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: : die kleine Kneipe...

09. Apr 2012 08:16
re

Adept männlich
Martin aus Niedersachsen

> Die interessanten Personen trifft
> man entweder vor der Tür oder bei privaten Feten.

Als Berufspessimist wende ich ein: Die sterben mit den Kneipen aus.

In Trier gab es den Fischers Maates. Der schaffte eines Nachts den Weg von seiner Stammkneipe in der Weberbachstraße nachhause nicht. Da lag er nun im Straßengraben, und der vorbeikommende Nachtwächter fragte ihn, was er denn da mache. Maates meinte: 'Die Wissenschaften lehren, die Welt dreiht un dreiht sich, un ich worden hei, bes mein Hous lei vorbei kennt.'

Warte mal im Internet auf solch ein Erlebnis.


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09. Apr 2012 13:23
re

jochen54 männlich
johen aus Taunusstein (Hessen)

es sind eher schnellrestorante und ander Imbisse mit superlizens die sich breit machen MC Donalts und kO
Die andern vom Dönerlden kebab bis sog kepab haben Sondererlaubniss keine steuern und so ,famielenclan dan ist es kein
wunder wenn kneiben dicht mchen !


09. Apr 2012 13:27
öhms du ;P

Die andern vom Dönerlden kebab bis sog kepab haben Sondererlaubniss keine steuern und so ,famielenclan dan ist es kein
wunder wenn kneiben dicht mchen !

seit wann zahlen denn türkische Imbissbuden keine Steuern mehr .... *rOfl*


09. Apr 2012 13:33
tja

Free_Gaza männlich
Said

urban legends und natürlich dürfen die "türken die im mercedes zum sozialamt fahren" nicht fehlen.


09. Apr 2012 13:44
öhms du ;P

also bei uns in Berlin fahren alle Türken nur im 5-er BMW beim Sozialamt/Jobcenter vor...

da iss die Illusion paar Mercedes zu finden doch reiner Kokulores ... *gacker*

PS: wer billige Vorurteile in meinem Beitrag zur türkischen Bevölkerungsgruppe in unserem Land findet, der darf sie gerne behalten, ick suche schon lange nach erfolgreichen Wegen diese los zu werden ;-)


09. Apr 2012 14:15
re auf Landmann

Carlos-Alberto männlich
aus Bayern

Antwort auf: die kleine Kneipe... von: Landmann45

Ist die Schließung der Kneipen wirklich ein Verlust für
> das soziale Leben oder nur eine Kosequenz unseres
> geänderten Freizeitverhaltens.


Der Spiegel bezeichnete vor einigen Jahren die Kneipen mal als die letzten Kulturstätten unseres Landes.
Wenn die jetzt auch immer mehr den Bach hinuntergehen, dann weiß man, wohin die Richtung geht.
Sicher haben viele Kneipenbesitzer durch die Umstellung auf den Euro von der DM im Wert von 1 zu 1 ihren Niedergang selbst herbeigeführt.
Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich bei früheren Spessartwanderungen auch im kleinsten Nest eine geöffnete Kneipe antraf, in der man relativ preisgünstig essen und trinken konnte. Heute sucht man diese Wirtschaften oft vergebens.
Was hier in unserer Gegen noch relativ gut läuft sind die Häckerwirtschaften, in denen Winzer ihren eigenen Wein oft sehr preisgünstig anbieten und die auch in der Regel eine sehr gute Atmosphäre haben, und in denen man leicht Kontakt zum Nachbarn kriegt. Diese sind oft schon am frühen Nachmittag völlig überfüllt und die Leute stehen zeitweise Schlange.
Dies zeigt, dass schon ein Bedürfnis da ist, mit anderen zusammenzukommen und sich auszutauschen.
Ich denke also, dass die Kneipenbesitzer sich die negative Entwicklung, dass es seit 2002 1/4 der Wirtschaften praktisch nicht mehr gibt, selbst zuzuschreiben haben.


09. Apr 2012 14:21
nun

Free_Gaza männlich
Said

ich gehe ehrlich gesagt lieber in die pianobar eines 4 sterne hotels und zahle das selbe für mein bier bzw im schnitt 6,80 für einen cocktail pina-colada oder black russian.
das ambiente ist gepflegter und die gäste keine säufer.


09. Apr 2012 18:05
D'accord.

Ariovist männlich
Carebear

Zahle ich das gleiche wie in einer guten Bar, erwarte ich das gleiche wie in einer guten Bar. Bekomme ich es nicht, komme ich nicht wieder.


09. Apr 2012 14:57
re

Landmann45
(Gelöschter Nutzer)

Antwort auf: re auf Landmann von: Carlos-Alberto

> Ich denke also, dass die Kneipenbesitzer sich die negative Entwicklung, dass es seit 2002 1/4 der Wirtschaften

praktisch nicht mehr gibt, selbst zuzuschreiben haben.<


Das ist zum Teil sicher richtig, aber nur die halbe Wahrheit.
Andere haben es ja schon angesprochen.
Den früher typischen Kneipenbesucher, der nach Feierabend sein Pilsken trinkt, den gibt es praktisch nicht mehr. Auch der alte Dorfkrug, wo die ortsbekannten Schluckspechte hockten, ist hier im Norden praktisch ausgestorben.

Übrig geblieben sind ländliche Gasthöfe, die zum großen Teil von den Familienfeiern leben. Grüne, silberne und goldene Hochzeiten, runde Geburtstage u.s.w.
Aber bei den immer kürzer werdenen Lebenspartnerschaften ist das auch kein Zukunftsmarkt.

Typisch für den Norden sind noch die Kohlfahrten im Winter, die noch eingen Gaststätten das Überleben sichern.
Andere bieten ihre Räumlichkeiten für Tagungen und Konferenzen an, bis hin zu dem berüchtigten Rentnerkaffeefahrten.
Aber auch das nimmt ab. Inzwischen hat auch wohl der letzte Rentner begriffen, daß er nur besch... wird.
Aber auch hier herrscht ein harter Wettbewerb.

Der Niedergang begann schon mit dem Fernseher zu Hause in den 70er Jahren. Statt in der Kneipe zu hocken, blieben viele lieber zu Hause und tranken dort ihr Bierchen.

Auch die Trendkneipen haben oft nur eine begrenzte Lebenserwartung. Das geht ein paar Jahre gut, aber dann ändert sich das Verhalten und schon sind sie weg vom Fenster.
In den 1 A Lagen der Innenstädte kommen noch die rasant steigenden Mieten dazu, die die kleinen Kneiper nicht mehr bezahlen können und wollen. Sie werden von den Fashionketten und der Systemgastronomie verdrängt.

Unbd nicht zueltzt gibt es auch Personalproblem. Kaum jemand möchte noch zu den ungünstigen Arbeitszeiten in der Gastronomie arbeiten. Das betrifft sowohl den Service- als auch den Küchenbereich.
Da haben oft nur noch die türkischen, griechischen und asiatischen Familienbetriebe eine Chance, bei denen die ganze Familie zum Einsatz kommt.


09. Apr 2012 16:17
re

Die Menschen ziehen sich zurück aus dem öffentlichen Leben. Bilden Burgen im Privaten.
Die Vereine überaltern - von den Sportvereinen abgesehen -, Sonntags sind die Kirchen leer, die politischen Parteien verlieren ebenso Mitglieder, wie die Gewerkschaften und andere Interessengruppen. Immer weniger Menschen nehmen an den Wahlen teil.
Die Teilnehmer an Großdemonstrationen gehen massiv zurück. Wenn ich von Demos mit 200.000 Teilnehmern berichte, stoße ich auf Unglauben. Zu den Ostermärschen erscheinen in diesem Jahr 1% der Teilnehmer von 1980.

Die Stammkneipen verschwinden zusammen mit den Tip-Gemeinschaften, den Sparvereinen, den Theken-Mannschaften, den Kegel-Clubs.
Der Zusammenhalt in den Betrieben ist aufgebrochen, durch hohe Fluktuation und Leiharbeit.

Der Thatcherismus hat alle gesellschaftlichen Zusammenhänge absichtlich vernichtet, um aus dem Menschen 100% Arbeitskraft zu erzeugen.

In diese Konstellation stoßen nun die verspäteten Einzelkinder, deren Lebensmittelpunkt die Kernfamilie (oft mit nur einem Elternteil) bildet


09. Apr 2012 17:30
RE:

Die Teilnehmer an Großdemonstrationen gehen massiv zurück. Wenn ich von Demos mit 200.000 Teilnehmern berichte, stoße ich auf Unglauben. Zu den Ostermärschen erscheinen in diesem Jahr 1% der Teilnehmer von 1980.

ick war mal auf einer Demo mit weit über 500.000 Teilnehmern... (04. November 1989 in Ostberlin) , wenn ick von dieser Anzahl von Menschen auf einer Demo heutzutage erzähle (immerhin die größte Demo seit Menschengedenken in Deutschland), zeigen mir mehr als 90% aller Schüler auf der Veranstaltung einen Vogel. Nach dem gezeigtem Video sind se dann aber stille ^^


09. Apr 2012 17:41
re

10. Oktober 1981 Bonn Etwa 300.000 Teilnehmer
10. Juni 1982 Bonn Etwa 400.000 Teilnehmer
Ostermarsch 1983 - 700.000 Teilnehmer
22. Oktober 1983 Bonn Etwa 500.000 Teilnehmer


09. Apr 2012 18:32
RE:

Ostermarsch 1983 - 700.000 Teilnehmer

sicher bundesweit und nicht auf einem Fleck *schmunzel*

die Demo damals in Ostberlin gilt nicht ohne Grund als die größte Demo aller Zeiten bislang in Deutschland, die ca. 500.000 Teilnehmer waren nur offizielle Angaben der Volkspolizei und der Staatssicherheit der DDR. Der Veranstalter sprach von ca 750.000 bis zu einer Million Menschen, sicher ist weder das eine noch des Andere *g*

bevor er über die Rathausstraße zum Alexanderplatz führte – dem Ort der Abschlusskundgebung, die über drei Stunden andauerte. Rund eine halbe Million Menschen nahmen an der Demonstration teil. Die Veranstalter selber gingen von einer Million Teilnehmern aus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Alexanderplatz-Demonstration

http://www.youtube.com/watch?v=z8cyk5jW_Ow


09. Apr 2012 18:42
bessere Aufnahme des Songs:

http://www.youtube.com/watch?v=jZX_216u2lE

in dem Video erkennt man auch die Dimension dieser Demo, zumindest wenn man den Berliner Alexanderplatz kennt, ich bin einer von denen die heute von knapp einer Million Menschen auf dieser Demo reden ... die ganzen Seitenstraßen waren mit Menschen vollgestopft damals ...


09. Apr 2012 18:54
re

Antwort auf: RE: von: DocHoliday

Die 500.000 waren auf einem Fleck im Hofgarten in Bonn.


09. Apr 2012 19:02
RE:

wow, na dann Respekt, die Demo vom 04. November '89 ist und bleibt dennoch die größte bisheriger Zeiten in Deutschland, was aber die Machtdemonstration anderer Demos keinesfalls schmälert, ganz im Gegenteil, dieses Land braucht mehr solcher Willensbekundungen ;)


09. Apr 2012 18:01
re

Landmann45
(Gelöschter Nutzer)

Antwort auf: re von: Cenor

die Sportvereine sind auch nicht ohne Sorgen. Sie haben zwar sehr jungen Nachwuchs, aber mit der beginnenden Pubertät verlieren auch viele junge Leute die Lust.

Zudem steigen die schulischen Anforderungen und bleibt dann bleibt einfach keine Zeit mehr für Hobbies. Das betrifft vor allem die Turboabiturienten.

Die Discos sind zwar auch teilweise gut besucht aber die Getränke sind für junge Leute ohne eigenes Einkommen oft zu teuer.
Auf den selbst organisierten Feten der Dorfjugend, wo die Getränke erschwinglich sind, ist es dann rappelvoll.

Und städtische Jugendtreffs schließen aus Kostengründen.


09. Apr 2012 17:55
Never-Ending-2-levels ;)

Antwort auf: die kleine Kneipe... von: Landmann45

> Ist die Schließung der Kneipen wirklich ein Verlust für
> das soziale Leben oder nur eine Kosequenz unseres
> geänderten Freizeitverhaltens.

Diesbezüglich gibt es kein Entweder-Oder-Gegenüberstellung. Weil es zwei verschiedene Ebenen betrifft: die "Konsequenz unseres veränderten Freizeitverhaltens" beschreibt (oder gibt sogar vor, zu erklären) Sachverhalte, also: ontologische Ebene.
'Verlust für das soziale Leben', das ist kein Sachverhalt, das kann man als Bürger lediglich empfinden bzw. drückt eine Wertung aus. Also normativ.
Meßbar sind ggf. die Artikulationen solcher Empfindungen im Sinne von: 50% der Menge X empfindet die flächendeckende Schließung von Kneipen als Verlustk, 50 % der Menge X weint Kneipen keine Tränen nach.

Was die Wertung betrifft, da schließe ich mich vorbehaltlos Ariovist an. Schließung von Kneipen, so what?
In der Gastronomie haben einige die Entwicklungen verpennt, da müssen eben einige Tagediebe andere Erwerbsmöglichkeiten suchen. Taxifahren z.B. Der Wurm muß dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.


09. Apr 2012 18:19
re Albjuwel

Landmann45
(Gelöschter Nutzer)

der Verlust der sozialen Gemeinschaft, die sich auch in den Gasthäusern darstellte, ist durchaus spürbar.

Ich erinnere mich an einen Spruch in einem schwäbischen Wirtshaus über dem Stammtisch: "Da hocket die , die da aldiweil hocket." oder so ähnlich ;-)

Am Stammtisch oder im Wirtshaus nach dem Kirchgang wurde auch (kommunale ) Politik gemacht. Da wurden Weichen gestellt. Nicht immer im negeren demokratischen Sinne.
Es wurde dort aber auch mache Nickeligkeit ausgetragen und bereinigt, die heute vor dem Gericht landet. "Samma wieda guat; Prost".

Aber diese Stammtische werden immer seltener. Das muß man nicht bedauern, da gebe ich Dir recht.

Aber der Rückzug aus der öffentlichen Gemeinschaft hat im breiteren Sinne mit unserem geänderten Freizeitverhalten zu tun. Es ist eben nicht mehr öffentlich, sondern spielt sich im private Bereich ab. Viele gehen nicht mehr abends mal gemeinsam zu einem Essen, sondern lassen sich den Pizzaserviice kommen.

Als alter Sack, der ich nunmal bin, kann ich mich aber an andere Zeiten erinnern. :-)
Da habe ich mich am Freitagabend mit Freunden und Freundinnen in einer Gaststätte getroffen oder ich ging alleine hin und konnte sicher sein, früher oder später würden Freunde, manchmal auch ehemalige Schulkameraden, die in den Semesterferien zu Hause waren, reinschauen.


09. Apr 2012 19:02
re

> alleine hin und konnte sicher sein, früher oder später
> würden Freunde, manchmal auch ehemalige Schulkameraden,
> die in den Semesterferien zu Hause waren, reinschauen.

Ich war vor zwei Jahren in meiner alten Stammkneipe. Da war es Freitags so voll - früher - dass man 5 Minuten bis aufs Klo brauchte. Diesmal bekam ich bequem einen Sitzplatz am Tresen. Und man kannte einfach jeden, oder kannte jemand, der ihn kannte.

Morgens um 10 saßen die Frührentner mit ihren Stangen-Zeitungen auf der Terrasse beim Kaffee, nach Schulschluss stapelten sich dann die Schultaschen der Oberstufe in der Ecke und die Stammhocker hatten schon die ersten Bierchen getankt.
Da konnte man einfach so hingehen und war sicher jemanden zu treffen, den neuesten Klatsch zu erfahren, über die aktuelle Politik und die Bundesliga zu diskutieren.