22. Jun 2012 19:55 pro contraHallo Leute Ich hätte eine Frage an euch. Ihr versteht sicher was "pro contra" bedeutet, also "für ein Dagegen". Logischer Weise müsste doch eine Umkehrung hiervon positiv sein oder? Das tut es aber nicht. Meine Frage an euch wäre nun folgende: Wieso ist es beidermals negativ und wird nicht positiv wenn ich es umdrehe? Ich wollte das bei meinen positiven und negativen Eigenschaften in meinem Profil eintragen. Es funktioniert aber irgendwie nicht. Contra pro ist eben leider nicht das gegenteil von pro contra, sondern das gleiche, aber warum? ^^ |
22. Jun 2012 21:15 Realso ganz ehrlich von einem "pro Contra" bzw für "ein dagegen" hab ich noch nie was gehört es begann schon in der Schulzeit, dass man bei Erörterungen Pro UND Contra für einen bestimmten Sachverhalt finden sollte |
23. Jun 2012 00:43 Wie können zwei Gegensätze, die manzusammenfügt umgekehrt auch das Gegenteil der zwei Gegensätze bilden? Das ist vom rein logischen Standpunkt betrachtet nicht möglich. Es gibt ein dafür und ein dagegen, wenn Du für ein dagegen bist, dann bist du dagegen und nicht pro contra. Macht in meinen Augen keinen Sinn. |
29. Jul 2012 20:52 Einfach ausgedrücktPro Contra = Man ist für ein Contra Argument. Bedeutet es aber gleichzeitig, dass jemand, der für ein Contra Argument ist, auch gleichzeitig gegen ein Pro Argument sein muss? An sich eine ganz einfache Logik, die nur beim erstehen Hinsehen wirr erscheint. |
30. Jul 2012 03:21 re> Contra pro ist eben leider nicht das gegenteil von pro Da du sicherlich keine inhaltlich tiefgehende Ausführung lesen möchtest: Warum nicht? Es ist halt so. *g "Pro" kann allerdings auch so etwas wie "vorweg" oder "vor" meinen, "Contra" ist tatsächlich einfach "gegen" oder "entgegen", usw. In diesem Fall würde es funktionieren: pro contra: Vor "Gegen" - also vor den Gegenargumenten, kommen die Dafür-Argumente, die du vorne anstellst. *g contra pro: "Gegen das Vorweggegangene"; also gegen die Pro Argumente, die davor geäußert wurden. Doch ein wenig abenteuerlich interpretiert für dich von Jan P.S.: Früher wurde "vor" tatsächlich anstelle des "für" benutzt. Z.B. bei Kant in der Prolegomena; ist gleich auf der ersten Seite! Würde meine coole Theorie über den Haufen werfen! :D |
30. Jul 2012 03:33 ÜbrigensJetzt habe ich es vergessen hinzuzufügen, weil mein Beitrag vorher kurz weg war und ich alles nochmal schreiben musste (Browser-Absturz): Wenn du "pro" mit "anstelle" oder "anstatt" übersetzt, funktioniert es sogar einwandfrei: - pro contra: anstatt (dem) dagegen - also gegen das dagegen, du bist also FÜR eine Sache! - contra pro: gegen (das) anstatt - also gegen das "dafür", du bist also GEGEN eine Sache! Finde ich ebenso etwas abenteuerlich, aber würde funktionieren! ;)) Jan |
30. Jul 2012 03:40 Sorry für nochmal. *gWenn ich so recht überlege, ist es gar nicht so abenteuerlich. Vllt. ist die alltägliche Übersetzung von "für" von "pro" (im Sinne eines Pro-Argumentes) entgegen der tatsächlich sprachlichen Übersetzung des lateinischen "pro" schlichtweg zu einfach, weil wir es zu sehr mit "für" im Sinne von "für etwas sein" verknüpfen. Guckt man es differenzierter an, funktioniert es hingegen einwandfrei. Ich gehe davon aus, dass meine Übersetzung sehr richtig ist und hier bei dir und den anderen ein Übersetzungsfehler vorliegt, weshalb es als ein und dasselbe verstanden wird. Das ist gar nicht schlimm, denn selbst mir ist das ja zu Beginn passiert und ich empfand meine Übersetzungen nicht als richtig. Jetzt aber gut *g, sorry für drei Beiträge hintereinander @everbody - und du hast eine Antwort! ;) Jan |
31. Jul 2012 16:08 re> Contra pro ist eben leider nicht das gegenteil von pro Plus * minus = minus, minus * plus = minus. Durch den Tausch der beiden Faktoren ändert sich nichts. Versuch es mal damit, gegen ein Contra zu sein. Dann bist du dafür. Minus * minus ergibt eben Plus. Alles paletti? |
31. Jul 2012 17:06 re> > Contra pro ist eben leider nicht das gegenteil von pro Jaaa... Die Gödel'schen Unvollständigkeitssätze widerlegen auch Luhmanns Systemtheorie... /irony off Ich weiß nicht, warum "pro" und "contra" unbedingt mit mathematischen Gesetzen abgehandelt und als positive und negative Zahlen deklariert werden sollten. Auch werden Wörter, wenn sie nebeneinander stehen und irgendeinen sprachlichen Inhalt aussagen sollen, doch nicht miteinander multipliziert. Selbst, wenn an deiner Theorie etwas dran sein sollte, guck hier: "Benjamin sitzt." wäre ja nach deiner Theorie Drehen wir das Ganze um, also sitzt * Benjman steht da: "Sitzt Benjamin; wäre allerhöchstens eine Frage, die aber keine Aussage mehr beinhaltet. Ob Benjamin sitzt oder nicht, bleibt offen. Die Bedeutung des Satzes bleibt demnach nicht gleich, sondern sie ändert sich. Und schon gar nicht ins Gegenteil. Das Ganze funktioniert übrigens ebenso, wenn du ein "nicht" hinzufügst - allerdings kannst du die Wörter dann nicht nach dem Kommutativgesetz beliebig austauschen, sonst erhältst du ebenso einen solchen Satz: "Benjamin nicht sitzt." Das ist kein korrektes Deutsch mehr. Insgesamt ein durchaus kreativer Ansatz - aber in meinen Augen falsch und zu weit hergeholt. Ich bin immer noch dafür, dass hier irgendwie bisher keiner derjenigen, die sich zu Wort gemeldet haben, Latein hatte und dass daher hier von Beginn an ein Übersetzungsfehler vorliegt. Womit "pro" nun übersetzt wird, ergibt sich aus dem Kontext. Hier würde ein Kontext, in welchem die/der TE das Gegenteil dessen aussagen möchte, dazu führen, dass man es nicht lapidar mit "für" übersetzt. Meine Ansicht. Jan |
31. Jul 2012 19:18 NachtragIch habe mir jetzt länger Gedanken gemacht, ob an deiner These nicht doch etwas dran sein könnte. Ich komme aber tatsächlich auf keinen Fall, in welchem das irgendwie sinnvoll wäre. - Warum sollte "pro" überhaupt ein "+" und "contra" dementsprechend ein "-" darstellen? Sprachlich ist doch viel wichtiger, in welchem Kontext beide Wörter benutzt werden; meist geht es hierbei im Deutschen ja um "Pro"- und "Contra"-Argumente. Auch ist das Betrachten von "pro"- und "contra"-Argumenten vielmehr eine Art Abwägen, die Diskussion eines Themas. Man könnte genauso gut "einerseits..." und "andererseits..." sagen; ich habe hier sogar zwei Latein-Wörterbücher, die zumindest "contra" mit "andererseits" übersetzen. Warum sollte "andererseits" ein "-" darstellen? Das ist zu neutral, um es daran festzumachen, dass Contra-Argumente stets Argumente darstellen, die gegen etwas sprechen. - Wie sollte die Einordnung von Wörtern als "+" und "-" für alle anderen Wörter generalisiert weren? Du kannst ja nicht sagen, dass dieses "Gesetz" nur für die Ausdrücke "pro" und "contra" gilt. *g Wörter können nicht einfach à la Kommutativgesetz vertauscht werden; wir erhalten hierbei häufig einfach nur Sätze, die keinen Sinn mehr ergeben, weil sie sprachlich schlichtweg nicht mehr korrekt sind. Selbst, wenn ich mich auf Satzglieder beziehen würde: Wann wird denn welches Satzglied als "+", wann als "-" bezeichnet? Oma isst Fisch. Subjekt, Prädikat und Akkusativobjekt. Was bitte ist hier das Subjekt? Ein +, weil Oma positiv in der Welt vorliegt? :D Wenn ja, wie ist das dann mit Figuren, die nur in der Literatur existieren? "Harry Potter isst Fisch." - ist Harry dann ein -, weil er nicht positiv in der Welt vorliegt oder was? :D Oder sind letztlich nur alle Verneinungen ein "-"? Auch hier erhalten wir beim Umstellen häufig Fragesätze, die die Aussage eines Satzes offen lassen. - Wie kommst du darauf, Wörter könnten multipliziert werden? Allerhöchstens werden Wrter addiert und ergeben in ihrer Summe eine Bedeutung einer Aussage. Wenn Sie allerdings addiert werden, geht dein Rechengesetz nicht mehr auf. -5 + 7 ergibt ja nicht -2, sondern +2. Warum sollte die Verwendung eines negativen Wortes grundsätzlich die Bedeutung eines positiven Wortes "überdecken" und den Inhalt eines Satzes negativ gestalten? ^^ Warum sollten zwei negative Worte plötzliche zu einer positiven Bedeutung führen? Klar, "nicht nicht A" ist wiederum "A", allerdings ist "pro" ja nicht gleichbedeutend mit "nicht" - contra ebenso wenig. Mag sein, dass ich mich in etwas verrenne und das absolut unwichtig ist, allerdings ergibt das für mich alles keinen Sinn und ich frage mich, wie du darauf kommst, die alltagssprachliche Übersetzung von "pro contra" und "contra pro" mit Rechengesetzen zu erklären. *g Wäre cool, wenn du es mir erkärst. Jan |
02. Aug 2012 19:25 "Vorwärts, Kameraden! Wir müssen zurück!"Muss ProContra ein Widerspruch sein? |
03. Aug 2012 10:35 reDu schweifst ab. Ich vergleiche die Negation einer Aussage mit der mathematischen Aussage, einen Wert - es muss m. E. keine Zahl sein - mit der Zahl -1 zu multiplizieren und damit zu negativieren. In beiden Bezügen steckt der Begriff 'negativ'. Und in beiden Fällen kommt es zum selben Effekt. Ich schloss, dass bei dem 'Problem' des Kollegen der selbe Umstand vorliegt wie in der von mir zitierten Gleichung 'positiv * negativ = negativ'. Es ist eben dasselbe, wie wenn ich sage 'negativ * positiv = negativ'. Es ist ein reiner Tausch der Faktoren. Dieser Vergleich ist alles andere als weit hergeholt. Ich setze nicht irgendeinen Bezug wie 'Benjamins * sitzt' - was immer das * bedeuten mag - sondern konkret diesen. Sorry, den Benni lasse ich Benni sein. Das führt zu nichts . . . |


