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: Stauffenberg ein falscher Held?
snousneik
spin.de VIP
aus Markgräflerland (Baden- Württemberg)
07. Jul 2011 10:04

werden die wittwen

eigentlich ordentlich alimentiert, so, wie es die wittwen der altnazis wurden und werden? weißt du da bescheid? neulich hatte ich mal was rauskopiert... leider ist mein pc irgendwie von der rolle, den link hats zerbröselt...



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snousneik
spin.de VIP
aus Markgräflerland (Baden- Württemberg)
07. Jul 2011 10:06

aber, mal so ergänzt,

ich denk, bis auf paar gedenktäfelchen im westerwald und an sonstigen idyll-orten des landes wurde da nix für locker gemacht. wieso auch... wir müssen doch laufend irgendwelche nationen retten und nach aussen den schein wahren.



snousneik
spin.de VIP
aus Markgräflerland (Baden- Württemberg)
07. Jul 2011 10:06

und natürlich fänd ichs besser, wenns

anders wär.

aber, natürlich interessiert das weder duck noch doof noch gepimperte, was ich finde.

trotzdem find ichs weiter.



28. Jul 2011 20:33

re

Geschichte wird von den Siegern geschrieben.
Sie bestimmen auch wer zum "Helden" wird und wer nicht.
Mal angenommen Deutschland hätte den Krieg nicht verloren, dann wäre Stauffenberg einfach nur ein Soldat, der seine Eid gebrochen hat und ein Vaterlandsveräter.
Da aber die Alliierten gewonnen haben wurde er eben von der deutschen Nachkriegsgesellschaft zum "Helden" hochstilisiert.
Die Wahrheit liegt aber wohl irgendwo dazwischen.



29. Jul 2011 09:19

re

> Geschichte wird von den Siegern geschrieben.
> Sie bestimmen auch wer zum "Helden" wird und wer nicht.
> Mal angenommen Deutschland hätte den Krieg nicht verloren,
> dann wäre Stauffenberg einfach nur ein Soldat, der seine
> Eid gebrochen hat und ein Vaterlandsveräter.
> Da aber die Alliierten gewonnen haben wurde er eben von
> der deutschen Nachkriegsgesellschaft zum "Helden"
> hochstilisiert.
> Die Wahrheit liegt aber wohl irgendwo dazwischen.


Die Siegermächte wollten eine bedingungslose Kapitulation-Stauffenberg ging aber davon aus ,
er könnte noch mit denn Gegnern verhandeln.
Meine Persönliche Meinung dazu:
Der Krieg wer weiter geführt worden – es gab eben nicht nur Hitler ,die Angst vorm Ende des Krieges hatten!

Fiele sind am Anfang des Krieges in den widerstand gegangen – das waren Helden.
.
Stauffenberg erst am Ende des Krieges ?



06. Dez 2011 18:08

Das eben

denke ich nicht. Wäre das Attentat gelungen und die Alliierten hätten dann auch noch auf bedingungsloser Kapitulation bestanden, dann, und davon bin ich fest überzeugt, obwohl es eigentlich müssig ist darüber sich in Spekulationen zu verlaufen, hätte die Gruppe um Beck, Stauffenberg etc. sich dem Willen der Alliierten gebeugt.



Phönixx weiblich
Lisa
22. Jan 2012 21:30

re

Die Tatsache, dass Stauffenberg kein "sauberer Vorzeigeheld" war, ist recht offensichtlich; es dürfte allgemein bekannt sein, dass er Hitler und seiner Politik anfänglich nicht gänzlich abgeneigt war, und dass er dann natürlich auch für Deutschland in den Krieg zog.
Dennoch finde ich allein die Entscheidung, Widerstand zu leisten - trotz seiner körperlicher Beeinträchtigung und den Konsequenzen, die sein Handeln zwangsweise nach sich ziehen würde - bewundernswert.
Über seine Beweggründe lässt sich streiten, aber die Tatsache, dass er etwas getan hat, lässt sich nicht verleugnen.

>Ich meine diese Person, die nicht konsequent gehandelt
> hat, sollte demnach nicht so hochstilisiert werden

1. Stauffenberg HAT gehandelt und das können nur die wenigsten Deutschen von sich behaupten
2. von stilisiert kann - zumindest in meinem Umfeld - nicht die Rede sein, die meisten der Personen, die ich auf dieses Thema anspreche interessieren sich nicht allzusehr dafür, geschweige denn stilisieren sie Stauffenberg als einen Held.
3. Stauffenberg hatte eine Ehefrau und 5 Kinder, allein das ist ein Grund sich nicht einfach umzubringen, außerdem hoffte man ja auf einen Erfolg, konnte nicht mit dem unglücklichen Zufall rechnen, das der Aktenkoffer von seiner ursprünglichen Position entfernt wurde darüberhinaus hätte Stauffenberg auch nach dem geglückten Attentat eine wichtige Rolle in der Neuordnung des dt. Staates gespielt.



agricola männlich
aus Berlin (Berlin)
22. Jan 2012 23:14

Bergeweise

Literatur über zig tausende die sich gewehrt haben. Denke nur einmal an die arischen Frauen die vor der Berliner Hauptwache am Alex tagelang gestanden und demonstriert haben um ihre jüdischen Männer freizubekommen, mit Erfolg überdies.

........> 1. Stauffenberg HAT gehandelt und das können nur die wenigsten Deutschen von sich behaupten....... Der Widerstand war grösser als manch einer denkt und weiß.

Und zu Deinem Punkt 3. Es gab in den Jahren vor Stauffenberg schon jede Menge Attentate auf Hitler, das war auch Stauffenberg bekannt und wohl auch bewußt. Warum hat er dann daraus nichts ie Lehre gezogen, die nur sein konnte, ich muss mein Leben geben um seines zu nehmen. Da spielen Überlegungen für Frau und Kind nur eine untergeordnete Rolle.



Phönixx weiblich
Lisa
23. Jan 2012 15:46

re

Natürlich gab es auch andere Menschen, die Widerstand geleistet haben (auch sie sind meiner Meinunge nach Helden), doch nur sehr wenige von ihnen entschieden sich letztendlich zu derartig drastischen Maßnahmen wie Stauffenberg und seine Mitverschwörer.
Es gab auch Pläne sich mit Hitler gemeinsam in die Luft zu sprengen (Axel von dem Bussche; Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff), welche, wieder auf Grund verschiedener Zufälle, auch keinen Erfolg brachten.

Man ging davon aus ihn auch nach dem Attentat zu benötigen; er war eine der zentralen Personen.

Darf ich eine andere Frage stellen??
- wenn du die Frage über Stauffenbergs Beurteilung stellst, beziehst du das nicht auf den ganzen Widerstand?
Keiner hat es geschafft Hitler zu töten, von 40 geplanten Attentaten sind mir nur 4 bekannt, bei denen der Attentäter bereit war, sich mit dem "Führer" gemeinsam in die Luft zu sprengen.

Wenn du sagst, man soll für seine Ziele bis zum Tod einstehen; wenn du bemängelst, dass Stauffenberg sein Leben nicht für Hitlers Tod geopfert hat, versagst du dann nicht all denen deine Achtung, die Widerstand geleistet, aber deshalb nicht gestorben sind?
(ich will dir das nicht unterstellen oder dich irgendwie beleidigen, doch deine Kommentare erwecken bei mir ab und an wirklich diesen Eindruck...)



agricola männlich
aus Berlin (Berlin)
23. Jan 2012 18:43

Sehr gute Fragen an mich.

Bitte räume mir doch ein wenig zeit ein darauf zu antworten.



Phönixx weiblich
Lisa
23. Jan 2012 19:58

bitte nicht falsch verstehen

Ich möchte dir mit dieser Frage aber auf keinen Fall zu nahe treten oder dir etwas unterstellen, bitte versteh das nicht falsch...



agricola männlich
aus Berlin (Berlin)
23. Jan 2012 20:59

Nein,

Du tritts mir nicht zu nahe. Auf Grund meines Berufes ist es mir sehr zu eigene erst einmal nachzudenken und dann erst zu antworten. Ich habe es irgendwie verinnerlicht.



agricola männlich
aus Berlin (Berlin)
24. Jan 2012 15:34

Beantwortung

Antwort auf re von Phönixx

1 - Nein in diesem Fall beziehe ich es nicht auf jeglichen anderen Widerstand gegen das Regime und seine Paladine .

2 - Es ist durchaus verständlich das der Attentäter selbst am Leben bleiben möchte und innerlich doch verbunden hofft das der Anschlag gelingen möge. Damit geben sie aber auch dem Opfer eine Chance zu überleben. Inwieweit es dem Attentäter bewusst ist, wäre möglicherweise eine interessante Frage und spannende Frage.

3 - Ich versage deshalb allen anderen nicht den Respekt und die Achtung.

4 - Das besondere an Stauffenberg ist jedoch dass er nach dem Krieg vom Militär in Deutschland benutzt wurde um das Militär teilweise reinzuwaschen und bis auf einige wenige
eigentlich keinerlei Mitschuld hatte. Da stellt sich dann die Frage ob Stauffenberg sich zum einen überhaupt von seiner Zugehörigkeit zum Militär, distanziert hat. Er wollte doch, falls das Attentat gelungen wäre grossen Einfluss auf das Militär nehmen und es in seinem Sinne umformen. Das wiederum bedeutet eine hohe Potenz an Eigennutz gehabt zu haben.

5 - Das Er Familie und Kinder hatte ist im Zusammenhang mit dem Anschlag nicht so wichtig, denn an der Front konnte er auch keine Rücksicht auf seine Familie nehmen. Wäre er getötet worden stünde seine Familie auch alleine da.



zsr49113085 weiblich
sandy
25. Jan 2012 19:49

Definition Widerstand

ich halte die Gruppe um Graf von Stauffenberg nicht für Widerstandskämpfer im eigentlichen Sinne. Der Anschlag wurde meines Erachtens geführt, um eine totale militärische Niederlage zu verhindern. Es handelte sich also nicht um den Versuch, dass Naziregime und deren grundsätzliche Ideologie zu beenden.
Es stellt sich mir also die Frage, warum ausgerechnet Offiziere hochgelobt werden, andere "echte" Regimegegner oder -gruppierungen nur selten / am Rande erwähnt werden. Evtl wäre es Wert zu recherchieren, ob die Stauffenberg-"Verehrung" zeitgleich mit der Gründung der Bundeswehr begann.
Ich persönlich zolle der "weißen Rose" sehr viel mehr Respekt als einer Gruppe Militaristen mit (mir) etwas unklaren Wertvorstellungen!



Gummidrops weiblich
Julie
25. Jan 2012 20:03

Antwort

Stauffenberg war ein Mensch mit weniger Mumm als eine arabische Kinderbombe.

Attentäter, die nicht tun was nötig ist, sind feige; die den Erfolg der Mission nicht sicherstellen, sind unzuverlässig und - wie die, die sich auf Stauffenberg verließen, bemerkt haben - gefährlich.

Der Sprengsatz von Georg Elser hätte Deutschland vieles erspart. Er explodierte, wie vorgesehen; aber die Zielperson hatte den Ort der Tat wegen kurzfristigen Wetterumschwungs bzw. aufkommenden Nebels vorzeitig verlassen.



06. Apr 2012 21:39

Stauffenberg: Fehlbesetzung als Attentäter

Stauffenberg war tragischerweise eine Fehlbesetzung als Attentäter .

Natürlich stand Stauffenberg anfangs beinahe zwangsweise dem Nazi-Regime nahe. Als Offizier in der Wehrmacht eröffnete das Regime ungeahnte Aufstiegschanchen. In einem 100.000 Mann-Heer der Weimarer Republik herrschte ein Mangel an Aufstiegschacncen vor. Für junge und ambitionierte Militärs allemal ziemlich frustrierend. Da ist Hitlers Aufrüstungsprogramm hoch willkommen gewesen. Er eröffnete eine berufliche Zukunft für die (Berufs-)Militärs.

Die Distanzierung von den Nazis, die dann letztendlich in seine aktive Gegnerschaft umschlug war ein mühevoller Prozess.
Die steile Karriere als Offizier in der Wehrmacht verdankt er den Kriegsplänen Hitlers. Damit einhergehend genießt er dadurch so manche Priviliegien, die ein gesteigertes Ansehen und Wohlergehen mit sich bringen.

Der Krieg bricht aus. Natürlich dient er als talentierter Soldat im Feld und muss dort kämpfen. Ist somit auch den Launen des Schicksals ausgeliefert und die Wahrscheinlichkeit seines Ablebens ist dadurch enorm gestiegen. Das ist eben das Berufsrisiko eine Heeresoffiziers. Eine Familie ohne Vater, in Kriegszeiten keine Seltenheit. Für die hinterbliebenen Angehörigen eine Belastung, aber üblicherweise keine akute existenzielle Bedrohung. Seine Familie hätte seinen Tod mit Fassung ertragen, so wie es sich der überkommenen preußischen Tradition ziemt.

Er muss nach einem Scheitern des Attentats die Konsquenzen für sich und andere abwägen.
Scheitert er, so ist sein Tod gewiß.
Wird die Familie womöglich in Sippenhaft genommen, von der Gestapo oder dem SD verhört?
Die verbliebenen Familienangehörigen werden inhaftiert und gefoltert, zu belastenden Aussagen gezwungen?
Werden seine Kinder in ein NS-Kinderheim verschleppt oder wird gleich zwangsweise die weitere Kindererziehung durch die leibliche. aber "undeutsche" Mutter verweigert, stattdessen werden sie regimetreuen arischen Familien übergeben bzw. zwangsadoptiert. Dann droht zudem die weitere Gefahr der Inhaftierung von weiteren nahestehenden Personen aus dem persönlichen Umfeld, die alleine durch die Bekanntschaft mit einem Attentäter in Verdacht geraten sind.

Stauffenberg liebte seine Frau, seine Kinder. Er war gerne deutscher Offizier und er war sehr national eingestellt.
Als Adliger lastete die Familiengeschichte seiner Vorfahren auf ihn. Traditionen und ein gewisses Standesbewusstsein prägten ihn ebenso.

Von der inneren Ablehnung zum aktiven Vorgehen gegen Hitler ist ein weiter Weg.

Da sind die Frau und die Kinder, die gemeinsamen Freunde, der Eid als deutscher Offizier, das preußische Verständnis von Treue und Gehorsam, die verlorene körperliche Unversehrtheit durch die schwere Verwundung in Afrika.
Über all das musste sich der Mann erst einmal klar werden. mit sich ins Reine kommen.

Dieser Deutsche setzte nicht nur sein Leben, das seiner Kameraden, sondern auch sein übriges persönliche Umfeld einem riesengroßen Risiko aus. Denn einen Mißerfolg würden die Nazis mit grausamer Härte bestrafen.

Als er sich in Berlin inmitten der Verschwörergruppe als Neuling widerfand war er eher entsetzt, als erfreut, hochstehende Funktionäre und Militärs in endlosen Debatten über den richtigen Weg eines Umsturzversuchs vorzufinden.

Ich glaube, nachdem sich Stauffenberg dazu entschlossen hatte Hilter die Geschicke des Deutschen Reiches nicht mehr lenken zu lassen, war ihm vermutlich sehr schnell klar geworden, den "Führer" als einzigen akzeptablen Ausweg zu töten. Dabei musste ihm klar sein: Entweder der oder ich!

In der Verschwörergruppe phantasierten sie dagegen von einer Festnahme Hitlers mit anschließendem Gerichtsverfahren. Das war bestimmt ein Schock für ihn. Denn er hatte sich entschlossen Hitler kompromisslos zu beseitigen. Und dann das!

Ironischerweise verhalfen Stauffenberg die Ermittlungen von Gestapo und des SD´s, sowie die Personalpolitik des Heeres, zu einer zentralen Führungsrolle innerhalb der Gruppierung. Andrerseits waren die Aktivitäten der Nazis geeignet den Druck auf die Verschwörer dermaßen zu erhöhen, das diese personell improvisieren mussten.

Unter der Angst enttarnt und womöglich auch zu spät im Sinne einer militär-politischen Entscheidung zum Zuge zu kommen, gaben sie die Bemühungen sich noch besser zu organisieren auf und traten in Aktion. Dabei übernahm Stauffenberg als Attentäter und zugleich als Koordinator der Aktionen eine unheilvolle Personalunion.

Stauffenberg, der sich mit Hitler in der Wolfsschanze in die Luft sprengt - das war nie eine Option.
Außerdem war der persönliche Zugang zu Hitler nicht für jeden Offizier möglich gewesen. Aus diesem exklusiven Kreis der Berechtigten hätte sich ein anderer anstelle Stauffenbergs als Attentäter anwerben lassen müssen. Gefährlich, schwierig und zeitlich beinahe unmöglich zu bewerkstelligen unter den damaligen Verhältnissen für die Verschwörergruppe.

Stauffenberg war körperlich durch seine Kriegsverletzung behindert, benötigte einen Adjutanten, der die in der Aktentasche verborgenen zwei Sprengsätze half in einer Baracke der Wolfschanze scharf zu machen. Während dieser Aktion wurden sie bekanntlich gestört, so das lediglich ein Sprengsatz mit dem englischen Säurezünder durch Verwendung einer einfachen Zange scharf gemacht werden konnte.
(Versucht mal unter Zeitdruck, ein Auge abgedeckt, mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger einer Hand eine kleine Flachzange zu halten und damit ein Kupferkabel in einem Klumpen Knetmasse ein wenig einzuquetschen, die andere Hand nutzt nur als Faust - das vermittelt einem deutlichen Eindruck der Schwierigkeiten beim Scharfmachen der Bombe)

Nehmen wir für einen Augenblick an, Stauffenberg hätte sich als Selbstmordattentäter mit Hitler in die Luft sprengen können. Die Nachricht wäre daraufhin in den Bendler-Block zu den Verschwörern gedrungen. Nur wer hätte da das Kommando übernehmen sollen? Wer hätte anstelle des Befehlshabers des Ersatzheeres die modifizierte Operation "Walküre" ausführen können? Denn General Fromm wollte sich keineswegs da mit hinein ziehen lassen.

Spielen wir das Szeanrio trotzdem weiter durch. Irgendwie wäre "Walküre" angelaufen, die Wehrmacht hätte begonnen im Reich und den besetzten Gebieten SS, SD, Gestapo und Parteifunktionäre der NSDAP zu verhaften.

Und Himmler, Göring, Goebbels, Bormann, Keitel hätten die ganze Zeit über nur still gehalten? Sehr unwahrscheinlich.

Eher der Beginn eines Krieges im Krieg. Vermutlich wäre der II. Weltkrieg eher beendet worden, aber ob dadurch auch wirklich weniger Opfer aller beteiligten Kriegsparteien hätten gebracht werden müssen?

Chaos, der vollkommene Zusammenbruch des Deutschen Reiches und die Spaltung der deutschen Bevölkerung in Befürworter und Gegner von Hitler. Ein Bild vor dem sich Stauffenberg sicherlich graute.

Stauffenberg war sich des Risikos seiner Aktion bewusst gewesen und ist es trotzdem eingegangen.

Die Doppelrolle, die er in diesem Drama spielte, war letztendlich das Verhängnis. Die Bombe detonierte in der Wolfsschanze ohne Hitler zu töten. In Berlin gingen seine Mitverschwörer zu Tisch, statt vehement die abgesprochenen Umsturzpläne umzusetzen, warteten stattdesseen auf eine klare Auskunft über das Gelingen des Attentats, da hierüber Unklarheit herrschte. Wertvolle Stunden, die vergeudet wurden, während sich Stauffenberg auf dem Rückflug von Rastenburg nach Berlin befand. Und dies nur aufgrund des Mangels an einer weiteren Führungspersönlichkeit, die anstelle Stauffenbergs hätte im Bereich des Ersatzheeres handeln können. Als Stauffenberg in Berlin im Bendler-Block eintraf ergriff er deshalb auch sofort die Intiative.

Für ihn gab es nur noch den einmal eingeschlagenen Kurs. Ihn beizubehalten und am späten Nachmittag auf ein glückliches Ende der Mission hoffend. Im anderen Falle als gescheiterter Mordversuch, als ehrloser Verräter in die deutsche Geschichte einzugehen. Doch in dem Bewusstsein wenigstens dem Hitler-Regime die Stirn geboten zu haben.

Damit hat Stauffenberg eine Konsequenz bewiesen, die andere Deutsche in dieser Zeit schmerzlich vermissen ließen.
Verhungernde Kriegsgefangene oder deren Erschießungen, Morde an der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten, Raub und Erpressungen, Sondereinsatzkommandos hinter der deutschen (Ost-)Front, die mal eben ein Dorf zur Abschreckung abfackelten ...
Alles Dinge, die ein Offizier von oder an die Front kommend, insbesondere der Ostfront, beobachten konnte oder zumindest immer wieder aus Schilderungen der Kameraden mitbekommen musste. Klare Kriegsverbrechen. Darüber wurde dann weggegangen, bagatellisiert. Bedauerliche Einzelfälle, unglückliche Umstände, Mißverständnisse ...!?

Wer, wenn nicht das Militär, wäre in der Lage gewesen das Hitler-Regime zu beenden?
Aber die meisten versteckten sich hinter dem Vorwand Befehl sei schließlich Befehl.
Hitler war ihr Oberbefehlshaber und der Eid auf den "Führer" wäre eine nicht kündbare Verpflichtung für jeden deutschen Soldaten. Ein Eid sei heilig.
Auch wenn "unheilige" Taten unter Berufung auf diesen Eid verübt werden sollten?
"Ein deutscher Feldmarschall meutert nicht!" - aber er schweigt zu Verbrechen der eigenen Regierung und unternimmt nichts dagegen? Wie ist das mit der vielbeschworenen deutschen Soldatenehre denn vereinbar gewesen?

Hier hat die deutsche Generalität schmählich versagt. Da hilft auch das Feigenblatt nicht, das viele Offiziere von Plänen gegen Hitler wussten bzw. davon hörten - und dazu schwiegen!

Eine grundsätzliche Bemerkung zu Attentäter:
Dies sind meist gebildete Menschen, die sich unter einer auswegslosen oder sich zunmindest drastisch schlechten Lebensumständen wähnen (oder tatsächlich auch befinden). Zu deren Überwindung oder Eindämmung sind drastische Schriite notwendig, so ihre Überzeugung. Nur persönliche Gewaltakte gegen feindliche Personen oder Einrichtungen gerichtet, so ihre Annahme, bekämpfen die Ursache.

Gewalt als Mittel der Überzeugung.
Als Forcierung von erwünschten Änderungen wird das geplante und organisierte Töten eingesetzt.

Wer glaubt, nichts mehr zu verlieren zu können als das "unwürdige" Leben, der findet sich auch bereit dieses als Waffe gegen andere Leben einzusetzen. Und wenn diese den Entschluss erst einmal gefasst haben in ihrem Kampf zu sterben, so tauschen sie dieses so hochwertig wie es ihnen möglich scheint ein. Und so wird aus einem "normalen" Attentäter ein Selbstmordattentäter.

Alle jene sind überzeugt das Richtige zu tun, keine andere Möglichkeiten mehr zu besitzen, als mit Gewalt zu agieren, um die Chance auf eine bessere Zukunft für seine Gemeinschaft, der Durschsetzung seiner Politik, seiner Ideologie oder der künftigen Bedeutung seiner Religion zu sichern.

Mord als Mittel zu Veränderung.
Von den Einen verabscheut, von den Anderen werden diese Taten jedoch bewundert.
Je nachdem welcher Seite man sich zurechnet, wird Mord plötzlich als ein durchaus akzeptables Mittel angesehen.

Mir beschert das ein moralisches Dilemma. Ich billige den Mordversuch Graff Stauffenbergs an Hitler oder etwa die Tötung der Geiselnehmer der "Landshut" durch die GSG 9 in Mogadischu. Andererseits bin ich als Christ empört, sobald der eine dem anderen Menschen das Leben nimmt, so z.B. das schreckliche Attentat auf J.F.K. in Dallas oder die Ermordung von Olaf Palme. Was für eine Doppelmoral :=(



12. Apr 2012 17:15

Gesperrt

Antwort auf Stauffenberg ein falscher Held? von Agricola
Die Anzeige des Beitrags wurde durch einen Moderator unterbunden, da eine Verletzung der Nutzungsbedingungen vorlag.


lucy.van.pelt weiblich
Wowbagger
12. Apr 2012 17:22

Hey hey Wiki

Kopieren geht über Studieren, oder was soll uns das nun sagen?



12. Apr 2012 17:24

re

Antwort auf Stauffenberg von Waldshuter

Bitte keine komplett-kopierten Fremdtexte reinstellen, sonstige Zitate nur mit Quellenangabe, thx.



agricola männlich
aus Berlin (Berlin)
04. Mai 2012 21:33

Finde ich auch

ist korrekt. Obwohl nun Schavan und andere Vorläufer, Gutenberg etc. ja auch ihre Dr.-Arbeit so geschrieben haben.