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: Sind Wissenschaftler neutrale Menschen ?
cuckold+c2 männlich
Jürgen aus Rosenheim (Bayern)
27. Mär 2012 15:04

re

bist du dir sicher das wissenschaft öffentlich sein muss,
(die vorbehalte dazu ist wieder etwas anderes)
oder liegt die betonung auf garage :-)



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27. Mär 2012 15:13

Hä?

Antwort auf re von Jerrymaus

> Es kann sein, daß man etwas weiß, ohne es jedoch beweisen
> oder ausführen zu können.

Woher weiß man dann, dass man das weiß?



27. Mär 2012 15:17

re

Antwort auf re von Jerrymaus

Deine Ansicht entspricht nicht gängigen Vorstellungen und keineswegs dem Wissenschaftsbetrieb.
Die Veröffentlichung in anerkannten Wissenschaftsjournalen ist das A und O.
Sie ist auch praxisfremd, denn die Zeiten sind schon lange vorbei, in denen in Hinterhofschuppen und im Studierstüberl Wissenschaft gemacht werden konnte.



27. Mär 2012 15:52

re

Antwort auf Hä? von lighthouse-keeper

Beispiel (Beweis): Du wurdest Zeuge eines Mordes, bist jedoch der einzige Zeuge dieses Mordes, und es gibt sonst keine Spuren. Du kennst den Mörder sogar mit Namen. Nun weißt Du zwar, wer der Mörder ist, kannst es aber nicht beweisen.

Beispiel (Ausführung): Ich weiß, daß es möglich ist, die 100m unter 10 Sekunden zu laufen, bin aber nicht in der Lage, es zu tun.



27. Mär 2012 15:53

re

Antwort auf re von Pjacobi

Man trägt sehr wohl zur Mehrung des Wissens bei, wenn auch nicht zu dessen Verbreitung.



27. Mär 2012 15:59

re

Antwort auf re von lighthouse-keeper

Die Veröffentlichung1 ist keineswegs das A und O. Es gibt Erfindungen, die wurden nie patentiert, jedoch erfolgreich vermarktet. Der Grund für dieses Vorgehen liegt meistens darin, daß man der Konkurrenz dadurch einen Schritt voraus ist, daß man ihr keinen Hinweis darauf gibt, in welche Richtung sie forschen müssen, um zum selben oder einem vergleichbaren Ergebnis zu kommen. Auf diese Weise kann man ein Produkt auf dem Markt etablieren, bevor die Konkurrenz angemessen reagieren kann.



Pjacobi männlich
Peter
27. Mär 2012 16:16

re

Antwort auf re von Jerrymaus

Nee, denn nach Deinem Tod, ist das Wissen dann wieder verschwunden, wenn Du es völlig geheimgehalten hast.



27. Mär 2012 16:43

re

Antwort auf re von Jerrymaus

Es geht hier aber um "Wissen" und nicht um kleine Anekdoten!



cuckold+c2 männlich
Jürgen aus Rosenheim (Bayern)
28. Mär 2012 08:40

re

Antwort auf Hä? von lighthouse-keeper

> Woher weiß man dann, dass man das weiß?

eine gute frage,
aber noch nie mit einem intuitiven lösungsansatz gearbeitet ?
ohne unterschwelligen sarkasmus :
was denkst du wie (manchmal) wissenschaft "funktioniert"



28. Mär 2012 14:15

Hm.

Antwort auf re von Jerrymaus

> Wissenschaftler zu sein muß nicht zwangsläufig heißen, daß
> derjenige seine Arbeiten auch veröffentlicht.

Also Forschen ohne zu Publikation?
Ein Versuchsprotokoll ist schließlich auch - in einer gewissen Weise - eine "Veröffentlichung". Nun ja, streitbar, gebe ich zu.



28. Mär 2012 14:18

Hm.

Antwort auf re von cuckold+c2

Manche Wissenschaftler haben ihre Werke nie "öffentlich" gesehen, weil ihre Erkenntnisse erst nach dere Tod bekannt wurden. Manche von den historischen Größen1 hatten scheinbar auch wenig Interesse zu veröffentlichen.



28. Mär 2012 14:21

Ja.

Antwort auf re von Pjacobi

Deswegen - Protokolle, Protokolle, Protokolle, Leute! =D



28. Mär 2012 14:27

Hm.

Antwort auf re von lighthouse-keeper

> Sie ist auch praxisfremd, denn die Zeiten sind schon lange
> vorbei, in denen in Hinterhofschuppen und im
> Studierstüberl Wissenschaft gemacht werden konnte.

Du gehst dabei aber von öffentlich finanziertem Forschen aus. Private/Militärsiche Geldgeber haben meistens _kein_ Interesse daran, dass Erkenntnisse beliebig ausgetauscht werden (können).
Dieses Thema erinnert mich stark an das letzte Jahr (?) als hier über "Private Forschung vs. Öffentlich finanzierte" diskutiert wurde... Und es gibt ähnliche Überlegungsansätze wie im Thread "wissenschaftskommunikation".



28. Mär 2012 14:34

Ja.

Antwort auf re von cuckold+c2

> > Woher weiß man dann, dass man das weiß?
>
> eine gute frage,
> aber noch nie mit einem intuitiven lösungsansatz
> gearbeitet ?
> ohne unterschwelligen sarkasmus :
> was denkst du wie (manchmal) wissenschaft "funktioniert"

Und manche verbringen Wochen und Monate ihrer Doktorarbeit damit, gesicherte Ansätze auf denen die ganze Arbeit baut erst einmal "wieder zu beweisen", weil sie zum ersten Mal im gesamten Studium überhaupt merken, dass die Arbeiten an denen sie weiterfummeln wollten, scheinbar gar nicht so nachvollziehbar sind wie allgemein im Fachbereich erwartet...

Es ist peinlich, wenn man bei der Abgabe zeigen muss, dass die Koryphäe im Fach vor Jahren Mist gebaut hat und niemand es bemerkt hat. Noch peinlicher, wenn sie vielleicht doch recht hatte und man erst jetzt zeigt, was für eine lkeine Leuchte man ist. Ein gar nicht so seltenes Dilemma, merke ich.



28. Mär 2012 21:02

Hm.

Antwort auf re von Jerrymaus

> Meiner Meinung nach ist jemand dann ein guter
> Wissenschaftler, wenn er sorgfältig und nachprüfbar
> arbeitet, unabhängig davon, ob er ein Hochschulstudium
> absolviert hat oder nicht.[fn Auch hier lassen wir einmal
> rechtliche Gesichtspunkte außen vor.]

Gefällt mir, ist aber dann schwer zu normieren. In einem Roman lese ich gerne von einem Konditor, der als "Wissenschaftler" für seine Kreationen gilt. Baut aber ein "Wissenschaftler" hinter unserem Haus eine Recyclinganlage für Gefahrenstoffe, sehe ich das vollkommen unentspannt.
Interessant finde ich in dem Zusammenhang allerdings, wenn man die Arbeit in einem chemischen Labor an einer Hochschule in Deutschland und im Gegensatz im europäischen Ausland beobachtet: Da es in Deutschland in den '80ern und '90ern ein Rennen auf die Hochschulmitarbeiter gab, werden akademische Spitzenkräfte (sprich - Profs und Privatdozenten in interessanten Bereichen) sehr gut bezahlt - fast in einem Missverhältnis zu Kollegen aus weniger ertragreichen Sozial- oder Humanistikdisziplinen. Also fällt viel von der "Fleißarbeit" die unweigerlich im Laboralltag entsteht auf Doktoranden, Diplomanden und andere Studenten oder reguläre Angestellte (die kaum noch jemand einstellt, welcher teure Chemiker in einem Uni-Labor arbeitet nur vor sich hin?)- die Techniker und TAs gehen teilweise bei Neueinstellungen oft leer aus. Im EU-Ausland andererseits wird vergleichbare Arbeit mit ähnlicher Leistung erbracht, dort fällt aber weniger davon an diese "mittleren Kader" und deswegen erfüllen Techniker und TAs, die ähnlich gut ausgebildet sind, weitaus mehr von dieser "Fließarbeit".
Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich deren Zuarbeit und eigene Überlegungen in den verschiedenen Ländern und Kulturen gewürdigt wird - "Xy et al." ist auch gar nicht so der mitteleuropäische Massstab, sondern ein amerikanisches Modell das sich erst in den letzten Jahren hier einbürgert.

Sind aber nun die Techniker, die eigene Ideen, eigenen Durchhaltewillen, neue Ansätze, Korrekturen, Überwachung und entscheidende innovative Überlegungen zu einem Forschungsprojekt beigetragen haben, keine Wissenschaftler?1



29. Mär 2012 07:54

re

> werden akademische Spitzenkräfte (sprich - Profs und
> Privatdozenten in interessanten Bereichen) sehr gut
> bezahlt - fast in einem Missverhältnis zu Kollegen aus
> weniger ertragreichen Sozial- oder Humanistikdisziplinen.
> Also fällt viel von der "Fleißarbeit" die unweigerlich im
> Laboralltag entsteht auf Doktoranden, Diplomanden und
> andere Studenten oder reguläre Angestellte (die kaum noch
> jemand einstellt, welcher teure Chemiker in einem
> Uni-Labor arbeitet nur vor sich hin?)- die Techniker und
> TAs gehen teilweise bei Neueinstellungen oft leer aus.

Nach dieser Definition1 sind die Techniker und TA ebenfalls Wissenschaftler2, während die Professoren und Privatdozenten zudem Verkäufer sind.



cuckold+c2 männlich
Jürgen aus Rosenheim (Bayern)
29. Mär 2012 07:56

re

Antwort auf Hm. von Oceano

> Sind aber nun die Techniker, die eigene Ideen, eigenen Durchhaltewillen,
> neue Ansätze, Korrekturen, Überwachung und entscheidende innovative
> Überlegungen zu einem Forschungsprojekt beigetragen haben, keine Wissenschaftler?

die leistung in allen ehren ...
nein, das sind „nur“ die schaftler. die essenz der eigentliche sache geht durch die
differenzierte aufgabenverteilung verloren (aber nicht verallgemeinert)
bereits bei kleinen projekten weiß der HiWi schon oft gar nicht mehr worum
es eigentlich geht, … aber wem erzähl ich das.

grüß dich



29. Mär 2012 07:58

re

Antwort auf re von Pjacobi

Das spielt für mich aber keine Rolle1, denn Wissen nützt nur dem, der es hat.

Davon abgesehen: Wenn ich mein Wissen nutze, um mit dessen Hilfe Produkte zu entwickeln und sie zu verkaufen, bleibt mein Wissen2 ja erhalten, auch wenn es in keinerlei Protokollen aufgezeichnet ist.



29. Mär 2012 08:00

re

Antwort auf re von cuckold+c2

Das ändert aber nichts daran, daß sie bezogen auf die Details, an denen sie forschen, sehr wohl Wissenschaftler sind.



eldiablo
29. Mär 2012 08:02

re

Antwort auf re von Jerrymaus

> denn Wissen nützt nur dem, der es hat.

Ist das so? Ich kann DVD schauen, obwohl ich keine Ahnung habe, wie ein Laser funktioniert oder eine DVD beschaffen ist, wie die Daten kodiert sind und zu einem Bild werden. Also habe ich doch als völlig Ahnungsloser was vom Wissen anderer, oder?