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Archiv des Forums Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - Gesellschaft und Politik: September 2010: 2010

29. Aug 2010 14:36
2010


Bolko männlich
Bolko aus Nähe Oldenburg (Niedersachsen)

65 Jahre nach den Ende der Naziherrschaft und dem Ende des 2. Weltkrieges finden Sarrazins Thesen eine , wenn man den Äußerungen glauben darf, eine breite Zustimmung in der Bevölkerung.

Gibt es in Deutschland immer noch eine große Sehnsucht nach "geordneten Verhältnissen" , wenn notwendig auch unter einer authoritären Führung?

Sind wir in diesem Land überhaupt reif für pluralistische Meinungen oder sitzt der Wunsch nach einer Obrigkeit, die alles für uns entscheidet und richtet doch noch sehr tief?
Ich unterstelle jetzt nicht eine totale übereinstimmung mit den nationalsozialistischen Zielen.

Die Akzeptanz der von uns gewählten demokratischen Regierungen sinkt ständig, ebenso die Bereitschaft sich an den Wahlen zu beteiligén.

Die Staatsform der Demokratie war nicht der ausdrückliche Wunsch des Volkes. Sie wurde uns nach der Niederlage als Staatsform ohne Alternative von den Westalliierten verordnet, basierend auf deren eigener Erfahrung mit der Demokratie in ihren Ländern.

In den Jahren des Aufbaus war die Frage der Staatsform des eigenen Landes eher nebensächlich. Das Land wurde in den ersten Jahren von einem Mann geführt, Konrad Adenauer, der zwar demokratisch gewählt war, aber in seinem Führungstil auch bei der eigenen Partei, durchaus autoritäte Züge zeigte.
Er setzte z.B. die Westbindung und die Wiederbewaffnung gegen den Widerstand breiter Bevölkerungsteile durch.
Seine Regierungszeit , verbunden mit der Überwindung der wirtschaftlichen Not, ist vielen Deutschen unvergessen.

Fehlen uns heute solche Authoritäten? Sind unsere Regierungen in ihren Entscheidungen zu beliebig? Fehlen die klaren Linie, die den Menschen Orientierung bieten? Wir zuviel diskutiert, zu viel zerredet und zu wenig gehandelt?


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29. Aug 2010 19:53
Authoritäten

fehlen jedenfalls, sonst würde autoritäres Auftreten nicht
eine solche Beachtung finden. Aber es sind nicht die
Autoritäten, die mangels eigener Vision nach alten Rezepten
greifen, sondern die veränderten Lebenswirklichkeiten aufgreifen
und nach vorne blicken - und auch Mut zu Fehlern haben.
Die Gesellschaft ist ja nicht nur pluralistischer geworden, sondern
auch exzentrischer, d.h. arbeitsteiliger und unverbindlicher.
Spezial-Experten ohne Überblick gibt es genügend, es fehlen
fundierte Universalisten.


29. Aug 2010 21:07
re

pauline44 weiblich
aus Berlin/ Brandenburg (Berlin)

Antwort auf: 2010 von: Bolko

sarrazin findet nicht aus nazihaften gedankengut zuspruch in der bevölkerung,
nein jeder der ehrlich zu sich selbst ist, weiss das wir mit den vielen nicht richtig
deutsch sprechenden emigranten weit zurück in der bildung liegen und es sehr
viele davon gibt die hartz 4 beziehen, das macht sauer, es darf aber keiner den
emigranten die schuld geben, die schuld tragen die, die alle mal an der regierung
waren, manche davon hatte fast in jeden satz multi kulti aber dafür das die multis
bei uns kulti werden nix getan, jetzt ist die misere da und es wird nix richtig unter-
nommen das zu ändern, im gegenteil es kommen immer noch angeheiratete ins
land die uns dann auf der tasche liegen, auch finde ich es sehr anmassend das ein
türkischer mitbürger die entfernung von sarrazin verlangt, was ich auch von deut-
schen für irrwitzig halte, WIR LEBEN IN EINEN LAND DAS IN DER VERFASSUNG VER-
ANKERT HAT, DAS WIR UNS FREI ÄUSSER KÖNNEN, nix weiter hat sarrazin getan,
man kann seine sprüche kritisieren aber keine forderungen nach seiner entlassung
stellen, das ist nämlich nicht demokratisch


29. Aug 2010 21:10
Mhm

Es ist interessant zu beobachten, wie groß die Schnittmenge zwischen Rechten und selbsternannten Linken doch wirklich ist.


29. Aug 2010 21:46
re

pauline44 weiblich
aus Berlin/ Brandenburg (Berlin)

wer mich für was hält ist mir schnurz piepe, meine familie weiss
wer und was ich ich bin, aber ich geh auf die barrikaden wenn
jemand wegen seiner meinung seine existenz verlieren soll, ich
freu mich über jeden der gegen den strom schwimmt egal was er
für nen mist rausbringt, unsere vergangenheit hat es doch bewiesen
das vielen mitläufer der untergang sind


29. Aug 2010 21:49
re

Das ist aber nicht "gegen den Strom-schwimmen", sondern das mitschwimmen in einer (ziemlich schlammigen) von vielen Strömungen.


29. Aug 2010 23:04
re

pauline44 weiblich
aus Berlin/ Brandenburg (Berlin)

das ist deine meinung, ich hab ne andere dazu,
also hat jeder seine eigene und das ist gut so
solange jeder den anderen seine meinung lässt


29. Aug 2010 21:59
re

EarthTwin
(Gelöschter Nutzer)

Antwort auf: Mhm von: ineffizient

schon immer war..

die rechten sind links national
die linken sind links international

da sind die schnittmengen logischerweise sehr gross..


29. Aug 2010 21:21
re auf Pauline


Carlos-Alberto männlich
aus Bayern

Antwort auf: re von: pauline44

sarrazin findet nicht aus nazihaften gedankengut zuspruch
> in der bevölkerung,
> nein jeder der ehrlich zu sich selbst ist, weiss das wir
> mit den vielen nicht richtig
> deutsch sprechenden emigranten weit zurück in der bildung
> liegen und es sehr

wenn ich richtig informiert bin ist Sarrazins Frau Grundschulllehrerin und wer weiß welche Erfahrungen sie gemacht hat in einer Multi-Kulti-Klasse. Irgendwo müssen seine Ansichten ja entstanden sein.


30. Aug 2010 06:24
OT

Demoni
(Gelöschter Nutzer)

31. Aug 2010 09:27
re

Antwort auf: re von: pauline44

lese beim morgenkaffee gerade deine meinung und will dazu mich auch demokratisch äußern. klar er kann sagen was er will und, vermutlich, weil er ein alter mann in gehobener position ist, auch reich und so, es auch geschafft hat, sein buch zu veröffentlichen, was nicht jedem gelingt, also vermutlich wegen aller solcher gründe, nimmt man das, was er sagt sehr ernst. natürlich nehmen wir es auch ernst, weil wir erzogen worden sind dazu, alte leute zu ehren und alte männer sowieso.

und weil wir es so ernst nehmen und alle miteinander einen an der klatsche haben, was diese ganze rederei angeht, reagieren wir drauf. warum auch nicht, schuld ist die erziehung, wie schon gesagt.

jetzt mal was zu dem, was er gesagt hat: ich finds scheiße. sagte er, sein großer zeh sei jüdischen ursprungs, seine ohrmuschel links und die andere irgendwie schräg, seine ellenbogengelenke, beidseits (!), ziemlich stark die türkischen kopftuchtragenden schulmädchen hassten, hätte ich vermutlich starkes und anhaltendes interesse an dieser person und diesem mann und würde mich gerne mit ihm beschäftigen. tut mir leid, so bin ich halt drauf. schräge leute sind mein ding.

aber das, was er sagt, ich muß gähnen. abgeratztes langweiliges zeugs, zudem hilfts ja nicht weiter. leider schreibst du auch etwas davon. multi kulti hätte man gesagt, ja, hat man, und heute hätten wir die folgen. na, kann man so sehen, obwohl ich es anders sehe, aber du kannst ja sehen wie du willst. nur, die leute, die man damals aus ihren arbeitsarmen ländern hierher gelockt hat, angeworben heißt das wohl, die können nix dafür. auch nicht "die russen", und all die, die wir heute importieren, damit wir wieder welche dahaben, auf denen man rumtrampeln kann. aktuell wollen wir ja nur noch solche, die schon was gelernt haben, westliche standards und so - na, das ist verständlich, wir sind allgemein für mehr bildung. bildungsoffensiven dürfen nicht aufhören bei ausländereinfuhren.

soweit meine meinung, ganz persönlich natürlich, und sicherlich unvollständig und oberflächlich geschildert. wenigstens mal mit paar absätzen hier rein getippselt, für die ganzen absatzfreaks.

entlassen werden sie den nicht, er ist ein total medienfüllender körper. geistkörper deutscher medien, wobei ich davon ausgehe, daß auch die gelder hierfür längst vom internationalen, kosmopolitisch tätigen sponsorenbereich der freien märkte kommen. hierfür habe ich weder link noch beweis, auch keine eingebung, nein, auch hier handelt es sich nur um eine vermutung. wie ich schon schrieb.


31. Aug 2010 11:21
re

pauline44 weiblich
aus Berlin/ Brandenburg (Berlin)

ich kann dazu nur meinen, wer alles was er liest ernst nimmt
ist selber schuld, er sitz weningstens nicht im fernsehen und
grinst blöd vor sich her wie andere die den grössten scheiss
verkünden und uns noch dabei saublöd angrinsen, wo die
menschen das heulen bekommen


31. Aug 2010 19:15
re

alles schwachmatisch, ganz klar.


29. Aug 2010 23:25
well...

KlausTaler
(Gelöschter Nutzer)

Antwort auf: 2010 von: Bolko

> Fehlen uns heute solche Authoritäten? Sind unsere
> Regierungen in ihren Entscheidungen zu beliebig? Fehlen
> die klaren Linie, die den Menschen Orientierung bieten?
> Wir zuviel diskutiert, zu viel zerredet und zu wenig
> gehandelt?

1. Jein... damals war wohl einfach ein anderer Schlag Mensch am Ruder mit völlig anderen Erfahrungen (Krieg, Entbehrungen in der Kindheit usw.) und EVENTUELL konnten sich beide Seiten besser ineinander hineinversetzen?

2. In einer schnelllebigen Zeit, wo jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, nicht weiter verwunderlich..nur könnt ich da von einer polit. FK mehr "langfristiges Denken" und Standfestigkeit/klare Kante erwarten und mehr "KOMMUNIKATION" sprich: Warum und wieso jetzt z.b. der Ausstieg aus dem Atomausstieg sein muss und net dieses Peinliche "Wer kauft wen und wieviel kostet das?"-Theater

3. Eher dass am Ende einer Diskussion, wenn es Zeit zum Handeln wäre nur noch so'n Kleinstkompromiss rauskommt, welcher unterm Strich nichts ändert.

Und all das bei mehr und mehr Bürgern, denen dieses Theater langsam aber sicher zum Hals heraus und noch mehr am Arsch vorbeigeht... Wenn da ein Sarrazin sein Buch als Info-Häppchen serviert und sich dann noch als neuster Klartext-Fetischist präsentiert, verwundert das eigentlich nicht, dass er auf so hohen Zuspruch stösst.

Nur das macht den Inhalt seines Buches nicht wahrer ;)


29. Aug 2010 23:35
re

Antwort auf: 2010 von: Bolko

Deutschland......... aus Minderwertigkeitsgefühl geboren in Grössenwahn verfallen, zweimal auf den Boden geholt, geleimt, zerstückelt, geleimt und zersplittert. 130 Jahre viel Lärm um nichts und Millionen von Toten.
Und die Idee...denn mehr ist ja der Zusammenschluss aller Deutschen nicht, eine niemals verwirklichte Idee sehnsüchtiger Dichterlein, ist immer noch der selbe Unfug.

Immer wenn er sich rührt ist er nur eine Identitätsfrage als Gegenentwurf. Immer noch die selbe Eifersucht, immer noch die selbe Minderwertigkeit.
Und immer noch nicht verstanden. Dieses Gespenst hat unter dem Besatzungstatus geschlafen. Das böse, neidische Deutschland, das so verzweifelt Nation sein will. Einen Platz an der Sonne sucht. Das Weltmacht sein will, gross wichtig, mächtig, Export und Fussballmeister.

Und da stören die fremden Gesichter, Geräusche, Gerüche, die Vaterlandslosen und die zum Herrenmensch nicht taugen oder nicht streben.
Und immer ist der Traum scheinbar zu greifen nah. Nun trägt der welsche Feind Schnurrbart statt Hakennase, will den Traum verwässern, die Brunnen vergiften und die Jungfrauen schänden.

Es sind nicht die Bayern, Sachsen, Schwaben, Friesen und Rheinländer - es ist dieses Deutschland - diese Idee deren wahnhafte Verwirklichung sich als säbelrasselnder Preusse an unsere melancholischen Bastlerseelen gehängt hat, die im Geräusch der Kanonen nun Blut und Boden dichten und Macht und Geld denken.

Diese Nation ist eine Mi?geburt und der Schoss aus dem sie kroch bringt immer neue Schreihälse hervor, die Kultur und Rasse bewahren wollen, bis der Tag der Glorie kommt. Die Wiedergeburt des heilgen römischen Reiches deutscher Nation unter einem mythischen Königheil das unter dem Kiffhäuser ruht.

Wir müssen mit diesem Mist endlich aufhören. Das hat nie zu etwas gutem geführt.


30. Aug 2010 13:49
re


Adept männlich
Martin aus Niedersachsen

> Diese Nation ist eine Mi?geburt

Leuten vorschreiben zu wollen, als was sie sich fühlen sollen, wird niemandem gelingen - nicht einmal dem eifrigsten Forenschreiber. Ich schätze, die Mehrzahl der Deutschen fühlt sich als solche. Wenn du persönlich dich ausschließlich als Württemberger oder weiß der Himmel was ansprechen lassen willst, o.k., da lässt sich drüber reden. Wie auch immer ist direkt damit kein Problem verbunden. Die Naziverbrechen den Deutschen zuzurechnen, geschieht mit Recht. Man müsste sie aber ebenso den sich als Bayern, Pfälzern, Sachsen usf. definierenden Menschen nicht minder zurechnen.

Was nach einen Jahrhundert voller Kriege auf den Prüfstand der Geschichte zu stellen wäre, ist die Idee des Nationalstaates ansich: M. E. hat ein Staat zu funktionieren. Seine Politiker sollen möglichst vernünftig agieren. Eine gewisse Größe der Staatsgebilde scheint mir Sinn zu machen. Aber ob der Staat ein nationaler ist oder nicht, kann uns m. E. Jacke wie Hose sein. Wenn uns das klar wird, mag sogar diese Republik noch besser werden.


31. Aug 2010 14:01
hm...

Antwort auf: re von: Cenor

Die "Kultur" bewahren...?! Was spricht denn da eigentlich dagegen? Das begreife ich nicht so ganz.
Ich finde da nichts anstössiges - meine Nachbarn, "die Russen" (hat da jemand so nett geschrieben) - versuchen das ja auch, wenn sie zB bei ihren Feiern irgendwann anfangen ihre Volkslieder zu singen - und das klingt wunderschön, und hat auch nichts erschreckendes an sich...


31. Aug 2010 14:34
re

Niemand wird gehindert seine Kultur zu bewahren. Du kannst in die Volkstanzgruppe gehen, Jodeln, Weisswürste mit Kraut essen und in Kniebundhosen und rotkarrierten Hemden wandern bis zum abwinken und dazu Heino aus dem Kofferradio hören.
Daran hindert Dich niemand.

Was die Deutschtümler wollen ist, dass gleichzeitig niemand anders in ihrem Land auch Kultur ausübt.
Dabei haben wir das längst. Denn die Mehrheit der Deutschen ist ja auch subkulturell unterwegs.
Auch ohne einen einzigen Ausländer wäre Deutschland multikulturell.

Dieses Deutschland mit seiner Leitkultur existiert nur als Fiktion.
Wir sind auch nicht christliches Abendland. Mehr als 40% der Deutschen sind Atheisten oder Agnostiker.
Es gibt Deutche Juden, Buddhisten, Hindus und auch Muslime.
Es gibt hier keine Leitkultur oder Dialektzwang. Es gibt auch keine Mindestbildung oder einen Mindestwortschatz.

Das ist nur ein Pseudoargument um die eingene Fremdenfeindlichkeit zu begründen.


31. Aug 2010 15:01
hm...

> Niemand wird gehindert seine Kultur zu bewahren.

> Was die Deutschtümler wollen ist, dass gleichzeitig
> niemand anders in ihrem Land auch Kultur ausübt.

> Dabei haben wir das längst.

Gibt es dann tatsächlich einen Grund, sich zu sorgen? Denn das, was an... Fremdkultur?... hier herrscht, ist doch schon eine Menge, die man auch nicht mehr ändern kann... Und somit kann man den "Deutschtümlern" auch nur noch abwinken und kann sie keinen Deut ernst nehmen.
Ich frage mich manchmal, ob sich diese ewig Gestrigen bei Nichtbeachtung nicht auch von selbst erledigen würden...


31. Aug 2010 15:02
im

EarthTwin
(Gelöschter Nutzer)

Prinzip schon..

aber wenn ein Politiker bei der deutschen Bank sowas sagt... ist das schwer zu ignorieren.. oder?


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