spin.de · die Community: Diskussions-Forum und Chat - Lern nette Leute kennen!

» Kostenlos anmelden
Sitemap

Archiv des Forums Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - Gesellschaft und Politik: August 2010: Kapitäne der Landstraße

23. Aug 2010 23:42
Kapitäne der Landstraße


Bolko männlich
Bolko aus Nähe Oldenburg (Niedersachsen)

Aus dem früheren romantisiertem Bild der Kapitäne der Landstraße oder neudeutsch Trucker, sind heute Knechte der Autobahnen geworden.
Termindruck, teilweise grenzwertig unmenschliche Arbeitszeiten, ständige Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren. oder durch Bußgelder auch noch finanzielle Verluste zu erleiden prägen deren Alltag.
Die in vielen Roadmovies verherrlichte Freiheit gibt es schon lange nicht mehr, falls es sie überhaupt gegeben hat.

Die Ursachen sind vielfältig.

Zum einen es gibt viel zuviel Frachtraum. Der Transport überdie Straße ist zwar ökologischer Unsinn aber ökonomisch. Das drückt die Frachtraten.

Der Anfang vom Ende der Freiheit der Trucker war das Zauberwort "Just in time".
Keine teuren, kapital- und personalintensiven Läger mehr. Die Ware für Verkauf und Produktion wird an dem Tag geliefert, an dem sie gebraucht oder verarbeitet werden.

Für die Autoindustrie Motoren aus Frankreich, Sitze aus Spanien, Getriebé aus Tschechien, Elekronik aus Schwaben u.s.w Kein Vorrat für mehr als 3 Tage. Lopez läßt grüßen.

Das funtioniert aber nur, wenn man die Logistik, das sind die Fuhrunternehmer und Spediteure, bis auf die letzte Minute plant und natürlich zu grenzwertigen Bedingungen. Ein Fehler und der Autrag ist weg. Es gibt ja genügend andere.

Das Ergebnis sind übermüdete Fahrer und an der Grenze des Burnout vegetierende Disponenten. Nicht zu reden von Fahrzeugen an denen nur das Notwendigste repariert wird, die bei Routinekontrollen der Autobahnpolizei mit bis zu 60 % der überprüften Fahrzeuge beanstandet werden müssen.

Die fünfzehn verschiedenen Sorten Joghurt und 20 verschiedenen Katzenfutter , die der Kunde im Supermarkt erwartet, bezahlen die Fahrer der LKW's mit ihrer Gesundheit.

Den härtesten Fall, den ich persönlich erlebt habe und belegen kann, war ein holländischer LKW Fahrer, der von Rotterdam nach Saarbrücken, von dort nach Belgrad, von dort nach Wien, und dann über Duisburg nach Bremen ohne nennenswerte Pause gefahren ist. Wir haben ihn in Bremen aus dem Verkehr gezogen, weil er lebensbedrohlich erschöpft war.
Nach der Planung seiner Firma hätte er in Bremen laden und sofort danach nach Antwerpen fahren sollen. Das Geld für ein mögliches Bußgeld wegen Lenkzeitüberschreitung hatte er dabei. Sicherlich kein Regelfall aber doch nicht so selten.

Es gibt ab 2010 das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz , bei dem alle fünf Jahren eine Grund- und Weiterbildung von 35 Stunden vorgeschrieben ist, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern.
Diesen Nachweis müssen alle Berufskraftfahrer innerhalb der EU führen. Ansonsten erlischt die Fahrerlaubnis.

Wird das etwas an der Ausbeutung der Fahrer ändern?


Möchtest du mitreden?     Kostenlos Anmelden

23. Aug 2010 23:59
re

Das System ist gut, aber es gehört auf die Schiene.


24. Aug 2010 00:37
re


Bolko männlich
Bolko aus Nähe Oldenburg (Niedersachsen)

die "Schiene" kann das nicht leisten.

Wie lange wäre denn ein Waggon von Spanien oder Tschechien nach Wolfsburg oder Ingolstadt unterwegs? drei Tage , vier Tage, eine Woche?

Die Bhan stellt den Waggon auf das Anschlußgleis und sagen, sieh zu , wie Du ihn entlädst, wir holen ihn heiute abend wieder ab. Der Fahrer der Spedition macht ja häufig noch die Dienstleistung des Entladens.

Und im Bereich der Supermarktversorgung für den Endverbraucher geht das schon gar nicht.


24. Aug 2010 00:54
re

Schon klar. Die Bahn, wie sie jetzt ist bekommt das nicht gebacken.
Aber wenn wir uns ansehen wie Personalintensiv das derzeit ist. Das 50-100 fache von dem, was der Bahntransport an Personal bräuchte.

Seit Jahren, ja Jahrzehnten weiss man dass das einen Kollaps bringt auf der Strasse.
Die Parkplätze sind vollgestopft, die Strassen überlastet, die Fahrer an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und dass ist erst der Anfang, denn im Hintergrund schlummern die expoldierenden Umsätze der Warenlieferungen.
Mal nen Blick auf den Duisburger Hafen geworfen? So sieht die Zukunft der Logistik aus.
1000 km Peking Frankfurt. Hochgeschwindigkeitszüge auf 2 Trassen.

Der Postkutschenverkehr von heute ist Mumpitz. 1 Fahrer für nen halben Güterwagon.
Die Zeit der Cowboys ist vorbei. Fence em in.


24. Aug 2010 12:23
re

TerrorTwins männlich
Terror

Antwort auf: re von: Bolko

> die "Schiene" kann das nicht leisten.

Schiene und Binenschiff können das sehr wohl leisten. Ein Waggon transportiert bis zum 6fachen dessen, was ein LKW transportiert. Ein Binnenschiff packt locker 1200 to oder 100 Container.

> Wie lange wäre denn ein Waggon von Spanien oder Tschechien
> nach Wolfsburg oder Ingolstadt unterwegs?

Bei Auslastung und Standardverbindungen1 benötigt der Zug weniger Zeit, als der LKW.

Da gibt es weder Lenkzeitenverordnung, noch BAB-Kontrollen, Staus, Essenspausen.

Auf die Masse umgerechnet, ist sogar das Binnenschiff schneller, als der LKW. Basel-Rotterdam = 2,5 Tage bergab, 4 Tage bergauf, inkl. Be- und Entladen. Mit 1200 to. Das wären 48 LKWs. Wie lange benötigen die, inkl. Be- und Entladen?

> abend wieder ab. Der Fahrer der Spedition macht ja häufig
> noch die Dienstleistung des Entladens.

Illegalerweise. Was künftig wegfallen wird. Hier wurde im Ursprungsthread2 die korrekte Aussage getroffen. Weder transportrechtlich, noch lenkzeitenrechtlich, noch produkthaftungsrechtlich zulässig.

Dafür gibt es künftig "auf die Fresse".

Der LKW rollt nur, eil er das Transportmittel ist, bei dem sich die maximale Subunternehmerkette abbilden läßt, die Preise am Besten dumpen lassen und sich immobilien- und prsonalsparende (Groß-)Kunden einbilden, ein Konsignationslager auf die Straße verlegen zu können.

Was meinst Du wohl, was da passiert, wenn bspw. ab 2012 die CO2-Nummer auch für Speditionen gilt?


24. Aug 2010 12:51
re


Bolko männlich
Bolko aus Nähe Oldenburg (Niedersachsen)

Du rennst offene Türen ein.

Bei bestimmten Produkten stimmt der Vergleich. In Bezug auf Container gilt ja jetzt schon die Maßgabe, den Bahn - oder Binnenschiffstransport zu bevorzugen und erst bei Unmöglichkeit die Straße. Man sieht auf den Autobahnen sehr wenig Containertransporte und das sind häufig Verteilertransporte von den Containernahnhöfen zum Kunden.

Bei der zunehmenden Menge der Uberseecontainertransporte wäre die Straße gar nicht in der Lage, diese Mengen an Container aufzunehmen. Das Roll -on - roll off Conzept per LKW ist ja schon länger beerdigt.

Bis vor zwanzig oder dreißig Jahren war der Bahnanschluß für fast jedes mittlere Handels- oder Produktionsunternehmen normal. Diese Anschlüße wurden aber nach und nach fast alle aufgegeben. Mit dem Ausbau der Autobahnen bis in die letzte Provinz wurde der Bahntransport bis auf Massengüter uninteressant, sowohl finanziell als auch zeitlich.
Im der Folge wurden auch nahezu alle Güterumschlagstationen der Bahn geschlossen.

In Bereich des Stückgutes wird sich daran auch in der nächsten Zeit nichts ändern trotz Ökodieselzuschlag und Mautgebühren.

Meine wöchentliche 500 - 700 kg Palette ist, bis zum Mittag am Niederrhein bestellt, ist innerhalb von 24 Stunden hier am Ort. Das ermöglicht eine geringe Kapitalbindung und eine hohe Umschlagszahl.


24. Aug 2010 13:17
re

> Bis vor zwanzig oder dreißig Jahren war der Bahnanschluß
> für fast jedes mittlere Handels- oder
> Produktionsunternehmen normal.

Bahnverbindungen, die abgebaut wurden, kann man auch wieder aufbauen. Richtig ist unsere Infrastrukur hat sich da falsch entwickelt.
Als ich ein Kind war liefen bei allen grossen Firmen direkt Gleise ins Werk und in meinem Stadteil gab es 2! Güterbahnhöfe.


24. Aug 2010 13:37
teilweise...

undertaker1963 männlich
deadman aus Niemandsland (Niedersachsen)

> Bahnverbindungen, die abgebaut wurden, kann man auch
> wieder aufbauen.

...geschieht dies heute auch schon wieder.
ein in meiner region bekanntes unternehmen, welches windkraftanlagen herstellt, hat auf eigene kosten vor kurzem eine seit langem stillgelegte und teilweise abgebaute bahnstrecke zwischen aurich und emden neu errichten lassen und mittlerweile in betrieb genommen, um die notwendigen schwertransporte von der straße auf das gleis zu verlegen.
bei entsprechend wirtschaftlichem interesse, wobei sicherlich eine (mit)finanzierung durch die betreffenden unternehmen voraussetzung wäre, wäre ein weiterer wiederausbau des schienennetzes sicherlich denkbar.


24. Aug 2010 13:48
re

Und mit ein bisschen mehr Kohle, kann man Gütertransporte auch unter die Erde verlegen.
Und mit intelligenter Technologie kann an die auch weite Strecken ganz ohne Fahrer auskommen lassen.


24. Aug 2010 13:51
günstiger

KlausTaler
(Gelöschter Nutzer)

http://de.wikipedia.org/wiki/Cargolifter_AG

Klar, sie sind insolvent, aber Patente, Knowhow usw. sind erhalten geblieben.


24. Aug 2010 15:32
Problem...

-The_Doctor- männlich
Timelord

> http://de.wikipedia.org/wiki/Cargolifter_AG
>
> Klar, sie sind insolvent, aber Patente, Knowhow usw. sind
> erhalten geblieben.

Deren Hangar ist heute ein tropisches Erlebnisbad bzw. Indoor Freizeitpark. Und soweit ich informiert bin, waren die Baukosten für den ersten Hangar einer der Hauptgründe für das letzendliche Scheitern, weil sie das Projekt enorm verteuert haben. Dummerweise braucht man für Bau und Wartung von Starrluftschiffen solch gigantische Hallen, die größenmäßig noch die Boeing Montagehallen in Seattle übertreffen. Keine Frage ich hätte die Monsterzigarre auch gerne fliegen sehen1, aber da müssen sich erst mal genügend Investoren zusammenfinden die risikofreudig oder auch verrückt genug sind, das Projekt durchzuziehen.


24. Aug 2010 15:40
hmm :)

KlausTaler
(Gelöschter Nutzer)

> Deren Hangar ist heute ein tropisches Erlebnisbad bzw.
> Indoor Freizeitpark. Und soweit ich informiert bin, waren
> die Baukosten für den ersten Hangar einer der Hauptgründe
> für das letzendliche Scheitern, weil sie das Projekt
> enorm verteuert haben. Dummerweise braucht man für Bau
> und Wartung von Starrluftschiffen solch gigantische
> Hallen, die größenmäßig noch die Boeing Montagehallen in
> Seattle übertreffen. Keine Frage ich hätte die
> Monsterzigarre auch gerne fliegen sehen[fn so als alter
> Aeronautikenthusiast], aber da müssen sich erst mal
> genügend Investoren zusammenfinden die risikofreudig oder
> auch verrückt genug sind, das Projekt durchzuziehen.

Nun, die Transporte nehmen von Jahr zu Jahr zu, die Strassen sind verstopft, die Schienen erreichen bald auch ihre Kapazitätsgrenze und Frachtflugzeuge sind zwar schnell, aber auch genauso teuer...

Ein Luftschiff fährt (nicht fliegt! *gg*) meines Wissens nach auch in Höhen, wo selbst ein isländischer Vulkan ihm nichts anhaben könnte.

Aussserdem: Vor 100 Jahren erfand ein verrückter "Monama" (Benz hiess er glaub ich..) ein Gefährt, dass ohne Pferde,aber mit Pferdestärken voran kam. Verrückte haben immer schon den Fortschritt gebracht, sonst würden wir heute nicht am PC sitzen, sondern uns per Steintafeln unsere Ideen und Ergüsse präsentieren ;)

Ich werd beim Cargolifter den Verdacht nicht los, dass die Insolvenz einigen gut in den Kram passte... weil prinzipiell ist die Idee unschlagbar gut und nur weil so'n Ding 'ne grosse Halle braucht... *seufz*


25. Aug 2010 11:41
hmmm

-The_Doctor- männlich
Timelord

> Ein Luftschiff fährt (nicht fliegt! *gg*) meines Wissens
> nach auch in Höhen, wo selbst ein isländischer Vulkan ihm
> nichts anhaben könnte.

Natürlich "fährt" es (kommt davon wenn mean beim Positg nicht aufpaßt).
Die Höhe ist weit geringer als bei Passagierjets und selbst wenn es in eine Aschewolke geriete, gäbe es weitaus weniger Probleme, weil die Triebwerke nicht verstopfen können, da die Geschwindigkeit weitaus niedriger ist könnten bei Verbrennungsmotoren die Lufteinlässe mit entsprechenden Filern versehen werden, da die Maschinen ja nicht auf einen mehr oder minder direkten Luftstrom angewiesen sind, wie Turbofans bzw Mantelstromtriebwerke oder die guten alten Turbojets. Ein Luftschiff wird in so einer Wolke im schlimmsten Falle dreckig und um einige Kg schwerer, eventuell konnten oberflächliche Schäden an den Propellern entstehen, aber das wäre vernachlässigbar.
Außerdem wäre das Teibstoffverbrauch/Nutzlastverhältnis weitaus besser. Die Nachteile bestehen halt in der enormen Größe (ca 300m Länge) und der damit verbundenen Windanfälligkeit und dem daraus resultierenden Platzbedarf am Boden. Für Schwerlasttransporte in entlegene Gegenden ohne Flugplatzanbindung oder für den Transport extrem Großer Teile, die in keinem Flugzeug untergebracht werden könen wäre das Gerät aber ideal.
Es wäre wirklich interessant gewesen zu erfahren wie sich die zivile Luftfahrt wohl entwickelt hätte, wenn sich die Luftschiffe in den dreißiger Jahren als echte Alternative durchgesetzt hätten. Könnten dann Linienflüge z.B. direkt am Empire State Building andocken so wie es der Plan ursprünglich vorgesehen hatte?1

> Ich werd beim Cargolifter den Verdacht nicht los, dass die
> Insolvenz einigen gut in den Kram passte... weil
> prinzipiell ist die Idee unschlagbar gut und nur weil so'n
> Ding 'ne grosse Halle braucht... *seufz*

Ich fand die Idee auch genial, sie hatte nur einen entscheidenden Fehler: sie sollte im Land der Bedenkenträger realisiert werden, des kann ja nicht gut gehen.^^


24. Aug 2010 14:20
re

AllenDulles männlich
Allen

Antwort auf: re von: Cenor

> Und mit ein bisschen mehr Kohle, kann man Gütertransporte
> auch unter die Erde verlegen.
> Und mit intelligenter Technologie kann an die auch weite
> Strecken ganz ohne Fahrer auskommen lassen.

Ähmm, hast du eine Ahnung was Tunnel so Kosten? Der Eurotunnel hat mit seinen 50km Länge 15 Milliarden Euros verschlungen, da ist Oberirdisch Bauen bedeutend billiger.

mfg
Allen


24. Aug 2010 14:28
re

Nun ist aber Europa nicht unter Wasser - noch nicht ;)
In Tunneln regent es nicht in Tunneln schneit es nicht, Tunnel machen weniger Lärm.


24. Aug 2010 15:08
re

AllenDulles männlich
Allen

> Nun ist aber Europa nicht unter Wasser - noch nicht ;)
> In Tunneln regent es nicht in Tunneln schneit es nicht,
> Tunnel machen weniger Lärm.

Die 4km der neuen U4 Linie in Hamburg werden auch um die 350 Millionen wohl Kosten. Tunnelbauen ist teuer, egal ob da Wasser ist (mit Grundwasser musst du überall kämpfen) oder flaches Land.

mfg
Allen


24. Aug 2010 15:34
oooch

-The_Doctor- männlich
Timelord

Antwort auf: re von: Cenor

> Nun ist aber Europa nicht unter Wasser - noch nicht ;)
> In Tunneln regent es nicht in Tunneln schneit es nicht,
> Tunnel machen weniger Lärm.

Wenn du einen U boot Frachtcontainer entwirfst der superkavitationsfähig ist, ist wasser kein Problem, im Gegenteil, dann geht alles noch vieeel schneller. ^^


24. Aug 2010 14:17
re


Bolko männlich
Bolko aus Nähe Oldenburg (Niedersachsen)

Antwort auf: teilweise... von: undertaker1963

das stimmt nur bedingt.

Die Auslieferung der Windkraftelemete erfolgt, schon wegen der Überbreite einiger Teile, als Sondertransport über die Straße. Da sind die Möglichkeiten der Bahn begrenzt.


24. Aug 2010 01:07
Verpflichtende Weiterbildung

Antwort auf: Kapitäne der Landstraße von: Bolko

Ob die verpflichtende Weiterbildung tatsächlich eine Änderung der bestehenden Verhältnisse schaffen kann, wage ich zu bezweifeln. Natürlich wird sie abgesessen, aber die genannten Faktoren werden sich dadurch nicht ändern...schließlich geht es um Profit und Konkurrenz- auch auf Kosten der Fahrer- und nicht zuletzt auch auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmer, die eventuell in Unfälle verwickelt werden, die so nicht geschehen wären, wenn die Fahrer ihre Pausen hätten einhalten können...
leider ist diese Ausbeutung der Arbeitskraft auch bereits in anderen Brachen zu beobachten...der Mensch als solcher ist nicht mehr viel wert. Wenn er nicht mehr kann oder an den bestehenden Arbeitsbedingungen erkrankt, wird er eben durch einen anderen ersetzt...für die Betroffenen bedeutet das einen enormen Druck und permanente Angst vor Arbeitsplatzverlust...
daran wird wohl auch eine verpflichtende Weiterbildung nicht viel ändern können...theoretisch weiß dann zwar jeder, worauf eigentlich zu achten wäre, aber wenn bei Einhaltung der Vorgaben der Arbeitsplatzverlust droht, dann weiß ich nicht, ob sich noch einer an das eben Gelernte halten mag....außerdem gehe ich mal davon aus, dass die meisten Fahrer die gesetzlichen Vorgaben sehr wohl kennen, aber eben nicht einhalten können...


24. Aug 2010 07:17
re

Kelticwiking
(Gelöschter Nutzer)

Antwort auf: Kapitäne der Landstraße von: Bolko

Wer keine Ahnung vom Fahren hat und nicht selbst hinterm Steuer sitzt ,sollte die Klappe halten und sich nicht anmaßend hier in der Com äußern.

Bist du ein " BAG" , solltest du erst recht die Klappe halten ,denn die sogenannte Behörde für" Arbeitsschutz "ist nur dazu da dem Staat ( oder wem auch immer ) Geld zu beschaffen.

Extremfälle wie der von dir beschriebene ,sind Ausnahmen die die Regel bestätigen.
Ich selbst bin bei einer niederländischen Spedition angestellt ,die sich auf den Transport von themperaturgeführten Waren ,speziell hängendes Fleisch spezialisiert hat.

Bei uns wird streng auf Fahrzeiten und Pausen geachtet.
Die Touren sind so ausgelegt ,daß sie ( theoretisch ) gut zu schaffen sind.

Ich werde sehr gut bezahlt und bin bei Kunden wie Spediteuren geachtet .
Das Problem ist ,daß ich trotzdem mindesten einmal im Jahr vor dem Kadi stehe ,um dort die irsinnigen Bußgeldforderungen der " BAG`s "zu beklagen.

Denn die Gesetze über lenk und Ruhezeiten sind zwar schön ,gut und wichtig ,aber die Gegebenheiten und Zustände ,vornehmlich auf deutschen Straßen ,überhaupt nicht dazu Ausgelegt diese auch zu erfüllen.

Das hat mehrere Ursachen ,die alle in einer verfehlten Politik ,sowohl in Brüssel wie auch in Berlin , zu suchen sind.
Die von dir genannte " Weiterbildung " ist eine weitere unglaublich dreißte Abzocke der Fahrer und hat mit Fahrsicherheit überhaupt nichts zu tun .

Statt den Ursachen der von dir genannten Mißstände auf den Grund zu gehen ,wird von euch " BAG `s " nur abkassiert und das hat Methode ,denn auf Verstöße gegen die Lenk und Ruhezeiten gibt es " nur " Bußgelder aber keine Punkte - warum wol ???

Weil sonst in absehbarer Zeit kein Kutscher mehr fahren dürfte und die schöne Geldquelle nicht mehr sprudelt und das wissen die sch...Politiker ganz genau.

Übrigen fahre ich einen nagelneuen DAF - Superspace ,der regelmäßig gewartet ,scheckheftgepflegt und mit allen erdenklichen Extras ausgestattet ist.
Nach ablauf von ca 3 Jahren werden die Fahrzeuge verkauft und ich bekomme einen neuen.

Gerade in den Niederlanden wird auf den Fahrer mehr Rücksicht genommen als anderswo ,denn dort wird anerkannt ,daß wir Fahrer es sind die die Kohle machen und beim Kunden die Spedition repräsentieren.

Wenn du ein er von den Kontrolletis bist ,dann hoffe ich einer von denen ,die nicht unter dem Druck stehen ,einen gewissen " Soll " an Geldeinnahmen erfüllen zu müssen.

Aber das sind auch eher Ausnahmen die die Regel bestätigen ,denn meist seit ihr geldgierige Wegelagerer ,die den Fernfahrer um seinen hart verdienten Lohn prellen.

Keltic


Möchtest du mitreden?     Kostenlos Anmelden