Archiv des Forums Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - Gesellschaft und Politik: März 2010: Gesundheitswesen/reform
18. Mär 2010 10:22 Gesundheitswesen/reform
Mal wieder gibt es Überlegungen, das Gesundheitswesen zu "Reformieren". Kopfpauschale, Deckelungen, Erhöhung des Eigenanteils, etc.pp Was sagt Ihr dazu? Welche Erfahrungen habt Ihr bisher mit dem Gesundheitswesen gemacht? |
18. Mär 2010 10:54 re
bisher gings noch. man zahlt immer mehr, klar, aber manchmal ist das auch gut so. |
18. Mär 2010 10:56 re
Aber sterben möcht ich in diesem System lieber ganz alleine für mich. |
18. Mär 2010 10:58 re
das sagst du jetzt halt so. wobei ich, wenn ich dir so antworte, davon ausgehe, daß du noch gesund und bei kräften bist, also sozusagen noch keine ahnung hast, wie es im fortgeschrittenen sterbeprozess ist. was mich angeht: ich möchte den zeitpunkt meines todes selbst wählen können / dürfen. das ist mein wichtigstes anliegen in dieser zu erwartenden zukunftsphase meines lebens. |
18. Mär 2010 11:06 re
> was mich angeht: ich möchte den zeitpunkt meines todes Geht ganz einfach: kauf dir einen revolver. |
18. Mär 2010 11:13 re
simple denke. und völlig uninformiert, klar. |
18. Mär 2010 13:23 das...
Antwort auf: re von: perfect_touch > was mich angeht: ich möchte den zeitpunkt meines todes >Geht ganz einfach: kauf dir einen revolver.< ...dürfte nicht so leicht sein wie du offensichtlich denkst - zumindest nicht in deutschland. |
18. Mär 2010 13:56 re
kanns auch ein strick sein? tschüss |
18. Mär 2010 13:28 re
Antwort auf: re von: snösnäk > das sagst du jetzt halt so. wobei ich, wenn ich dir so Selbst bin ich und bleibe ich noch hoffentlich lange gesund und bei Kräften, Insbesondere ab dem Punkt, wo man sich nicht mehr der Außenwelt mitteilen kann. |
18. Mär 2010 23:23 re
heute habe ich wieder mal eine ordentliche belehrung erhalten, zu diesem thema. gerade menschen, die sich selbst kaum mehr mitteilen können, sind NICHT gerne allein, sie sind froh, wenn jemand seine hand unter ihre schiebt - und man merkt es daran, daß die gesichtszüge entspannen, oder der atem noch ruhiger wird, oder der muskeltonus nachgibt, ich denke, es ist oftmals so, daß die gängigen mitteilungsmuster zwar weitgehend verloren sind, man aber noch lange andere wege sucht und es sache der außenwelt ist, der menschen um einen herum, diese wege zu kennen und darauf zu achten. palliative care und sterbeforschung sind ja noch sehr junge kinder! allerdings stimme ich dir vollkommen zu: bevor heulende leute um mich herum sind, die also bereits vor meinem ableben mehr mit ihrer trauer als mit mir beschäftigt sind, will ich auch nicht dabeihaben. das weiß ich schon jetzt. nervig, sowas. muß man sich auch noch entschuldigen, daß man stirbt oder was.... die igsl hat vor kurzem eine ergänzte und aktualisierte vorsorgemappe "herausgebracht". ist schon wichtig, sowas zu haben, und zwar möglichst detailliert, wirklich bis in die nahrung hinein, in die vorlieben, abneigungen auch sonst.... es wird weitgehend berücksichtigt, wenn man das macht, zudem noch eine hospizgruppe vor ort, leute, die sich dafür einsetzen, daß menschenwürdiges sterben möglich ist in dieser gesellschaft, was also bedeutet, daß der dirigent der sterbende und nicht ein angehöriger, ein arzt oder ein vormund ist.... |
18. Mär 2010 23:51 re
Was du aber anführst ist öffentlichkeitswirksamer Aktionismus für ein menschenwürdiges Sterben. Damit berücksichtigst du allerdings nicht die würdelosen Zustände des Sterbens, wie sie eben real stattfinden. Meine schwester hat einmal ein Praktikum in einer solchen Einrichtung gemacht und ihr wurde Hier geht es nicht mehr um einen menschenwürdigen Tod. Es geht mehr darum, Hier werden Arztanweisungen ignoriert, oder ihnen völlig zuwidergehandelt, weil eben niemand dawäre, der sich |
18. Mär 2010 10:57 re
Antwort auf: Gesundheitswesen/reform von: coolsalsa Eigentlich finde ich die Position von Lauterbach (gesundheitspolitischer Sprecher der SPD) nicht schlecht. MMn hat er bei seinen Auftritten bei zB "Hart aber fair" die Sache auch relativ lässig im Griff, außer persönlichen Diffarmierungen kommt von keiner Seite eigentlich was brauchbares, was dagegen sprechen würde. Lauterbach ist dabei klar gegen ein Zweiklassen-System, was die medizinischen Leistungen angeht, d.h. Privatversicherte darf und wird es weiter geben, allerdings beschränken sich die Zusatzleistungen allein auf den Service. Klar ist auch, dass Ärzte für gleiche Leistung gleich bezahlt werden müssen, d.h., für den Arzt macht es dann keinen Unterschied, ob er einen Kassen- oder Privatpatienten behandelt, was automatisch das Problem der Terminverschleppung bei Kassenpatienten minimiert. Problem wird nur sein, dass man ein Positivbuch braucht, welche Leistungen gesetzlich versichert sind - und welche nicht. Um die Chancengleichheit zu wahren, müsste man die Privaten verpflichten, keine weitergehenden medizinischen Behandlungen anzubieten. Was ich für fragwürdig halte, denn ich kann schließlich niemandem oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verbieten, sich überhaupt nicht zu versichern und im Falle eines Falles sämtliche möglichen medizinischen Leistungen als direkte Dienstleistung vom Arzt zu beziehen und zu bezahlen. Zapp |
18. Mär 2010 11:52 die medizinischen...
..Leistungen zur Wiederherstellung der Gesundheit oder der Rettung des Lebens sollten für alle gleich sein. Aber wenn der eine nun unbedingt mit Diamantensplittern verzierte Zähne im Mund haben will soll er diese extra bezahlen. Es sollte aber nicht sein, dass man am Zustand der Zähne, sofern vorhanden, sein Einkommen ablesen kann. :-) Es scheint auch für einige Menschen wichtig zu sein, dass ihm der Chefarzt für 36,30 ¤ bei der Visiste die Hand schüttelt und nicht der Assistenzarzt für 23,40 ¤ oder ob sie mit drei anderen Schnarchsäcken im Vierbettzimmer liegen oder solo mit Balkon und Meerblick. Es wird , so denke ich, im Gesundheitssystem sehr viel Geld verschwendet. Das System ist undurchsichtig geworden und die Politik mit einer wirklichen Grundsanierung einfach überfordert. |
19. Mär 2010 08:49 re
> Das System ist undurchsichtig geworden und die Politik mit Die Politik ist offensichtlich nicht in der Lage auch nur eine Aufgabenstellung zu bewältigen, die sie eigendlich lösen sollten. |
19. Mär 2010 12:39 re
Aber das ist doch garnicht gewollt. Eigentlich ists auch langsam Zeit, sich ein Verteidigungsmittel zuzulegen, |
19. Mär 2010 13:06 re
> denn es ist absehbar, wo wir uns bald wiederfinden werden, Wir auf den Barrikaden und sie an den Laternen ;) |
18. Mär 2010 12:00 re
Antwort auf: re von: zappomat Es ist an sich lächerlich, Art und Umfang medizinischer Behandlung gesetzlich regeln zu wollen. Wenn ich krank bin, weill ich die bestmögliche Therapie - und nicht irgendwas, was sich welt- und sachfremde Politspackos aller Couleur als Inhalt eines Katalogs haben einfallen lassen. Das ist kein BImSchG, bei dem per DVO die Gebühren definiert werden, die für verschiedene Dienstleistungen im Rahmen einer BImSch-Genehmigung anfallen. Und wen gesetzliche Kassen zu korrektem wirtschaften unfähig sind, und hier körperschaftsähnliche Strukturen Effizienz in Einkauf, Verwaltung und Umsetzung verhindern, wäre es angebrachter, die gesetzlichen Kassen zu zerschlagen, und das PKV-Modell zur Regel zu erheben. Hurrah, Deutschland! - Ineffizienz wird belohnt. |
18. Mär 2010 23:53 re
> Es ist an sich lächerlich, Art und Umfang medizinischer Das hängt letztlich davon ab, wie hoch die Beiträge sind bzw. in welcher Höhe diese von den Versicherten akzeptiert werden und wie hoch die Missbrauchsquote ist. Das Problem, dass mehr verschrieben wird, als Einnahmen vorhanden sind, ist ja gerade das Problem. Zapp |
19. Mär 2010 11:35 das Gesundheitssystem...
..wird von zu vielen verschiedenen und manchmal gegenläufigen finanziellen Interessen geprägt. Es geht nicht mehr darum, dem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen, sondern Rendite zu erwirtschaften. Da werden Miliarden von Versicherungsgeldern verschwendet, weil die Abrechnung mit den tatsächlich erbrachten Leistungen nicht übereinstimmen, weil die Krankenkassen nur stichprobenabrtig kontrollieren können. Es gibt meiner Meinung nach zu viele Bestandteile des Gesundheitssystems, die an an einer , den Versicherungzahler betreffenden Entlastung kein Interesse haben und alle Maßnahmen der Kontrolle effektiver Behandlungen boykottieren. und ich bezweifle, dass die Politik überhaupt gewillt ist, daran etwas zu ändern. Es könnte ihrem Klientel finanzielle Einbußen bescheren. Solange der Versicherte noch gemolken werden kann, und die Beschäftigten den Gesundheitssystems sich bis zur Belastungsgrenze und darüber hinaus ausnutzen lassen, bleibt alles beim alten. |
19. Mär 2010 13:13 re
> und ich bezweifle, dass die Politik überhaupt gewillt ist, So sieht das aus. Denn es gibt ja eine Lösung, die auf der Hand liegt. Ärzte werden nach Versorgungsbedarf der Bevölkerung in den öffentlichen Dinest eingestellt. Gegenfinanziert durch eine Erhöhung der Umsatzsteuer (nicht der ermässigten) um 15%. Fertig. Es war die Wirtschaft, die im Sozialismus nicht funktioniert hat, nicht die Gesundheitsversorgung. |

