Heute kommen wir also zum interessanteren Punkt der gestrigen Story. Der Service des Herstellers. Ich bin begeistert – ehrlich! Glaubt ihr mir nicht, oder? Ich auch ehrlich gesagt auch nicht.
Das Ding ist gerade einmal ein paar Monate alt – kein halbes Jahr! – und ich kann die, eigentlich sehr leise, im Keller stehende Waschmaschine noch in unserem Schlafzimmer im Obergeschoss hören. Das Dingen rappelt wie bekloppt. Ben traut sich an sowas ja nicht ran, also bittet er seinen Untermieter sich das mal anzuschauen (Tipp des Tages: Sucht euch für jede im Haus anfallende Aufgabe, die ihr nicht selbst erledigen könnt – oder wollt – , jemanden, der sie für euch im Notfall erledigen kann!).
Mein Untermieter, technisch beschlagen und keiner, der nach fünf Minuten aufgibt und den Klempner ruft, kam aber tatsächlich nach kurzer Zeit wieder hoch und schüttelte den Kopf. Keine Chance. Er hat keine große Lust etwas kaputt zu machen und da noch Garantie drauf wäre, solle ich doch lieber den Service rufen. Kluges Kerlchen, denn die Garantie entfällt, sobald man sich selbst an dem Dingen zu schaffen macht. Also habe ich die Rechnung heraus gesucht, und die Service-Hotline angerufen, die dort drauf stand. Wir verabredeten, dass am übernächsten Tag der Kollege kommen würde – gegen 14.30 Uhr! Ich wollte mich beschweren, es gäbe eine arbeitende Bevölkerung in diesem Land etc. , als ich dann aber feststellen musste, dass er ansonsten erst in zwei Wochen vorbei käme, gab ich auf und dachte mir: Ben, so einen freien Tag zu Hause, an dem du nur darauf wartest, dass es klingelt und der Klempner vor der Tür steht, den hast du dir verdient!
Ich blieb also an dem besagten Tag zu Hause und wartete fröhlich pfeifend auf den Klempner. Und kaum zu glauben: Um 14.53 Uhr klingelte er an unserer Haustür. Ich stemple das als überpünktlich ab!
Wir stapften zusammen in den Keller. Das Dingen angestellt und es rappelte los. Der Klempner stellte die Maschine sofort wieder ab und schüttelte den Kopf. Während er vor sich hin stammelte, dass er das bei der Maschine noch nie gehabt habe öffnete er sie und leuchtete mit der Taschenlampe hinein. Er tat und machte und ich beäugte es kritisch, als hätte ich DIE Ahnung! „Könnts Lager sein“, meinte der Klempner zu mir. Ich wartete darauf, dass er was macht oder noch etwas sagt. Nichts.
„Das heißt?“
„Austauschen oder neue kaufen.“
Ich hatte natürlich im Hinterkopf, dass es ein Garantiefall war, aber Ben ist ja auch neugierig und will seinen Spaß:
„Wie teuer wäre denn so ein Austausch?“
„Das nicht teuer. Aber könnt sein, dass Sie das Problem dann immer wieder haben. Wie alt ist denn das Ding?“
„Müsste ich nachschauen. Aber noch nicht so alt!“
„Dann wär ein Neukauf besser. Sonst stehen Sie vielleicht bald wieder mit dem Problem da.“
Er sah wie begeisternd ich drein blickte und wollte mich wohl aufmuntern:
„Hat Ihre Frau nicht bald Geburtstag, dass Sie ihr die schenken können.“, versuchte er zu witzeln.
Man konnte hören, dass er das nicht ernst meinte, aber da trifft er natürlich genau auf den Richtigen:
„Nein, aber bald ist Valentinstag. Meine Frau freut sich bestimmt riesig, dass ich so ein romantisches Geschenk für sie besorgt habe.“
Schweigen. Ich brach es schließlich mit den Worten:
„Auf der Waschmaschine ist noch Garantie. Nachdem was Sie mir erzählt haben: Nehmen Sie das Dingen mit und liefern Sie mir eine neue. Sonst stehe ich bald wieder mit dem Problem da.“

