Archiv des Forums Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - Religion: Juni 2012: Nationalsozialismus und Diakonie
02. Jun 2012 10:56 Nationalsozialismus und Diakonie
Ernstin hat es angemerkt: Eigener Thread. Kein Problem. Dazu einen relativ unverdächtigen Link: http://www.diakonie-geschichte.de/539_541.html Markante Auszüge:
So weit dazu. Der große, hier immer propagierte Widerstand hat nach eigener Einschätzung der Diakonie heute - nicht stattgefunden. Nun zur Debatte. |
02. Jun 2012 12:21 Übrigens: Ordnung muss sein: Abrechnungswesen
http://www.pflegewiki.de/wiki/Euthanasie_im_Nationalsozialismus_1939-45
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02. Jun 2012 14:03 Dein Threat
Ich verstehe Deine Intention nicht. Die Fakten sind mehr oder weniger bekannt. Euthanasie wurde m.W. ab 1933 offen diskutiert, die Partei/der Staat hatte eine klare Haltung. Daß die Kirchen nicht wirklich opponierten, ist bekannt. Daß im Krieg, also ab 39, verstärkt Massentötungsmethoden erprobt wurden, auch im Rahmen der Euthanasie, wissen wir. Die Wannseekonferenz beschloss allerdins erst 42 diese grundsätzlich. Die Probleme mit der Euthanasie im 3.Reich und die Auswirkungen sind im Grunde bekannt. Was soll also dein Beitrag? |
02. Jun 2012 14:15 re
Der Atheist als solcher ist oft ein Lehrer, ein Erzieher. Er hat vor allem in historischen Situationen immer Bescheid gewusst und sich moralisch einwandfrei verhalten. Er hat jedoch keine als atheistisch erkennbare Moral, darum bleibt er unsichtbar. Deswegen glauben viele, er würde sich immer moralisch einwandfrei verhalten. Wir, die Nicht-Atheisten irren und sündigen in denselben Situationen, weil wir erkennbar sind an dem, was Jesus, die Bibel sagt: Liebe deinen Nächsten, morde nicht, behandle die Menschen anständig. Dem kommen wir oft genug nicht nach, wir irren und sündigen also. Gut, dass wir deswegen kritisiert werden, denn die Richtigkeit unserer Ethik bestätigt sich dadurch. Ein Anlass mehr, wachsam zu sein. So, wie ich die Dinge übersehe, war Euthanasie im Zuge eines virulenten Sozialdarwinismus in ganz Europa ein positiv besetztes Thema. Das führte zu einem Sinken der Hemmschwellen, zuviele Politiker, kirchliche und staatliche Einrichtungen, und vor allem Ärzte zeigten sich lange vor 33/45 der Tötung "lebensunwerten Lebens" aufgeschlossen. Auch die schwedischen Sozialdemokraten verfielen dem und führten als Regierung bis in die 70ger Zwangssterilisierungen durch.
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02. Jun 2012 14:17 re
> Der Atheist als solcher ist oft ein Lehrer, ein Erzieher. wer ist denn dieser "Atheist" ? |
02. Jun 2012 15:03 re
> wer ist denn dieser "Atheist" ? Das muss im unklaren bleiben, sonst würde sich bald eine individuelle Ethik des Atheisten offenbaren, die Kontrons Polemik in sich zusammenfallen lässt. Sie funktioniert nur auf der Basis einer Verallgemeinerung, wo eigentlich eine Person gsteht. Die eigentliche Merkwürdigkeit ist, das er aus der Tatsache dass seine Ideologie laufend Kritik erntet, ableitet das diese im Kern richtig sei. |
02. Jun 2012 17:11 re:
Antwort auf: re von: Kontron > So, wie ich die Dinge übersehe, war Euthanasie im Zuge Statt Atheisten kindisch zu beschimpfen, solltest Du Dich fragen lassen, ob Du ernsthaft in dieser Form relativieren möchtest, was im 3. Reich geschah- sogar ordentlich abgerechnet und dokumentiert. Nur mal so: Kriege gab es auch schon immer. War der zweite Weltkrieg dadurch weniger schlimm? |
02. Jun 2012 17:23 re
> Statt Atheisten kindisch zu beschimpfen, solltest Du Dich Aber, greg, ich beschimpfe doch nicht die Atheisten, die Elite der Aufklärung! Zu relativieren gibts nichts, zu bewerten auch nichts. Wenn die Dämme der Zivilisation einbrechen, dann brechen die überall ein - da brauche ich nicht zum gefühlten 545568. Mal den Betroffenen spielen. Und schon gar nicht muss ich das Getue mitmachen, Irrtum und Schuld auch auf kirchlicher oder kirchlich-naher Seite, dem Klassenfeind "Kirche & Christentum" als sozusagen wesensgetreu anzulasten.
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02. Jun 2012 21:09 christliche moral ist oft heuchelei
Antwort auf: re von: Kontron Geschrieben von: Kontron natürlich gab es auch zwangsterilisation in anderen ländern, also nicht nur in schweden sondern auch in grosser zahl in den usa. es stösst mich jedoch sauer auf, wenn du ständig die veralteten 10 gebote ansprichst, die angeblich solche greueltaten verhindern könnten, jedoch noch nie welche verhindert haben, weil ethisches handeln in einer komplexen welt nicht bedeuten kann, blind irgendwelchen geboten zu folgen. religöse maximalgebote wirken sich in der praxis eher kontraproduktiv aus, da sie die menschliche natur offensichtlich überfordern, werden sie im realen leben selten ernst genommen. die folge ist, dass christliche moral zu einer sache der heuchelei oder zu einem blossen lippenbekenntnis verkommt. |
03. Jun 2012 00:18 re
> christliche moral ist oft heuchelei Stimmt. Christen heucheln oft, Atheisten nie. *g* > wenn du ständig die veralteten 10 gebote ansprichst, die Lies erst mal genau, was ich schreibe. Denn das, was du da oben behauptest, habe ich nie gesagt. Ich wiederhole es nochmals: 1. Moralische Normen und Regeln sind als Handlungsvorgaben formuliert. 2. Moralische Normen und Regeln erzwingen als solche noch kein Verhalten. 3. Moralische Normen und Regeln sagen noch nichts über ihre sittliche Wertigkeit aus. 4. Moralische Normen und Regeln erzeugen die im jeweiligen Falle beobachtbare Differenz "erfüllt/nicht-erfüllt". 5. Mittels dieser Beobachtung erzwingt eine Gesellschaft/Gruppe über ihre Instanzen ein bestimmtes Verhalten. Fazit: In offenen Gesellschaften herrscht eine weitgehende Symmetrie zwischen allgemeiner Zustimmung zu moralischen Normen und Regeln und den Instanzen, die diese Normen setzen und ihr Einhalten erzwingen. Ob diese moralischen Normen und Regeln uralt sind, wie z.B. das Mordverbot der 10 Gebote, spielt dabei keine Rolle, denn die allgemeine Anerkennung der Norm ist entscheidend. Und da sehe ich gesellschaftlichen Konsens im z.B. Mordverbot, Generationenvertrag, Eigentumsgebot, Zeugnisgebot. Der religiöse Teil des Dekalogs - ich sagte es - hat allgemein keine Bedeutung mehr, aber er bleibt für Christen und auch für Juden natürlich richtig. Im Zweifel fährt einer hiermit nicht schlecht : Handle so, indem du deine Entscheidung an den 10 Geboten, der Nächstenliebe, dem common sense und deinem Gewissen prüfst. Entscheide dann nach deinem Gewissen. Auch dabei werden nie moralisch einwandfreie Entscheidungen herauskommen, aber besser als nach bestem Wissen und Gewissen kann keiner handeln.
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03. Jun 2012 21:46 offen reaktionär
Geschrieben von: Kontron |
03. Jun 2012 21:55 re
> biblizisten gehen davon aus, dass die heilige schrift vom Ja, dann diskutier das mit "Biblizisten", nicht mit mir. Dies deswegen, damit deine Prämisse, an denen du deine Texte ausrichtest, auch einen Gegenpart findet. Ich bin klein "Biblizist" und soweit ich sehe, gibt es hier auch keine "Biblizisten", die deine Voraussetzungen erfüllen. So baust du dir nur Pappkameraden, mit denen du selbst sprichst. |
03. Jun 2012 21:57 die stimme des gewissens
Antwort auf: re von: Kontron Geschrieben von: Kontron |
03. Jun 2012 22:31 re
Auch hier frage ich mich, ob du nur deine Monologe loswerden willst. Denn ich erwähnte mit keinem Wort die Kirchen. Und dass auch auf eine Gewissensentscheidung kein 100%iger Verlass hinsichtlich der Richtigkeit einer Entscheidung ist, habe ich selbst bereits schon erwähnt, obschon es eher trivial ist, dies überhaupt zu erwähnen, denn jeder weiß das. Hoffe ich wenigstens. Aber ab und an ist eben doch Verlass darauf, damit müssen wir leben. |
04. Jun 2012 14:51 am anfang war erziehung
Geschrieben von: Kontron > Kirchen. Und dass auch auf eine Gewissensentscheidung kein auch die gewalttäter übernehmen den erziehungsstil ihrer eltern. A. miller: "verhängnisvolle folge früh erlitterner schläge ist, dass man so die erfahrene missachtung an die eigenen kinder weitergibt.... kein wunder, dass ein kind so kein vertrauen entwickelt, sondern furcht. schliesslich hat es gelernt, dass der stärkere das recht hat, seine macht willkürlich zu gebrauchen...deshalb wird er sich autoritäten unterwürfig beugen und schwächere knechten, so wie er als kind die willkür seiner erzieher zu spüren bekam." |
04. Jun 2012 21:31 re
Das wird mit uns beiden nur noch eine Sophisterei. Denn es wird mit klar, dass du alles versuchen wirst, die Christen, die Kirchen - was weiß ich wen sonst noch - anzugreifen. Selbst ein autoritärer und gewalttätiger Erziehungstil wird von dir so instrumentalisiert, dass er zu Inquisition und zu den Hexenprozessen passt. Nein, mein Bester, gefehlt, es sind die Wahrheitsansprüche, die Geltung erheischen und radikal in die Praxis umgesetzt wurden und werden - mal weniger radikal, eher lasch, mal mit harter Gewalt. Und so kennen alle Epochen ihre Inquisitionen in jeweils unterschiedlicher Gestalt: die Römer unter Decius und Diokletian, die preußischen Kulturkämpfer, die Kommunisten mit ihrer atheistischen Kulturpolitik und die Kirchen mit ihrer Kirchenpolitik. (Wobei ich politisch nichts gegen Decius, Diokletian und Bismarck gesagt haben will; alle drei waren hervorragende Staatsmänner, ebenso Philipp II. von Frankreich.) Ansonsten bei dir, auch wie immer, die mir nun bekannte Denkfigur: der Held, der sich gegen die Kirchen stellt und dabei zum Märtyrer oder zum Heiligen Michael wird. Selbst bis in die Denkfiguren hinein machst du der christlichen Erzählung von Opfergang und Märtyrerschaft alles nach. Ja, im Grunde kommt es mir so vor, dass sich die Anti-Theisten aufführen wie die Radikal-Christen: Bis in die Denkfiguren gleich, nur das Vorzeichen wird geändert - was in der Praxis den gleichen Unfug aus Übertreibung mit sich bringt. Dir Anti-Theisten sei geraten: werde einfach säkular. |
05. Jun 2012 10:50 am anfang war erziehung II
Geschrieben von: Kontron nein, ich habe alice miller nur deshalb zitiert, weil ihre untersuchung beweist, dass die erziehung entscheidet, ob aus kinder später täter oder retter werden. |
02. Jun 2012 17:06 re:
Antwort auf: Dein Threat von: troetenharry > Die Probleme mit der Euthanasie im 3.Reich und die Für Quereinsteiger (obwohl ich es ja eingangs geschrieben habe): In einem anderen Thread entstand Diskussionsbedarf und die Meinung, dass so ein Thema in einem anderen Forum diskutiert werden müsse. > Die Probleme mit der Euthanasie im 3.Reich und die Dann wären ja Debatten im anderen Thread nicht nötig gewesen. Ebenso antworte ich Kontron: Wie kindisch, trotzköpfig, polemisch und geschmacklos ist Deine übliche Atheistenschelte in diesem Zusammenhang. |
02. Jun 2012 18:27 zur klärung
Antwort auf: Dein Threat von: troetenharry Es ging aus dem Thread Ernstins nach der Frage, was Christsein für Nicht-Christen bedeudet, hervor. Darauf fragte ich nach den, Jahre vor der Machtübernahme der Nazis übereinstimmenden Gedanken beider Kirchen u. deren Vertreter zur Eugenetik, Zwangssterilisation, Vernichtung unwerten Lebens:
Die Fragen bleiben an dieser Stelle: Wenn Aufarbeitung innerhalb der Kirchen bereits schon stattgefunden hat, warum ist es mit Glaübigen hier im Forum so schwer, darüber zu diskutieren bzgsw. es ersteinmal zu akzeptieren. Das käme dann nämlich einer wirklichen Aufarbeitung der Geschichte durch Gläubige gleich, wodurch dann die entscheiden Fragen gestellt werden könnten:
Es geht bei solchen Fragen nicht um atheistische Lehrerhaltung sondern um ein Verständnis beider Seiten, warum Christen ohne dogmatische Kirchenvorgaben solche Gedanken entwickeln konnten. Nicht mehr und nicht weniger. |
02. Jun 2012 19:08 Gläubige
nämlich einer wirklichen Aufarbeitung der Ich möchte mir hier nicht bescheinigen lassen, ob ich gläubig bin oder nicht. Das hat Gott allein zu entscheiden. Mir kommt das hier vor wie eine Art jüngstes Gericht. Das steht jedem einmal bevor, nicht nur den sog. Glaübigen. > warum Christen ohne dogmatische Kirchenvorgaben solche Die Frage geht nicht nur an Christen, die betrifft alle; wie es heute auch alle betrifft, wenn es um Sterbehilfe, Abtreibung oder die eingeschränkte Kassenleistung bei älteren Menschen geht. Und wer weiß was der Fortschritt uns noch alles beschert, gegen den ich nichts habe. |

