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Den Sockenpuppen gewidmet

Computer · · 1 Kommentar


Unter fünf Usern befinden sich etwa drei Sockenpuppen

Mein Verständnis für Zweitnicks wächst. Versuche haben es längst belegt. Der gleiche Text unter anderem Namen (inhaltlich) führt zu extrem unterschiedlichen Reaktionen bei den gleichen Usern, die auf solche Texte antworten. Dies ist zwar peinlich und entlarvend, aber die gewachsenen Freund- Feind- Bilder trüben den Blick für das Wesentliche.
Darum korrigiere ich mein Weltbild: Nicht alle Sockenpuppen sind lästig, feige oder mit sich selbst redend. Einige wollen auch den Luxus genießen, ohne Vorbehalt gelesen zu werden.
Also, ihr lieben Sockenpuppen: Euch auch ein frohes neues Jahr. Ihr könnt es ja untereinander teilen.

31. Dezember 2011 13:14

ForenSIC! Neujahrsabsprache.

spin.de · · 3 Kommentare

Reduziere Dich auf Bloginhalte. Die müssen aber lustiger werden. Originell und sprützig. Der Auftrag ist erteilt. Ratschläge an suizidgefährdete ForenSICer, die es in sich haben.
-
"Wo bist Du gerade?"
"Hier, bei mir!"
"Wir hatten Dich schon vermisst."
"Ich brauchte eine Klauszeit."
-
Klaus produziert Kirmesherzen.

Ach, und ich wandere betreten im Netz herum, von SIC! zu SIC! Manchmal mit einer gewissen Herzlichkeit, die Klaus durchaus nachvollziehen könnte. Aber ich bin ja ich und nutze den Tag. Außerdem leben wir von Wahrheiten, denen es nur an gelungener Formulierung mangelt. Klaus hat das erkannt und eloquent umgesetzt. Insofern.
Gute Wahrheiten hängen neben Zuckertröten und skandierten Früchtchen. Und dafür muss man meistens bezahlen.
So belastet von Erkenntnissen, schleicht sich der religiös anmutende Satz durch alle Synapsen: Wir alle brauchen mal eine Klauszeit.

31. Dezember 2011 04:46

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Nachtwanderung

Ausbildung · · 2 Kommentare

Abgeschälte Schmerzhaut, darunter
ehrlich rohes Fleisch.
Kann wachsen.
Kann fühlen.
Will schweigend
stille Luft, ohne Gesänge
der einsamen Kuttengänger,
die dem Untraum, dem Verzicht
und der Lustamputation
schwülstige Gotteslieder singen.
Nein, diese Nichthornhaut
will zur Nichthornhaut,
will wachsen,
will fühlen,
will Sex.
Ich treffe Dich unter dem Schwarzlicht
der Verrätselten, und ich
erzähle Dir genau diese Dinge,
denn auch im Kopf kommen Deine
sprechenden Hände an.
In verletzbarer Wahrheit und
Unvollkommenheit kommen wir uns
wahn sinnig nahe.

Wutlos nach unveratmeten Ausschlägen,
noch nicht einmal angedaute Er-leben,
im Geprassel schwerer Tiefdruckgebiete
um Rettung flüsternd.

Da sein wollen wie ein angestorbenes Kind
im Flickenhemd, aushaltbar die Kälte teilend.
Eistränen für keine Wärme.
Immer tapfer.
Semper Fi.
Totgeborene Durchhaltemarionetten
tanzen eckig Glückskekstangos,
in ihren Nacken tiefe Schnitte der
Haltlosigkeit.
Trauernde Wackeldackel auf den
Rücksitzen von Autoscootern,
immer im Kreis.
Immer im.......

29. Dezember 2011 01:02

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Mut zur Traurigkeit (Teil 2. Gelassen.)

Ausbildung · · 3 Kommentare

Ich verzweifle nicht an dem, was wir über uns zu Tage fördern. Was uns verborgen bleibt, treibt mich um.
Mehr als alternde Haut sein. Manchmal überfällt mich Panik, wenn ich mich gerade an Vergessenes erinnern will. Bis zu diesem Punkt hier. Wie ein nüchtern werdender Trunkenbold zu fragen: „Was hat mich nur hierher geführt?“ Ja, was nur? Die groben Wege sind ja bekannt oder werden sie im Alter milder? Werden sie unmerklich weniger holprig und übersichtlicher, weil man sich doch jetzt so gern setzen möchte? Sich seufzend setzen und sagen: „Nun ist aber mal gut.“
Noch nicht. Für diese besondere Form der Müdigkeit, die ich manchmal in den Gesichtern alter Herren an Ortseingängen kleiner sardischer Dörfer gesehen habe (sie haben nur ihren Augen gestattet, flink zu sein), fehlt mir noch ein spezieller, feinherber Humor, der den Makel der möglichen Selbstaufgabe nicht kennt, sondern diesen liebevollen Scherz der wohlverdienten Rast daraus macht, die vor weiteren Fragen an sich selbst schützt.
„Nun ist aber mal gut.“ Diese Ode an endgültige Begrenzungen und endgültige Endlichkeiten. Das Geräusch einer alten Filmspule, kurz nach dem „ENDE“ und dem letzten Schnalzen des Projektors, wenn die Lochung sich ganz aus dem Laufwerk befreit. Es ist nicht der Tod. Beileibe nicht. Dem ist man viel näher, wenn das Leben vor der sich selbst zugedachten Zeitspanne ausschert, wenn man aus dem Tritt kommt, Trennungen und Enttäuschungen wie Steinschläge auf den schmalen Grat prasseln, den man so leichtsinnig „eigener Weg“ nannte.
Es ist eher ein Kurzfilm- ein überraschender Nachspann ohne große Angst und grasgrüner Langeweile, die endlich wörtlich zu nehmen ist.
Was mir verborgen bleibt, ist nicht mehr wichtig. Der Rotwein sollte nicht zu sehr korken, und die verschiedenen Geräusche eines Flusses sind endlich zu entdecken. Das fassbare Maß der wirklich erlebbaren Welt erkennen und wenig traurig darüber sein, dass diese Welt doch so klein ist. Schlimm genug, dass man immer über ihre Grenzen sah- und sieht.
Jetzt gerade, am Kaminfeuer, während dort eine Frau sitzt und Gitarre spielt. Sie spielen und gewähren lassen.
„Nun ist aber mal gut.“ Und nicht an die Nähe denken, die morgen möglich sein könnte. Die Ewigkeiten im musikalischen Vortrag erkennen, die in jedem Moment der plötzlich vorstellbaren Endlichkeit und damit verbundenen Einmaligkeit verborgen sind. Nach diesen kostbaren Momenten sehnen wir uns doch so sehr, aber durch unser närrisches Wollen verpassen wir diese Musik und werden uns im Schweigen danach erst ihrer Schönheit bewusst.
Ja, dieser spezielle Humor. „Nun ist es wirklich gut“, sagt er ohne besonderen Grund. Eigentlich ganz einfach, nicht wahr?

26. Dezember 2011 05:54

Mut zur Traurigkeit.

Kunst / Kultur · · 4 Kommentare

„Aber heute ist doch Weihnachten.“ Die letzten Jäger und Sammler schleichen ohne Beute nach Hause. Die Dame an der Kasse sagt mir, dass sie dieses Jahr mit Freunden feiern müsste und sieht mich sehr traurig an. Ach, ich bilde mir alles nur ein, weil der Blick für Einsamkeiten geschärft ist, und ich freue mich auf die stillen Stunden am Kamin- ein leicht dekadentes, aber durchaus interessantes Vergnügen.
In das Haus meiner Freunde zu kommen, ohne Baum und Lichterketten, ist ein tröstlicher Moment des Durchatmens, endlich diesem ganzen Trubel zu entkommen.
Wir sitzen nach dem Essen im besagten Kaminzimmer und lesen uns gegenseitig vor, und es ist merkwürdig, wie gutes Vorlesen Ringelnatz aussehen lässt, und wie schlechtes Vortragen Rilke entzaubert. Wir hören Auszüge aus den Schriften Nerudas, Havels und Tucholskys. Zwischendurch lässt uns ein Erlebnis Kaminers in deutschen Kleingärten lachen, um der aufsteigenden Melancholie Einhalt zu gebieten.
Irgendwie haben wir uns auch noch nicht davon befreit, Fröhlichkeit als Gegengift einnehmen zu müssen, weil es nicht normal sein KANN, durchgehend über ernste und wichtige Dinge nachzudenken. Ein durchaus verinnerlichtes Verhaltensmuster, erlernt über die Jahre der Stimmungsdiktatur bezüglich gelungener Partys.
Warum aber nicht? Warum nicht einmal den Abend nutzen, um sich den Stolpersteinen auf unseren Wegen näher zu widmen?
Ist es die Angst vor Alter, Enttäuschung, Desillusionierung und Müdigkeit? Die Angst vor „falschen“ Programmen, dem Ausbleiben von Albernheiten oder der tiefen Emotion? Muss dieses zwanghaft fröhliche Zwischenspiel immer sein? Ich lese, passend zum Kamin, meine Weihnachtsgeschichten aus der DDR, die durchaus auch im Sozialismus Honeckers existierten und fühle mich in meiner Traurigkeit geborgen, getragen von Menschen, die den Mut haben, traurig zu sein.
Eine Bibliothekarin liest aus dem neu übersetzten Dostojewski, und wir merken, wie wichtig diese Klassiker der Literatur sind, weil uns die Zeitlosigkeit der Begehrlichkeiten, Sehnsüchte und Wünsche so klar wird, klarer als sonst, wenn wir keine Zeit für solche Stunden finden, eingebunden in Alltage, in denen ausreichende Ruhezeiten für solche Momente nicht eingeplant sind.
Ich bin gerade sehr glücklich, umgeben von eckigen und unbequemen Menschen, die dort lesen und da zuhören.
Und so kommt die Idee meines Gästebucheintrages ganz allein aus dem Kopf direkt in den schönen Füller, der für echte Gästebücher an der Garderobe gedacht ist:
Dort, wo es nie regnet
und nur ein leichtes Lüftchen weht.
Dort, alt geworden,
sich bis in den Tod lesen,
auf einem Stuhl am Strand
eingeschlafen.

25. Dezember 2011 09:29

Ein Grund zum Feiern (?)

Gedichte ·

Für Weihnachten sagt die Verwaltung:
Gesponsort durch Produktplatzhaltung.
Die Atheisten, Kommunisten, die echten und die falschen Christen-
als ob sie das nicht besser wüssten.

Nun, meine Mutter machte Stollen,
wir mussten uns zum Spielen trollen.
Geheimnisvolles Weihnachtszimmer.
Die Spannung wurde immer schlimmer.
Wir hatten nichts, doch davon alles.
Familie im Fall des Falles
und manchmal schöne, bunte Teller-
nur Großmutter saß vor dem Keller,
auf einem Stuhl, geschützt vor Trubel
und allzu lautem Enkel- Jubel.
Aus Buchenwald zurückgekommen,
hat sie sich gern die Zeit genommen.
Und DIES, trotz Schenken, Weihnachtsessen,
hab ich mein Lebtag nie vergessen.
Für Weihnachten sagt die Verwaltung:
Gesponsort durch Produktplatzhaltung.
Die Atheisten, Kommunisten, die echten und die falschen Christen-
als ob sie das nicht besser wüssten.

24. Dezember 2011 06:51

Immerhin

Ausbildung ·

„Wir laufen aus“, rufen die zwei Frauen von der Küstenwache.
Eine fetter Vertreter unbedingter Lyrik versichert dem metrisch unangepassten Volk: „Ich habe Brecht gelesen.“ Gut, und was ist mit seinen Werken?
Neulich bin ich von einem revolutionären Stein getroffen worden. Demnach ist meine unangemessene Platzwunde ganz sicher reaktionär. Was soll ich tun?
Ich habe nichts gegen Vorurteile. Nicht mal ein Gegenmittel.
Der Versuch, zu denken, scheitert an lauten Befehlen zur Leichtigkeit. Alles bleibt neu.
Menschen sterben faltenlos, und bald riecht Scheiße nach Babypuder.
Die letzte Konsequenz.
Das letzte Wort.
Das Wort zum Montag.
Wir sind wieder was. Und wir fassen zusammen: Immerhin.
Dieses Wort ist die Kurzfassung meines Alltages.
Bei aller Endlichkeit: Immerhin.

22. Dezember 2011 18:50

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Weihnachten?

Sonstiges · · 2 Kommentare

Weihnachten findet nicht statt.
Kein gekillter Baum
und keine Sentimentalität.
Wir haben uns entschlossen,
zu gedenken.
An Christa Wolf, der Gespaltenen und Ruhelosen.
An Václav Havel, den Unermüdlichen und Unbeugsamen.
Vielleicht auch an Loriot, denn es muss auch gelacht werden.
Es gibt ein Kaminzimmer. Zwanzig Leute, die lesen und hören.
Tee und Gebäck,
aber dekadenten Champagner zum Anstoßen.
Ein kleines Fest der Dinosaurier,
die in dieser Zeit glückliches Überleben feiern.
Schwierige, eckige und interessante Menschen,
die so gar nicht passen wollen.
Insgesamt allen, die so denken- ruhige Tage.

20. Dezember 2011 17:57

Nostalgia

Gedichte ·

Die Noten fallen über Schindeln
und lernen weit vor Deinem Fenster fliegen.
Es singt von Dir. Das sanfte Tier.
Ganz unten spinnt Berlin Intrigen
aus Neon, Theken, Schnaps und Bier.
Ich esse den berühmten Apfel
und höre Fragen überm Boden knarren.
Es gilt nicht mir. Nicht, niemals hier.
Zwei Katzen, die ins Fenster starren,
die eine schwarz, die andere Gier.
Ich gehe diese Stadt veratmen,
bis hin zum ersten offenen Frühstücksladen.
Es riecht nach Tee. Ich will Kaffee.
Du würdest mir bestimmt nicht schaden,
Du ungeschickte Nachtidee.
Notiz:
Die Noten fliegen weit nach Osten
Und weinen ihre Schwere aus.
Ich wäre gern an Deinen Haaren
Für eine kleine Zeit zu Haus.

18. Dezember 2011 07:41

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Lisa streift die Küchenzeilenatmosphäre

Ausbildung · · 1 Kommentar

Mein Komet in Kringelsocken ist wieder fort. Die letzte Patchouli (*Patschuli*) ihrer Art markierte mein Revier. Gestern probierte sie Abschiedswürstchen mit Beilage, und meine Küchenzeile glich einem Trümmerfeld. Diese vorbildlich- trotzige Haltung vor der Pfanne, im Dauerfeuer kleiner Fettspritzer. Patchouli mit Bratwurstaroma. Fein.
"Hab lange genug studiert und lerne jetzt das Kochen. Lisa Lafer Lulila." Mir gingen sofort mehrere Lichter auf, aber da war der richtige Garpunkt längst überschritten. Sie behauptete, dass Begriffe wie "Beischlaf" und "Beiläufig" die gleiche Sache meinen würden- letzterer aber für Hunde und anderes, zeitweise heißes Getier. Und der G-Punkt sei in Wahrheit auch eine Art Garpunkt.
Ich saß vor meinem Buch und hatte Tränen in den Augen. Dabei waren alle Fenster auf. Sie dekorierte eine Marzipankugel auf das Rotkraut. Süß- sauer nach Mensa- Art. Wie lange wir uns schon kennen. Geschüttelt, aber nicht gerührt, streichelte sie mir den Nacken: "Ist nicht so viel Arbeit wie Rücken oder Bauch." Das Essen schmeckte nach liebevoller, aber vergeblicher Mühe.
Mein Komet befindet sich wieder in der Dunkelheit Süddeutschlands, und ich habe einen Schal aus Patchouli, eine Art Patchwork für die Nase. Bei solchen Wortspielen würden sich ihre Socken kringeln. In einem halben Jahr sollte sie kochen können.

11. Dezember 2011 07:47

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Kleine "Morgenandacht"

Gedichte · · 2 Kommentare

Und wenn ich kurz
auf dieser Erde wohne-
mit meiner durchaus
knapp bemessenen
Lebenszeit,
frag ich mich nicht noch,
ob sich alles Mühen lohne,
für eine mir bedingungsreich
versprochene Ewigkeit.
DIE Grübelstunden
reserviere ich fürs Dasein,
für ein Geräusch aus Regen
oder tiefer Zärtlichkeit,
denn diese höchst
vergänglichen Momente
sind meines Lebens
Ausdruck großer Kostbarkeit.

11. Dezember 2011 06:29

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Zum Beispiel ein Lied für Telefonjunkies

Spiele ·

Heinz Rudolf Kunze - Leg nicht auf
Youtube - Video
03. Dezember 2011 19:59

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Morgenblues

Ausbildung · · 4 Kommentare

Die tiefen Wolken jagen dicht über meinem Blick.
Was kann ich heute sagen- bleibt irgendwas zurück?
Will nicht romantisch werden. Das artet meistens aus.
Die Spuren sind verloren zu unserem alten Haus.
-
Das Glashaus ist verfallen, der Garten wild und still.
Du gehst in meinen Schläfen, verwühlst das Restgefühl.
Kann wieder mit Dir reden, wenn ich ganz bei mir bin.
Nur manchmal muss ich schweigen- zu nah macht keinen Sinn.
-
Ganz langsam fallen Bilder und werden Horizont
weit hinter meinem Rücken. Das Land ist unbewohnt.
Die Blätter werden Erde in meiner Endlichkeit,
und vor mir scheinen Wege noch immer neu und weit…

03. Dezember 2011 09:04

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