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: : Verlauf endgültig löschen...

21. Sep 2011 16:23
Verlauf endgültig löschen...

bmwgirl

Hallo zusammen,

ich möchte gerne auf einem PC den Verlauf endgültig löschen. Ich habe bereits folgendes getan:

- Sicherheit -> Browserverlauf löschen -> alle Haken gesetzt -> löschen
- Papierkorb gelöscht
- CCleaner durchlaufen lassen

Nun sollte der Verlauf ja aus den Internetdateien gelöscht sein. Meine (unwissende) Vermutung ist allerdings, das der Verlauf bzw. die besuchten Internetseiten usw. auch irgendwo auf dem PC selbst gespeichert sind. Ein Fachmann bzw. EDVler könnte doch auch jetzt noch in den Tiefen des Computers sehen wo ich unterwegs war?!

Meine Frage ist jetzt: Wie lösche ich das alles wirklich vollständig und endgültig, so das man es nicht mehr sehen/finden kann, ohne alle anderen mehr oder minder wichtigen Dateien auch ins jenseits zu befördern.

Kleine Info: Arbeite mit Internet Explorer 8, PC ist an einen Thomson und/oder DLink Router angeschlossen, Kein Server vorhanden, jedoch läuft der Zugriff auf einen bestimmten Ordner über ein ?Netzwerk? über meinen Rechner.

Ich hoffe auf zahlreiche, hilfreiche und frauenfreundliche (für Frauen verständliche) Antworten.

Vielen Dank

PS: leider fand ich mein angesprochenes Thema nicht als bereits vorhandene Diskussion. Wenn jemand eine weiß, bitte ich um den Link, jedoch nur wenn der auch für Frauen verständlich ist *g*!!!


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21. Sep 2011 17:22
re

DerET

Du solltest dir ein Programm suchen, dass die Dateien mehrmals mit sinnlosen Zahlenfolgen überschreibt. Welcher Ordner für den Verlauf des IE8 zuständig ist kann ich dir allerdings nicht sagen.


22. Sep 2011 23:29
sicheres löschen

MichaelK
User wurde

Antwort auf: Verlauf endgültig löschen... von: bmwgirl

> Nun sollte der Verlauf ja aus den Internetdateien gelöscht
> sein. Meine (unwissende) Vermutung ist allerdings, das
> der Verlauf bzw. die besuchten Internetseiten usw. auch
> irgendwo auf dem PC selbst gespeichert sind. Ein Fachmann
> bzw. EDVler könnte doch auch jetzt noch in den Tiefen des
> Computers sehen wo ich unterwegs war?!

Nunja. Im Prinzip schon. Letztlich wird ja beim löschen des Verlaufs nur ein (oder mehrere) Dateien gelöscht. Datei löschen bedeutet aber immer, dass die Datei nur als gelöscht markiert wird (und damit meine ich nicht den Papierkorb, sondern wirkliches löschen). Das heißt der Inhalt der Datei ist noch auf der Festplatte und er lässt sich natürlich auch rekonstruieren. Zumindest bis er durch neue Daten überschrieben wird, da der Speicherbereich auf der Festplatte ja nun als "frei" gilt.

Also das Problem löst sich sozusagen mit der Zeit selbst. Wer sofort auf Nummer sicher gehen will, sollte den gesamten freien Bereich der Festplatte überschreiben.
Entweder Du kopierst sinnlos irgendwelche Dateien auf Deinen PC die Du anschließend auch wieder löschen kannst.
Oder Du nimmst das Programm CleanHDD, welches den freien Bereich einfach noch überschreibt:
http://www.hippsoft.com/software/cleanhdd.htm

Wobei einmal überschreiben (Anzahl nennt sich im Programm "Wiederholungen") reicht. Das man mehrmals überschreiben muss um sicher zu gehen, ist ein Mythos bzw. würde dann der Aufwand so hoch sein, dass sich sowas nur lohnt, wenns um die nationale Sicherheit geht. :-)

Alle Klarheiten beseitigt?

Gruß
MichaelK


23. Sep 2011 06:18
re

DerET

> Wobei einmal überschreiben (Anzahl nennt sich im Programm
> "Wiederholungen") reicht. Das man mehrmals überschreiben
> muss um sicher zu gehen, ist ein Mythos bzw. würde dann
> der Aufwand so hoch sein, dass sich sowas nur lohnt, wenns
> um die nationale Sicherheit geht. :-)

Mir leuchtet es ein, dass es nach einmal überschreiben ja schon überschrieben ist. Kannst du mir aber noch eine Erklärung bieten, warum sowas wie 35x löschen angeboten wird?


23. Sep 2011 06:30
aw

styxx87 ♂
Streifenhörnchen

Interessant ist, dass Behörden, z.B. hier und in USA, ALLE mehrfaches Überschreiben oder gleich die physische Vernichtung empfehlen.
Die Geschichte mit dem einmaligen Überschreiben sieht so wie eine bewusst in die Welt gesetzte Ente aus. Nach dem Motto: Ein paar zusätzliche dumme Schwarzkopierer & Co. werden sich damit schon fangen lassen.
Dort, wo man tatsächlich Kompetenz erwarten würde (GNU (-> shred) oder BSD (-> rm -P), wird IMMER mehrfach bis vielfach überschrieben.


23. Sep 2011 13:39
mehrfaches überschreiben (Theorie dahinter)

MichaelK
User wurde

> Interessant ist, dass Behörden, z.B. hier und in USA, ALLE
> mehrfaches Überschreiben oder gleich die physische
> Vernichtung empfehlen.
> Die Geschichte mit dem einmaligen Überschreiben sieht so
> wie eine bewusst in die Welt gesetzte Ente aus. Nach dem
> Motto: Ein paar zusätzliche dumme Schwarzkopierer & Co.
> werden sich damit schon fangen lassen.

Ok. Der Reihe nach.
Bei klassischen Festplatten erfolgt ja die Aufzeichnung magnetisch. Im Prinzip kann man sich (vereinfacht gesagt) die in einer Festplatte verbauten Platten als Scheibe mit vielen kleinen Magneten vorstellen. Diese Magnete lassen sich ausrichten durch ein starken externen Magneten (Schreib-/Lesekopf).
Und das Lesen geschieht durch das Auslesen wie der Magnet eben steht. also entweder Nordpol oben z.B. für ne binäre 0 und Südpol oben für eine binäre 1.

Löschen bedeutet nix anderes als die vorhandenen Polungen zu überschreiben. Was eben früher Südpol war wird dann evtl. Nordpol. Für die Festplatte sind also einmalig überschriebene Sachen wirklich weg. Ein zerstörtes Bit ist eben ein zerstörtes Bit. Da gibts kein drum rum diskutieren.

Trotzdem gibts natürlich mögliche Ansatzpunkte überschriebene Bits zu rekonstruieren. So ist die Ausrichtung der Mini-Magnete auf der Platte nach Nord- und Südpol nicht perfekt. Die stehen in der Regel etwas schräg. Wenn ein Wechsel von Nord- nach Südpol (oder umgekehrt) stattfindet, dann wird die Stellung natürlich etwas schräger sein als wenn beispielsweise ein Südpol mit Südpol überschrieben wird (da wird der Minimagnet eher senkrechter werden).

Der zweite Ansatzpunkt sind die Nachbarregionen um den Minimagnet herum. Zwischen den Minimagneten sind ja Lücken. Trotzdem werden diese Regionen mit magnetisiert. Und da der Schreib-/Lesekopf nie ganz exakt die Minimagnete trifft sind die Informationen in den Nachbarregionen evtl. noch zu finden.

Man kann sich aber vorstellen, dass das vorallem bei der heutigen Datendichte alles andere als trivial ist und man zudem die Platten aus dem Gehäuse nehmen muss und dann Spezialleseköpfe braucht. Alles in Allem sehr aufwendig und teuer (vorallem weil die Festplattenhersteller an der Spitze der Forschung stehen und sowieso schon immer an der Grenze des gerade machbaren operieren). Und es ist davon auszugehen, dass man nicht alle Bits kriegt, sondern nur ein Teil. Den Rest muss man via Logik versuchen zu rekonstruieren.

Wenn, dann wird man das sicher nicht bei ein paar Schwarzkopierern anwenden. Sondern, wie schon in meinem Posting angedeutet, bei wirklich kritischen Fällen.

Gruß
MichaelK


23. Sep 2011 13:53
re

DerET

Das hast du sehr anschaulich erklärt und auch jemand komplett ohne Kentniss einer Festplatte kann sich das jetzt sicher vorstellen.
Allerdings ist das wie schon gesagt kein Pfennigkram und wegen eines normalen Browserverlaufs muss man sich da sicher keine Gedanken machen. (Um wieder den Bogen zum Thema zu spannen.)

Danke jedenfalls für die Erklärung - daran ist zumindest einer schlauer geworden ;)


23. Sep 2011 14:03
mehrfaches überschreiben (Theorie dahinter)

Antwort auf: mehrfaches überschreiben (Theorie dahinter) von: MichaelK

Kompliment. Ich hab diesen Theoriebeitrag schon hundert Jahre nicht mehr gelesen. *g*
Und nein...das ist ernst gemeint und nicht sarkastisch. Also : Daumen hoch.


24. Sep 2011 18:35
re

Antwort auf: mehrfaches überschreiben (Theorie dahinter) von: MichaelK

... und tieferliegende Schichten in der magnetisierbaren Plattenoberfläche werden nicht perfekt umgepolt. Spezialisierte Datenrekonstrukteure hobeln Schicht für Schicht die Oberfläche herunter und lesen magnetische Unregelmäßigkeiten immer wieder mit Spezialgerätschaften aus - ein sehr aufwändiges und somit teures Verfahren, zu dem sehr viel Knowhow und Technik gehört.

Wie Michael schon sagte, reicht für den Privatanwender einmaliges, physikalisches Überschreiben völlig aus, um von der Festplatte keine Daten mehr rekonstruieren zu können. Auch eine normale Fachwerkstatt kann das dann nicht mehr wiederherstellen. Selbst bei Behörden ist es kaum anzunehmen, daß der Aufwand jemals betrieben würde, aber hier zählt eher die theoretische Möglichkeit, weil man ein entsprechend hohes Interesse ja nie im Voraus vollkommen ausschließen kann.
Denkbarere Szenarios wären z.B. eher wichtige, verlorengegangene Geheimdokumente beim Militär und Geheimdienst, weltpolitische Spionage etc.


26. Sep 2011 00:04
Militär

MichaelK
User wurde

> Denkbarere Szenarios wären z.B. eher wichtige,
> verlorengegangene Geheimdokumente beim Militär

So wie damals bei der Bundeswehr:
http://www.swr.de/report/presse/-/id%3D1197424/nid%3D1197424/did%3D2869450/14z4l​p1/index.html

:-)))

Gruß
MichaelK


23. Sep 2011 15:01
re

Antwort auf: sicheres löschen von: MichaelK

Oder man könnte auch cipher /w:Laufwerk nehmen..
Überschreibt eig auch den freien speicher


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