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07. Apr 2009 22:52

Thuja-Hecke

Hallo, unser lieber Nachbar hat vor ein paar Jahren direkt an der
Grundstücksgrenze eine Thuja-Hecke gepflanzt. Wir hatten bis zu
etwa einem Drittel ein Beet an der Grenze entlang. (war vorher da)
Mittlerweile ist das ganze Beet mit den Wurzeln seiner Hecke durchzogen
und regelmässig schneiden tut er sie auch nicht (das letzte Mal im Herbst
nach fast 2 Jahren). Dementsprechend sieht sie natürlich auch aus.
Damit er halbwegs hinter die Grenze kam, hat er fast bis zum Stamm zurück-
geschnitten und da ist jetzt alles kahl oder höchstens braun.
Natürlich liegt unser Beet auch immer voll mit dem Müll der da runterfällt.
Dazu kommt, das da auch so ein Abwasserteil ist. Gehen die Thuja-Wurzeln
nicht dahin wo Wasser ist?
Kann man da irgendwas machen?


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Smaragdwald ♀
lavendel
08. Apr 2009 14:09

re

Veileicht einen Wurzestop in den boden eingraben gibts in Bau und Pflanzencentern.


helsibri15
13. Apr 2009 16:04

Grenzabstand Thuja occidentalis

Hallo Scarlett,
Grenzbepflanzung ist für das Bundesland Hessen, wo du laut den Angaben zu Deinem Profil wohnst, im hessischen Nachbarrechtsgesetz § 38 geregelt. Dort heißt es: Der Eigentümer und die Nutzungsberechtigten eines Grundstücks haben bei dem Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und einzelnen Rebstöcken von den Nachbargrundstücken folgende Abstände einzuhalten:
1. mit Allee- und Parkbäumen, und zwar
a) sehr stark wachsende......
b) stark wachsende Allee - und Parkbäume ...., - dem abendländischen Lebensbaum (Thuja occidentalis) 2 m.

Wenn der "liebe Nachbar" tatsächlich direkt an der Grundstücksgrenze Thuja angepfanzt hat, hast du Anspruch auf Beseitigung dieser Koniferen.

Den Beseitigungsanspruch hast du allerdings nur dann, wenn du als Nachbar binnen 5 Jahren nach dem Anpflanzen Klage auf Beseitigung erhoben hast (§ 43).

Frohe Ostergrüße, Helmut.


hobbes
13. Apr 2009 17:19

re

frage: macht das hessische nachbarrechtsgesetz keine unterscheidung zwischen solitär stehenden Einzelbäumen (wie im paragraph festgehalten) und heckenanpflanzungen? hecken werden idr. regelmäßig geschnitten und dabei auf eine höhe begrenzt. das württembergische nachbarschaftsrecht unterscheidet hier nämlich - auch je nach heckenhöhe müssen unterschiedliche grenzabstände eingehalten werden. beachtet werden sollte ebenfalls, ob der abstand zur heckenfront oder zum pflanzenSTAMM gemessen werden muss.
Das ganze wäre gut zu wissen für die TE - nicht dass sie noch unrechtmäßigerweise vor den kadi ziehen will ;)


hobbes
13. Apr 2009 17:24

re

google ist unser aller freund - ich hätte wohl vor der threaderstellung suchen sollen *selbstschimpf*:
http://www.llh-hessen.de/gartenbau/freizeitgartenbau/garten/recht/_pdf/Hecke_inf​o.pdf
http://www.nachbarrecht.de/nrg_hessen.html §39 findet hier anwendung


14. Apr 2009 02:41

re

Ich will ja nicht vor den Richter und die doofe Hecke ist auch schon
länger als 5 Jahre da. Das Problem ist halt, dass der die auch ewig
nicht schneidet (zuletzt halt fast 2 jahre nicht) und in der Nähe
dieses Wasserding ist. Meine Ma hat halt Angst, dass da was passieren
könnte.


helsibri15
15. Apr 2009 09:40

Thuja-Hecke

Hallo Scarlett,
mit meinem Hinweis auf das hessische Nachbarrechtsgesetz wollte ich (Nichtjurist!) auf die rechtliche Situation hinweisen.
Nachdem - wie du schreibst - nach dem (widerrechtlichen!) Anpflanzen der Thuja-Hecke mehr als 5 Jahre verflossen sind, sind deine juristischen Mittel erstmal erschöpft.
Aber du willst wegen der "doofen Hecke" ja ohnehin nicht vor den Kadi ziehen. Das ist gut so. Ich würde auch lieber eine gütliche Einigung bevorzugen.
Du hattetst die Rede von einem Abwasser...dings, was die Thuja-Hecke irgendwie tangiert. Könntest du das einmal näher beschreiben? Vieleicht fällt mir dazu noch was ein.
Du schreibst auch, wie scheußlich die Hecke nach einem radikalen Rückschnitt ausschaut. Dagegen kannst du selbstwas tun: Z.B. eine 2 m hohe Strohmatte als Sichtschutz davor anbringen. Diese kann man im Baumarkt bekommen, ist leicht und lässt sich relativ bequem befestigen.

MfG. Helmut


15. Apr 2009 11:48

re

Hm, Du kannst Dir das so vorstellen:
Wenn Du auf der Strasse stehst, geht die Hecke von der Straße das
ganze Grundstück entlang bis runter zu einem Feldweg. Das Beet geht
bis zu etwa 1/3 und etwas länger ist der 'Hof'.
Auf etwa der Hälfte des Beetes ist auf dem Hof direkt am Beet dran so eine
Drusel (ich hoffe, Du kennst den Ausdruck) und auf Hälfte der Gesamtstrecke
also am Ende des gepflasterten Hofbereichs ist so ein Rohr das aus der Erde
kommt. Wenn ich richtig informiert bin, geht da ein Rohr von der Drusel bis zu
dem Rohr aus der Erde. Das Beet ist nur etwa einen einen Meter breit (wenn
überhaupt) also ist die Hecke nur etwas mehr von diesem Rohrzeugs entfernt.

Ich hoffe ich konnte verständlich erklären was wo ist.
Achja, mit was diese Rohre noch verbunden sind unter der Erde, weiß ich leider
nicht.


helsibri15
16. Apr 2009 10:31

Dubiose Rohre

Hallo Scarlett,
zunächst muss ich mich mit einer bisher bestehenden Bildungslücke outen: Mit „Drusel“ wusste ich tatsächlich nichts anzufangen und musste mich zuerst erkundigen:
DRUSEL ist laut Wikipedia der Name eines Bachlaufes, der auch mit „kleine Fulda“ bezeichnet wird. Über weite Strecken verläuft die Drusel unterirdisch und tangiert wohl auch die Stadt Willingen. Möglicherweise könnte das eine Erklärung für die dubiosen Rohre an eurer Grundstücksgrenze sein. Es ist denkbar, dass über das aus der Erde ragende Rohr eine Oberflächenentwässerung von Dächern, Hofflächen etc. geplant war oder noch vorgesehen ist. Gewiss gibt es bei den Bauplänen eures Hauses einen Entwässerungsplan, mit dessen Hilfe man Sinn und Zeck der Verrohrung nachvollziehen kann.
Das Wachstum der nachbarlichen Thujahecke auf eurer Grundstücksgrenze scheinen die unterirdisch verlaufenden Rohre jedenfalls nicht zu beeinflussen.

Fazit: 1. Beet per „Wurzelstopp“ schützen, wie von Smaragdwald vorgeschlagen,
2. gegebenenfalls Sichtschutz entlang der Hecke anbringen.

MfG. Helmut


16. Apr 2009 14:59

re

Achje, Du bist von Willingen ausgegangen.
Das Grundstück ist aber woanders.
Vielen Dank Dir.