Abgottschlange und Mensch
Die Mexikaner verehrten die Abgottschlange als Boten oder Abgesandten der Götter. Dementsprechend galten die Bewegungen als Hinweise für den Menschen, das Zischen soll ein Zeichen für bevorstehendes Unglück gewesen sein.[14] Indianer im oberen Amazonasbecken glauben, dass Riesenschlangen wie die Anaconda und die Boa constrictor Frauen im Maniokfeld schwängern, um eine Schlangenbrut zu zeugen. Stirbt eine Wöchnerin, wird das auf eine solche Vergewaltigung zurückgeführt.[15] Die Inka setzten Riesenschlangen wie die Anaconda und die Abgottschlange mit Amaro gleich, einer mythischen doppelköpfigen Schlange, die wegen ihrer zerstörerischen Kraft gefürchtet wurde. In der Heimat der Inka in den Höhenlagen der Anden kam die Abgottschlange nicht vor, doch soll sich Pachacútec Yupanqui von unterworfenen Indianerstämmen im Tiefland Riesenschlangen als Tributzahlungen bringen haben lassen. Die Schlangen wurden in einem Gefängnis in Cusco in einer Schlangengrube gehalten. Kriminelle und Kriegsgefangene wurden ihnen zum Fraß vorgeworfen; diejenigen, die nach drei Tagen in der Grube noch lebten, sollen freigelassen worden sein.[16] Die charakteristische Zeichnung der Abgottschlange findet sich als Motiv auch auf zahlreichen präkolumbischen Keramiken. So wird aus dem gehäuften Auftreten dieses Musters auf Artefakten der Ausgrabungsstätte Sitio Conte in Panama auf eine besondere Rolle der Abgottschlange in der Mythologie der Gran Coclé-Kultur geschlossen[17]
Den praktischen Nutzen der Abgottschlange erkannten auch die ersten Einwanderer. So hielten die aus Afrika stammenden Feldarbeiter die Schlangen tagsüber in Kisten, um sie nachts frei im Haus zur Bekämpfung der Nagetiere leben zu lassen. In Europa und Nordamerika waren die Boas hingegen fester Bestandteil der wandernden Tierbuden, wobei die Pfleger versuchten, sie mit Decken und Wärmflaschen am Leben zu erhalten.[18]
dies is nuR UEBER BOAS DAS ANDERE ARBEITE ICH NOCH AUF