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: Miles Davis
30. Sep 2006 19:58

Miles Davis

dummekuh weiblich
Fallibilist

Nun öffne ausgerechnet ich Musik-Laie einen Miles-Davis-Thread - eines weiß ich aber ganz sicher: er verdient einen eigenen!

Gerne würde ich hier eure Meinungen zu ihm hören, was euch besonders gefällt, warum er so herausragend und einzigartig ist, welche Entdeckungen oder Entwicklungen udn Innovationen euch am meisten begeistern. Ich würde offen gestanden gerne von euch lernen, warum ich dermaßen hingerissen und begeistert bin von Miles Davis.

Ein Album, das ich besonders schätze, ist "Sketches of Spain" (bei dem ich eigentlich Schwierigkeiten hätte, es als Jazz zu bezeichnen - aber als was sonst?) Es ist die perfekte "Blue-Hour"-Musik, karg, melancholisch, cool. Es wird von vielen angefeindet, aber mir gefällt diese Dauerspannung, die durch das gesamte Album durchgehalten wird und dazu diese mal beifällig, versuchsweise einsetzende, mal so bestimmt dominierende Trompete. Für mich ist dieses Album etwas ganz besonders, Berührendes.



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01. Okt 2006 10:39

Re: Miles Davis

ingwie
Heinz L

> Gerne würde ich hier eure Meinungen zu ihm hören, was euch
> besonders gefällt, warum er so herausragend und
> einzigartig ist, welche Entdeckungen oder Entwicklungen
> udn Innovationen euch am meisten begeistern. Ich würde
> offen gestanden gerne von euch lernen, warum ich dermaßen
> hingerissen und begeistert bin von Miles Davis.

Was ich zu Miles Davis zu sagen habe, habe ich im Prinzip bereits hier geschrieben. Was ist dem noch hinzuzufügen?

i.



01. Okt 2006 11:49

re

dummekuh weiblich
Fallibilist

> Was ich zu Miles Davis zu sagen habe, habe ich im Prinzip
> bereits [[forum:639/1/9|hier]] geschrieben.

Das hatte ich bereits gelesen. Wenn dir sonst nichts zu Miles Davis einfällt, brauchst du natürlich auch nichts zu schreiben ;-)



01. Okt 2006 16:05

Ich weiß, dass ich nichts weiß ;)

ingwie
Heinz L

> Wenn dir sonst nichts zu
> Miles Davis einfällt, brauchst du natürlich auch nichts zu
> schreiben

Oh, da fiele mir noch jede Menge zu Miles Davis ein, aber so kompakt und nahezu vollständig wie z.B. hier könnte ich es gar nie ausdrücken ;)

Ansonsten gilt vor allem für die Musik: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Denn in Abwandlung eines anderen Spruches gilt für die Musik: Einmal hören ist besser als tausend mal beschreiben!

;)

i.



03. Okt 2006 00:06

Miles Davis

Leviathan69
Antwort auf Miles Davis von dummekuh

Miles spielte für mich einfach nur nach Gefühl, er improvisierte mit einer Treffgenauigkeit, , die sich in den meisten Musikarten, abgesehen der sog. klassischen Musik leider nicht finden. Und er war, was seine Gooves anging immer seiner Zeit weit voraus.
Oder was er aus Titeln, wie Time after Time oder diesem Jackson Song gemacht hat, Wahnsinn. Ich ahbe eine Aufnahme auf Kassette, von einer LP mit Tutu auf der einen und Portia auf der anderen Seite. Diese Scheibe wurde normalerweise auf 45 U/min abgespielt. Ich habe sie aber bei 33 U/min aufgenommen. Die Wirkung ist geradezu unbeschreiblich. Ich habe bisher keine Musik gehört, die mehr das Prädikat "Extrem erotisch" verdient hätte.
Sehr schön finde ich auch, das Miles in der Endphase seines musikalischen Wirkens mehr und mehr dazu übergegangen ist, seinen Mitstreitern auf der Bühne große interpretatorische Freiräume zu lassen. Vereinzelt streute er hir und da eigene Impros ein und alles war klar.

Zum schluß noch ein paar Empfehlungen meinerseits:

Keith Jarrett- Kölner Konzert,Jan.´75 / Friday Night in San Franzisco / Frank Zappa - Jazz from Hell / George Duke - i love the blues, she heard my cry - the aura will prevail / Jaco Pastorius - Jaco / The best of the return to forever / Art Pepper - The trip

Viel Spaß

Leviathan69



03. Nov 2006 20:55

Jaujau

sternentraeumer
Antwort auf Miles Davis von dummekuh

Ich mag Miles Davis auch. Zumal er mit seinem Album "Bitches Brew" dem sich gerade entwickelnden JazzRock zu weiterem Durchbruchverholfen hat. :o)
Allerdings habe ich lange den Fehler gemacht, ihn darauf zu reduzieren.
Zu "Sketches of Spain" - ich hör das nicht nur in blue hours. ;o). Und was sollte an dem Album kein Jazz sein?



04. Nov 2006 11:48

ghjhg

fluxional

davis war nur der trompeter von parker.

mehr nicht.



06. Nov 2006 10:49

Nur?

sternentraeumer

Sicher?



06. Nov 2006 19:31

mhn.

fluxional

scherzo.

scherzo.

:P



14. Dez 2006 16:37

re

wpl+2511
Antwort auf Miles Davis von dummekuh

also miles ist natürlich der dreh-und angelpunkt des ganzen jazz-geschehens.. für einen weissen ist sein genie eigentlich nicht fassbar, ich habe nur ansatzweise verstanden, wie extrem intensiv,expressiv er gespielt hat, aber sein spiel war auch entscheidend mitgeprägt von der ganzen konstellation, dass seine mitmusiker erstens mehr oder weniger für ihn gespielt haben, und zweitens sie selber absolute koriphäen gewesen waren (chick corea, gary thomas, john scofield, marcus miller)und heute noch sind. sowas steigert die qualität des eigenen spiels erheblich.
vielleicht ist die mythosvorstellung "miles davis als picasso des jazz" etwas fehl am platz, weil man immer verliert, wenn man in eine schublade gesteckt wird, die ein anderer schon aufgemacht hat. dass er soviele jazz-stile erfunden hat, gerät fast ins hintertreffen vor diesem so beliebten vergleich. aber miles war ja selber auch hobby-maler..
seine fast 10jährige musikabstinenz, als er sich der dekadenz verschieb, drogen übermäßig konsumierte usw, hat sicher auch dazu beigetragen, dass er vielen als ein verschrobener lärm-macher erschienen ist, als er sich wieder aufgerafft hatte und erneut die bühne betrat. eigentlich gefällt mir diese phase aber am besten. mit mike stern, john scofield. funky. aber nicht mehr mit diesem komischen mccreary. bitches brew mit mclaughlin mag ich nicht so, obwohl ich mclaughlin wieder für exorbitant gut halte, vor allem mit dennis chambers (live gesehen). ich mag auch nicht kind of blue, diese vorzeige-platte, obwohl mit coltrane, so spielt darauf adderlay viel besser als coltrane..



23. Dez 2006 22:30

re

gitarrenkraut
Pferdenarr
Antwort auf Miles Davis von dummekuh

Oh, ein Jazzforum. Leider muss ich zur nichtssagendsten Aussage greifen, die man über Musiker überhaupt äußern kann, nämlich dass es dieser besondere "Ton" ist. Ich glaube, es ist nicht schwer, bei einem beliebigen Stück nach ein paar Takten Trompete sofort zu entscheiden, ob das Miles Davis ist oder nicht, so charakteristisch ist er. Ich würde den Ton so beschreiben: auf ganz warme Weise heiser, oft sehr gepresst, manchmal ausbruchsartig, manchmal weich, und das Intensive liegt meistens hinter einer scheinbar kühlen und distanzierten Fassade. Was ich so interessant finde, ist gerade das: oberflächlich klingt es oft sogar "schlecht gespielt", manchmal auch leidenschaftslos bzw. unbeteiligt - dabei ist es das ganze Gegenteil.

Ich mag sehr "In a silent way", die ist so wunderbar ruhig und minimalistisch, melancholisch und trotzdem kraftvoll (sehr seltene Mischung). Selbst als Nichtraucher und Antialkoholiker kann man dabei hervorragend rauchen und Wein trinken, möglicherweise auch nachdenken, aber das ist optional.

Meine Lieblingsstücke, neben denen von "In a silent way": "So what" (wirkt am besten mit MP3-Player, öffentlichem Verkehrsmittel und einer Großstadt) und "Autumn leaves". Ein Freund von mir lässt sich jeden Morgen mit "Seven steps to heaven" wecken und trommelt das Schlagzeugsolo mit, daher muss ich es hier auch erwähnen. Wo ich schon bei diesem Freund bin: wir tanzen auch immer zu dieser Jazzmusik, die Samstag nach der Sportschau zur Ziehung der Lottozahlen gespielt wird. Irgendwie hat die was. Kleiner Weihnachtstipp: Sketches of Spain habe ich leider gar nicht.



11. Feb 2007 04:03

In A Silent Way

Ich halte "In A Silent Way" ebenfalls für mit das wichtigste Album von ihm. Jedoch liegt bei mir "Kind of Blue" (1962) eindeutig vorn, auch wenn es mit "In A Silent Way" nicht im Geringsten vergleichbar ist.
Bei "Bitches Brew" scheiden sich die Geister. Die einen halten es für das Nonplusultra, andere für eines der schlechtesten Produktionen.

Für Anhänger des klassischen Hard Bops sei hier mal die Prestige-Anthology (1949-56) nahegelegt.



02. Jun 2007 19:52

BBrew

rings_of_saturn

Also, ich finde die "Bitches Brew" (hab die komplette Session von knapp 260Minuten) ist das beste Davis Album ever!
Ja, sogar um einige Potenzen besser als die "kind of blue".Sie wirkt gegen die "Bitches Brew" wie eingeschlaffene Füße.
"In a silenty way", ja, hat was, allerdings nur phasenweise...seitdem ich von der "Bitches Brew" gekostet, hamm sich
meine Maßstäbe etwas verändert ... die "Bitches Brew" ist outstanding...das Nonplusultra, jaaahhh...



10. Jul 2007 16:01

Miles Davis

Mister_Bossa männlich
Alfonso aus Baden- Württemberg
Antwort auf Miles Davis von dummekuh

Miles Davis war ein außergewöhnlicher Musiker, ein Mann der Innovationen, er führte auch das e-piano (roland fender Rodes) in den Jazz ein, wo damals viele Puristen aufschrieen.
Die Musik von Miles ist immer etwas sehr geheimnsvoll, der coole Ton seiner gestopften trompete hörte sich manchmal verloren an... er kehrte auch viele male dem publikum den rücken.... eine seiner aussergewöhnlichen Musiken ist die filmmusik zu " Faaaahrstuhl zum schafott) in frankreich gedreht...seine letze CD war der Be-Bop Sound mit einigen Hip-hopern... kurz vor seinem tode... Miles hat auch die magnetische ausstrahlung eines Vodoo-Eingeweihten...seine Musik fasziniert auch heute noch Insider und Kenner...



10. Jul 2007 17:41

re

gitarrenkraut
Pferdenarr

> er kehrte auch viele male dem publikum den rücken....

Hmm, es gab doch auch irgendeinen Musiker, der fast nur so spielte. War das Miles Davis (der das auf jeden Fall auch gemacht hat) oder war das noch ein anderer? Das Alter zerrüttet mein Gehirn.



10. Jul 2007 18:45

miles davis

Mister_Bossa männlich
Alfonso aus Baden- Württemberg

meines erachtens nur miles manchmal auch carlos santana, aber sehr selten, während Miles bewusst den rücken darbot..



14. Jul 2007 18:36

Die...

...bewusste Darbietung des Rückens ich echt schon ein Hammer ^^



03. Aug 2007 17:50

re

wpl+2511

...hat aber auch akustische gründe, denke ich. man kann die band direkt "antrompeten". und außerdem kann man sich dem lampenfieber etwas entziehen, kurzzeitig einen ruhepol finden, oder man kann fühlen, dass man eine horde "gleichgesinnter" hinter sich hat, und man fühlt sich vielleicht wie ein anführer einer armee......
ich denke, kein anderer musiker war so konsequent mit dem rückenkehren, wie miles davis. andere mögen das vereinzelt auch gemacht haben, aber nur er war dafür berühmt.



24. Aug 2007 00:14

kool

Antwort auf Miles Davis von dummekuh

Höre gerade die letzten Tage wieder mehr Miles ^^

Kennt wer dieses Konzert ?:

Miles Davis
Juni 19, 1973
Shinjuku Kosei Nenkin Hall
Tokyo, Japan

Miles Davis - trumpet, organ
Dave Liebman - tenor & soprano saxophones
Pete Cosey - guitar, percussion
Reggie Lucas - guitar
Michael Henderson - bass
James "Mtume" Heath - congas, rhythm box, African percussion
Al Foster - drums

Coole Band, Al Foster groovt wie die Sau!



24. Aug 2007 00:29

re

AbaZaba
Antwort auf re von gitarrenkraut

Eddi Van Halen hat das glaub ich auch manchmal gemacht.



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