Archiv des Forums Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - Religion: Juni 2012: Nationalsozialismus und Diakonie
02. Jun 2012 20:16 Weihrauchnebel
> Ich möchte mir hier nicht bescheinigen lassen, ob ich Also bitte, das ist kein Grund im Weihrauchnebel abzutauchen. Es reicht doch völlig wenn du dich selbst zu den hier genannten Gläubigen zählst, indem dich zu dieser Lehre bekennst. Demütiges ergehen in eigener Bescheidenheit mag in frommer Runde sicher zu beeindrucken, hier ist damit aber kein Trostpreis zu gewinnen. |
02. Jun 2012 21:39 Weihrauch
das ist kein Grund im Weihrauchnebel Ich mag keinen Weihrauch, darin werden wir uns nicht begegnen. Ich laß mich auch von Dir nicht als Gläubiger irgendwo hinstellen; das werde ich selbst entscheiden, wo ich stehe oder sitze, auch nicht in frommen Runden. Deinen Trostpreis kann st Du behalten. |
02. Jun 2012 21:46 die kirche denunzieren
Antwort auf: Gläubige von: Ernstin Geschrieben von: Ernstin |
03. Jun 2012 06:16 Zeitgeist
wenn diese sätze die Das kann man auch nicht an einem Satz einer Person festmachen. Darin spiegelt sich vielleicht eine ganze Zeit. Dann ist Nichtssagen wohl die bessere Alternative? Das hatten wir nach 1933; die große Mehrzahl hat geschwiegen bei der "Machtübernahme" der Faschisten und hat nach 1945 nichts gesehen und von nichts gewußt. Und zwischendurch, als alles "so gut lief", haben sie Hurra geschrien, auch in Österreich. was dir vorschwebt, ist eine kirchengeschichte voll Nein, Du irrst, ich fordere eine Geschichte, die den Fakten entspricht und nicht von den "Tätern", auch nicht von den "Opfern" geschrieben wird. Was Opfer als Zeitzeugen zu berichten haben ist wichtig und ich lese es auch. |
03. Jun 2012 17:10 Wie Du aber siehst,
dümpeln solche Themen genau so daher wie das Götter- Dilemma oder andere Widerspruchsprobleme. Da schweigen die gewaltigsten Redner. Warum wohl? |
03. Jun 2012 22:25 protestantismus und geschichte
Antwort auf: Zeitgeist von: Ernstin Geschrieben von: Ernstin |
03. Jun 2012 22:42 re
> kontron versuchte krampfhaft aus der katholischen kirche eine Sag mal, liest du überhaupt das, was ich schrieb? Ich schrieb nichts, was deine Behauptung begründet! Es sei denn, du machst den Guttenberg. Nach der Selbstaussage, besser: nach dem Selbstlob mancher Atheisten haben diese ja einen "klareren" Wahrnehmungsbezug. Ob qualitativ hinreichend bezweifele ich aber angesichts einiger erheblicher Lese- und Schreibschwächen mancher Atheisten. |
04. Jun 2012 13:59 re
Antwort auf: Zeitgeist von: Ernstin Darin spiegelt sich vielleicht eine ganze Wenn man den Aussagen meiner Eltern, geb 1912 und 1913 vertrauen kann, lief es ab 1930 auf eine Auseinandersetzung zwischen den Nazis und den Kommunisten heraus. Beide extrem, aber alles verblasste neben dieser Auseinandersetzung. Und die monarchistisch-, soldatisch-, bürgerliche Bevölkerung wollte nicht den Kommunismus. Auch gab es demnach ein latentes Antjuden-Verhalten. Man dachte, so schlimm wird es nicht kommen, Wahlkampf eben. Und daß zunächst viele weggesperrt wurden, nahm man wohl in Kauf. Die Nazis hatten halt gewonnen. Und die Arbeitslosen waren von den Straßen, es gab wieder Beschäftigung. > Nein, Du irrst, ich fordere eine Geschichte, die den Fakten sind in der Bewertung immer subjektiv, relatv. Und der Begriff Täter und Opfer genauso. Kommt immer darauf an, wer die Geschichte schreibt. Wer für die einen ein Terrorist ist, ist für die anderen der Freiheitsheld. Zeitzeugen sind wichtig, aber sie haben immer eine subjektive Geschichte. Um Geschichte schlüssig werden zu lassen muß man die Emotionen weglassen. Nur Fakten bewerten. Nur daraus entsteht irgendwann mal Geschichte. |
04. Jun 2012 15:55 nicht so schlimm
> Auseinandersetzung zwischen den Nazis und den Kommunisten Das bestreite ich nicht,denn nichts fängt bei Null an. Die Weimarar Republik wurde weithin abgelehnt, ich möchte das jetzt hier nicht alles aufführen. Und es sah ab 1933 auch so aus, als würde im Reich nun alles besser. Doch dann passierten schlimme Dinge wie etwas die Reichsprogromnacht vom 9./10.11.1938 als in Deutschland die jüdischen Gotteshäuser brannten und deren geschäfte zertrümmert wurden. Ich habe dazu mal eine Anweisung herausgesucht. (SA-Stelle Nordsee): Sämtliche jüdische Geschäfte sind sofort von SA-Männern in Uniform zu zerstören. Nach der Zerstörung hat eine SA-Wache aufzuziehen, die dafür zu sorgen hat, dass keinerlei Wertgegenstände entwendet werden können. [...] Die Presse ist heranzuziehen. Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken, jüdische Symbole sind sicherzustellen. Die Feuerwehr darf nicht eingreifen. Es sind nur Wohnhäuser arischer Deutscher zu schützen, allerdings müssen die Juden raus, da Arier in den nächsten Tagen dort einziehen werden. [...] Der Führer wünscht, dass die Polizei nicht eingreift. Sämtliche Juden sind zu entwaffnen. Bei Widerstand sofort über den Haufen schießen. An den zerstörten jüdischen Geschäften, Synagogen usw. sind Schilder anzubringen, mit etwa folgendem Text: 'Rache für Mord an vom Rath. Tod dem internationalen Judentum. Keine Verständigung mit Völkern, die judenhörig sind.' Dies kann auch erweitert werden auf die Freimaurerei. Da hat kaum ein Volksgenosse protestiert; ich hätte es wohl auch nicht getan, aus Angst, nicht als Zustimmung. |
04. Jun 2012 18:52 Nazis
hatten das ja schon im Programm. Auch die Juden-"Politik". Da Presse und Funk gleichgeschaltet war, eine Quasi-Diktatur herrschte, lies sich das auch umsetzen. Und alles als Volksmeinung darstellen. Juden in Europa, Juden in Deutschland: Immer latent abgelehnt, mal mehr, mal weniger. Und, nicht zu vergessen: in der "Weltwirtschaftskrise", als es in Deutschland wirtschaftlich schlimm herging, kamen Juden aus dem Osten in die Städte, meine Mutter sagte: Kaftanjuden, sehr orthodox. Sprachen nur jiddisch, das alte Mittelhochdeutsch aus der Zeit, als sie ausgewandert waren. Da lies sich gut mit Politik machen. Die wollen wir nicht, raus damit. Und viele haben das so toleriert, akzeptiert. Und unter den 65 Mio Menschen 1933 waren ca. 550.000 Juden. Das schien machbar, die außer Landes zu bringen, zu enteignen. Ich glaube, die Vernichtung wurde erst im Krieg konkretisiert, da in den Ostgebieten der Judenanteil sehr hoch war, und bei den Juden im Westen einiges zu holen war. Volkesmeinung, manipuliert, aber man hatte auch ein Gespür für Stimmungen, für Machbares. Und Euthnasie war machbar, die Kirchen nickten das ab. Hies das zunächst Sterlisation, Abtreibung, das war öffentlich kannt, bedeutete das später aber Gaskammer. Und für die Kirchen, Klerus oben wie unten waren Juden die Christusmörder. Nicht schützenswert. Daß im Einzelfall Priester wie Laien das nicht hingenommen haben und geholfen haben, unter Einsatz des einzelnen Lebens, ist bekannt. Wir alle haben nicht in der Zeit gelebt. Und wenn unsere Eltern deutschnational waren, wie üblich, wären wir auch in diesem Geist großgeworden. |
04. Jun 2012 19:57 anständig bleiben
Antwort auf: nicht so schlimm von: Ernstin Geschrieben von: Ernstin |
04. Jun 2012 20:41 einzelne
> da kann ich dir nicht zustimmen! Volksgenossen waren doch alle, nicht nur Parteimitglieder,oder? Wieso kannst Du nicht zustimmen? Komisch, ich habe doch nichts anderes gesagt als Du. |
04. Jun 2012 21:07 ich kann dir nicht zustimmen
Geschrieben von: Ernstin nicht ganz, wenn sogar der "völkische beobachter" das kritisierte, dann kann das nur bedeuten, dass es doch eine relevante zahl von personen war, die mit der behandlung der juden nicht einverstanden war. |
05. Jun 2012 10:50 Risiko ?
> nicht ganz, wenn sogar der "völkische beobachter" das Ich halte den Bericht im VB für eine teuflische Strategie der Nazis, denn offiziell war das Novemberprogom Ausdruck spontaner Volkswut, aber von den Nazis geschickt inszeniert. > dass die katholische kirche damals besonder schändlich Das war auf evangelischer Seite nicht viel anders. Von den Juden, selbst nicht von jüdischen Pfarrern, steht in der Theoloischen Erklärung von Barmen kein Wort. Bonhoeffer hatte darauf gedrungen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Daraufhin hat er seine Mitarbeit aufgekündigt. |
05. Jun 2012 11:15 auf luther berufen
Geschrieben von: Ernstin |
05. Jun 2012 15:17 re
> tatsächlich haben sich auch einige kriegsverbrecher im Das ist verständlich, denn die Verbrecher versuchen alles, um ihren Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Es hat ihnen nichts genützt und zum millionenfachen Judenmord hat Luther nicht angestiftet. |
05. Jun 2012 17:44 hitler in der judenfrage mit luther eins
Geschrieben von: Ernstin deine mangelnde geschichtskenntnis über luther erstaunt mich aufs neue! die nazis haben sich präzise an diese devise luthers gehalten. |
05. Jun 2012 17:48 hitler in der judenfrage mit luther eins
korrektur: Geschrieben von: Ernstin deine mangelnde geschichtskenntnis über luther erstaunt mich aufs neue! die nazis haben sich präzise an diese devise luthers gehalten. |
05. Jun 2012 19:19 eigenwillig
> deine mangelnde geschichtskenntnis über luther Es tut mir leid. Deine Darstellung ist abenteuerlich, wenn Du Luther für den millionenfachen Judenmord verantwortlich machst und dazu auch noch Luthers Geburtstag heranziehst. Der äußere Anlaß für den Pogrom war ein Attentat auf Ernst von Rath in Paris am 7.11.38 ; der innere Anlaß war eine mörderische Rassenideologie Hitlers. Da paßte es ihm gut, daß ihm Luther auch noch was an die Hand gab. Übrigens hatte Hitler auch die Kirchen im Visier, daran hat Luther nichts geändert. |
05. Jun 2012 20:15 auf der anklagebank
Geschrieben von: Ernstin ändert nichts daran, dass du zwar behauptest, nur an den fakten interressier zu sein, aber wenn fakten gebracht werden, du dann entlarvend versuchst diese fakten kleinzureden (pamphlet). die tatsache bleibt trotzdem bestehen, dass sich hitler an die vorgaben luthers gehalten hat. |

