Die Goths
Wer in schwarzer Kluft herumläuft und die „schwarzen Diskos“ aufsucht, ist in aller Regel kein
Satanist. Er gehört einem Milieu an, das sich in den letzten Jahren immer mehr verbreitet hat,
nämlich den Goths oder Gothics. Die Anfänge der Schwarzen Szene, oder die der Wavers, wie sie
früher genannt wurden, liegen im England der späten 70er Jahre und entstanden aus dem Punk
heraus. Bands wie The Cure, Sisters of Mercy, Depeche Mode und andere prägten ihren Stil. Das
Wort „Gothic“ bezieht sich auf die „gothic novels“, die englischen Schauerromane des 18. und 19.
Jahrhunderts. Der Name Grufties wurde den dick geschminkten, schwarzlippigen Girls mit den
kalkweisen Gesichtern von außen angehängt. Viele empfanden das Wort zuerst als Beschimpfung.
Jetzt nennen sich die Goths zum Teil selbst so. Die Schwarze Szene ist jedoch in sich vielfältig,
was die Musik, das Erscheinungsbild und die vertretenen Ideen angeht. Man hört Musik der
Richtungen Darkwave, Wave, Gothic und Gothic-Metal. Die Farbe Schwarz herrscht vor, aber
individuelle Vorlieben werden deutlich zur Schau getragen. Es wird geschminkt, toupiert, gestylt
und behängt. Künstlich verstärkte Augenringe, blasse Gesichter, lange Lodenmäntel, schrille
Frisuren und dazu Amulette, Ketten, Eisen Nieten und Totenköpfe gehören dazu. Einige Gothics
dekorieren ihre Zimmer mit Kerzen, Totenköpfen und Bildern von Beerdigungen. Sie lassen sich
von schaurig mystischen Götterkulten aus der keltischen und germanischen Vergangenheit
faszinieren, tragen schwarze Kleider mit Spitzen-Dekolleté und halten nachts an angeblichen alten
Kultplätzen ihre Treffen ab. Man bestellt seine Devotionalien über das Internet oder anhand der
Anzeigen in den Musik-Magazinen Legacy, Orkus oder Gothic. Die Symbolik kreist um die
mystische und dunkle Seite des Daseins: Angst, Tod, Vergänglichkeit.
