auf, der so dicht war, dass er auch die Sonne verdunkelte. Der Weihnachtsmann gab trotz alledem sein Zeichen für den Aufbruch, aber die Rentiere stoben orientierungslos in verschiedenste Richtungen los, denn sie konnten sich nicht an ihrem Leittier orientieren, weil sie es nicht sehen konnten. Der Weihnachtsmann hatte zudem ganz eigene Sorgen: Ihm war es nicht möglich, seinen Zettel mit den Namen der Kinder und ihren Spielzeugen zu erkennen. Ihm blieb schließlich nichts als die Reise abzublasen.
Aber, riefen da all die Engel und die Rentiere durcheinander, was soll dann mit all den Kindern geschehen, die sich schon auf ihre Geschenke freuen. „Ich weiß es nicht“, sagte da der Weihnachtsmann und er hat noch nie so unglücklich ausgesehen. „ Aber ich weiß“, rief da der kleine Engel, „wartet nur ein paar Minuten auf mich,“ sprach es und war schon verschwunden.
Der Weihnachtsmann wäre nicht der Weihnachtsmann, wenn er die Hoffnung aufgeben würde und wartete in der nun fast undurchdringlichen Dunkelheit. Plötzlich leuchtete ein rotes Licht in der Dunkelheit, dass sich schnell näherte.
„Hier bin ich wieder“, rief der kleine Engel, der rittlings auf Rudolph, dem Rentier saß und ihn dem Weihnachtsmann vorstellte. Es war wie ein Wunder. In dem Licht, das Rudolphs Nase ausstrahlte, waren alle Rentiere plötzlich wieder zu erkennen und wie der Weihnachtsmann freudig bemerkte, konnte er auch seinen so wichtigen Zettel wieder lesen. „Rudolph, was bin ich froh, dich kennen zu lernen“, sagte der Weihnachtsmann aus ganzem Herzen. Und dann: „Nun rasch, führe unseren Trupp an, sei Du unser Leittier.“
Rudolph wusste gar nicht, wie ihm geschah, denn es war ein große Ehre, einer der Rentiere zu sein, die den Schlitten des Weihnachtsmannes zogen. Als Rudolph seinen Platz eingenommen hatte, blickte er noch einmal zurück und schaute genau in die glücklichen Augen des kleinen Engels, der auf seine ganz eigene Art die Nase in seiner Freude kräuselte. „Und Los“, rief da der Weihnachtsmann, und Rudolph führte den Schlitten zu den vielen Kindern, die schon so sehnsüchtig auf die Geschenke warteten.
Seit diesem Tage, gab es nicht ein Rentier mehr, dass je ein böses Wort über Rudolph sagte, denn sie vergaßen ihm nie, wie er in der Not hat helfen können und egal bei welchem Wetter, Rudolph war seitdem jedes Jahr das Leittier vor dem Schlitten des Weihnachtsmannes, weil keiner diese Aufgabe je hat besser ausführen können als er.
Montag, 6. Dezember 2010- Nikolaus
Der kleine Flori und der Nikolaus
Der kleine Flori war vom ersten Schultag an ein ganz schlimmer Schlamper. Dauernd ließ er irgend etwas im Schulzimmer liegen, die Mütze oder seine Handschuhe, die Fibel, das Rechenbuch, die Tafel, ein Heft oder das Federmäppchen. Ja, manchmal vergaß er sogar alles miteinander und lief mit leerem Schulranzen heim. Und es kam noch schlimmer: Eines Nachmittags nämlich, als Flori die vergessene Fibel holen wollte, lag sie nicht mehr auf seiner Bank; Flori suchte und suchte, aber die Fibel war wie weggeblasen. Am nächsten Tag konnte Flori das Rechenbuch nicht finden, am übernächsten Tag war die Tafel fort. Das war kurz vor dem Nikolaustag, und die Mutter meinte: „Ich glaube, diesmal bringt der Nikolaus höchstens eine Rute.
Aber das glaubte der kleine Flori auf keinen Fall. In den vergangenen Jahren war der heilige Nikolaus immer nett zu ihm gewesen, obwohl er schon damals herumgetrödelt und nie aufgeräumt hatte. Sicher würde der Nikolaus auch in diesem Jahr nichts von der Schlamperei gemerkt haben und wieder die guten Mandellebkuchen mitbringen, die Flori so gerne aß und die nur der Nikolaus hatte.
Ja, und dann kam er, der Nikolaus! Er pochte laut an der Tür und stapfte herein in seinem roten Mantel und mit der Bischofsmütze aus Gold. Auch einen vollen Sack hatte er dabei, an welcher Stelle wohl die Lebkuchen für ihn stecken mochten. Aber der Nikolaus machte gar keine Anstalten, Lebkuchen aus dem Sack zu holen. Er schaute den Flori mit gerunzelter Stirn an, so streng wie er noch nie ausgesehen hatte.
„Warst du auch brav, Flori?“
„Ja“, sagte Flori schnell, obwohl er natürlich genau wußte, daß das nicht ganz stimmte.
„So, so“, brummte der Nikolaus, „brav warst du? Und immer recht ordentlich? Und du hast nie etwas verschlampt oder vertrödelt?“
O weh! Jetzt sagte der kleine Flori gar nichts mehr. Ob der Nikolaus doch etwas wußte? Floris Herz fing laut zu klopfen an
„Was meinst du wohl, was ich dir mitgebracht habe?“ fragte der Nikolaus und griff nach seinem Sack.
„Ma-Ma-Mandellebkuchen“, stotterte Flori.
Aber der Nikolaus schüttelte seinen Kopf.
„Für Mandellebkuchen war im Sack kein Platz mehr“, sagte er, „weil ich doch so viele andere Dinge für dich einpacken mußte. Hier, dies zum Beispiel...“ Und was holte er aus dem Sack? Die Fibel!
„Und dies...“ Das Rechenbuch!
„Und das...“ „Und das...“ Die Tafel, Floris Pudelmütze, den linken Handschuh, die Bastelschere, drei Bleistifte, eine Schachtel Malkreide - eins nach dem anderen holte der Nikolaus hervor. Nur kein Paket Mandellebkuchen, nicht einmal ein einiges Stück!
„Also dann bis zum nächsten Jahr, kleiner Flori“, meinte der Nikolaus freundlich. „Und wenn ich dann nicht soviel Trödelkram für dich mitbringen muß, hab' ich auch sicher Platz für Lebkuchen.“
Und er stapfte wieder aus der Stube hinaus.
Ja, da stand er, der Flori, und hatte nichts, überhaupt nichts vom Nikolaus bekommen! Eigentlich ist das eine traurige Geschichte.
Aber zum Glück geht sie gut aus! Weil nämlich der heilige Nikolaus wirklich von Herzen gütig ist und weil sich der kleine Flori von diesem Tag an große Mühe gab und fast gar nichts mehr verschlampte, lag in der Woche vor Weihnachten auf einmal eine bunte Schachtel im Briefkasten. „An den kleinen Flori“ stand darauf.
Ihr könnt euch vielleicht schon denken, was sie enthielt! In der Schachtel waren die guten Mandellebkuchen, wie sie nur der Nikolaus hat!
Dienstag, 7. Dezember 2010
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,
Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.
Sprichwort aus China
Mittwoch, 8. Dezember 2010
Wenn ich heute aufgebe, weiß ich nicht was morgen kommt
Donnerstag, 9. Dezember 2010
Hoffnung, dass mein Leben einen Sinn hat,
gib mir die Kraft,
mich auf den manchmal beschwerlichen Weg zu machen
Freitag, 10. Dezember 2010
Manche Schwierigkeiten werfen nur große Schatten; je näher wir ihnen kommen, umso kleiner werden sie.
Samstag, 11. Dezember 2010
Lernen ist wie das Rudern gegen den Strom; sobald man aufhört, treibt man zurück.
Lebensweisheit, chinesische Weisheit
Sonntag, 12. Dezember 2010
Die Abenteuer der kleinen Stallmaus
Eine kleine Maus lebte lange Zeit im Stall mit den anderen Tieren. Da waren die zwei Pferde Hulda und Hain, die Kühe Frieda, Hildchen, Selma und Linda, sowie einige Schweine die aus irgendeinem Grund keinen Namen bekommen hatten. Das störte die Schweine aber nicht weiter, sie grunzten den ganzen Tag zufrieden und machten sich sofort über ihr Futter her, kaum dass der Bauer es in den Fresstrog gekippt hatte. Manchmal kam auch der fette Kater mit in den Stall, dann versteckte sich die Maus immer im Stroh bei den Pferden, vor denen hatte der fette Kater Angst und machte einen großen Bogen um Beide.
Einmal hatte es die Maus aber nicht rechtzeitig geschafft und der fette Kater stand genau zwischen ihr und der Pferdebox. Noch hatte er sie nicht bemerkt. In ihrer großen Angst springt die kleine Maus in den Korb mit Kartoffeln den der Bauer abgestellt hatte und verkriecht sich da in die äußerste Ecke. Der Bauer kippt die Kartoffeln aus, die Maus klammert sich im Korbgeflecht fest. Jetzt tut der Bauer Holzscheite in den Korb. Die Maus hat es nicht mehr rechtzeitig hinaus geschafft und zieht gerade noch rechtzeitig den Kopf ein um nicht von einem Holzscheit erschlagen zu werden. Das Herz der kleinen Maus klopft heftig als der Bauer den Korb mit dem Holz anhebt und ins Haus trägt. Hier stapelt er das Holz neben dem alten Ofen. Die Maus bleibt unbemerkt. Sie klettert bis zum Korbrand und sieht den Kater schlafend auf einem Stuhl in der Nähe des Ofens liegen. Sie klettert heraus und sucht sich ein sichereres Versteck in der schmalen Nische zwischen Küchenschrank und Wand. Hier passt der fette Kater nicht rein.
Der Bauer schleppt eine prächtige Fichte in die große Wohnküche und stellt sie auf.Die Bäuerin hängt silberne Kugeln, silbernes Stroh und andere Dinge an den Baum. Dann kommen noch Lichter drauf. Die Maus staunt und bekommt ganz große Augen. So etwas hat sie noch nicht gesehen. Wenn sie das den anderen Tieren im Stall erzählen würde, die würden Augen machen! Jetzt legt die Bäuerin auch noch bunt eingewickelte Pakete unter den Baum. Der Kater ist auf den Hof gegangen.
Die kleine Maus ist neugierig was wohl in den bunten Päckchen ist. Sie verlässt ihr Versteck und huscht rüber unter den Baum. Sie nagt ein klitzekleines Loch in eines der bunten Pakete und drängelt sich hinein. Puh ist das dunkel hier drin. Bevor sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen können, hört sie Stimmen. Die Stimmen sind ihr bekannt. Es sind die Kinder und Enkelkinder der Bauern. Sie kommen auch manchmal in den Stall und bringen Äpfel und Möhren für die beiden Pferde mit, wenn denen beim Kauen etwas herunterfällt macht sich die Maus über die Leckerei her.
Die Bäuerin fordert ihre Kinder und Enkel auf von dem selbstgebackenen Stollen zu nehmen, es sei genügend da. Danach sagt sie zu den Enkeln, sie sollen doch mal unter dem Baum nachsehen, ob da auch ein Geschenk für sie dabei wäre. Das lassen sich die lieben Kleinen nicht zweimal sagen und stürzen sich auf die Geschenke. Die Maus hat es nicht mehr rechtzeitig aus dem Karton geschafft und wird erst mal kräftig durchgeschüttelt. Dann geht alles ganz schnell. Das Geschenk wird aufgerissen, die kleine Hand von Max greift die Maus und er ruft freudestrahlend: „Oh, ihr habt mir eine richtige Maus geschenkt!“ Das Paket mit dem Plüschpferd fliegt in die Ecke, trifft beinahe den fetten Kater der sich gerade noch in die Fensterbank flüchten kann von wo aus er die Maus anstarrt.
Die Erwachsenen tauschen einen fragenden Blick, die Maus kann sich aus Max` Hand befreien, krabbelt blitzschnell an ihm runter und verschwindet in dem Korb in den die Bäuerin kurz vorher Äpfel und Mohrrüben gelegt hat. Der Bauer hat die Maus beobachtet und sagte zu den Anwesenden: „Ich bringe erst mal den Tieren ihre Geschenke!“ nimmt den Korb und geht in den Stall. Kaum hat er den Korb abgestellt, springt die Maus heraus und rennt unters Stroh zu den Pferden. Der Bauer legt den Pferden Äpfel und Mohrrüben in die Futterraufe, einen kleinen Apfel und eine kleine Mohrrübe legt er ins Stroh, dann gibt er noch den Kühen und Schweinen etwas und ruft: „Frohes Fest Tiere!“ und stampft davon.
Montag, 13. Dezember 2010
Wer nur in die Fußstapfen anderer tritt,
hinterlässt keine bleibenden Eindrücke.
Dienstag, 14. Dezember 2010
Wer immer nur tut,
was er schon kann,
bleibt immer nur das,
was er schon ist.
Unbekannt
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Wer die anderen neben sich klein macht,
ist nie groß.
Johann Seume, 1763 - 1810, dt. Schriftsteller
Donnerstag, 16. Dezember 2010
"Hör' auf, darüber nachzudenken,
ob der Schritt, den Du gehen willst,
Dich nach Vorne bringt oder nicht!
- Mach die Augen zu und gehe ihn!
Und wenn Du ihn gegangen bist,
mach die Augen wieder auf..
und Du wirst sehen,
dass Du einen Schritt weiter bist!"
Freitag, 17. Dezember 2010
Mutig ist nicht der, der sich niemals fürchtet, sondern der, der diese Furcht besiegt.
Nelson Mandela
Samstag, 18. Dezember 2010
Es liegt an uns ob wir auf den Steinen die auf unseren Weg liegen
Mauern bauen oder Brücken!
Sonntag, 19. Dezember 2010
Der Wunschzettel
Anouschka stand wieder, wie jeden Tag, wenn die Dämmerung reinbrach, am Fenster und schaute traurig raus zum Firmament. Ihre Eltern saßen am Kamin und beobachteten sie dabei ratlos. Was sollten sie nur tun? Es war inzwischen Mitte Februar und ihre 7-jährige Tochter konnte die Enttäuschung über den fehlgeschlagenen Wunschzettel nicht überwinden. Der Weihnachtsmann hatte sie vergessen und keinen Wunsch erfüllt.
Wie jedes Jahr in der Adventszeit bastelten die Kinder Sterne in der Schule, backten Plätzchen mit ihrer Mutter in der großen Küche und schrieben Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Da Anouschka seit Sommer in die erste Klasse ging, konnte sie noch nicht so richtig schreiben. Deshalb malte sie neben die Wörter Bilder deren Bedeutung die schön gezeichneten Buchstaben unterstrichen. Dieses Jahr hatte sie lange überlegt, was sie sich wünschen sollte. Ihr Papa hatte ihr erklärt, dass man sich nicht sinnlos etwas wünschen soll, sondern das, was man auch gerne hätte. Nur dann kann man sich auch wirklich darüber freuen. Nicht die Anzahl der Geschenke ist wichtig, sondern was man damit macht. Der Weihnachtsmann sucht sich dann aus dem Wunschzettel genau das richtige aus. Da Anouschka ein intelligentes Kind war und sie ihren Wunsch auf jeden Fall erfüllt bekommen wollte, schrieb sie einen Wunschzettel, der nur einen einzigen Wunsch enthielt, der zu realisieren war.
WUNSCHZETTEL
1. 10 kg Schneeflocken mit Vanillegeschmack
2. ein Paar Laufschuhe für einen Spaziergang durch die Milchstraße
3. Hitzefrei im Januar
4. einen Radiergummi, der singt, tanzt, rechnet und Gute-Nacht-Geschichten erzählt
5. einen warmen Mantel für den frierenden Schneemann
6. ein Hundebaby von unserem alten Husky Barry
7. einen Ritt auf einer Giraffe
8. ein Essen mit Schneewittchen und den 7 Zwergen
Voll Erwartung legte sie den Wunschzettel am 5. Dezember unter die Fußmatte vor der Haustür. An diesem Tag sammelte der Weihnachtsmann, ganz nach finnischem Brauch, die Zettel ein und suchte dann ein Geschenk für jedes Kind aus.
Anouschka lebte mit ihren Eltern und zwei Geschwistern in Nordfinnland. Hier herrschte stets ein langer, kalter Winter, der aber häufig sonnige, schöne Tage mit sich mitbrachte. Wenn im November der erste Schnee fiel, baute sie mit ihren Geschwistern und Papa einen großen Schneemann. Der stand dann meist bis Ende März im Garten und gehörte fast schon zur Familie. Sein freundliches Aussehen erhielt er durch eine Karotte, die ihm als Nase diente. Die Augen wurden durch zwei wunderschöne Kastanien dargestellt. Den Mund zierte ein alter rußiger Hanfstrick, der schon spröde war. Als Knöpfe auf dem Bauch steckte Papa ein paar Tannenzapfen in die Mitte. Da Anouschka nicht wollte, dass der Schneemann einen Sonnenstich bekam, holte Papa einen alten Hut aus der Werkstatt, den er früher zum Holzsägen trug.
Diesen Winter wurde es besonders kalt und überall sah man viel Rauch aus den Kaminen aufsteigen. Auch der Atem der kleinen Vögel erzeugte die reinsten Nebelschwaden. Oft setzten sie sich bei einer Zwischenlandung zur Erholung auf den Schneemann. Dabei verfehlte ein Vogel die Hutkrempe und stieß den steifen Hanfstrick so nach unten, dass der Schneemann richtig unglücklich aussah. Als Anouschka am nächsten Morgen durch den glitzernden Schnee lief, knirschten die Eiskristalle laut und funkelten in allen Farben. Auch den Schneemann bedeckte eine feine Eisschicht. Durch den Gesichtsausdruck und den frostigen Überzug glaubte sie, dass der Schneemann friert. Doch ihr Papa lachte sie nur aus. Im Geheimen wollte sie dem Schneemann helfen.
Für den Weihnachtsmann begann der Frühjahrsputz früher, als für gewöhnliche Leute. Er musste die ganze Unordnung von der Weihnachtszeit wieder beseitigen und das begann nach kurzer Pause im Februar. Kaum hatte er alle Werkbänke beiseite geräumt fand er unter einem Tischbein einen Brief eingeklemmt. Als er ihn öffnete, fiel ein Wunschzettel von einem kleinen Mädchen aus Finnland heraus. Wie konnte er sie nur vergessen haben! Beim Durchlesen erkannte er sofort worin der einzige Wunsch bestand. Anouschka wünschte sich einen Mantel für einen Schneemann. Doch Weihnachten lag fast 2 Monate zurück und er konnte doch unmöglich dieses Chaos hier liegen lassen. Er überlegte kurz und ging dann schnell ins andere Zimmer, wo sich ein großes Fernrohr befand. Kaum hatte er durchgeschaut, entdeckte er auch schon Anouschka, wie sie traurig am Fenster lehnte. Ein schlechtes Gewissen überkam ihn. Konnte er dieses Kind so unglücklich sein lassen?
Nach ein paar Berechnungen kam er zu dem Schluss, jemand musste dort hin, aber nicht er. In diesem Moment klopfte es an der Tür. Verärgert öffnete er die Tür und hereingehoppelt kam der Osterhase. Er wäre gerade auf dem Weg vom Einkauf hier vorbeigekommen und wollte sich bei einem Glas Glühwein aufwärmen. Das kam dem Weihnachtsmann gelegen. Er fragte Klopfer, wie er den momentan engagiert sei. Dieser erklärte ihm, dass er noch arbeitslos sei, da die Ostersaison erst ab Anfang März beginne. Da schilderte der Weihnachtsmann dem Osterhasen seine Not und bat ihn, den Auftrag zu übernehmen. Gerne tat das Meister Lampe, wenn man ihm ein Gefährt zur Verfügung stelle. Das war kein Problem, denn die Rentiere standen abrufbereit im Wald und kannten den Weg. Also sollte die Fahrt Morgen stattfinden.
Wie immer fanden sich die Rentiere Paarweise vor dem Schlitten ein und warteten ungeduldig auf das Startsignal. Nach kurzer Einweisung in die Zügelführung und Lichtsignalisierung brausten die erfahrenen Zugtiere und der unerfahrene Kutscher los. Der Osterhase hatte keine Ahnung, wie fest er die Zügel halten sollte. Deshalb geschah es immer wieder, dass er in den weitschweifigen Bögen aus Angst zu fest zog. Es dauerte nicht lang und die Rentiere begannen vor Ärger über die grobe Behandlung zu bocken. Beinahe wäre der Osterhase aus dem Schlitten gefallen, zumal er sowieso unter Höhenangst litt.
Anouschka sah verwundert zum Himmel auf. Im Zwielicht meinte sie einen Schlitten ganz klein am Horizont zu erkennen. Sofort rief sie ihren Eltern zu: "Der Weihnachtsmann. Ich glaube der Weihnachtsmann kommt doch noch." Die Eltern liefen zu ihrem Kind und wollten sie beruhigen. Dabei tauschten sie besorgte Blicke aus. Beim Rausschauen aus dem Fenster meinte die Mutter nur, es handele sich um die Lichter eines Flugzeugen. Anouschka wollte das nicht glauben :"Seit wann haben Flugzeuge mehr als zwei Lichter?". Ihre Mutter brachte Anouschka bald darauf ins Bett. Sie wollte am nächsten Tag mit ihr den Arzt aufsuchen.
Dem Osterhasen war übel. Gleich bei der Ankunft musste er sich übergeben. Dann packte er den Mantel aus dem Geschenkpapier und zog ihn dem Weihnachtsmann über. Dabei sah er den hässlich verrückten Hanfstrick. Mit zwei Griffen hatte er ihn zurecht gebogen und an die richtige Stelle platziert. Als er die Karottennase sah bekam er Appetit, den er aber wegen der Rückreise zurückdrängte. Das Geschenkpapier ließ er ordentlich zusammengelegt neben dem Schneemann liegen. Bei der wilden Fahrt wäre es sowieso aus dem Schlitten gefallen. Der Auftrag war erfüllt. Zufrieden stieg er zurück in sein Gefährt und machte sich auf den Rückweg.
Am nächsten Morgen öffnete Anouschka den Fensterladen in ihrem Zimmer und sah die Überraschung. Der Schneemann strahlte sie glücklich mit seinem schönsten Lächeln an. In seinem blauen Mantel sah er stolz aus. Noch im Schlafanzug stürzte Anouschka runter an die Haustür. Ihren Papa zerrte sie am Ärmel in den Garten, um ihm das Geschenk zu zeigen. Er glaubte seinen Augen nicht zu trauen und hätte es für einen Trick gehalten, wäre da nicht das Weihnachtsgeschenkpapier gelegen. Als er in den gefrorenen Schnee sah, konnte er die Spuren von einem großen Schlitten erkennen und vorne dran viele Hufabdrücke.
Autorin: Gerda Schmidt
Montag, 20. Dezember 2010
Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhoeffer
Dienstag, 21. Dezember 2010
Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.
(Soren Kierkegaard, Existenzphilosoph, 1813-1855)
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Bedenke: Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall.
Dalai Lama
Donnerstag, 23. Dezember 2010
Eine mächtige Flamme entsteht aus einem winzigen Funken.
Dante Alighieri
Freitag, 24. Dezember 2010
"Jede noch so lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt."
Laotse
Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Befüllung doch so regelmäßig schaffe und immer dran denke- ich glaube ich bin stolz auf mich.
Ich danke allen Lesern und auch denen die einige der Sprüche übernommen habe. Auch denen die mir gemailt haben, wie toll sie die Sachen finden.
Ich wünsche allen ein frohes, besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest :-)