spin.de · die Community: Diskussions-Forum und Chat - Lern nette Leute kennen!

» Kostenlos anmelden
Sitemap
: Kriegsverbrechen an dt. Zivilbevölkerung
Stier!!!
28. Feb 2010 10:26

Kriegsverbrechen an dt. Zivilbevölkerung

Ich habe folgende Frage:

Hat es eigentlich für die Verbrechen, die es bei Kriegsende an der deutschen Zivilbevölkerung gegeben hat ( ich denke etwa an Morde an deutschen Zivilisten in Tschechien, besonders aber an die Massenvergewaltigungen in den ehemaligen Ostgebieten ) dort jemals Ermittlungsverfahren gegeben ?

Ich meine Ermittlungen durch die dortige Polizei und Justiz. Und hat es auch deswegen Ermittlungen ( und ggf. Verurteilungen ) durch die Militärjustiz der Roten Armee gegeben ? Wie sahen auch etwa die Dienstvorschriften der Roten Armee diesbezüglich aus ?

Ich möchte hier nicht missverstanden werden ("Ah, das ist wieder so ein Nazi der übelsten Sorte, der jetzt das Aufrechnen und Relativieren anfängt"). Nein ! Ich bin aus tiefster Überzeugung Demokrat.

Mir ist voll bewußt, daß die Deutschen den Krieg begonnen. Mir ist auch voll bewußt, daß es damals ein absolut menschenverrachtendes System gab, das unzählige Morde zu verantworten hat. Das ist völlig klar.

Nur:
Ich bin auch der Überzeugung, daß jede Art von Straftat individuell betrachtet werden muß. Jeder Rechtsstaat hat doch genau diesen Anspruch.

Kann die Vergewaltigung von deutschen Frauen und Mädchen im Osten als Rache für vorausgegangene deutsche Untaten in Russland moralisch gerechtfertigt werden ? Sicher nicht.

Folglich hätten solche Straftaten durch sowjetische Militärangehörige genauso untersucht und verfolgt werden müssen wie die Straftaten von SS und Wehrmacht.
*Einfach weil grundsätzlich jede Art von Schuld INDIVIDUELL abzuurteilen ist. IMMER und ÜBERALL*

Ist dieser Gedanke naiv und lebensfremd ?

Hat da jemand ausreichende Sachkunde ? Gab es eine Strafverfolgung für Verbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung bei und direkt nach Kriegsende / direkte Nachkriegszeit ?

Auch Quellenangaben wären nicht schlecht !! Und ich bitte AUSDRÜCKLICH um sachliche und konstruktive Antworten. Kein rechtsradikales Geschwafel. Sowas hasse ich wie die Pest !!!!

Danke für Eure Mühe.

Gruß,
Manni



Möchtest du mitreden?     Kostenlos Anmelden

fhengl
28. Feb 2010 11:02

Theoretisch

standen diese Verbrechen unter schwerer Strafe ! Man muss auch sagen, das die sowjetischen Kampftruppen äusserst diszipliniert waren. Die Verbrechen wurden dann vom Tross begangen. Einiges wurde Strafverfolgt, aber generell dre Mantel des Schweigens darüber gedeckt.

Die Verbrechen in der Tschechoslowakei waren ja mehr staatlich sanktioniert. Die Benes Dekrete wurden bis heute von Österreich und der BRD angezweifelt. Die Tschechoslowakei hat es aber nie zurückgezogen !



Abderachim-Naaim
11. Mär 2010 20:38

kriegsverbrechen

Wenn Du jemandem auf die Nase haust, dann tue das richtig. Steht der nämlich erst wieder auf, und in diesem Fall stand ein Bär in seiner unwirtlichen Gegend wieder auf, dann gibts saures. Der kennt in seiner blinden Wut verständlicher Weise (und das ist der Schlüsselpunkt) kein Halten und keine Grenzen mehr. Welchen Vorwurf möchtest Du hier eigentlich erheben? Dass einer der ausrastet, weil Du sein Weib und Kind ermordet hast, das gleiche mit den Deinen tut. Und wenn er Dich dann zusätzlich noch besiegt hat, soll er sich dann selbst verurteilen. So edel ist der Mensch bis heute noch nicht. Und ich bezweifle, dass weitere tausend Jahre Evolution daran schon etwas ändern würden.



Kampfkater männlich
spin.de VIP
Günther aus Amberg (Bayern)
26. Mär 2010 17:53

deutschland

wir sind nestverschmutzer.als ich kind war,war es grade 60 jahre her,als die amis die indianer ausrotteten,heute hört man nichts mehr davon,abgehakt unter :gschichte.warum machen wir das nicht,es ist geschichte,keine rühmliche,aber geschichte.es ist 60 jahre her,reichen nicht denkmäler und diverse konzentrationslager.einen hitler wird es nie wieder geben,und österreich ist als urlaubsland gut,muß nicht unbedingt zurück in das großdeutsche reich*gg*.kriegsverbrechen gab es immer und die gegenwart zeigt,dass es nicht ausgestorben ist.es gibt nun mal keinen humanen krieg.also was solls.mit dem kriegsverbrechen,unsre soldaten kämpften überall,afrika,frankreich,spanien,finnland usw.sie waren einfache soldaten und keine verbrecher.laut dem tagebuch meines vaters schossen sie nur,um selbst nicht getötet zu werden.trotzdem war er kriegsgefangener der us armee bis 1947



funeumel
26. Mär 2010 21:26

Rückfrage

gewiß Unrecht kann man nicht tolerieren, nur wenn man Geschichte von hinten betrachtet, dann verwechselt man automatisch Ursache und Wirkung.
Wenn irgend jemand gedacht hat, nach 12 Jahren des Mord und Totschlages, den Nazis in die Welt getragen haben, würde für die Stunde Null, als man die Kapitulation unterschreiben mußte, würde am nächsten Tag Demokratie und Gerechtigkeit einziehen, ist schlicht ahistorisch.
Hier ist ja nicht nur mal so ein Mord geschehen, sondern einige hundert Millionen, einschließlich des indutsrieellen Mordens in Gaskammern. Nicht das Gift an sich, ist entscheidend, sondern seine Menge.
Wenn hier noch jemand meint, die Russen müßten sich heute dafür entschuldigen, der vergißt, dass das moralische Schuld nicht die Sieger trifft, sondern die Verursacher der Gewalt. Immerhin, etliche einstige Kriegsverbrecher wurden rehabilitiert...da hoffte man wohl zu Unrecht, man würde das andere Unrecht nicht missbrauchen oder verrechnen....
Die Geschichtsinterpretation des nationalen Beleidigtseins, etwa so, du hast ja auch, ist ein deutlicher Rückschlag.
Immerhin wenn eine Russin vergewaltigt wurde, erschoß man sie hinterher einfach, es war ja eh nur ein Untermensch....
Gefährlich nahe die Diskussion an der Unmenschlichkeit, wenn man nicht wahrheitsnah bleibt



10. Jun 2010 22:23

re

>
> Ich meine Ermittlungen durch die dortige Polizei und
> Justiz. Und hat es auch deswegen Ermittlungen ( und ggf.
> Verurteilungen ) durch die Militärjustiz der Roten Armee
> gegeben ? Wie sahen auch etwa die Dienstvorschriften der
> Roten Armee diesbezüglich aus ?

Gegeben hat es die schon - aber eher selten. Zumindest in der Theorie war das alles mit schwerer Strafe versehen, aber meist wurde es nicht weiter verfolgt. Man darf nicht vergessen, dass zu dem Zeitpunkt schon viele Offiziere tot waren, und der gemeine Soldat in der Truppe selten von diesen Dingen abgehalten werden konnte - es gab aber viele, die das versucht haben. Sowohl Offiziere wie auch normale Soldaten. Sind teilweise dann selber als Volksverräter abgestempelt und verurteilt worden. Teilweise mit Quelle wird das zumindest auch im Buch "Freiwild" erwähnt - über Frauen in der Nachkriegszeit in den dt Ostgebieten.

> Kann die Vergewaltigung von deutschen Frauen und Mädchen
> im Osten als Rache für vorausgegangene deutsche Untaten in
> Russland moralisch gerechtfertigt werden ? Sicher nicht.

Hm. Moralisch sicher nicht. Aber es war in meinen Augen menschlich verständlich. Die Deutschen haben sich im Osten aufgeführt wie Monster (mir fällt kein drastisches Wort ein), die Bevölkerung hat die Greueltaten in diesen Gebieten gesehen. Zusätzlich die Propaganda-Parolen im eigenen Land selber durch Stalin - die Reaktionen finde ich also schon menschlich nachvollziehbar bzw. den Hass, wenn auch greulich.

Ich finde es eh nicht gut, dass das Thema so lange totgeschwiegen wurde. Ich meine, das Buch "eine Frau aus Berlin" wurde bei der Erstveröffentlichung kaum gelesen - erst später bei der Neuauflage fand es Beachtung. Und ich finde, auch diese Themen gehören beredet nicht totgeschwiegen.



Shamana1 weiblich
aus pfarrkirchen (Bayern)
12. Jun 2010 13:17

@kazoom

der blick der öffentlichkeit richtet sich langsam darauf. u.a. da soviele frauen, die jahrzehnte schwiegen plötzlich auseinanderbrechen (beobachtungen aus der geriatrie). auch für die EMMA schon einige zeit ein thema. in der letzten ausgabe sogar ausführlich. auch die filmbesprechung, des neuen kinofilms zum thema
.
shamana



14. Jun 2010 16:32

re

Ah, danke für die Info. Schau ich mal beim Zeitschriftenhändler rein ob mich das interessiert :).

Für den Threaderöffner hab ich nochmal folgendes nachgesehen, was für ihn vielleicht zu dem Thema noch interessant wäre:

- Sander Helke/barbara Johr (Hrsg), BeFreier und Befreite

- Ewert Erna, Marga Pollmann, Hannelore Müller, Frauen in Königsberg 1945-1948

- Eimermacher Karl/Astrid Volpert (Hrsg), Verführungen der Gewalt. Russen und Deutsche im 1. und 2. Weltkrieg.

Guido Knopp hat ja auch das eine oder andere Buch zum Thema Vertreibung (Ich hab damals bloß "der Sturm" und (ich glaub) "Die große Flucht" gelesen), aber ... naja, es ist halt Knopp. Manches von ihm war gut, mittlerweile habe ich das Gefühl es wird einfach nur noch auf Masse unter seinem Namen veröffentlicht.



gegenstroemer
19. Jun 2010 19:30

Zu allgemein

Antwort auf Rückfrage von funeumel

IIn Deinem letzten Absatz beschreibst Du,dass vergewaltigte Russinen erschossen wurden.
Diese Verallgemeinerung,verät Deine Gesinnung.
Du sprichts,von Wahrheitsnähe.Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters.

Arangiere Dich mal mit der Wirklichkeit.



ToeDai männlich
rene aus Grefrath (Nordrhein- Westfalen)
16. Jul 2010 13:43

grundprinzip

geschichte wird immer vom sieger geschrieben.

toedai



16. Jul 2010 15:05

falsch...

Geschichte schreibt sich grundsätzlich selbst, Sieger und Verlierer interpretieren sie nur anders...



Shamana1 weiblich
aus pfarrkirchen (Bayern)
16. Jul 2010 17:44

genial

ich hoffe diese deine aussage, prägt sich mir ein....
danke
shamana



cage42
16. Jul 2010 19:40

re

Antwort auf falsch... von DocHoliday

> Geschichte schreibt sich grundsätzlich selbst, Sieger und
> Verlierer interpretieren sie nur anders...

Sieger und Verlierer sterben eines Tages und nehmen ihre Interpretationen mit ins Grab. Die Geschichte bleibt aber. Die Nachkommen werden sich ein eigenes Bild machen. Sie werden nüchtern urteilen, unbeeinflußt von Politik oder Ideologie.



TerrorTwins
18. Jul 2010 17:44

re

> Die Nachkommen werden sich ein eigenes Bild machen. Sie
> werden nüchtern urteilen, unbeeinflußt von Politik oder
> Ideologie.

Können sie gar nicht - denn nur Teile bis Bruchteile der Fakten überleben die Sieger. Die nehmen die ihnen unangenehmen Belege nämlich meist mit ins Grab.



cage42
18. Jul 2010 19:04

re

Gräber lassen sich wieder öffnen. Archive, die jahrzehntelang für die Öffentlichkeit gesperrt waren (warum auch immer), geben Stück für Stück Geheimnisse preis.
Aber in einer Beziehung gebe ich Dir Recht: Die ganze Wahrheit ("an einem Stück") ist ist verloren. Die Nachkommen werden nie ganz erfahren, was genau wie und in welchem Zusammenhang geschah.



wirefire männlich
aus Baden- Württemberg
25. Sep 2010 02:44

kriegsverbrechen an deutscher bevölkerung

kriege sind verbrechen.



11. Okt 2010 19:48

mhm...

Antwort auf deutschland von Kampfkater

> wir sind nestverschmutzer.als ich kind war,war es grade 60
> jahre her,als die amis die indianer ausrotteten,heute
> hört man nichts mehr davon,abgehakt unter :gschichte.

Der Krieg gegen die Nativ American war aber kein INDUSTRIELLES Abschlachten von Millionen von Menschen.

> warum
> machen wir das nicht,es ist geschichte,keine
> rühmliche,aber geschichte. es ist 60 jahre her,reichen
> nicht denkmäler und diverse konzentrationslager.einen
> hitler wird es nie wieder geben,und österreich ist als
> urlaubsland gut,muß nicht unbedingt zurück in das
> großdeutsche reich*gg*.

Es ist auch Geschichte deshalb hat Deutschland deswegen nicht die Verantwortung dafür verloren.

> kriegsverbrechen gab es immer und
> die gegenwart zeigt,dass es nicht ausgestorben ist.es gibt
> nun mal keinen humanen krieg.

Muss ich dir zustimmen, dennoch ist der Unterschied zwischen normalen "Kriegsverbrechen" und der "gewollten Industriellen Vernichtung eines ganzen Volkes" doch ein großer Unterschied.

> also was solls.mit dem
> kriegsverbrechen,unsre soldaten kämpften
> überall,afrika,frankreich,spanien,finnland usw.sie waren
> einfache soldaten und keine verbrecher.

Die Wehrmacht hat NACHWEISLICH beispielsweise im Russlandfeldzug mit der SS gemeinsame Sache gemacht und haben die Zivilbevölkerung terrorisiert (wenn man es so überhaupt sagen kann)

> laut dem tagebuch
> meines vaters schossen sie nur,um selbst nicht getötet zu
> werden.trotzdem war er kriegsgefangener der us armee bis
> 1947

Ach ja? Als die Russen in Berlin standen hatte ja auch auf einmal keiner mehr ein Parteibuch.



21. Nov 2010 21:08

re

Antwort auf re von cage42

stimmt manchmal auch erst nach 3000 jahren



29. Nov 2010 20:45

Prozesse

Ich denke mal eher nicht, dass es Anklagen deswegen gab.

Ich verweise auf:
Schwarzbuch der Vertreibung
Autor: Heinz Nawratil
ISBN 9-783800-413874

Ich hoffe, es hilft weiter



cage42
29. Nov 2010 21:05

re

Antwort auf re von Littlebigmann

Ich denke so lange dauert das nicht. Wiki-Leaks fängt damit schon an...



Möchtest du mitreden?     Kostenlos Anmelden