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: : Was ist (mit dem) Segen?

10. Mai 2012 06:39
Was ist (mit dem) Segen?

Ernstin männlich
Willi aus Bielefeld (Nordrhein- Westfalen)

Segen ist sicher biblischen Ursprungs, oder nicht? Er ist im AT von großer Bedeutumg und oft asuführlich. In der Liturgie der Kirche ist er meistens nur eine Formel.
Doch er hat auch weit über Kirche und Religion hinaus eine säkulare Bedeutung. Sich regen bringt Segen, sagt man.
Was bedeutet Dir Segen? Könnte es sein, daß wir uns hier treffen und das "Streitgespräch" zum Segen wird?


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10. Mai 2012 18:05
Definitiv nein

exOF männlich
Tee aus Hessen

In der Psychologie ist auch der Begriff der "seele" etabliert. Ich lehne beides kategorisch ab. Es sind christliche Begriffe, die keiner Umdeutung bedürfen.


10. Mai 2012 22:07
Also Seelenblume glaubt an Seelen.

Und für mich ist mein Freund ein Segen, ein Spaziergang in der Natur....alles nur Worte für eigentlich wunderbare Dinge, die man im Namen der Religion oder Nichtreligion leider immer wieder zerredet, bis sie unsinnig und nichtig erscheinen.


12. Mai 2012 07:01
re

> Und für mich ist mein Freund ein Segen, ein Spaziergang in
> der Natur....alles nur Worte für eigentlich wunderbare
> Dinge,

Das ist aber von dir nur eine Beschreibung von für dich schönen Dingen unter metaphorischem Einsatz des Begriffes Segen.

Mit einen tatsächlichen Segen hat das nichts zu tun, der ist immer eine gewisse Kulthandlung.


12. Mai 2012 11:45
Wer sich ein Leben lang nach irgendwelchen

überholten Begriffen richtet, anstatt durchaus positiven Dingen ihre eigene Bedeutung zu verleihen, der wird niemals frei sein und immer etwas finden, worüber er sich sinnloser Weise aufregen kann, anstatt diese schönen Dinge des Lebens auf seine eigene Weise zu genießen. Worte sind von Menschen gemachte Kategorisierungsversuche. Ihre Bedeutung ist aber viel individueller. Liebe kann nicht genau definiert werden, der Segen auch nicht, was dem einen ein Segen, kann dem anderen ein Fluch sein.


12. Mai 2012 12:06
re

Wer richtet sich nach überholten Begriffen?

Liebe kann nicht
> genau definiert werden, der Segen auch nicht,

Liebe muss aber für jeden Fall genau definiert sein, sonst ist es ein hohles Wort ohne Bedeutungsinhalt. Das beste Beispiel ist dein inhaltsleerer Hinweis. Liebe kann viel zu viele Bedeutungen haben. Entweder geht das aus dem Kontext hervor oder du musst dem Wort eine Bedeutung zuordnen.
Es gibt viele Wörtet, die allein nicht existieren können, Sicherheit z.B.


12. Mai 2012 12:32
Re:

exOF männlich
Tee aus Hessen

Antwort auf: Wer sich ein Leben lang nach irgendwelchen von: Seelenblume

Und warum müssen diese Begrifflichkeiten die einer Ideologie sein? Verstehe ich nicht. Wieso reicht es nicht aus, dass ihr Freund für sie eine wahre Freude ist und der sparziergang in der Natur sie beschwingt und erquickt? Die deutsche Sprache gerade zeichnet sich doch durch die Möglichkeit zur blümlichsten Verblümelung aus. Da muss man dch nicht ideologisch belegte Begriffe verwenden.


12. Mai 2012 20:33
Ich sprach nicht von einer Ideologie,

nicht alles, was stur festgeschrieben nach Begriffen geht und mit Emotionen behaftet ist, ist gleich eine Ideologie. Ich glaube langsam, das artet hier im Forum zur Phobie aus.


13. Mai 2012 10:20
Ideologie?

Ernstin männlich
Willi aus Bielefeld (Nordrhein- Westfalen)

Es ist mir eigentlich egal, ob die einen es Ideologie und die anderen Glauben nennen. Ich sehe es pragmatisch.
Der Sonntag ist zum Beispiel ebenso ein Segen wie ein guter Freund. Gott hat wohl den Sabbath als Ruhetag gestiftet und darauf gründet der christliche Sonntag als 1. Tag der Woche und Erinnerung an die Auferstehung Christi, doch in seiner säkularen Bedeutung ist der Sonntag als arbeitsfreier Ruhetag eben auch ein Segen. Es tut der Gesellschaft gut, wenn (fast) alle an einem tag die Arbeit liegenlassen. Allerdings nimmt der Druck zu, auch diesen Tag der Ökonomie zu opfern.
Ich finde, der Sonntag ist keine Privatsache, auch wenn jeder den Sonntag privat feiern mag wie er oder sie will.


13. Mai 2012 11:28
Re:

exOF männlich
Tee aus Hessen

> Es ist mir eigentlich egal, ob die einen es Ideologie und
> die anderen Glauben nennen.

Jo, und die dritten dann "Hutzeputzepa". In der Tat ist der Begriff selbst zunächst egal, die Merkmale machen etwas zu dem, was es ist.
Das Christentum ist eine Ideologie, daran ist nichts zu rütteln.

doch in seiner säkularen Bedeutung ist der
> Sonntag als arbeitsfreier Ruhetag eben auch ein Segen.

Der heilige Sonntag wird verschwinden. Wir bewegen uns auf Schichtarbeit als Normalität hin. Ich persönlich finde das gar nicht schlimm, kann ich doch dann mitbestimmen, an welchem Tag der Woche ich frei habe. Die Geschäfte sind dann auch geöffnet etc. Ich kann auf dieses "christliche Geschenk" gerne verzichten.


13. Mai 2012 16:31
heilig

Ernstin männlich
Willi aus Bielefeld (Nordrhein- Westfalen)

Wenn der heilige Sonntag man nicht schon im Bewußtsein der Gesellschaft verschwunden ist. Daß jeder seinen freien Tag in der Woche hat, ersetzt den einen freien Tag für (fast) alle nicht. Er hat eine wichtige Funktion in der Befriedung und Erholung einer mobilen Gesellschaft, ebenso wie auch die gemeinsame Zeit der Ferien mindestens für ein Land.

Ich bin kein guter Promoter für den arbeitsfreien Sonntag, denn ich habe an vielen solchen Tagen arbeiten müssen. Zuerst als Bäckerlehrling, der nur jeden 2. Sonntag frei bekam und wenn er beim Rauchen erwischt wurde 6 Wochen hintereinander durcharbeiten mußte. Und dann als Pädagoge in der Erwachsenenbildung,der immer gerade dann viel zu tun hat, wenn andere frei haben.
Erst im Ruhestand weiß ich den Sonntag zu schätzen, aber nun ist eigentlich die ganze Woche frei, jedenfalls von fremdbestimmter Arbeit.
Behaltet den geschützten Sonntag, er wurde hart erstritten. Wenn er weg ist, ist er für immer weg.


13. Mai 2012 21:00
re

Heiliger Sonntag? nö.
Hart erstritten? von wem? o.O


14. Mai 2012 18:38
Re:

exOF männlich
Tee aus Hessen

Antwort auf: heilig von: Ernstin

Wie gesagt, ich persönlich hätte lieber z.B. am Mittwoch frei, weil dann auch die Geschäfte geöffnet sind. Der freie Sonntag nutzt vorallem denen, die dort arbeiten müssen, wegen der Schichtzulagen. Und den Tankstellen. Da die Mehrheit der Deutschen sonntags nicht mehr in die Kirche geht, kann der freie Tag flexibel werden, zumal es schon lange nicht mehr nur die "Hütten" sind, die durch arbeiten müssen. Sie haben ja selbst berichtet.

Völlig richtig ist, dass gesetzlich festgelegt ist, dass niemand mehr als 6 Tage am Stück arbeiten soll. Dafür gibt es die Gesetze zum Arbeitsschutz.


14. Mai 2012 19:01
Freitag

Ernstin männlich
Willi aus Bielefeld (Nordrhein- Westfalen)

> Wie gesagt, ich persönlich hätte lieber z.B. am Mittwoch
> frei,

Es kommt sicher auf Beruf und Anstellungsvertrag an, dann können Sie auch mittwochs frei machen. Andere würden gern montags nehmen und ich hätte nichts gegen Freitag und ein großer Teil der muslimischen Bevölkerung auch nicht. Ganz sicher würde ein Teil der christlichen Bevölkerung am Sonntag festhalten. Die Wirtschaft ist daran interessiert, daß der Betrieb möglichst 24 Stunden läuft. Ein Konsens wäre nicht in Sicht, aber notwendig. Also lassen wir alles so wie es ist.


14. Mai 2012 19:35
Re:

exOF männlich
Tee aus Hessen

Die Wirtschaft ist daran
> interessiert, daß der Betrieb möglichst 24 Stunden läuft.
> Ein Konsens wäre nicht in Sicht, aber notwendig. Also
> lassen wir alles so wie es ist.

Der Konsens muss verhandelt werden. Aber da schon eine große Zahl der Deutschen sonntags arbeitet (ich meine es wären um die 25%, bin mir aber völlig unsicher dabei) dürfte es für die Abschaffung des freien Sonntages keine Mehrheit geben. Die Schichtarbeiter würden sehr viel Geld verlieren, und dann sind da ja noch die Christen und Traditionalisten. Also keine Sorge, es wird noch lange so bleiben, dass der Sonntag (nervend) frei für alle ist.


13. Mai 2012 18:21
Diese Einstellung ist allerdings

Antwort auf: Ideologie? von: Ernstin

weit von der meinen entfernt und klingt mir schon eher nach einer Ideologie, damit hab ich nichts zu schaffen.


13. Mai 2012 11:25
Re:

exOF männlich
Tee aus Hessen

Antwort auf: Ich sprach nicht von einer Ideologie, von: Seelenblume

Das Christentum ist eine Ideologie, per Definition. Die Begriffe "Seele" und "Segen" sind christlich geprägte Begriffe. Es sind Begriffe einer Ideologie. Was das mit einer Phobie zu tun haben soll... nun gut.


13. Mai 2012 18:22
im übrigen ist mir gerade

Antwort auf: Ich sprach nicht von einer Ideologie, von: Seelenblume

aufgefallen, dass ich vor dem stur festgeschrieben ein nicht vergessen habe. Dann macht es auch Sinn.


12. Mai 2012 12:30
*seufzt*

exOF männlich
Tee aus Hessen

Antwort auf: Also Seelenblume glaubt an Seelen. von: Seelenblume

Und mich macht Arbeit frei, weil ich dadurch Geld verdiene und mir dadurch Dinge leisten kann. Begriffe aus ihrem historischen Kontext zu entreißen... nunja, von mir aus ja eher nicht. Man vergisst zu leicht, was wirklich dahinter steht.


11. Mai 2012 05:53
dogmatisch

Ernstin männlich
Willi aus Bielefeld (Nordrhein- Westfalen)

Antwort auf: Definitiv nein von: exOF

Ich lehne beides kategorisch ab. Es sind
> christliche Begriffe, die keiner Umdeutung bedürfen

Das Kategorische ist mir zu dogmatisch. Segen ist zunächst kein christlicher Begriff. Er wird im AT ausführlich entfaltet, setzt ein in Gen. 2,2 und dann in den Vätergeschichten, ist mit dem Erstgeburtsrecht verknüpft und wird zum Thema von Schacher.
Das Christentum hat später insbesondere die aaronitische Segensformel übernommen. Sie ist aber nur noch ein schwacher Abglanz der ursprünglichen Intentionen, die sicher auch auf vorbiblische Rituale und Kulte zurückgehen.
Ich vermute, hier geht es um etwas Allgemeinmenschliches, nämlich dem Mitmenschen Glück, Erfolg, Wohlbefinden und Lebensfreude zu wünschen. Da wird nichts umgedeutet.


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