13. Jan 2012 22:39 mit materialmeinte ich des von mama und papa*g* mag mich irren, aber ich glaub herr fromm schrieb so in den 50er/60er jahren. in den 50er jahren soll es ja doch etwas "geplanter" zugegangen sein. |
14. Jan 2012 18:57 soehne und toechterIch fand den ganzen Beitrag von dir sehr interessant als ein Beispiel für eine methodische Exaktheit mit systemischer Abgeschlossenheit auf ein Feld für nicht- exakte Wissenschaften angewendet. Gut, wenn ich den Materialbegriff missverstanden habe, bedanke ich mich an dieser Stelle für den Hinweis. Bei der Entscheidung, ob die Natur unter den gleichen Anfangs- und Randbedingungen immer das gleiche Ergebnis liefert, habe ich mich für das Nein entschieden und begründe es mit einer biologischen Dimension, welche sich für uns Menschen als das Wunder des Lebens ausdrückt. Dabei weiß ich nicht einmal, ob Fromm so ein Autorenkandidat ist, den man erst versteht, wenn man ihn selber gelesen hat und das ganze Drumherum nur ein Ausdruck von sich selbstverstärkenden Vorurteilen und Affekten ist. So etwas habe ich schon oft erlebt. Dann können selbst Sekundärquellen einen kräftig in die Irre führen. Auf der Basis von Stichworten und sogar Sichtweisen können dennoch Diskussionen geführt werden, die zwar noch auf Fromms Stichworten aufbauen, jedoch sich dann verselbstständigt haben, weil die Welt der Erfahrungen neue, eigene und auch wirkliche Bedeutungen für die Stichworte im Sinne von Signifikanten entstehen ließen. Bsp.: Konsumterror und die damit verbundene Entfremdung vom Selbst. (Hier zu hören.) Die Zeit nach Fromm zeigt jedoch deutlich, dass vieles, was einst als reiner Konsum und reiner Luxus abgetan wurde, tatsächlich ein Standardverschiebungsphänomen für Dinge war, die wir heute nicht mehr missen möchten. Das mal ganz knapp gefasst. Und daraus ergibt sich gerade die Bedeutung sich auch heute noch mit Fromms Werken zu befassen. (m.E.) |
14. Jan 2012 19:11 Haben oder SeinAntwort auf mit material von geht_so erschien 1976. Vier Jahre vor seinem Tod. |
14. Jan 2012 19:59 lange herDer Herr Fromm konnte nicht nur nicht wissen, was wir heute kennen und wissen, sondern er hat es nie erfahren, was das Buch aber sowieso nicht geändert hätte, da es auch immer ein bisschen mit der Reflektion der Gegenwartsgeschichte zu tun hat. Das raffe mittlerweile sogar ich |
14. Jan 2012 20:01 Was man allerdings nicht zuraffen scheint, ist, dass mich dieses Buch zum intensiveren Nachdenken gebracht hat und ich das schon lange so empfinde, mich dieses Buch aber inspirierte, mal nachzufühlen, wie andere das sehen. Hier wird es manchmal so dargestellt, als wäre dieser Herr mein Guru. Es geht um meine Sicht der Dinge, die ich anhand des Beispieles dieses Buches zur Diskussion stellte. |
14. Jan 2012 20:16 oh jeNun, es ist wirklich nicht ganz leicht mit den kommunikativen Befindlichkeiten - haste auch schon unter diesem Forentitel niedergeschrieben. Also bekomme das folgende mal BITTE; BITTE nicht in den falschen Hals. (eventuell besteht das Risiko) "So 'ne Narzisse sein ist ja auch 'n ganz schöner Streß." Quelle Bd. Extrabreit, Werk "Hart wie Marmalade", 1980. Wenn man bedenkt, dass ein Mensch sich immer wieder und wieder hinterfragt, meint, die negative Umwelt wäre das Ergebnis der fehlenden eigenen Selbstkritik, versucht, die Perfektion anzustreben, sich aufopfert, möglichst alle zufrieden zu stellen, so sollte hier dringend Abhilfe geleistet werden. Bücher bringen mich auch weiter, zum Nachdenken, zum Arbeiten, ... Dieses hier zu reflektieren und zu benutzen, um eine Kommunikation anzustreben, sehe ich als idealtypisch an. Zumindest weiß man, wovon man spricht. Ganz davon abgesehen, war der Zeitpunkt, also Weihnachten, wo die Menschen tatsächlich in einen Konsumrausch verfallen, selbst wenn es nur die Vorräte für die Feiertage sind, die Vorräte für die Familientreffen, so war dieses ebenfalls idealtypisch. Vielleicht habe ich in den folgenden Jahren den Fromm auch schon gelesen. |
14. Jan 2012 20:32 Ich bin nicht idealtypisch, ich bin ich.Und Weihnachten hatte damit nichts zu tun, denn mich interessiert der Konsumwahnsinn und die oft nur scheinbare Familienidylle an diesem Tag, das Kirchengerenne...herzlich wenig. Wer es braucht. Gut. Es gibt für mich auch keine Regeln, wann ich was poste, ich poste es, wenn es mich gerade beschäftigt. Und wer denkt, er müsste halt mal wieder in die Idealistenschiene schieben, auch gut. Schade aber, dass man einfach nicht diskutieren kann,ohne andere in irgendeine Schiene zu schieben. Wenn man anderer Meinung ist, kann man doch darlegen, warum, ich wollte keine Opportunisten, die mir Recht geben, ich wollte eine sachliche Diskussion. Wenn hier aber behauptet wird, man kann über solch "moralische, idealistische, dogmatische....." Themen nicht diskutieren, ohne persönlich zu werden, dann kann ich auch nicht helfen und verlier einfach irgendwann die Lust an solch nicht produktiver Kommunikation. Meine Bekannten wissen alle sofort, worauf ich hinauswill, sie kennen mich auch besser, und nur schriftlich ist Kommunikation auch schwierig. Trotzdem finde ich es schade, dass man dann immer wieder nur die gleiche Leier hört, man wäre in seinen Idealen verstrickt, hat ein verklärtes Weltbild....und damit meine ich jetzt nicht explizit Dich, sondern beschreibe diese ganze Diskussion. Ich hoffe, Du verstehst, dass ich das dann lieber weiter mit meinen Bekannten diskutiere, denn was bringt mir ein verbaler Schlagabtausch? Ich bin durchaus ziemlich klar bei Verstand, auch wenn mir so manches Ideal innewohnt. |
22. Feb 2012 07:24 ablasten und entschleunigenNichts ist einfacher als zu Sein. Echte Reflexion bringt die Veränderung, ... nur zu Gast auf dieser Welt. Ohne Verurteilung der Eltern, Lehrer. Randbemerkung: Erziehung- Edjucation- educda/sanskrit: aus dem Brunnen |
01. Sep 2012 09:36 Weil wir in der Masse zu erwachsen zu seinscheinen aber dies letztlich auch SO wollen. Kindlicher Glaube, Phantasie und Mitmenschlichkeit stören uns ab einer gewissen Entwicklungsstufe, auf der wir mehr wollen als es uns zusteht. |
01. Sep 2012 13:51 Also auf mich trifft das nicht zu,und auf viele, die ich kenne, auch nicht, deshalb ist das für mich nicht die Antwort, auf alle Fragen, aber bestimmt richtig in Bezug auf einige, die so sind. Klar sprechen Fakten, Verhandlungsgeschick, Eigennutz und Narzismus mehr für Erfolg, als Phantasien, ein wenig Naivität und Mitmenschlichkeit, aber in meinen Augen sind sie auch der Grundstein für ein Leben, dem es an Farbe, Intensität und Echtheit fehlt. Nichts für mich! |
01. Sep 2012 14:53 Einmalvorausgesetzt, daß Herr Fromm recht hat: Hat er auch die Frage gestellt und vielleicht sogar beantwortet, ob eventuell das Haben das Sein bestimmt? |
05. Sep 2012 14:26 In seinem Bezug auf Habengeht es nicht um elementare Grundbedürfnisse, denn Haben in Bezug auf Essen, sauberes Wasser, witterungsbedingte Kleidung...bestimmt das Sein. Es geht um Das Haben im Sinne von sich nur über das, was man darüberhinaus besitzt, zu definieren, weg zu gehen, von seinem inneren Selbst, Statussymbole über das zu stellen, was uns Menschen meiner Meinung nach wirklich ausmacht, unsere Prägungen, unsere Gedanken, Gefühle, inneren Werte...es geht eben darum, dass Kapital über dem Menschen steht, dass es uns verloren geht, Menschen danach zu beurteilen, sich selbst danach zu beurteilen, was wir sind, sondern nur noch danach, was wir haben. |
05. Sep 2012 19:43 Brecht sagte,kurz und bündig: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Es gibt eine Theorie nach der die Menschen deshalb beispielsweise zu philosophieren begannen, weil sie die Zeit und Muse dazu hatten. |
05. Sep 2012 20:03 Sieh Dir einfach MaslowsBedürfnispyramide an, wie gesagt, es geht nicht um die Grundbedürfnisse, sondern dass, wonach man sich richtet, wenn man keinen Hunger leiden, schmutziges Wasser trinken, ohne Dach über dem Kopf und ohne Kleidung leben muss. Wenn man Arbeit hat oder ein anderes Auskommen, dass einem das Nötigste und sogar einen kleinen Luxus darüber hinaus gewährt. Es geht um Menschen, die nur noch in Zahlen und Besitz denken, sich vom Innersten entfernen. Sonst wäre die Diskussion natürlich unsinnig. |
07. Sep 2012 10:53 Ja,aber, die Frage ist doch, hat und wenn ja welchen Einfluß auf das Sein hat Besitz (egal ob seine Ab- oder Anwesenheit) bzw. Mangel oder Überfluß. Ist es vernünftig, einem Satten vorzuwerfen, daß er keinen Hunger mehr hat? Und vorallem, mir fällt bei diesen Diskussion immer auf, daß es die anderen sind, die es betrifft (egal mit wem man darüber spricht oder wem man zuhört). |
07. Sep 2012 12:18 re:Man hat nach den Gurus der 70er bis heute für ein geeignetes Comeback solcher "Lebensmodellbaukästen" alle weiteren Erkenntnisse einfach wieder ausgeblendet. Und somit macht "man" wieder gute und schlechte, verwerfliche und wertvolle Dinge. |
07. Sep 2012 13:18 Es geht hier um eine allgemeineFrage, eine Frage, die jeder aus seinem Blickwinkel beantworten sollte, denn das nennt man Diskussion. Hier sollen weder Vorwürfe, noch Selbstverherrlichung praktiziert werden. Es geht auch nicht darum, seinen wohl verdienten kleinen Luxus zu genießen. Es geht darum, ob man heute, mehr denn je annimmt, dass man ohne diesen vermeintlichen Luxus nichts wert sei. Ob man sich eben über ihn definiert, oder ob man trotzdem noch Wert legt auf Attribute wie Charakter, Toleranz, Ehrlichkeit...was auch immer das innerste Selbst ausmacht, oder ob man sich wirklich nur darüber definiert, was man auf dem Konto hat...ob man seine Freunde danach aussucht, seine gesellschaftliche Stellung danach richtet.... |
08. Sep 2012 17:59 zitathallo, mir ist dazu ein zitat eingefallen von h. marcuse, aus dem eindimensionalen menschen, war ja seinerzeit recht populär. leider finde ich es auf die schnelle nicht, deswegen rezitiere ich sinngemäß, wenns recht ist:
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10. Sep 2012 16:36 re'Haben' ist für mich klarer definiert als 'Sein'...was nichts daran ändert, daß beide Begriffe Lebenseinstellungen, Ideologien, Sichtweisen entsprungen sind und leider schon so etabliert sind, da ein skeptisches Betrachten dieser Begriffe nur noch sehr selten erfolgt... |
10. Sep 2012 18:54 Ich finde es schade, dass mangerade, wenn es darum geht, sich selbst zu definieren, immer feste Schemata braucht, warum man feststehende Begriffe, die es so ja gar nicht geht, nicht individuell betrachten und auf sich projizieren kann. Warum ist es nicht möglich, für sich selber zu definieren, ob man sich mehr über das, was man hat, oder das, was man ist, definiert? Warum ist eine einfache Frage, nämlich die nach dem, wie definiert sich die Gesellschaft im Großen und ganzen Heute und entfernen wir uns aufgrund von Statussymbolen und Eigentum, von unserem inneren Selbst, von all dem, was uns ausmacht und nicht materialistischer Natur ist, nicht individuell zu beantworten? Fast alle Antworten entbehren das, was ich wissen wollte, nämlich eine ganz individuelle Sicht der Dinge. Ich wollte weder hören, dass es Blödsinn ist, Sein und Haben voneinander zu trennen, noch dass diese Begriffe schwammig definiert sind...ich wollte eigentlich nur erfahren, wie der Einzelne darüber denkt. Ohne Wertung, ohne Allgemeingültigkeit...rein individuell und persönlich. |
