Archiv des Forums Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - Gesellschaft und Politik: März 2010: Wehrdienst- UND Zivildienstverkürzung
19. Mär 2010 14:06 Wehrdienst- UND Zivildienstverkürzung
Verteidigungsminister zu Guttenberg kündigt an, dass der Wehrdienst (und somit auch der Zivildienst) bereits ab dem Sommer verkürzt werden wird. Nun schlagen aber die Sozialverbände, welche auf die Zivis angewiesen sind Alarm, da ihnen somit weniger "Zivis" zur Verfügung stehen. Hannelore Kraft schlug während des NRW-Landtagwahlkampfs vor, dass man HartIV-Empfänger vermehrt in sozialen Bereichen einsetzen soll, wenn diese es denn wollen. Da nun schwarz auf weiss steht, dass die Träger aus dem Zivildienst aussteigen, wenn die Regierung keine Übergangsphase beschliesst, könnte man doch Frau Krafts Vorschlag einfach umsetzen. Somit hätten die Träger (DRK, Krankenhäuser, Altenheime, Vogelbeobachter usw.) ihre Leute und Transferleistungsempfänger könnten wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden, dank SINNVOLLER Beschäftigung. Meinungen dazu? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,684352,00.html |
19. Mär 2010 15:14 Re...
> Verteidigungsminister zu Guttenberg kündigt an, dass der Also, zu meiner Zivildienstzeit war es noch Gesetz das Zivis nicht auf Stellen eingesetzt werden durften, auf den sie festangestellte und Fachkräfte ersetzen. Wann wurde das denn geändert? |
19. Mär 2010 15:29 Es wurde
eben nicht geändert. Und das ist gut so. Schon heute gibt es zu wenig staatlich, examiniertes Pflegepersonal. Die Pflegeheime gehen doch schon dazu über Hilfspersonal, weil eben Preisgünstiger, einzustellen. Wenn eine spontane Umsetzung von Menschen die in diesem Berufsbild nie gearbeitet haben mit der Verantwortung einer Pflegeleistung zu konfrontieren, möglich ist, dann bin ich eher dafür sie in unser Parlament zu berufen und gegen die dort sitzenden Dummköpfe auszutauschen. Sie würden sicher weniger Schaden anrichten, könnten aber mit dem Geld ihre Familien ernähren und für ihre Altersfürsorge Rücklagen bilden. |
22. Mär 2010 18:19 re
Antwort auf: Re... von: petterson > Also, zu meiner Zivildienstzeit war es noch Gesetz das Wann wurde sich da jemals dran gehalten? Sind alle Zivistellen also (zwnagsweise, das gesetzt schreibt es ja angeblich so vor) überflüssig und man könnte den Zivildienst einfach so (samt wehrdienst) streichen und alle einrichtungen müssten ohne neuanstellung, weder festangestellter noch FSJtler funktionieren?!? |
19. Mär 2010 15:28 abschaffen
Antwort auf: Wehrdienst- UND Zivildienstverkürzung von: KlausTaler > Meinungen dazu? Der Wehrdienst und der damit einhergehende Zivildienst haben keine Daseinsberechtigung mehr. Die Wehrpflicht war gerade eben angemessen zu einer Zeit, als die Existenz der Bundesrepublik durch den Ostblock gefährdet war. Das ist aber nicht mehr der Fall. Geblieben ist eine zweifelhafte Werbeaktion der Bundeswehr1 und ein billiger Zwangsdienst für soziale Einrichtungen. Es wird Zeit, das in dieser Form abzuschaffen und regulären Arbeitskräften mit angemessener Bezahlung eine Chance zu geben. |
22. Mär 2010 18:20 ich hörs jetzt schon
Die Krankenkassenbeiträge müssen aufgrund der abschaffung des Zivildienstes und der somit gestiegenen Kosten erhöht werden. |
22. Mär 2010 21:18 hört sich...
Antwort auf: abschaffen von: straitjack ... gut an, Dein Vorschlag. Dumm ist nur, dass die Träger, welche Krankenhäuser, Altenheime und soziale Einrichtungen betreiben notorisch klamm sind und auf "billige Hilfskräfte" daher angewiesen sind bzw. sind sie fest eingeplant. |
22. Mär 2010 22:31 re
Nur kann es leider nicht die Lösung sein, dass absolut unausgebildetes Personal den Job von Fachkräften übernimmt. Da denke ich spontan nämlich an den Zivi, der mit meinem Freund auf Lehrgang war: Da er nicht vorhergesehen hatte, dass ein alter Mann mit Herzleiden in der Badewanne u.U. einen Herzinfarkt erleiden könnte, wurde er mal ordentlich von den Familienangehörigen des Mannes verklagt. |
22. Mär 2010 22:33 ähm
> Nur kann es leider nicht die Lösung sein, dass absolut Gut, weil in einem Fall der Träger gepennt hat seine Zivis richtig einzuarbeiten, stellst Du also ein gesamtes System in Frage? |
22. Mär 2010 22:50 re
> Gut, weil in einem Fall der Träger gepennt hat seine Zivis Ich stelle nicht die Nützlichkeit der Zivis in Frage. |
22. Mär 2010 22:54 re
Antwort auf: ähm von: KlausTaler > Gut, weil in einem Fall der Träger gepennt hat seine Zivis Ohne jetzt "das ganze System" in Frage stellen zu wollen, es gibt schon einen Grund für eine zwei-oder dreijährige Ausbildung. Der Träger _kann_ einem Zivi nicht in ein paar Wochen das selbe umfangreiche Wissen vermitteln. Und zu sagen; dann darf er eben nicht für so was eingesetzt werden" funktioniert auch nur theoretisch.1 |
22. Mär 2010 22:59 well...
> Ohne jetzt "das ganze System" in Frage stellen zu wollen, Billige Polen, Ukrainer usw. will keiner, weil sonst wieder alle schreien...Altersheime etc. nach China verlagern geht auch nicht (mann will ja Omi, Opi und Tantchen zwischendurch doch mal sehen und seis nur für die Weihnachtsgeschenke) :) Was also soll man dann tun, wenn die billigeren Zivis wegfallen und TAUSENDE Transferleistungsempfänger nur darauf warten, wieder etwas TUN ZU DÜRFEN, aber NICHT KÖNNEN, weil es ZU BÜROKRATISCH wäre (zitat Bolko)? |
22. Mär 2010 23:09 re
(Ich habe den thread nur überflogen.) Ich empfehle; Neue Mitarbeiter ausbilden und anstellen. |
22. Mär 2010 23:11 re
Antwort auf: well... von: KlausTaler Warum es zu bürokratisch wäre Arbeitslose auszubilden ist mir nicht ganz klar. |
23. Mär 2010 00:43 re
Nicht die Ausbildung wäre zu bürokratisch. Nur man kann Zivi Stellen nicht so ohne Weiteres 1:1 gegen Hartz 4 Empfänger austauschen. Zivis sind in der Besoldung, der Alterversorgung und der Heilfürsorge den Soldaten gleichgestellt, haben also die gleichen Ansprüche wie diese. Sie werden von den Trägern, bei denen sie beschäftigt sind bezahlt, und zwar mit 9,75¤ pro Tag, haben Anspruch auf Verpflegung bz.w. Ersatzzahlung, wenn sie diese nicht in Anspruch nehmen. Hartz 4 Kräfte würden aber als ganz normal angestellte Hilfskräfte des jeweiligen Trägers bezahlt werden müssen, falls vorhanden, nach dem Tarif, einschl. des Arbeitgeberanteils für die Sozialversicherungen. Diesen Teil übernimmt bei den Zvis das Bundesamt für Zivildienst. Sie wären für den Träger deutlich teurer, wenn sie , und das wäre ja logisch , mehr verdienen müßten , als ihr Hartz 4 Satz beträgt. Das käme also nur für junge ledige Hartz IV - Empfänger in Frage, ähnlich wie die Zivis, wobei natürlich auch weibliche Bewerber berücksichtigt werden müßten. Man kann sie natürlich nicht zwangsweise verpflichten sondern auf dem ganz normalen Wege über die ARGE's vermitteln. Das wäre unabhängig von der Entwicklung des Zivildienstes ja jetzt schon möglich. Aber es passiert da m.W. bisher nichts. Warum nicht? |
23. Mär 2010 00:48 re
Weil vermutlich nicht genug Geld da ist. Langfristig halte ich es aber trotzdem für richtig mehr Leute auszubilden und ganz normal einzustellen. |
23. Mär 2010 01:05 re
dann kann man sie auch direkt zu Pflegekräften ausbilden. Um mit der Oma spazierenzugehen oder vorzulesen sind sie wahrscheinlich zu teuer. |
22. Mär 2010 23:42 re
Antwort auf: well... von: KlausTaler > Billige Polen, Ukrainer usw. will keiner, weil sonst Diese sind doch schon Alltag. Ohne sie könnte man sich die Betreuung zu Hause gar nicht leisten. |
19. Mär 2010 20:31 re
Antwort auf: Wehrdienst- UND Zivildienstverkürzung von: KlausTaler Der Zivildienst verfügt über eine hohe gesellschaftliche Anerkennung. Mit einer Reduzierung auf 6 Monate wird sich das aber wohl bald ändern. Er macht unter diesen Umständen kaum noch Sinn, wie auch ein 6monatiger Grundwehrdienst kaum noch Sinn macht. Man will wohl beides nicht mehr haben. Ob man sich dabei etwas denkt?! Hartz4ler verfügen über eine miserable gesellschaftliche Anerkennung; nicht nur, dass sie als arm gelten; nein, sie werden auch noch gegängelt, müssen sich Dinge gefallen lassen, wie es ansonsten nur noch bei Strafgefangenen denkbar ist. Die Dienste, die sie leisten. werden ebenfalls niemals Anerkennung finden. Wem traut man schon Engagement zu, der zu etwas gezwungen wird - wo nicht einmal richtige Kohle rüberkommt? Keine Chance! Diese Gesellschaft kommt an der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht vorbei. Arbeit ist Dienst; und Dienst ist etwas freiwillig Gewährtes. Wo und wann wir auch auf Zwang setzen, werden wir gesellschaftlich baden gehen. |
23. Mär 2010 08:38 re
Antwort auf: Wehrdienst- UND Zivildienstverkürzung von: KlausTaler Es ist ein offenes Geheimniss, dass es die allgemeine Wehrpflicht längst nicht mehr gäbe, wenn die Sozialträger nicht auf die Zivis angewiesen wären. Generell halte ich es nicht für sinnvoll diesen Dienst, der meist am Anfang des Erwachsenlebens geleistet wird, durch Menschen in finaziellen Notlagen zu ersetzten. Im engeren Bekanntenkreis haben nicht wenige ihren Zivildienst zur beruflichen Orientierung genutzt, der Frauenüberschuss in den sozialen Berufen und Studiengängen wäre sicher ungleich höher. Eine Wehrpflichtigen-Armee ist aber ein Relikt aus der Mottenkiste des kalten Krieges. Optionale freiwillige Arbeit von hartz IV Empfängern könnte man aber trotzdem anbieten. |



