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: : haben christliche werte heute noch einen wert

27. Mai 2012 21:26
haben christliche werte heute noch einen wert

ich kenne viele leute, die nichts vom christentum halten, trotzdem halten viele davon, die christliche ethik für positiv. auch viele nichtreligiöse eltern haben oft nichts dagegen, dass ihre kinder den religionsunterricht besuchen. eine vermittlung christlicher werte könne nicht schaden, meinen sie.
als erstes fallen den menschen dazu die 10 gebote ein. kontron wird nicht müde auf das tötungsverbot in den 10 geboten hinzuweisen, obwohl es keine religion gibt, in der so viel gemordet wurde wie die christlichen kirchen.
ich meine, eine christliche ethik ist total veraltet und sie hat uns heute nichts mehr zu sagen!


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27. Mai 2012 21:53
re

Ist das Mordverbot, enthalten in den 10 Geboten, veraltet?


28. Mai 2012 00:12
re

> Ist das Mordverbot, enthalten in den 10 Geboten, veraltet?

Von einem Mordverbot steht da auch nichts. Und das Nicht-Töten-Gebot ist tatsächlich überflüssig, da nicht unter allen Umständen umsetzbar.


28. Mai 2012 00:48
re

> > Ist das Mordverbot, enthalten in den 10 Geboten,
> veraltet?
>
> Von einem '''Mord'''verbot steht da auch nichts. Und das
> Nicht-Töten-Gebot ist tatsächlich überflüssig, da nicht
> unter allen Umständen umsetzbar.

Luther übersetzte "Du sollst nicht töten", obwohl es "Morde nicht!" im Tanach heißt. "Töten" hat sich allgemeinsprachlich eingebürgert.

Eine Norm wird nicht dadurch überflüssig oder falsch, weil sie nicht unter allen Umständen durchsetzbar ist. Wäre dem so, müssten wohl alle Normen wegen täglich beobachtbarer Nichteinhaltung als überflüssig gelten - oder?

Natürlich wird erwartet, dass die Norm eingehalten wird. Jedoch ohne Normsetzung kann eine Gesellschaft ihre Ordnung und damit ihre Funktionsfähigkeit nicht durchsetzen, weil sonst die Sanktionsmöglichkeit bei Normübertretung fehlt.


28. Mai 2012 10:18
Re:

exOF männlich
Tee aus Hessen

> Eine Norm wird nicht dadurch überflüssig oder falsch, weil
> sie nicht unter allen Umständen durchsetzbar ist. Wäre
> dem so, müssten wohl alle Normen wegen täglich
> beobachtbarer Nichteinhaltung als überflüssig gelten -
> oder?

So ein Unsinn. Gesetze kennen Ausnahmen. die kann man klar benennen und definieren. "Das Töten eines Menschen ist grundsätzlich unter Strafe zu stellen, ausser es handelt sich dabei um eine Tötung von (z.B. einem Diktator) oder eben weil (z.B. eine Notwehrsituation vorliegt).

Damit wird das Verbot der Tötung nicht überflüssig.

Aber was mich ja viel mehr interessieren würde, wegen dem Übersetzungsfehler:

wie war "morden" bzw. "töten" in jenen Zeiten denn definiert. Einmal beim erstellen der Bibel und dann, als Luther übersetzte.

> Natürlich wird erwartet, dass die Norm eingehalten wird.
> Jedoch ohne Normsetzung kann eine Gesellschaft ihre
> Ordnung und damit ihre Funktionsfähigkeit nicht
> durchsetzen, weil sonst die Sanktionsmöglichkeit bei
> Normübertretung fehlt.

Womit mal wieder nicht erklärt wäre, wieso das Christentum denn als "gut" gelte. Doch wohl nicht nur, weil es gegen Mord ist. ;-)

Religiöse Grundsätze sind für eine Normfindung so förderlich wie die Hell´s Angels für Ruhe im Millieu. Denken sie z.B. an die Norm der Ehe. Ein Ballast, den wir gerade mühselig relativieren und abschaffen.


28. Mai 2012 10:33
re

> So ein Unsinn. Gesetze kennen Ausnahmen. die kann man klar
> benennen und definieren. "Das Töten eines Menschen ist
> grundsätzlich unter Strafe zu stellen, ausser es handelt
> sich dabei um eine Tötung von (z.B. einem Diktator) oder
> eben weil (z.B. eine Notwehrsituation vorliegt).

Man könnte allerdings einräumen, daß es noch einen weiteren Weg gibt, "wo kein Kläger, da kein Richter". Haut mir jemand eine 'rein, könnte man ihn theoretisch strafrechtlich belangen, das Gesetz ist hier eindeutig. Würde ich jedoch davon absehen, ihn zu verklagen, bliebe die Angelegenheit 'ungesühnt'.
Es gibt also neben der Differenzierung von Gesetzen, um dem Einzelfall gerecht zu werden, auch durchaus die Möglichkeit, das Gesetz zu ignorieren. Ohne es dabei infrage zu stellen freilich, nur weil ich jemandem sein Fehtritt nachsehe, heißt da ja nicht, daß ich es für angezeigt hielte, man dürfe nun ungesühnt allen Gewalt antun.


28. Mai 2012 10:43
Re:

exOF männlich
Tee aus Hessen

> Man könnte allerdings einräumen, daß es noch einen
> weiteren Weg gibt, "wo kein Kläger, da kein Richter". Haut
> mir jemand eine 'rein, könnte man ihn theoretisch
> strafrechtlich belangen, das Gesetz ist hier eindeutig.
> Würde ich jedoch davon absehen, ihn zu verklagen, bliebe
> die Angelegenheit 'ungesühnt'.

In Deutschland kenne wir die Frage nach gesellschaftlicher Relevanz. Wenn erwiesener Maßen eine Körperverletzung vorliegt wird die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einleiten.

Es gibt übrigens auch die Möglichkeit "Wo keine Beweise/ Zeugen, keine Anklage/ Verurteilung." Auf dem Bau, wo die Lehrlinge früher ganz offen "abgeschmiert" wurden, wird ihnen heute oftmals etwas dort gezeigt, wo einen niemand sieht. "Batsch, batsch"
Gesetze und Regeln führen zur kreativen Umgehung dieser, wenn sie als störend empfunden werden ;-)


28. Mai 2012 13:31
das Mordverbot veraltet?

Antwort auf: re von: Kontron

Geschrieben von: Kontron
Datum: 27. Mai 2012 21:53
> Ist das Mordverbot, enthalten in den 10 Geboten, veraltet?

ja!

weil das tötungsverbot nur das gemeinschaftswidrige töten aus niedrigen beweggründen verbietet. das tötungsverbot bezieht sich hier nur auf die eigene volksgruppe!


27. Mai 2012 21:55
re

<?>
Schandmaul

Antwort auf: haben christliche werte heute noch einen wert von: prälat

es ist erstmal zu klären was christliche werte sind, diese frage wurde obwohl mehrfach gestellt noch nicht beantwortet.
vor allem sind diese werte ausschließlich christlich oder beansprucht das christentum diese nur für sich ?


28. Mai 2012 13:53
christliche ethik soll für alle gelten

Geschrieben von: <?>
Datum: 27. Mai 2012 21:55
> es ist erstmal zu klären was christliche werte sind, diese
> frage wurde obwohl mehrfach gestellt noch nicht
> beantwortet.
> vor allem sind diese werte ausschließlich christlich oder
> beansprucht das christentum diese nur für sich ?

die geschichte beweist, dass die kirche meint, dass katholische werte für alle gut sind und versucht sie in allen ländern zu verwirklichen wo sie den entsprechenden einfluss hat, am besten gelingt ihr das in diktaturen mit klerikalen anstrich wie z.b. während des austrofaschismus.
österreich: jeder der aus der katholischen kirche austreten wollte, musste sich vorher auf seinen geistestzustand untersuchen lassen.
nicht verheiratete paare im staatsdienst mussten mit enlassung rechnen. (ohne pension)
die straffreiheit bei medizinscher indikation der abtreibung wurden aufgehoben, die strafen auf 10 jahre angehoben. usw.


27. Mai 2012 22:18
Die zehn Gebote

neuerschreiber männlich
aus Hagen (Nordrhein- Westfalen)

Antwort auf: haben christliche werte heute noch einen wert von: prälat

Dann wollen wir die Zehn Gebote doch mal kurz auseinandernehmen, wenn du sie schon erwähnst.

1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir

Wozu brauchen atheistische Eltern dieses Gebot?

2. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen

Wenn die Eltern atheistische Ansichten haben und ihr Kind atheistisch erziehen wollen, ist es eigentlich egal, was sie über Gott sagen. Sie glauben doch nicht daran.

3. Du sollst den Feiertag heiligen

Warum sollen atheistische Eltern bzw. Kinder einen christlichen Feiertag heiligen? (insofern sie nicht Arbeits- oder Schulfrei haben?)

4. Du sollst deinen Vater und Mutter ehren?

Auch wenn man körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht wurde?

5. Du sollst nicht töten

Gilt das auch für die Todesstrafe? "Wer einen Menschen tötet, muss durch einen Menschen sterben"

6. Du sollst nicht ehebrechen

Auch nicht bei häuslicher Gewalt?

7. Du sollst nicht stehlen

Auch nicht, wenn ich in Afrika lebe, kein Geld in der Tasche habe und Hunger habe? Darf ich dann auch keine Lebensmittel stehlen?

8. Du sollst nicht falsches Zeugnis reden?

Auch nicht, wenn ich dadurch einen Menschen schütze? Waren dann all die Menschen, die damals im zweiten Weltkrieg Juden versteckt haben, Sünder?

9. Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib

Gut, unter Freunden sollte man das nicht machen. Das verbietet der Bro-Code ^^

10. Du sollst nicht begehren deines nächsten Hab und Gut

Diese Frage wie beim stehlen. Was wenn du in einem armen Land lebst, nicht genug Lohn bekommst und Hunger hast?


27. Mai 2012 22:41
re

> 1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir
>
> Wozu brauchen atheistische Eltern dieses Gebot?

Richtig. Gilt heute nicht mehr für säkulare Menschen, wohl aber für Christen und Juden (womit dann gleich gesagt ist, dass die 10 Gebote für Christentum und Judentum verbindlich sind.)

> 2. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen
>
> Wenn die Eltern atheistische Ansichten haben und ihr Kind
> atheistisch erziehen wollen, ist es eigentlich egal, was
> sie über Gott sagen. Sie glauben doch nicht daran.

Richtig. Siehe oben.

> 3. Du sollst den Feiertag heiligen
>
> Warum sollen atheistische Eltern bzw. Kinder einen
> christlichen Feiertag heiligen? (insofern sie nicht
> Arbeits- oder Schulfrei haben?)

Richtig. Müssen sie nicht.

> 5. Du sollst nicht töten
>
> Gilt das auch für die Todesstrafe? "Wer einen Menschen
> tötet, muss durch einen Menschen sterben"

Im Original: "Morde nicht!" Bleibt gültig, die Todesstrafe ist kein Mord.


> 6. Du sollst nicht ehebrechen
>
> Auch nicht bei häuslicher Gewalt?

Eine sinnvolle Norm, sofern sich ein Paar dazu entschließt: Es vermindert Leid. Eine sinnvolle Norm für die, die eine offene Ehe leben wollen und risikobereiter sind. Häusliche Gewalt sollte eher zur Polizei und zur Scheidung führen -oder?

> 4. Du sollst deinen Vater und Mutter ehren?
>
> Auch wenn man körperlich misshandelt oder sexuell
> missbraucht wurde?

Einzelbeispiele konterkarieren jede moralische Norm. Deshalb in diesem Fall: nein. Ansonsten: Das Gebot schreibt den Generationenvertrag im Familiären als auch im Sozialstaatlichen vor.

Für den Rest deiner Erläuterungen gilt Obiges: Einzelbeispiele konterkarieren jede moralische Norm, egal ob christlich oder nicht.


28. Mai 2012 12:24
re

Antwort auf: Die zehn Gebote von: neuerschreiber

Es amüsiert mich immer wieder, dass religiöse Fanatiker und gewisse Atheisten die gleiche Geisteshaltung an den Tag legen: beide nehmen Bibeltexte - wie z.B. die 10 Gebote - wortwörtlich ohne nachzudenken, wundern sich dann, dass ihre wörtliche Interpretation nicht für alle Lebenssituationen Lösungen bietet und erwarten, dass gefälligst alle anderen ihre Textinterpretation bzw. Textkritik teilen. Natürlich gibt es für diverse Gebote ausnahmen. Würde man das Gebot "Du sollst nicht töten" wörtlich nehmen, dürfte man auch keine Antibiotika nehmen, da man ja Bakterien tötet. Das ändert aber nichts daran, dass dieses - im Sinne von "Du sollst nicht aus niederen Beweggründen töten" gemeinte Gebot, in vielen Fällen sinnvoll ist Und das trifft auf die meisten anderen Gebote auch zu. Aber, da müsste man ja über die eigene Voreingenommenheit nachdenken - nicht wahr? Religiöse Fanatiker und gewisse Atheisten sind aus dem gleichen Holz geschnitzt: Beide reiten auf Bibelstellen herum, schauen sich jedes Wort durch die Lupe an und merken nicht, dass sie dabei den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Beide meinen, ihre Ansicht wäre die einzig Richtige. Beide meinen, die Welt wäre besser, wenn sich alle ausschließlich nach ihren eigenen Vorstellungen richten würden, beiden haben Defizite bezüglich Empathiefähigkeit und Toleranz. Beide sind nicht in der Lage, eigene Positionen selbstkritisch zu hinterfragen und beide versuchen zu missionieren. Die einen nach dem Motto "Religion ist die Erlösung", die anderen nach dem Motto "Religion ist scheiße". Die sogenannten "christliche Werte" werden immer - für Millionen von Menschen - aktuell sein. Jedenfalls für die Menschen, die sich - unvoreingenommen und mit Verstand - mit ihnen auseinandersetzen.


28. Mai 2012 12:51
re

<?>
Schandmaul

> Das ändert aber nichts daran,
> dass dieses - im Sinne von "Du sollst nicht aus niederen
> Beweggründen töten" gemeinte Gebot, in vielen Fällen
> sinnvoll ist Und das trifft auf die meisten anderen
> Gebote auch zu.

und das ändert nichts daran das das eben KEINE christlichen werte sind sondern werte die schon wesentlich länger existiert haben die sich jedoch das christentum als ihre ureigensten werte auf die fahnen schreibt.


28. Mai 2012 12:52
nachtrag

<?>
Schandmaul

deshalb auch wieder meine frage : was sind christliche werte, also werte die die gesellschaft braucht und die NUR das christentum bieten kann ?


28. Mai 2012 13:42
re

~SubsTanz~ weiblich
Hakuna-Matata

> deshalb auch wieder meine frage : was sind christliche
> werte, also werte die die gesellschaft braucht und die NUR
> das christentum bieten kann ?

Da du das schon mal hier gefragt hast und ich diese Frage auch gerne beantwortet haben möchte,würde ich mich freuen,wenn eine Antwort drauf kommt,ich warte mal ab.


28. Mai 2012 18:02
re

Antwort auf: re von: <?>

Es ist schon witzig, einige User werfen dem Christentum fragwürdige Gebote vor und "prügeln" deshalb auf das Christentum ein. Ein paar Postings später bekomme ich zu hören, die "Christlichen Werte" stammen gar nicht vom Christentum, was nicht daran hindert, wieder das Christentum zu kritisieren. Nicht etwa weil die Gebote schlecht seien. Sondern, weil das Christentum die "Christlichen Werte" quasi "geklaut" habe. Tja - wer unbedingt ein Haar in der Suppe sucht, wird dies auch finden. Auch wusste ich noch nicht, dass es eine Religion entwertet, wenn sie Werte früherer Kulturen übernimmt.


28. Mai 2012 18:36
trivial

Geschrieben von: grayhair2
Datum: 28. Mai 2012 18:02
> Es ist schon witzig, einige User werfen dem Christentum
> fragwürdige Gebote vor und "prügeln" deshalb auf das
> Christentum ein. Ein paar Postings später bekomme ich zu
> hören, die "Christlichen Werte" stammen gar nicht vom
> Christentum, was nicht daran hindert, wieder das
> Christentum zu kritisieren. Nicht etwa weil die Gebote
> schlecht seien

das kommt davon, wenn man nicht genau liest!
z.b. das stehlen ist in allen religionen verboten, das sollte ohnehin allgemein bekannt sein und dass es deshalb kein spezieller christlicher wert sein kann sagt einem schon der hausverstand.

was daran unlogisch sein soll erschliesst sich mir nicht!

bei deiner intelligenz hätte ich erwartet, dass du auf die trivialität der 10 gebote hinweist - was ohnehin für jeden mit hausverstand klar sein sollte - weil 4000 jahre alte gebote nur trivial sein können, die ursprünglich für ein hirtenvolk verfasst wurden das weder lesen noch schreiben konnte. trivial sind sie vor allem auch deshalb für die heutige gesellschaft, weil sie häufig selbstverständliche verhaltensrichtlinien benennen, die für alle soziale gruppen geltung haben müssen, denn sonst funktioniert eine gruppe nicht.


29. Mai 2012 04:08
re

artson männlich
aus Baden- Württemberg

> das kommt davon, wenn man nicht genau liest!
> z.b. das stehlen ist in allen religionen verboten, das
> sollte ohnehin allgemein bekannt sein und dass es deshalb
> kein spezieller christlicher wert sein kann sagt einem
> schon der hausverstand.

Und wer genau besitzt das Patent für das Gebot ?
Natürlich ist es ein christlicher Wert - und eben auch ein islamischer, buddhistischer usw.


29. Mai 2012 04:55
re

neuerschreiber männlich
aus Hagen (Nordrhein- Westfalen)

Eigentlich dachte ich, es ist ein menschlicher Wert. Wer lässt sich schon gerne beklauen?


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