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Archiv des Forums Tiere - Katzen: August 2010: Anschaffung Zweitkatze - Für & Wider

27. Aug 2010 02:50
Anschaffung Zweitkatze - Für & Wider

Hallo zusammen!

Mein Siam-Mädchen Roxy soll einen Gefährten bekommen...
...allerdings bin ich total unschlüssig ob eine Katze oder einen Kater!?
ooooh oder ob überhaupt... O_o

Ich habe mich aber zumindestens schonmal entschlossen das es auch
eine Siam sein soll, da Siams sehr Charaktereigen sind denke ich ist
das schonmal eine gute Grundlage einen Artgenossen gleicher Rasse
auszuwählen, um einem harmonsichen Zusammenleben bestemöglich
im Vorhinein entgegenwirken zu können zu können?!

Nun habe ich die Qual der Wahl - Katze oder Kater?!
Wie sind eure Erfahrungen damit? Können Katzen eher mit einem
gleichgeschlechtigen Artgenossen oder mit einem Gegenstück?
Haben Katzen oder aber auch Kater irgendwelche generellen
Vor- & Nachteile in ihrem Verhalten / Wesen? Ist was dran an dem
Gerücht das Kater eher zu Zerstörungswut neigen & diese an Möbel
und Co. ausleben oder ist das wirklich nur der Gerüchte-Küche entstiegen?
Habe auch mal aufgeschnappt das Kater mehr 'stinken' als Katzen (mal
abgesehen von dem Sekret mit dem unkastrierete Kater ihr Revier markieren)?

momentan habe ich ein 3Monate altes Siam-Katerchen ins Auge gefasst - die
Zusammenführung zwischen erwachsener Katze und einem Jungtier ist vermutlich
einfacher als die zweier erwachsenen Tiere, oder liegt ich damit komplett flasch?

Wie schätzt ihr generell die Chancen ein das mein Siam-Mädchen einen Neuzugang
in ihrem Revier, das nunmehr 1,5Jahre schon ihr alleiniges Reich ist, duldet? Ist es
möglicherweise schon zu spät für die Anschaffung einer Zweitkatze? und meine Roxy
ist eh ohnehin schon so ans 'allein sein' gewöhnt das es ihr so eh lieber ist?

Der Hauptbeweggrund für meine Überlegung eine Zweitkatze anzuschaffen liegt
hauptsächlich darin meiner Roxy eine Freude zu machen! Leider kann sie mir ihre
Meinung zu der Anschaffung eines potentiellen Freundes für sie nicht kundgeben...
...aber ich tu mich so verdammt schwer bei dieser Entscheidung - ich will sie ja nicht
kränken, möglicherweise ist sie aber schon zu lange in Einzelhaltung und würde dem
Neuzugang mit Eifersucht gekränkt entgegentreten? Oder aber besteht durchaus gut
die Chance das sie sich richtig anfreunden und der eigentliche Aspekt meiner Absicht
eintritt und Roxy durchaus Freude am neuen Gefährten hat... hm...

einwas brennt mir noch auf der Seele - an alle die eine Zweitkatze nachträglich zu sich geholt haben:
hat sich das verhalten der Erstkatze euch gegenüber stark verändert? Hatte eure Erstkatze seit der
'Neue' / die 'Neue' da ist nur noch Augen für den Artgenossen oder hat sie euch als ihren Masseur
& Dosenöffner trotzdem noch 'lieb'? Oder seid ihr garnicht mehr interessant für die beiden weil sie
so sehr mit sich beschäftigt sind? - omg, das würde mir das Herzal brechen - zwar will ich ihr ja einen
Artgenossen als Freund schenken, dennoch möchte ich nicht total vom 'Rudel' ausgeschlossen werden...
...ich bin die Mama!! :7

Im übrigen habe ich momentan viel Zeit, so kann ich es auch einrichten das ich paar Tage am Stück
rund um die Uhr zuhause bin um Roxy & den möglichen Neuzugang nicht gleich sich selbst zu
Überlassen was sowieso ausgeschlossen wäre. Ich denke eine 64m² große Wohnun sollte den beiden
auch genügend Möglochkeiten bieten sich mal aus dem Weg gehen zu können wenn es einem der Zwein
zu viel wird...

...ich muss mich nur möglichst bald entscheiden ehe wieder die Ferien um sind, denn dann sollten die beiden
ja doch schon aneinander gewöhnt sein damit ich ruhigen gewissens das Haus verlassen kann...
oh, ich hoffe ihr könnt mir bei der Entscheidung ein wenig mit eure Meinungen / Erfahrungen / Tipps / helfen!

Liebe Grüße,
Petty* mit Roxy=^..^=


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27. Aug 2010 04:23
OK, alles gelesen! ;-)

Ganz zu Anfang, steht die Überlegung, ob es das Beste für die Katze ist.
Ist Deine Katze gut sozialisiert? Wie alt war sie, als Du sie bekamst, bzw. wie lange war sie bei der Mama?
Hast Du sie in der Katzengruppe erlebt? Wenn ja, wie war sie dort?

Sie ist noch jung, Ihr Leben ist noch lange nicht vorbei.

Einzelkatzen finde ich nicht so besonders, einzige Ausnahme - unsoziale Katzen! Von denen gibt es allerdings recht wenige, ich persönlich habe bisher nur eine einzige wirklich unsoziale Katze erlebt und die gehörte mir! ;-)
Aber selbst die wurde wohl vom Menschen1 zum Einzelgänger gemacht und war sicher nicht grundsätzlich asozial!

Katze oder Kater?
Das hängt ganz von Deiner Katze ab!
Normal ist es so, das sich gleichgeschlechtliche Paare besser verstehen. Das liegt an den ähnlicheren Grundcharakteren.
Kater sind Kontaktspieler, sie toben und rangeln gerne miteinander, auch im hohen Alter noch. Katzen werden mit der Zeit ruhiger und beschäftigen sich lieber mit Spielsachen und sind im Umgang miteinander meist ruhiger.

Dieses Buch enthält ein paar wesentliche Grundinfos, was man bei der Auswahl einer weiteren Katze beachten sollte!
http://www.amazon.de/Aller-guten-Katzen-sind-Mehrkatzen-Haushalt/dp/3899064313

Meine zwei schirmen sich in keiner Weise ab. Sie sind den Tag über allein, wenn wir dann nach Hause kommen, werden wir erst mal ausgiebig an der Wohnungstüre begrüßt. Wir sind Sozialpartner, keine Außenstehenden! ;-)

Meine Ex-Pflegekatze jedoch hat mich nach dem mein Kater eingezogen war, nicht mal mit dem Hintern angeschaut. Sie war mir gegenüber aggressiv, dem Zwerg gegenüber aber nie und nach ein paar Wochen hat sie in voll und ganz akzeptiert. Ich durfte sie aber trotzdem nicht mehr anfassen, sie hat mir das bis heute nicht verziehen! o.O
Allerdings war sie lange allein, sie war damals schon fast 6, mochte Frauen ohnehin nicht wirklich, hatte schlechte Erfahrungen mit Frauen und anderen Katzen gemacht, aber sozial war sie trotzdem. :-)

Katzen, die zu zweit (oder mehr) gehalten werden sind oft ausgeglichener, sie langweilen sich z.B. weniger.
Ich war kürzlich 2x allein mit meiner Katze beim Tierarzt, sie war sehr viel unruhiger, als wenn mein Kater mitgekommen wäre. Wenn er dabei ist, ist sie neugierig und untersucht alles, allein bleibt sie immer in meiner Nähe und springt beim kleinsten Geräusch auf meinen Schoß!

Alter?
Deine Katze ist noch sehr jung, sie wird sich sicher gut an einen Artgenossen gewöhnen können. Je nach Charakter, Erfahrung, Sozialisierung, ... dauert das mal mehr, mal weniger Zeit.
In der Regel sollte man schon versuchen, eine gleichaltrige Katze dazu zu holen. Ein Jungtier sollte nach Möglichkeit mindestens 12, besser 16 Wochen alt sein. Vielleicht bekommst Du aber auch einen Kastraten bei einem Züchter, der vom Alter und Charakter her besser passt.

Das Du im Moment viel Zeit hast, ist sehr gut, dadurch kannst Du die beiden in Ruhe aneinander gewöhnen.

Kater an sich!
Mein Kater ist sehr brav, er macht nichts kaputt er ist ein richtiger Schmuser, er ist immer vorsichtig, .... außer er bekommt seinen Willen nicht. Dann macht er genau das, wovon er weiß, er darf es nicht!2 ;-)

Mehr stinken tut er definitiv nicht, weder so, noch wenn er auf dem Klo war!


27. Aug 2010 06:08
aus notvermittlung...

vorab gleichmal ein herzliches dankeschön für deine ausführliche antwort! :)

ich greif mal gleich die frage wie alt meine katze war als ich sie bekommen habe...
...ich habe sie aus einer privaten notvermittlung. & hier gibt es noch was zu erzählen
das ich vorhin total vergessen habe zu erwähnen.
& zwar kam diese notvermittlung dadurch zu stande da sie von den älteren beiden katzen,
die bereitsvor ihr im haushalt gelebt haben, übelst gemobbt und diskriminiert wurde. sie war
damals ein halbes Jahr alt als ich sie zu mir geholt habe. anfangs war sie sehr schüchtern &
zurückhaltend, aber schon nach kurzer zeit hat sie vertrauen gefasst und seither sind wir
ein super eingespielten team! im umgang mit menschlichen besuchern ist sie mitlerweile
auch richtig aufgetaut & zugänglich. nur mit dem hündchen meiner eltern kann sie nicht so
recht, zwar flüchtet sie schon garnicht mehr wenn dieser sie wieder stürmisch auf seine art
und weise zum spielen auffordern möchte, aber ein gefauche und geknurre ihrerseits bleibt
meistens in solcher situation nicht aus. ich denke aber das ist eben das typische 'hund & katz'
gehabe... sie sehen sich ja auch nur selten & sind somit kaum aneinander gewöhnt.
wie sie im umgang mit anderen katzen ist, kann ich nicht beurteilen, da sie eine reine
wohnugnskatze ist & somit nie auf artgenossen getroffen ist in meiner gegenwart. ob sie
aber von dem 'gedisse' in ihrem alten zuhause irgendwie auf eine art und weise 'geschädigt'
ist was andre katzen betrifft kann ich nicht einschätzen. eigentlich hat sie mittlerweile einen
selbstsicheren, frechen und neugierigen charackter entwickelt & gibt beim spielen so richtig
ausgelassen gas, zumindestens menschen gegenüber. deswegen war ich auch der meinung
das ein kleines kätzchen als freund für sie vielleicht besser geeignet wäre weil sie das nicht
wieder direkt an die 'alten disser' aus von damals erinnert und sie vielleicht auch sone art
mutterinstinkt für das kleine entwickelt oder sich an sowas kleines tapsiges auch eher rantraut
als wie wenn ich sie mir einer großen ausgewachsenen katze konfrontiere? ...vielleicht geht da
aber auch einfach meine fantasie mit mir durch?!...

das deine beiden noch immer richtige schmuser sind, nicht nur untereinander - das beruhigt mich
zu hören! schließlich hab ich genauso schmuseeinheiten nötig wie das kätzchen :D
& danke für den Buchtip!! Würde es hier sterne zu verteilen geben würd eich die alle fünfe geben :)


27. Aug 2010 18:05
re

Ich persönlich, würde es immer wenigstens versuchen, einen Artgenossen zu finden, der passt.
Ihr beide habe da ja scheinbar ein sehr gutes Verhältnis, das wird Dir sicher helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Nur lass Dir dabei Zeit, wähle mit Bedacht und zum Wohle Deiner Katze aus.
In dem Fall solltest Du nicht die erstbeste Katze nehmen, sondern sehr gut überlegen, wer zu Deiner Katze passt.

Mutterinstinkt würde ich nicht erwarten, denn so wie ich es bisher erlebt habe, ist eine fremde Katze, einfach erst mal eine fremde Katze, egal, wie alt sie ist. Ausnahmen gibt es da sicher, aber erwarten würde ich es wie gesagt nicht.
Wichtig ist, dass der Neuankömmling sehr gut sozialisiert ist, lange bei der Mutter und den Geschwistern war, dort viel gelernt hat und weiß, wie er/sie sich anderen Katzen gegenüber zu verhalten hat.

Man sagt, etwa zwischen der 7. und 12. Woche, lernen die Zwerge den Umgang mit Artgenossen.
Ich finde ab 16 Wochen ein ideales Alter. Da sind der Charakter und Sozialverhalten schon gefestigter, der Umgang miteinander ist geübter und der kleine Tiger wird selbstständiger.

Als ich meine Katze abgeholt hatte (zu dem Zeitpunkt 4 Monate alt), habe ich sie gleich aus dem Körbchen kommen lassen. Sie hat meinen Kater gesehen, ist freudig auf ihn zu gestürmt, er hat gefaucht, sie war kurz irritiert und hat sich dann wohl gedacht, "haste halt Pech gehabt" und hat sich einfach fröhlich anderweitig umgesehen. Keine Angst, kein verstecken, kein gar nichts! :-)

Bei der Pflegekatze war es so, dass sie mit 7 Woche von der Mutter getrennt wurde und dann zu zwei älteren Katern kam, die sie nur geärgert und gequält haben. Dann war sie lange allein, dann habe ich sie in pflege genommen und habe später meinen Kater dazu bekommen.
Tja, hat fast 6 Wochen gedauert, aber dann konnte sie seinem Charme nicht mehr widerstehen und es war es Liebe! :-)
Sie hat ihn bemuttert, wo es nur ging, hat er gerufen, kam sie sofort, sie hat ihn geputzt, mit ihm gespielt, ...! Sie war auch viel ausgeglichener, nur mir gegenüber halt nicht. Aber wie gesagt, sie konnte mich vorher schon nicht wirklich leiden. Das sie mich geduldet hat, war das äußerste der Gefühle, normal durfte keine Frau auch nur in ihre Nähe ;-)

> deswegen
> war ich auch der meinung
> das ein kleines kätzchen als freund für sie vielleicht
> besser geeignet wäre weil sie das nicht
> wieder direkt an die 'alten disser' aus von damals
> erinnert

Wenn Du Dich doch für eine ältere Katze entscheidest, achte drauf, dass diese nicht zu dominant ist. Es sollte eine aufgeschossene, gutmütige, gut sozialisierte Katze sein, in jedem Fall! Eine Katze mit schlechtem Sozialverhalten hat schon genug mit sich selbst zu tun und wird sich vielleicht sehr schnell einschüchtern lassen und/oder mit Abwehrverhalten reagieren.

Es gibt bei Züchtern öfter mal Kastraten, die sich nicht für die Zucht eignen oder das Leben in einer größeren Katzengruppe nicht vertragen. Die sind dann zwar gut sozialisiert, aber mit ein oder 2 Artgenossen sehr viel zufriedener. Der Vorteil ist, dass Du bei guten Züchtern sehr viel über den Charakter erfährst und man Dich dort auch ehrlich beraten wird, ob die beiden sich verstehen könnten oder nicht.