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: : Hintergründe von Religionskriegen

22. Mär 2012 10:12
Hintergründe von Religionskriegen

Synthr0ck3r männlich
Vadim

Aktuell haben mir die Geschehnisse an der jüdischen Schule in Toulouse gedanklich bezüglich dem Zusammenleben unserer angeblichen Zivilisation zu schaffen gemacht.
Das hier ein religiöser Zusammenhang besteht und evtl. der Konflikt zwischen Israel und dem Iran sogar psychologisch die Hintergründe bereitet hat wage ich nicht einmal zu bezweifeln. Dieser Mohammed Merah scheint natürlich psychisch auch ziemlich krank zu sein, was ich nach Recherchen feststellen darf. Auf der anderen Seite bin ich auch gern mal ein Verschwörungstheoretiker und halte vieles für Anti-Islamistische Propaganda, aber bei dem Gedanken das in diesem Fall ein gezielter Angriff auf jüdische Kinder stattfand wird mir schlecht.
Das sich das Ganze im Nachhinein doch als eine Farce herausstellen könnte und man extra (wieder mal) Leben geopfert hat nur um wieder einen Vorwand zu finden gegen arabische Länder zu agieren wage ich auch nicht zu bezweifeln.

Whatever, worauf ich hinaus will ist einfach die Erkenntnis dass wir weiterhin in einer stupiden Welt leben in der Menschen die anscheinend mit sich selbst nicht klar kommen und sich mit unterschiedlichen spirituellen Ansichten begegnen Hass aufeinander schüren und gewaltsam gegen andere vorgehen nur weil diese einen anderen Glauben haben.
Diese bescheuerten Religionskriege müssen einfach aufhören!
Spiritualität gibt es doch schon seit der Urzeit und der ursprüngliche Gedanke liegt doch darin Menschen Kraft zu geben um auf ihrem Weg weiter zu machen und in Notsituationen etwas zu haben was ihnen Halt gibt. Ich kann sowas doch nachvollziehen, wenn man bspw. mit Naturkatastrophen oder einer Dürreperiode zu kämpfen hat oder einen Menschen im Leben verloren hat oder man auf der Straße sitzt hilft einem der Glauben damit fertig zu werden.
Das sich Glaubensgemeinschaften herauskristallisiert haben ist für mich auch eher eine Folge des gegenseitigen Stützens, was aber wie alles im heutigen Kapitalismus ja bekanntlich verkommerzialisiert wurde.

Aber warum bekämpfen sich diese Glaubensgemeinschaften?
Was lässt diese Idiotie in einem Wecken man solle anderen, die eine andere Form von Spiritualität haben etwas wegnehmen und Völkermord begehen?
Ich sehe den Planeten als das was er ist. Als ein fruchtbares Land voller Leben. Die Erde hat uns das Leben geschenkt und ist das einzig berechtigte Lebewesen (wenn man so will) was auch das Recht hat es uns wieder wegzunehmen. Die Natur ist doch das was um uns existiert und das was wir fühlen ist doch das was uns Kraft gibt und was wir als unsere persönliche Spiritualität bezeichnen.
Warum sollte man also jemand anderen hassen der dieses innere Gefühl anders nennt und anders fühlt nur weil es ihm gut tut?


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22. Mär 2012 11:00
reh

Was mir in dem Kontext gleich auf die Nerven ging, war die Reaktion vom israelischen Außenminister:

"Europa hat jetzt seine Unschuld verloren.....Wir sind mal wieder die armen Opfer......usw.......blabla......"


22. Mär 2012 11:49
Meinung

grayhair
(Gelöschter Nutzer)

Antwort auf: Hintergründe von Religionskriegen von: Synthr0ck3r

Die Menschheit ist - mit Ausnahme der Technik - nicht weiter, als vor 5000 Jahren. Wir werden - nach wie vor - von den gleichen "Dämonen" getrieben: Das Streben nach Macht, Reichtum, Anerkennung, privates Glück. Der Täter war ein Versager. Er hat vom Leben immer wieder eins auf die Fresse bekommen. Das führt zu Frustration und Hass. Da er natürlich allen anderen die Schuld für
sein Scheitern gibt, nur sich selbst nicht, sucht er sich einen Sündenbock um sich gewissermaßen zu rächen und verkauft das als "Kampf für den Islam". Was liegt da näher, als Juden umzubringen, die oft sehr erfolgreich sind und - aus seiner Sicht - die Wurzel allen Bösens sind? Der Typ ist krank, wie der norwegische Attentäter. Menschen die Glücklich oder wenigstens zufrieden sind, die lieben und geliebt werden, neigen selten zum Terror.
"Religionskriege" werden selten wegen Religion geführt, das glauben die Dummen und Naiven. Meistens geht es um "das Ùbliche", nämlich um Macht und Geld, das war schon beim 30jährigen Krieg so. Es wird immer Fanatiker geben, die Morden. Gescheiterte, fanatische Einzelgänger sind immer eine große Gefahr. Und religiöse Fanatiker sind oft die Allerschlimmsten, gefolgt von den politischen Fanatikern. Ich habe nie verstanden, wie jemand der selbst an Gott glaubt, ein Gotteshaus einer anderen Religion schänden kann oder es mit sich selbst vereinbaren kann, Menschen mit einer anderen Religion, zu töten. Oft ist auch eine verzerrte Wahrnehmung Ursache von Terror. Z.B. die RAF, die allen ernstes meinte, Deutschland sei "faschistisch".


22. Mär 2012 12:05
re

Synthr0ck3r männlich
Vadim

> Was liegt da näher, als Juden umzubringen, die oft sehr erfolgreich sind [...]

Aber ein Kind hat doch im Leben noch gar nichts erreicht auf das ein erwachsener Mann neidisch sein sollte...
Warum sucht so jemand sich dann gezielt unschuldige Opfer oder steckt alle in eine Schublade?

> "Religionskriege" werden selten wegen Religion geführt, das glauben die Dummen und Naiven.

Dir ist aber schon bewusst, dass wenn du das behauptest so wie die Geschehnisse für sich stehen verleugnest?
Wenn es wie du sagst nur um "Macht und Geld" geht, was meist im als Ursache Nr. 1 gesehen wird, warum killt dann bspw. nicht der Chef von Bank XY den Konzernchef von Firma AB, wenn du verstehst was ich meine.
Warum wird ein ganzes Land wo man weiß dort hat sich diese oder jene Glaubensgemeinschaft verbreitet, sei es nun aus dem Christentum, dem Judentum oder dem Islam, angestiftet ein anderes Land anzugreifen wo eben eine völlig andere Glaubensgemeinschaft existiert?

> die RAF, die allen ernstes meinte, Deutschland sei "faschistisch".

Ist ein anderes Thema über das ich in diesem Thread nicht debattieren will.


26. Mär 2012 18:37
einfach....

-The_Doctor- männlich
Sheik Yerbouti

> Dir ist aber schon bewusst, dass wenn du das behauptest so
> wie die Geschehnisse für sich stehen verleugnest?
> Wenn es wie du sagst nur um "Macht und Geld" geht, was
> meist im als Ursache Nr. 1 gesehen wird, warum killt dann
> bspw. nicht der Chef von Bank XY den Konzernchef von Firma
> AB, wenn du verstehst was ich meine.

Weil die Vorbeterkaste sich idR. niht dem Risiko aussetzt, selbst ins jenseits befördert zu werden, denn der Gegner könnte sich ja wehren. Blind Gläubige die an eine Belohnung im Jenseits glauben sind das ideale Kanonenfutter. Sie töten im auftrag der Hassprediger oder auch der Kirchenoberen und lassen sich auch ggf in deren Namen, bzw des respektive Vorgeschobenen Gottes abschlachten, bei Selbstmordattentätern geht das sogar in einem Arbeitsgang.

Konzerne und Banken haben bei weitem nicht diese tiefgehende Macht, weil eben der Kapitalismus nicht gleich zur primären Sozialisation gehört und außßerdem gibt es da andere Methoden, Rivalen auszuschalten, in extremen Fällen hilft auch die Mafia aus ;-)


22. Mär 2012 12:15
nun

Free_Gaza männlich
Said

Antwort auf: Meinung von: grayhair

> Die Menschheit ist - mit Ausnahme der Technik - nicht
> weiter, als vor 5000 Jahren

so sehr ich dir in vielen punkten recht gebe, bin ich durchaus der meinung das die menschheit sich entwickelt hat.
alleine die friedensphase in kerneuropa gab es vorher noch nie und es gab keine generation die ohne krieg gelebt hat.
auch würden heute gesetze wie die des adeligen lehnsherren, der das recht auf die erste nacht einer neu vermählten bauersfrau hat 8und nicht ihr eigener mann) heute auf mehr als starke ablehnung stossen.
ähnliches im bereich inqusition, hexenverbrennungen gesellschaftlich anerkannte folter usw.

Was liegt da
> näher, als Juden umzubringen, die oft sehr erfolgreich
> sind und - aus seiner Sicht - die Wurzel allen Bösens
> sind?

die aussage ist falsch auch wenn dieses argument des "geldjuden" immer wieder gerne von antisemiten genutzt wird und wurde und auch fester bestandteil des holocaust war.
wenn man sich die verteilung von vermögen ansieht, unterschieden sich juden auf der ganzen welt nicht von ihren mitmenschen im land.
es wird zeit dieses märchen zu begraben, denn es bietet nur munition zur erzeugung von neid, für die rechten
mir ist aner klar das du nicht in diese kategorie fällst und das wollte ich auch nicht ausgedrückt haben:-)


22. Mär 2012 12:23
re

> lehnsherren, der das recht auf die erste nacht einer neu
> vermählten bauersfrau hat 8und nicht ihr eigener mann)

Das ius primae noctis ist höchstvermutlich eine reine Fiktion. Eine gültige Rechtsnorm war es nie.


22. Mär 2012 12:35
nun

Free_Gaza männlich
Said

im angelsächsischen raum gab es dies schon. fand jedoch keine mir bekannte anwendung. doch ist das auch nicht relevant, da allein das recht darauf heute undenkbar wäre.
egal ob ausgeführt oder nicht.


22. Mär 2012 12:39
re

Yup in Braveheart ;) Nee aber ist schon richtig.
Ich wollte das nur anmerken.


22. Mär 2012 13:06
es

violaodorata weiblich
aus Zürich

es findet sich auch in theaterstücken wie das lange zeit verbotene stück von beaumarchais (in mozarts don giovanni auch verwendet)


22. Mär 2012 13:34
OT

Ja. Im Mittelalter beruhte das auf dem Missverständnis, dass der Gebühr für die Brautnacht, zuvor ein Sachwert gegenüber gestanden haben müsse. Das ist einfach die mittelalterliche Rechtsauffassung.
Um die Aufklärung herum war das dann einfach anti-feudale Propaganda.

Es hat jedenfalls nie eine schriftliche Rechtsnorm existiert und viele Historiker halten das für eine reine Fiktion.


22. Mär 2012 13:51
ot

violaodorata weiblich
aus Zürich

kann gut sein. ich bin keine historikerin und eigentlich hat mich dieses thema nie gross interessiert. ich erwähnte deshalb, dass das (nebst filmen wie der zitierte bravehart) eben auch (nur) in theaterstücken und opern vorkommt. und bekanntlich spiegeln operntexte so gut wie alles nur mit sicherheit nicht das leben oder die realität.


23. Mär 2012 02:53
Deine

canada weiblich
Ricky

Antwort auf: nun von: Free_Gaza

Worte in wessen Ohr auch immer...

Die Generation ohne Krieg ist noch nicht verstorben, könnte also gut sein, dass auch diese noch einen Krieg erlebt. Mal ganz abgesehen davon, dass nur, weil gerade mal in Deutschland kein Krieg herrscht, dies beleibe nicht auf andere Länder zutrifft, Kriege also niemals aufgehört haben..

Ich könnte mir vorstellen, dass Kinder gewählt wurden, um auf die getöteten Kinder im Gaza-Streifen aufmerksam zu machen. Irgendwie ist es ja auch makaber... Liest man von dort umgekommenen Kindern so scheint dies weit weg und schon beinahe normal. Passiert genau dasselbe vor unserer Haustüre, im heiligen Europa ist das Entsetzen gross. Da ist meiner Meinung nach schon was dran. Wenn wir nun die trauernden Mütter in Frankreich sehen und das ihnen von allen Seiten entgegengebrachte Mitgefühl, muss man sich schon fragen, wieso mit zweierlei Mass gemessen wird. Das Leid der Mütter in anderen Teilen dieser Erde ist mit Sicherheit nicht geringen und sollte genauso beachtet werden.
Dann würde sich vielleicht auch mal etwas ändern...


23. Mär 2012 16:20
nun

Free_Gaza männlich
Said

> Ich könnte mir vorstellen, dass Kinder gewählt wurden, um
> auf die getöteten Kinder im Gaza-Streifen aufmerksam zu
> machen. Irgendwie ist es ja auch makaber... Liest man von
> dort umgekommenen Kindern so scheint dies weit weg und
> schon beinahe normal.

ich stimme dir im grossen und ganzen zu.
und was getötete kinder in gaza angeht, so berühren sie mich aufgrund meiner herkunft ebenso wie in deutschland.


25. Mär 2012 04:51
Wow, just wow.

Mindestens 2 Leute also - die "Rockts" mal nicht gezählt, die der Meinung sind, der Mord an jüdischen Kindern müsse auch noch rationalisiert werden. Weil Israel X tut werden jüdische Kinder getötet.

Wenn ich ins palästinensische Gemeindezentrum zur Zeit der Nachhilfestunden gehe und wahllos in die Menge schieße... bin ich dann ein wahnsinniger Rassist, oder möchte ich auf die Gefährdung der Schulen in Sderot und Ashkelon aufmerksam machen?


25. Mär 2012 05:19
re

Zumal sie ja immer behaupten es ginge nicht gegen Juden, sondern gegen Israelis.
Spätestens, wenn man das töten von Franzosen, Amerikanern oder Italienern jüdischen Glaubens überhaupt nur in Verbindung mit Israel bringt, was ja - vernünftig - nicht den mindesten Sinn ergibt, demaskiert sich das ganze als das was es ist.

Man versteckt sich hinter der Kritik an Israel, meint aber die Juden als ganzes.

Da flüstern dann die WTC-Verschwörer, der Hausmeister von Gebäude 7 hieße Rosenblatt und man habe den Besitzer einer Telefongesellschaft in der Synagoge gesehen.


25. Mär 2012 10:45
re

engelrob männlich
Rob

> Zumal sie ja immer behaupten es ginge nicht gegen Juden,
> sondern gegen Israelis.
> Spätestens, wenn man das töten von Franzosen, Amerikanern
> oder Italienern jüdischen Glaubens überhaupt nur in
> Verbindung mit Israel bringt, was ja - vernünftig - nicht
> den mindesten Sinn ergibt, demaskiert sich das ganze als
> das was es ist.

Du meinst also Juden in der Diaspora würden sich nicht mit Israel identifizieren?
Diese kühne These demaskiert dich als wahren Experten.


25. Mär 2012 15:46
re

Also ist jeder Jude auch automatisch Israeli?
Richtet sich dann die Kritik an Israel auch automatisch gegen alle Juden?

War der Holocaust dann nicht eine vorbeugende Maßnahme? Stell Dir nur mal vor diese 6 Millionen Juden würden alle Siedlungen in Westjordan-Land bauen oder im Westen Regierungen wählen, die das unterstützen.


26. Mär 2012 11:51
tja

Free_Gaza männlich
Said

mir sind im westen keine parteien bekannt, die den siedlungsbau befürworten.
allerdings parteien die dagegen sind gibt es zu hauf.
zum beispiel alle die um bundestag sitzen;)


26. Mär 2012 12:10
re

nevahe weiblich
Miss Taravim

Antwort auf: re von: engelrob

> Du meinst also Juden in der Diaspora würden sich nicht mit
> Israel identifizieren?

Du betrachtest Juden in der Diaspora als Israelis?


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