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Titos · · registriert seit 2007 · vor 3 Tagen zuletzt online

Plastik stinkt

Sonstiges ·

Heute Morgen hatten wir streit. Ich habe Schuhe in die Einfahrt geworfen, dann bin ich ins Mütterzentrum gefahren. Es war früher als ich musste, aber ich hatte einfach keinen Bock auf euch. Im Mütterzentrum war der Boden nass und die Putzfrau noch am hantieren. Ich bin dann mit der Kleinen rauf und hab das Bällebad inklusive Bälle geholt. Den Tunnel habe ich mir um den Hals gehängt. Als ich unten war stellte ich fest dass wir uns nicht ausreichend Zeit gelassen hatten weil der Boden immer noch feucht war. Wir sind dann solange in den orangen Raum gegangen und ich habe der Kleinen das Bobbycar und Schaukelpferd zum spielen mitgenommen... Irgendwie habe ich sie heute kaum wahrgenommen obwohl sie dabei war. Ich wollte nur die Spielecke fertig machen und den Tisch decken.
Als der Boden Trocken war... und meine kleine Labertasche fleißig vor sich hin quatschte begann ich damit die Tische zu verschieben. Die Putzfrau lächelte und wir unterhielten uns. Sie wollte wissen wieso die Kleine nicht in die Krippe geht. Ich meinte, keins meiner Kinder war je in einer Krippe. Dann redeten wir darüber dass Kinder mit wenig zufrieden zu stellen seien und dass die Kinder sich neulich drei Stunden mit einem großen einfachen Papierkarton beschäftigt haben.

Als der Tisch gedeckt war und nach und nach die Mütter mit ihren Kindern eintrudelten, die Gespräche sprudelten, Kaffee getrunken, gegessen und gespielt wurde, fiel einer Freundin auf, dass die gläserne Abdeckung über dem Zeranherd zu schmoren begann. Genau genommen löste sich die Plastik-Beschichtung unter der Glasoberfläche und verkokelte direkt auf der Herdplatte die sich sich mehr als rasch erwärmt hatte weil eins der Kinder den Regler einer Herdplatte betätigt hatte. Die Rauchentwicklung war beeindruckend und die Glasplatte bog sich an der Stelle phänomenal in Plattenform. Meine Freundin hob die Platte mit einem Geschirrtuch von der heißen Herdplatte und hielt sie auf einer Seite von der Hitzequelle weg ...was ich echt mutig fand. Es tat einen riesen Knall und die Glasscheibe zerschoss sich selbst indem sich Unmengen kleinster Scherbenstücke durch der Raum katapultierten. Meine Hose war an ein paar Stellen voll geschmolzener und sehr schnell hart werdender Plastikreste die an den einzelnen Scherben klebten die durch die Luft geflogen waren und an der Seite meines Körpers abgeprallt waren. Glücklicherweise war kein Kind in unmittelbarer Nähe und die Bar hat die fliegenden Teile abgefangen. Ich schlug allen anwesenden Müttern vor dass sie doch in den Orangen Raum gehen könnten, denn dort hatten wir schon alles für das Singen vorbereitet.
Wir haben den Verhau dann beseitigt und gelüftet denn das verschmorte Plastik stank übel und war wohl auch nicht gesund.

Die Zeit war dann um und wir haben den Tisch endgültig abgedeckt und alles verräumt. Dann bin ich mit Pupserella Heim und hab sie Mittagsschlaf machen lassen. Kurz darauf waren dann alle Kinder hier und wir haben nach dem Spielen Christine Nöstlingers "Einer" gelesen. Zwei Kindern gefiel die Geschichte besonders gut, denn sie hörten sehr aufmerksam zu. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie Einer mit ihrem Vater assoziiert haben, der die Familie leider verlassen hat. Ich musste mich zusammenreißen nicht zu heulen während ein paar trauriger Passagen. Das klingt im nachhinein peinlich. Es ist aber eine schöne Geschichte. Wir sind nicht ganz fertig geworden. Morgen lesen wir sie zu Ende.

Dann war ich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wo ich abstimmen musste über Dinge von denen ich nicht wirklich etwas verstehe. Es war so wie in der Schule. Theoretisches Wissen ohne Hand und Fuß und ich muss in der Prüfung irgendwelche theoretischen Antworten geben, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Ich komme mir vor wie ein Hochstapler. Aber nein, ich habe doch gelernt dass dieses Gefühl, nicht alles bis ins Detail beleuchtet zu haben für solche Lebenssituationen typisch ist und dass ich dafür dass ich keinen blassen Schimmer habe noch eine der wenigen in diesem vollen Raum war die zumindest halbwegs erfassen und dechiffrieren konnte was dieses Geschwafel und diese demokratische Abstimmung eigentlich bedeutet. Wir haben keine Ahnung was wir wählen und selbst wenn wir wüssten was wir wählen so muss sich niemand an Abmachungen die er gemacht hat halten.
Aber Ramona hat mich beeindruckt, sie hat alle Zahlen offen gelegt. Ihre Stimme bebte aber sie hat sich in diesen ganzen Nonsens wirklich reingearbeitet und hat ihn für uns verständlich formuliert.
Heilige Lebenszeit... womit wir unsere Zeit verbringen unsere geistigen Ressourcen verschwenden... nein! unterdrücken um so einen Müll zu diskutieren.
Früher hätte ich mich nicht getraut sowas zu sagen, denn ich dachte irgendwas von alle dem wäre irgendwie wichtig und erstrebenswert oder von Substanz. Dabei ist es ein Zeichen von geistiger Gesundheit in sinnlosem Scheiß keinen Sinn finden zu können.

Letzte Änderung: 12. Januar 2017 01:13
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