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: : Wird ein Hund im Alter intolerant?

27. Feb 2012 10:51
Wird ein Hund im Alter intolerant?

Hallo,
mache mir grosse Sorgen um unseren Nanuk.(Labradormischling, 13J)

Vor ca. sechs Wochen lag mein Sohn (14) wie jeden Abend bei ihm auf der Decke, plötzlich jaulte der Hund und das Kind schrie. Mama, Nanuk hat mich gebissen.
Nanuk hat ihn am Mund erwischt und wir mussten ins Krankenhaus zum Nähen. Mein Sohn meinte, er wollte gerade aufstehen und hat ihn vielleicht mit dem Ellenbogen am Bein geklemmt, oder an der Pfote. Aber eben vielleicht, eine genaue Erklärung haben wir eigentlich nicht.
Nanuk war auch ganz verschreckt, sein Verhalten normalisiere sich aber wieder am nächsten Tag. Diesen Vorfall konnte ich noch als Unfall abtun.

Diesen Samstag, spätabends wollte mein Mann mit Nanuk nochmal raus. Bei mir steht der Hund meistens sofort auf, wenn ich ihn rufe. Bei meinem Mann nicht. Jedesmal muss er 4 5x rufen und richtig energisch werden. Am Samstag wollte er Nanuk nicht so lange Zeit geben, sodern sich durchsetzen und hat ihm an den Hals gefasst um seinem Befehl Nachdruck zu verleihen. Ohne eine Vorwarnung hat Nanuk ihm so sehr in die Hand gebissen, dass die Hand arg gequetscht ist, und er nicht zur Arbeit kann.
Das war kein Unfall, hier hat der Hund genau gewusst, was er macht

Wir haben ein neues Auto, welches beim Rückwärtsfahren unglaublich schrill piepst. Nach der ersten Fahrt wollte Nanuk nicht mehr einsteigen.
Ich fahre aber oft mit ihm in den Wald oder aufs Feld, also muss er. Nun stelle ich das Auto schon in Fahrtrichtung auf die Strasse, bevor ich Nanuk einsteigen lasse, und ich habe nie mehr den Rückwärtsgang eingelegt, wenn Nanuk im Auto war. Man tut ja wirklich alles, damit sich die Fellnase wohl fühlt.
Zu Anfang wollte er nicht einsteigen. Da habe ich ihn mir dann auch schon geschnappt und ins Auto bugsiert.
Jetzt habe ich Angst, dass er, wenn jemand das nächste Mal irgendwas macht, was ihm nicht passt, wieder beisst. Und das waren jedesmal Bisse, nicht nur ein Schnappen.
An meinem Sohn, sah man deutlich, wo er das erste Mal hingeschnappt (Wange) und das zweite Mal fest zugebissen hat (Unterlippe).

Nanuk verhält sich ansonsten wie immer, ist auf der Strasse freundlich zu jedermann, freut sich, wenn irgendwo Kinder sind.
Gestern war ich soweit, Nanuk ins Tierheim zu bringen. Was wenn er immer unberechenbarer wird? Kann das sein, wird ein Hund im Alter intolerant? Grantig? Stur?
Wie soll ich mich verhalten? Ich habe ja auch Verantortung meinem Kind gegenüber? Er wird sein Leben lang Narben im Gesicht haben.

Wie sollen wir uns verhalten?


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27. Feb 2012 10:55
Als

allererstes bitte sofort zum Tierarzt. Das ganze Verhalten spricht ziemlich deutlich dafür, dass er Schmerzen hat. Die Knochen werden im Alter halt nicht besser und wenn man ihm weh tut (am Halsband gezogen etc.) wehrt er sich halt.

Wäre er einfach "nur so" aggressiv, würde er unvermittelt zubeißen, aber er macht es ja bei Körperkontakt.


27. Feb 2012 10:58
Intolernat

das mit den Schmerzen ist mir auch schon durch den Kopf gegangen. Er steht ja unter Dauermedikation seit einer SchulterOp. Ist vielleicht die Dosis der Tabletten zu niedrig?
Werde morgen auf jeden Fall zum TA gehen. Heute muss ich noch zur Arbeit. :-(


27. Feb 2012 10:57
re

'fly' weiblich
somewhere under

Antwort auf: Wird ein Hund im Alter intolerant? von: halbhirn

Ich würde eher darauf tippen, das dein Hund auf irgend eine Weise krank ist.

Vielleicht hat er Schmerzen, oder einen Tumor, Herzfehler.... das alles kann zu solchen Veränderungen führen
Bevor ich irgendwas entscheide, würde ich daher, zu erst zu einem Tierarzt gehen und ihn seeeehr gründlich durchchecken lassen.


27. Feb 2012 11:01
schwarzes Schaf

ich mach mich echt fertig hier. Unser Nanuk ist im ganzen Dorf als gutmütiges Schaf bekannt. Er hat schon zig Leute die eigentlich Angst vor Hunden haben überzeugt, dass man ihm Vertrauen kann. Als ich mit meinem genähten Sohn zur Weiterbehandlung nach dem Krankenhaus zum Hausarzt ging, konnten die Damen dort nicht glauben, dass Nanuk das angerichtet hat.


27. Feb 2012 12:40
ich

Barnarnä
(Gelöschter Nutzer)

ich wurde als kind auch gebissen und zwar richtig derbe von dem schäferhund meines onkels
damals suchte man erstmal ausreden warum das so war, also war ich schuld, immerhin ist es an dem platz vom hund passiert, ich hatte ihn dort gestreichelt
der hund hat allerdings kurz danach unvermittelt meinen onkel gebissen, auch der hatte körperkontakt mit ihm
dann wurde er zum glück eingeschläfert-zum glück für alle
der schöne schäferhund hatte ein hirntumor (wurde danach festgestellt)


27. Feb 2012 13:32
Bei

plötzlich auftretender Agression sollte man immer erstmal zum Tierarzt gehen bevor man einen Hund bzw. ein Tier ins Tierheim bringt. Ich möchte nicht wissen, wieviele Tiere im Tierheim sitzen und als agressiv gelten obwohl sie einfach nur Schmerzen haben.
Wir haben uns vor 5 Monaten einen jungen ängstlichen Hund aus dem Tierheim geholt, bei dem hieß es auch , er würde schnappen da er vorher wohl sehr schlecht Erfahrungen gemacht hätte. wir müßten also geduldig und vorsichtig sein. Er fing dann auch schnell an zu knurren und zu schnappen, wenn man ihn in Kopfnähe berührte. Wir waren kurz davor, ihn zurück zubringen um unsere eigene Hündin nicht zu gefährden.
Zum Glück war 2 Tage später der Kastrationstermin bei unserem Tierarzt. Der stellte dann fest, dass Buddy eine riesen Ohrenentzündung hatte, die vom Tierheimtierarzt nicht erkannt wurde. Nach einer längeren Antibiotikabehandlung
können wir nun mit ihm alles machen.


27. Feb 2012 13:53
Den TA konsultieren

Antwort auf: Wird ein Hund im Alter intolerant? von: halbhirn

Ich würde auf jeden Fall den Hund erstmal beim TA durchchecken lassen. Es können Schmerzen sein. Was auch dafür spricht ist, dass dein Hund erst gejault hat, bevor er zugebissen hat.

Liebe Grüße Elli


27. Feb 2012 23:36
Wieso

canada weiblich
Ricky

Antwort auf: Wird ein Hund im Alter intolerant? von: halbhirn

zwingt man einen Hund, nach draussen zu gehen?

Würde ich meine Hunde am Nacken hochziehen, wenn sie nicht nach draussen wollen, so würden mich einer mit Sicherheit beissen, der andere schnappen und die Hündin schätzungsweise erschrocken wegspringen.

Wenn meine Hunde etwas definitiv nicht wollen, was normal anders ist, so mache ich mir Sorgen und frage mich, wieso sie das nun nicht möchten. Aber ich ziehe sie nicht am Nacken hoch.

Dein Hund steht bereits unter Schmerzmittel. Also hat er bereits Schmerzen. Ich schliesse mich den Vorpostern an und sage:

Ab zum TA und abklären lassen, wo der Schmerz ist (ob ein anderer Schmerz hinzu gekommen ist) und wie gross dieser Schmerz ist (sofern man dies erkennen kann).

Ggbf muss das Mittel gewechselt´werden und es muss schlicht und ergreifend Rücksicht darauf genommen werden, so wie Du dies ja bereits mit dem Auto tust. Eventuell darf der Hund nun eben nicht mehr auf seiner Decke angefasst werden, schlafend sowieso nicht. Alte Hunde erschrecken schnell, da sie schlechter hören und sehen. Auch neigen sie meiner Erfahrung nach zu "Tagträumen" und "Halluzinationen". Oftmals rannten die alten Hunde nach draussen und standen dann völlig verwirrt im Hof und hatten völlig vergessen, was sie nun eigentlich wollten.
Oder standen von der Decke aus und liefen dann in die Mitte des Zimmers mit verwirrtem Gesichtsausdruck. Wie bei alten Menschen eben auch (oder bei mir, wenn ich zu wenig geschlafen habe..;-))

Also abklären lassen, gut beobachten, neue Einstellung der Medis etc...

Würde solche Vorfälle nicht unbedingt öffentlich machen, bzw wenn, dann mit einer guten Begründung (Hausarzt). Ansonsten hat euer Hund schnell einen schlechten Ruf weg und ihr bekommt Probleme.

Sagt der Hund hat es aus Versehen getan weil er so erschrocken ist- auch wenn es so vielleicht nicht stimmt.


29. Feb 2012 10:34
Wird ein Hund im Alter intolerant?

Du fragst, wieso man einen Hund zwingt nach draussen zu gehen? Die letzte Gassirunde war um ca. 13.00 Uhr und da sollte "man" schon nochmal raus, am Abend, oder? Wie lange halten es deine Hunde zurück? Wir werden jetzt aber die Gassizeiten anders gestalten und die letzte Runde früher machen. Nicht wenn Nanuk schon 3 Stunden geschlafen hat. Bisher hat ihm das aber nie was ausgemacht, er stand immer schneller an der Tür als du die Leine schnappen konntest und der Haufen lässt auch nicht lange auf sich warten, also ist ja Bedarf da.

Der Nanuk steht bei mir ja auf, wenn es Zeit ist für die letzte Gassirunde. Zu meinem Mann hat er nicht so den Draht, weil der sich alleine schon aus beruflichen Gründen nicht so viel um Nanuk kümmern kann.
Mein Mann hat auch eingesehen, dass es falsch war den Hund zwingen zu wollen. Geschlafen hat er nicht, er hat ihn eher mit seinem, "was willst denn du jetzt von mir-Blick" angesehen und mein Mann wollte sich durchsetzen mit seinem Befehl.

Nichtsdestotrotz ist es ungewöhnlich, auch für einen jetzt alt werdenden Hund, so unvermittelt, ohne Knurren und alles einfach zuzubeissen. (laut TÄ)

Wir waren gestern beim Arzt und nach gründlichem Abtasten (mit Maulkorb) und Bewegen der Gelenke ist es wohl so, dass der Nanuk eigentlich gar nicht mehr so springen und laufen sollen könnte, wie er es tut, weil er starke Athrose alleine schon in den Pfoten hat.
Leider lässt er sich das im Alltag überhaupt nicht anmerken. Die Schmerzmittel bekommt Nanuk schon lange, weil er seit einer Schulter OP Probleme mit dem Schultergelenk hat.

Wir haben vor ein paar Monaten vom Kortisonpräparat umgestellt auf ein anderes Schmerzmittel und vielleicht war ja das der Fehler? Wir werden nun wieder zurück auf das leidige Kortison gehen, ok, es ist billiger, aber Nanuk wurde davon wirklich nur noch fett und hat angefangen auch im Haus zu fressen, was nicht niet und nagelfest war. War für uns auch eine Umstellung, weil er nie was genommen hat, was auf dem Tisch lag. Er ist ein wohlerzogener Hund.

Ich war so froh mit den neuen Tabletten vom "der Hund darf nicht mehr so viel rennen und spielen, und hat aber trotzdem Hunger und will alles fressen und soll nicht fett werden" wegzukommen :-(

Laut TÄ macht er überhaupt nicht den Eindruck "alt" zu sein. Er hat nicht den halb debilen Blick, den viele ältere Hunde haben. Die Ärtzinn wollte nicht glauben, dass Nanuk Baujahr 98 ist. Trotz der für sie offensichtlichen Schmerzen in den Pfoten und allen anderen Gelenken meinte sie, es sei ungewöhnlich, dass der Hund ohne Vorwarnung so fest zugebissen hat. Gerade bei seinem sonstigen Wesen sei es eher normal, dass bei einem Anrempler des Hundes mal ein rumschnappen oder knurren passiert. Aber eben dieser heftige Angriff ist unverständlich.

Wir werden es dem Hund zuliebe jetzt riskieren, mit ihm weiterzuleben.
Wir werden die Gassizeiten ändern, werden den Hund nicht mehr mit Kindern zusammenlassen, werden allen anderen sagen was los ist.
Ich halte nichts davon die Sache schönzureden, wenn dann nochmal was passieren sollte, wirds durchs Lügen nicht besser. Hier im Dorf kennen alle den Hund als lieb und vertrauenswürdig. Wenn man denen erklärt, dass jetzt andere Zeiten anbrechen, werden die das auch verstehen. Er darf jetzt halt auch nicht mehr auf die Menschen zurennen, die er kennt und mag.

Es ist für mich verdammt schwer zu akzeptieren, dass es ihm wirklich nicht mehr so gut geht. Wenn ich könnte, würde ich euch einen Film machen, wie er schon morgens, wenn er noch keine Medis bekommen hat, über die Wiesen springt.

Aber wir müssen echt auch einsehen, dass jederzeit wieder etwas passieren kann und das ist doch sche....!
Tierheim kommt ja in dem Fall überhaupt nicht in Frage und einschläfern? Einen so agilen Hund?
Wie sollen wir bei dem "harten Hund" wie sich die TÄ ausgedrückt hat merken, wenn es für ihn oder uns wirklich nicht mehr geht?
Habe schon Sorge, dass er vielleicht mal beisst, nur wenn man ihm das Halsband anzieht?

Es ist eine sche.. Situation, drückt mir die Daumen!


29. Feb 2012 12:36
Wenn der Hund ...

... wirklich so starke Athrose hat, gerade in den Pfoten, wo Hunde sehr empfindlich sind, denke ich schon, dass es da einen Zusammenhang gibt zwischen seinem Verhalten und seinem Gesundheitszustand.

Draußen ist er halt auch abgelenkt und wird da nicht so ein großes Schmerzempfinden haben wie zu Hause, wo er nix zu tun hat und von daher wird er m. E. auch weiterhin draußen freundlich auf die Leute zugehen. Aber aufpassen muß man halt jetzt und den Hund gffs. lieber einmal zuviel als einmal zuwenig von anderen Menschen abrufen.

An deiner Stelle würde ich dem Hund alle Aktionen, die mit Anfassen zu tun haben wie z. B. das Halsband umlegen "schön" füttern. Also Halsband drum, loben, Leckerchen. So kann er lernen diese Dinge -trotz Schmerzen- positiv zu verknüfpen. Mit Brachialgewalt würde ich da gar nix machen, sonst ist der nächste Schnapper gleich vorprogrammiert. Denn natürlich hat der Hund jetzt leider auch "gelernt", dass er sich mit Abschnappen gffs. durchsetzen kann, wenn ihm was nicht paßt.

Wenn dein Mann ihn also das nächste mal für die Gassirunde fertig macht und der Hund will nicht mit: Wurststück vor die Nase halten und den Hund so von seinem Plätzchen weglocken, schön loben, weil er so brav ist.

Bei Hunden bringt kluges "tricksen" oftmals mehr, als stur mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. ;-)

Liebe Grüße Jack-Fan


29. Feb 2012 19:00
arthrose

DevotionNRW weiblich
Petite Marie

Antwort auf: Wird ein Hund im Alter intolerant? von: halbhirn

also, ich denke eher das dein hund starke schmerzen nach längerem liegen hat, beide vorfälle waren ja auf seinem platz.
ich selber leide auch an starker arthrose, besonders schlimm die schultern und wenn ich nach längerem liegen und schultern ruhig halten aufsteh, dann tut das erstmal verdammt weh, bis die schultern wieder geschmeidig sind. deswegen kann er wohl auch noch rennen und springen. nach längerem ruhen, tun die ersten bewegungen eben scheisse weh, dass wird wohl auch dein alter herr spüren.


02. Mär 2012 06:37
Vielleicht

Aderyn
Chaosmanagerin

Antwort auf: Wird ein Hund im Alter intolerant? von: halbhirn

solltet ihr mal nach einem Experten schauen, der mit Hund und Halter arbeitet.
Für mich liest es sich, als ob ihr momentan völig verunsichert seit, was ja auch normal ist.
Ihr solltet euch eventuell dabei helfen lassen, das Vertrauen zu eurem Hund wieder herzustellen.

Viel Glück!


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