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: : Warum keine Tiere aus dem Zoohandel?

07. Mär 2012 17:09
Hm

Bellona weiblich
Crotalus Cerastes

> Wenn
> die Hunde keine Papiere haben, ohne Ziel vermehrt wird ist
> auch das nur Vermehrung, weil die Leute aus Egoismus mal
> Welpen wollen.

Und wenn Hunde ohne Papiere (auch) deswegen vermehrt werden, damit neue gesunde Rassetiere geboren werden und die Rasse dadurch verbessert wird?

Ein gewisser Egoismus ist ja auf beiden Seiten vorhanden - sowohl bei den Züchtern, als auch bei den Vermehrern: Jeder ernsthafte, passionierte Züchter begeistert sich für die Tierart bzw. die Rasse, der er sich widmet. Jeder Züchter freut sich, wenn er sieht, wie sein Wurf aufwächst und wie seine Tiere sich entwickeln. Wie sie ihre ersten Erfahrungen machen, sich freuen, immer selbstständiger werden und das Umfeld auf Trab halten... Das ist auch für den (seriösen) Züchter ein tolles Gefühl und eine emotionale Bereicherung. So selbstlos dürften leidenschaftliche Züchter also auch nicht sein, denn sie haben ja durchaus etwas davon...

Die Frage ist nur: Will man diese positiven Gefühle haben, ohne dabei auf Sinn oder Unsinn der Tiervermehrung zu achten? Einfach nur seinen "ich find's toll, dass wir Nachwuchs haben!"-Egoismus ausleben, ohne zusätzlich auch auf das Wohl der Tierrasse zu schauen? Und das macht in meinen Augen den Unterschied zwischen einer verantwortungsvollen Zucht und einer weniger verantwortungsvollen (oder sogar verantwortungslosen) Pseudozucht aus...

Die Mitgliedschaft in einem Züchterverein ist dabei mMn eher sowas wie ein Führerschein im Straßenverkehr: Es gibt auch gute Autofahrer ohne Fahrerlaubnis und schlechte Autofahrer mit Fahrerlaubnis... aber im Zweifelsfall lasse ich mich dann doch lieber von einem Autofahrer mit Führerschein herumfahren, da dort die Wahrscheinlichkeit, dass ich heil ankomme, doch größer ist. Der Fahrer wird aber nicht dadurch, dass er einen Führerschein hat, kompetent, sondern durch sein Verhalten im Straßenverkehr...

So stelle ich mir das auch bei Züchtern vor... Verantwortungs- und Problembewusstsein, Fürsorgewilligkeit, Planungbereitschaft, etc. stehen und fallen nicht mit dem Vorhandensein der Zuchtpapiere. Entweder man ist zu all dem bereit oder nicht. Die Papiere sind in meinen Augen eher eine Art Wahrscheinlichkeitserhöhung, dass hier alles in Ordnung sein könnte. Als Aussenstehender weiß ich ja nicht genau, wieviel mein Gegenüber von seinen Tieren versteht und was für Ziele er verfolgt - da bin ich über jeden Hinweis froh. Aber d.h. nicht, dass Tiere mit Papiere allesamt unproblematisch sind oder dass ich Leuten, die in keinem Verein sind, gleich schlechte Intentionen unterstellen will...


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07. Mär 2012 17:23
re

> Und wenn Hunde ohne Papiere (auch) deswegen vermehrt
> werden, damit neue gesunde Rassetiere geboren werden und
> die Rasse dadurch verbessert wird?

Papiere bzw. Abstammungsuhrkunde, kannst du keine bessere und gesündere Rasse züchten. Egal wie gut du es auch meinst, aber ohne Abstammungsnachweise kannst du in die "neue" Rasse schlimmere Erbkrankheiten einzüchten, als es so schon gibt.


07. Mär 2012 17:38
korrigiert mich

aber ich dachte immer das Tiere mit Erbkrankheiten nicht zur Zucht taugen!
>aber ohne Abstammungsnachweise kannst du in die
> "neue" Rasse schlimmere Erbkrankheiten einzüchten, als es
> so schon gibt.

Irgendwie widerspricht sich das doch wenn du schreibst als es schon gibt


07. Mär 2012 17:56
re

> aber ich dachte immer das Tiere mit Erbkrankheiten nicht
> zur Zucht taugen!
> >aber ohne Abstammungsnachweise kannst du in die
> > "neue" Rasse schlimmere Erbkrankheiten einzüchten, als
> es
> > so schon gibt.
> Irgendwie widerspricht sich das doch wenn du schreibst
> '''als es schon gibt'''

Wo wiederspreche ich mir?
Der Genpool der heutigen Rassen ist viel zu klein. Sie sind größtenteil, alle das Ergebnis von früheren Inzüchtereien. Erbkrankheiten gehören dazu. Manche sind mehr, manche weniger ausgepregt und in einer verantwortunsvollen seriösen Zucht geht es auschließlich darum möglichst gesunde Tiere untereinander zu verpaaren und die Erbkrankheiten auszuselektieren. Das ist allerdings nur möglich, wenn man die Abstammung nachweisen kann um zurück zu verfolgen welcher Familienangehörige welche und wie hochgradige Krankheit hat. Das ein XY-Mischling keine Abstammungsurkunde besizt müsste jedem klar sein. Da reicht es auch nicht, wenn man die Eltern und Großeltern kennt. Eine Verpaarung zwischen XY-Mischling x UZ-Mischling hat demnach die größere Wahrscheinlichkeit unbekannte, bisher nicht aufgetretene Erbkrankheiten weiter zu geben, wie ihr Nachkomme auch.


07. Mär 2012 21:25
Hm

Bellona weiblich
Crotalus Cerastes

Antwort auf: re von: patuljasti_pinc

> > Und wenn Hunde ohne Papiere (auch) deswegen vermehrt
> > werden, damit neue gesunde Rassetiere geboren werden und
> > die Rasse dadurch verbessert wird?
>
> Papiere bzw. Abstammungsuhrkunde, kannst du keine bessere
> und gesündere Rasse züchten. Egal wie gut du es auch
> meinst, aber ohne Abstammungsnachweise kannst du in die
> "neue" Rasse schlimmere Erbkrankheiten einzüchten, als es
> so schon gibt.

Aber werden Erbkrankheiten eingezüchtet, weil die Papiere fehlen oder weil der Betreffende nicht die nötigen Vorkehrungen trifft?

Baut jemand einen Unfall, weil er keinen Führerschein hat oder weil er beim Fahren nicht aufpasst? ;)


07. Mär 2012 22:18
re

>
> Aber werden Erbkrankheiten eingezüchtet, weil die Papiere
> fehlen oder weil der Betreffende nicht die nötigen
> Vorkehrungen trifft?
>
> Baut jemand einen Unfall, weil er keinen Führerschein hat
> oder weil er beim Fahren nicht aufpasst? ;)

Dein Vergleich hinkt ;)


08. Mär 2012 00:08
Hm

Bellona weiblich
Crotalus Cerastes

Weil...?


08. Mär 2012 00:13
re

Antwort auf: re von: patuljasti_pinc

Weil du einen KFZ-Fahrer nicht mit einem Züchter vergleichen kannst. Das eine hat mit dem anderem nichts zu tun.

Wie oben bereits jemand schrieb, kann auch ein Fahrer ohne Schein gut fahren ohne einen Unfall zu bauen, wiederum kann ein Fahrer mit Schein einen Unfall bauen.

Ein Züchter ohne Papiere für sein Zuchttier, kann einfach keine Erbkrankheiten ausschließen, weil er noch nicht einmal weiß, welche er auszuschließen hat.


08. Mär 2012 19:50
Hm

Bellona weiblich
Crotalus Cerastes

> Ein Züchter ohne Papiere für sein Zuchttier, kann einfach
> keine Erbkrankheiten ausschließen, weil er noch nicht
> einmal weiß, welche er auszuschließen hat.

Kann sich ein Züchter ohne Papiere denn nicht über Erbkrankheiten informieren und diese genetisch feststellen lassen?


08. Mär 2012 19:59
re

> Kann sich ein Züchter ohne Papiere denn nicht über
> Erbkrankheiten informieren und diese genetisch feststellen
> lassen?

Ööööhm ich weiß nicht genau, aber ich denke, dass man nur Erbkrankheitene erkennen kann die bereits hervorgetreten sind. Was ihm die Gene seiner Vorfaren mitgegeben haben glaube ich nicht, sonst wäre alles viel einfacher und man bräuchte Papiere nicht, außer um festzustellen wer mit wehm gekreuzt wurde.


08. Mär 2012 01:09
naja

Antwort auf: Wenn von: felis.silvestris

Müsste man dann nicht auch als Züchter nur bei leeren Tierheimen in der Umgebung nen Wurf haben dürfen?
Jedes verkaufte Zuchttier1 nimmt einem Tierheimtier die Chance auf das Zuhause.
Ob fürn Rasseerhalt oder zum Ausmerzen von Erbkrankheiten, Tiervermehrung im eigentlichen Wortsinne ist die Zucht auch.

Rassenerhalt ist doch auch nur menschlicher Egoismus. Der Natur wäre es egal, wenns statt Boxer, Labrador und Pudel nur noch Hund geben würde. Wenn ich mich recht erinner, sind die Hunde vorm Eingreifen des Menschen auch nicht ausgestorben.


08. Mär 2012 08:09

> Müsste man dann nicht auch als Züchter nur bei leeren
> Tierheimen in der Umgebung nen Wurf haben dürfen?
> Jedes verkaufte Zuchttier[fn also vom Züchter, nicht für
> Züchter] nimmt einem Tierheimtier die Chance auf das
> Zuhause.

das ist so nicht ganz korrekt, weil es anderer Zielgruppen sind.

Und gehen wir mal vom hewünschten Idealfall aus, dass nur der eingetragene Züchter Tiere mit Papieren züchtet und alle anderen das nicht dürfen (das wäre der Fall bei der Kastrationspflicht bei Katzen), dann wären in den Tierheimen überwiegend ausgewachsene Tiere, keine Welpen. Das ist der eine Punkt.

Der andere Punkt ist, das man mitunter ein Tier mit bestimmten Eigenschaften möchte/benötigt. Z.B: bei Arbeitshunden oder wenn jemand nun eine BKH-Katze möchte. Das findet man nicht so oft im Tierheim (oder gar nicht, zumindest keine "echte").

Ein Tier vom seriösen Züchter mit Papieren nimmt keinem Tierheimtier das zu Hause, dass sind die vielen Tiere aus den "liebevollen" Hobbyzuchten für fast den gleichen Betrag den eine Tierheimschutzgebür beträgt oder die ganzen Wegwerf-Katzen vom Bauernhof der Leute die zu geizig zum Kastrieren sind oder die Tiere vom Bauernmarkt aus Polen illegal ohne gültigen Impfpass eingeschleust (weil "bin ich billig dran gekommen") usw.


08. Mär 2012 09:19
re

Nicky774 weiblich
Nicky

dann wären in den Tierheimen überwiegend ausgewachsene Tiere, keine Welpen. Das ist der eine Punkt.

In 7 Jahren Tierheimarbeit war genau 1 Wurf von 3 Welpen vom nichteingetragenen Züchter - die anderen grob geschätzt 60 Welpen kamen aus dem Ausland. Italien, Ungarn, Griechenland.

Ein Tier vom seriösen Züchter mit Papieren nimmt keinem
Tierheimtier das zu Hause, dass sind die vielen Tiere aus
den "liebevollen" Hobbyzuchten für fast den gleichen
Betrag den eine Tierheimschutzgebür beträgt oder die
ganzen Wegwerf-Katzen vom Bauernhof der Leute die zu
geizig zum Kastrieren sind oder die Tiere vom Bauernmarkt
aus Polen illegal ohne gültigen Impfpass eingeschleust
(weil "bin ich billig dran gekommen") usw.

Letzteres wird leider nicht selten (bei 2 THs war es Gang und Gebe) selber von den THs praktiziert. Vorwiegend kleine Welpen, da leichter zu vermitteln-

-.-

Es wäre schon vieles erreicht wenn gestoppt werden würde, daß Tiere auf Biegen und Brechen aus dem Ausland billigst reingekarrt werden bis das TH platzt.


08. Mär 2012 09:05
deo

Antwort auf: naja von: Mrs.Maus

Das sehe ich ähnlich und würde mich immer für einen Hund aus dem Tierheim entscheiden.

Und wenn man so eine entsorgte/arme Wurst gut behandelt, dann hat man einen Freund fürs Leben gewonnen.


07. Mär 2012 14:41
re

chu weiblich
Chuthulhu

Antwort auf: re von: allesimlot

> der vorteil für das tier ist schon mal,
> das es nicht so schnell abgegeben wird,
> wenn man erstmal 500-1000¤ dafür bezahlt hat.

Es ändert nur leider an der hiesigen Haustierüberproduktion einfach nichts, finde ich. Ich seh da auch die verantwortungsvollen Züchter durchaus in der "Pflicht" es in Hinblick auf das ohnehin schon massenhafte Angebot einfach zwischendurch mal bleiben zu lassen. Aber solange Leute mit sowas viel Geld abgreifen können.. naja. Ich bin ja schon froh, dass es überhaupt noch Kunden für die Züchter gibt, denen am Tierwohl noch gelegen ist.


07. Mär 2012 10:29
Nun ja

Antwort auf: genau von: Jääkuningatar

> weil auch alle züchter so zuverlässig und seriös sind...
>
> da ist so vieles gefakt was ein normaler käufer garnicht
> sieht.

Wenn Die Käufer eines Tieres sich bei der Anschaffung so genau informieren würden wie bei einem Handykauf...

Man muss einen seriösen Züchter auch von einem Vermehrer unterscheiden. Letzterer lässt Tier A auf Tier B springen nd verscherbelt dann das, was dabei herauskommt.

Und man sollte sich die Haltungs- und Aufzuchtsbedingungen vor Ort (und die Elterntiere) vorher mal anschauen. Aber heutzutage ist es ja wichtig "bin ich billig dran gekommen"


07. Mär 2012 10:37
naja wenn du meinst


07. Mär 2012 11:23
schlechter Vergleich

-Til- männlich
Til

Antwort auf: Nun ja von: felis.silvestris

> Wenn Die Käufer eines Tieres sich bei der Anschaffung so
> genau informieren würden wie bei einem Handykauf...

Ich würde ja fast behaupten wollen, dass sich der durchschnittliche Tierkäufer vor dem Kauf mehr informiert als der durchschnittliche Handykäufer. Zumindest bin ich mir sich, dass sich der durchschnittliche Handykäufer nicht besser informiert als ein Tierkäufer.


07. Mär 2012 11:54
re

> Ich würde ja fast behaupten wollen, dass sich der
> durchschnittliche Tierkäufer vor dem Kauf mehr informiert
> als der durchschnittliche Handykäufer. Zumindest bin ich
> mir sich, dass sich der durchschnittliche Handykäufer
> nicht besser informiert als ein Tierkäufer.

Glaub ich ehrlichgesagt nich - wenn ich in meiner Generation so gucke. Die wissen sehr sehr gut bescheid über Handys und alle möglichen Verträge, kennen viele Einzelheiten, aber wenn es um deren Tiere geht, dann bekommen die häufig kein gutes Futter, Meerschweinchen werden allein gehalten oder Hamster in Miniaturkäfigen.
Verallgemeinern kann ich das aber nicht, ich kenne auch Leute, die vergöttern ihre Tiere und haben optimale Haltungsbedingungen und ich kenne auch Leute, die kaufen sich irgendwas im Handygeschäft


07. Mär 2012 10:54
reply

Antwort auf: Warum keine Tiere aus dem Zoohandel? von: felis.silvestris

Am Besten wärs sie würden sich gar keine Tiere anschaffen.