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Nur nicht verbiegen lassen

Weiter geht die Debatte über die Sterbehilfe

Sonstiges · · 7 Kommentare

Der Palliativmediziner Matthias Thöns bringt es auf den Punkt: Ab der 24. Beatmungsstunde gibt es viel mehr Geld für die Krankenhäuser. Fehlanreiz bei der Sterbehilfe.
Die Zwangsernährung ist verboten. Bisher hatte keine Klage gegen diese erzwungenen Lebensverlängerungen wirklich Erfolg. Und nicht immer garantiert die Patientenverfügung das Sterben in Würde. Darum geht es die nächsten zwei Wochen. Wer hier kommentieren möchte oder Fragen hat, ist herzlich eingeladen.

Letzte Änderung: 02. Dezember 2016 05:04
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Da werden nicht viele Kommentare oder Fragen kommen. Der Tod, verbunden mit der Sterbehilfe, ist kein beliebtes Thema. Unser Professor hatte in 3 Semestern mit dieser Thematik fast die Hälfte der Hörer verloren. Jetzt doziert er über Martin Luther und der Hörsaal ist überfüllt.

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Empfehle dem Professor mal, Gasthörer in bestimmter Anzahl zuzulassen. Danke für Deinen Beitrag.
Bei der Anhörung im Bundestag im November war der Laden fast voll.

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Ich las das Buch von Matthias Thöns-es ist absolut lesenswert und interessant, er spricht einiges aus und nimmt bei diesem Thema kein Blatt vor den Mund. Obwohl ich selber auch aus dem intensivmedizinischen Bereich komme und die Palliativmedizin mir nicht fremd ist, war es doch schon erschreckend, was ich dort lesen musste. Den Ärzten an sich trifft die wenigste "Schuld", der Fehler steckt im Gesundheitssystem. Übertherapie wird hierzulande honoriert. Wenn man bedenkt, dass die Chirurgen in den Herz-Zentren 24 Stunden operieren, obgleich so mancher Eingriff sicherlich nicht notwendig wäre oder wenn eine 80jährige noch eine harte Chemotherapie inklusive Strahlenbehandlung zu überstehen hat-mit der Hoffnung-auf Besserung - gar Heilung, das ist fast schon grotesk. Heutzutage in Würde zu Sterben ist wohl - krass ausgedrückt - Luxus. Der Wunsch von vielen Menschen... im sehr hohen Alter im Lehnstuhl einzuschlafen, ist kaum erfüllbar.

Heiner Geißler fand dazu übrigens auch sehr treffende Worte, die da sinngemäß sagen: "So stirbt der Patient ganz im Stil unserer Zeit inmitten der hektischen Geschäftigkeit einer supertechnisierten und übermedikamentösen Medizin, in sterilen Räumen, abgeschirmt von der nicht keimfreien Außenwelt nach tagelangem Kampf der Ärzte mit dem Tod..(...) Private Erfahrungen mit sehr nahen Angehörigen lassen mich dies leider bestätigen. Wiederum muss ich aber auch ganz deutlich sagen, dass es gut und richtig ist, die "Tötung auf Verlangen" zu verbieten. Dennoch sollte es einen Ausweg geben, eine lange extreme Leidenszeit zu verhindern. Wenn eine Patientenverfügung wirklich gut "ausgearbeitet" und gründlich besprochen ist, kann sie schon sehr viel bewirken.

am

Danke für den Beitrag. Als Medizinethiker und Gesundheitsökonom, der selbst aus der Intensivfachpflege kommt, konnte ich die Erlösentwicklung (DRG) von Anfang an mitverfolgen. Die intensivmedizinische Komplexbehandlung lohnt sich nicht, wenn ein hervorragend aufgestelltes Personal Zwischenfälle bei operativen Nachversorgungen verhindert oder abpuffert. Es fehlen bei guter Prävention tunende Nebendiagnosen und entsprechende Beatmungszeiten. Dadurch sind die hauptsächlichen Tätigkeiten auf einer intensivmedizinischen Abteilung zu einem enormen Verlustgeschäft geworden.
Hier verbergen sich leider auch die Fehlanreize, "Ermessensspielräume" bis zur medizinisch unethischen Grenze auszuweiten.

am

Das ist theoretisch einfach gesagt. Lohnt sich aber - sozusagen - rein wirtschaftlich
nicht-geschweige, wenn man die Personalsituation bedenkt. Allein eine intensivmedizinsiche Komplexbehandlung und mit der ganzen anderen OP-Prozedur bringt schon einen beachtlichen Betrag ein. Davon könnte man sich ein Eigenheim leisten.
Monetik geht vor Ethik. Ermessensspielräume, so denke ich, gibt es schon. Ein sehr guter
Arzt mit jahrelanger Erfahrung und mit dem Herzen dabei findet diesen schon mit Rahmen
der erlaubten Möglichkeiten. Darum plädiere ich immer wieder, sich eine Patientenverfügung
ausfertigen zu lassen. Das erspart wirklich einiges und auch den Angehörigen, die zu
Entscheidungen gezwungen werden, die über die Kräfte hinaus gehen und an die Substanz.

am

Hast Du besagtes Buch gelesen von Matthias Thöns?

am

Ich kenne ihn und seine Publikationen ;-)

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