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: Warum definieren wir uns mehr über
01. Jan 2012 13:32

Anti-Lehrer-Strategien

Ich sehe da zwei sinnvolle Optionen: (a) Man tritt mit der Absicht, den Lehrer zu überrumpeln, so selbstsicher und triumphalistisch auf, dass der eingeschüchterte Lehrer, der sich nicht blamieren will, nicht nachzufragen oder zu diskutieren wagt. Hier wäre es zielführend, so viele beeindruckende oder zumindest beeindruckend erscheinende Theorien und Argumente wie möglich auf einmal zu erwähnen - am besten vor versammelter Klasse.

Oder (b) man tritt dem Lehrer vollständig informiert über alle erwähnten und relevanten Theorien und Argumente entgegen, also in dem Zustand _absoluten theoretischen Gestähltseins_ (ATG-Zustand), und ringt den Lehrer in einer offenen Schlacht argumentativ nieder. Diese Strategie wäre besonders effektvoll und führte sicherlich zu einem enormen Statusgewinn unter den Mitschülern, erfordert aber eine sorgfältige Vorbereitung.



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'greg' männlich
spin.de VIP
Unikat aus Nordrhein- Westfalen
01. Jan 2012 13:55

Zieh ruhig ein Schippchen

Antwort auf Nu klar, von Seelenblume

und überlese (da Du ja immer schnell beleidigt bist), dass es "meiner Meinung nach" so ist. Und ich habe auch geschrieben, warum ich das so sehe. ICH. Du kannst es selbstverständlich anders sehen. Statt beleidigt zu sein, brauchst Du auf diese Meinung keinen Wert legen, denn ansonsten können wir uns sämtliche Debatten über alle Bücher sparen.
Um sachlich zu bleiben: Ich habe auch nicht gesagt, dass ich es besser kann.
Ich habe nur in dieser Zeit gelebt, wo dieses Buch als Hau- Drauf- Argument für das ach so verkorkste Leben anderer missbraucht wurde.



jayleann
01. Jan 2012 14:09

re

Du kommst manchmal so aggressiv rüber, als ob du jemandem etwas um die Ohren hauen möchtest, deine Meinung darfst du ja schon haben. :> Aber ich glaub Seelenblume macht des so wie ich, sie zieht sich aus einem Buch etwas heraus was zu dem passt was sie schon im Kopf hat und dann hat man ja sozusagen eine eigene Interpretation von dem Buch... sooo symbiotisch, weisst du?



jayleann
01. Jan 2012 14:12

re

Antwort auf Anti-Lehrer-Strategien von Nexus

Ich bin dafür nicht klug genug oder jedenfalls denke ich nicht schnell genug. Es ist ja was total anderes einen Beitrag im Forum zu schreiben wo man total lange nachdenken und nochmal schreiben kann, als zu versuchen dem Lehrer irgendwas zu erzählen. Der tanzt mit meinen Argumenten einmal durch die Klasse und ich steh danach da als wär ich plem plem. :> Aber das ist ja nicht das Topic hier!!!! :>



'greg' männlich
spin.de VIP
Unikat aus Nordrhein- Westfalen
01. Jan 2012 14:16

Nix aggressiv...

Antwort auf re von jayleann

Nur wenn ich ausdrücklich MEINE Meinung vertrete, dann muss sich der andere nicht auf den Schlips getreten fühle. Wie sich was interpretieren lässt, ist allein Sache des Einzelnen. Allerdings liegt kein Heilsversprechen in diesem Buch.
Vielleicht bin ich etwas vorbelastet, weil ich genau diese Diskussionen schon erlebt hatte. Ist wohl eher ein Generationsproblem.



'greg' männlich
spin.de VIP
Unikat aus Nordrhein- Westfalen
01. Jan 2012 14:17

Habe ich als Schüler

Antwort auf re von jayleann

auch erlebt. Vor allem, wenn es um ganz eigenwillige Interpretationen der Klassiker ging. Und in der DDR war das noch haariger.



jochen54 männlich
johen aus Taunusstein (Hessen)
01. Jan 2012 21:28

re

Antwort auf Nix aggressiv... von 'greg'

Es ist auch Sein und Haben ,von Erich From. ich denke das die Definierung erst mal Klar das Sein ist .
Den haben hat was mit Besitz und Geld zu tuhen !



01. Jan 2012 21:37

Hmmm ...

> das Haben als über das Sein?

Halte ich für eine fehlerhafte Betrachtung.
Denn der Mensch definiert sich eher über Weltbilder und Selbstbilder.

Kommt Haben dazu und definiert eine Gesellschaft das Heben als Faktor für Erfolg und Intelligenz,
wird dies mit eingewoben.



02. Jan 2012 09:38

problematisch

> Das Streben nach Macht anstatt das Streben nach
> Selbstverwirklichung.

Schliesst sich dies denn aus . . . ?

Problematisch an dieser Vorgehensweise rsp Sichtweise ist die "Ich-Bezogenheit".
Also, dass EigenIdeale mit GesamtIdealen gleichgesetzt werden.

Methodisch könnte man da von induktiver Schlussfolgerung sprechen.

Entgegen den deduktiver Schlussfolgerung nach der man zB aufzeigen könnte, weshalb ein "In sich gehen" für Jeden nur von Vorteil wäre.

Die von Greg monierte scheinbar misanthropische Sicht Erichs Fromm's auf den Menschen ist in Wahrheit eine philanthropische, weil er ähnlich wie bereits J.J. Rousseau von der "Entfremdung" sprach die Menschen erst mal überhaupt dazu verleite, sich Dingen wie Materialismus hinzugeben.

Eine der schwerwiegendsten Schwierigkeiten von Moralfindung kann eben im Unterschied deduktiver und induktiver Sichtweise ausgemacht werden.

> Man könnte sich fragen, ob es einen wirklich glücklicher
> macht, einen Wagen zu fahren, der 16 Liter verbraucht,
> oder ob man nicht auch mit einem umweltfreundlicheren
> Exemplar Ansehen erlangen kann, weil man wegen seines
> Selbst anerkannt wird und nicht, weil man ein tolles Auto
> fährt.

Hierin sehe ich ein typischer Fall dieser Vorgehensweise.
Denn eigentlich spielt es keine Rolle wer was für sich persönlich für strebenswerter betrachtet, sondern die deduktive Tatsache dass naturschonenderes Fahrzeug für alle erstrebenswerter ist.

Die in einem NachbarThread gestellte Frage, weshalb in der heutigen Gesellschaft eine gewisse IdeologieMüdigkeit besteht, hängt mit diesem Phänomen zusammen. Nämlich der "individualisierten Ethik".



02. Jan 2012 22:03

Das Problem ist und war,

Antwort auf Nix aggressiv... von 'greg'

wenn ich Meine Meinung äußer, dann geht das nie, weil ich jemandem irgendetwas aufzwängen will, wenn Du DEINE Meinung vertrittst, dann ist das natürlich was anderes. Wenn ich schreibe, nur wenn dann.....mache ich dies und das....fühle ich dies und das, schließt dass für mich aus, dass es anders geht, aber nein, für Dich schließ ich für die ganze Welt aus, das es anders geht, dränge meine Moral auf....für mich ist das mit zweierlei Maß messen. Dann schreib es doch auch so. Und interpretier nicht immer für mich, wenn ich schreibe, dass ich Denkanstöße bekomme, wenn ich Fromm lese, dann hab ich NIE behauptet, dass dieses Buch ein Heilversprechen ist.



'greg' männlich
spin.de VIP
Unikat aus Nordrhein- Westfalen
02. Jan 2012 22:17

re:

> auf....für mich ist das mit zweierlei Maß messen. Dann
> schreib es doch auch so.

Dann lies es doch auch so. Ist nämlich ausdrücklich so geschrieben. Deine Welt ist mir viel zu idealisiert. Da Du Beispiele aus der Pflege gern anführst:
Aufopferndes Arbeiten für den Patienten kann unter Umständen sehr kontraproduktiv sein, weil sich dadurch Argumente entwickeln können, dass man auch mit drei Mann eine Frühschicht schafft. Wo bleibt der notwendige Einsatz für mehr Pflegekräfte und bessere Bezahlung? Und hier reden wir nicht vom "Sein" zuerst, sondern von günstigen Voraussetzungen für mehr Lebensqualität. Also ist aufopferndes Arbeiten in der Pflege weder für den Pflegenden noch für den Patienten auf Dauer gut, wenn wir nicht auf unsere freien Tage bestehen und für Planstellen eintreten, die uns freie Wochenenden garantieren.
Ich kann diese "meine beste" Welt nicht isloliert betrachten, weil sie von Lebensumständen abhängig sind, die geändert werden müssen.
Hier klingt es so, als wäre es genau anders herum. Ich ändere mich , und dann wird alles anders. Im Gegenteil: Ein gesunder Egoismus fordert ein, dass sich die Möglichkeiten ändern, besser zu leben.



02. Jan 2012 22:23

Und genau da zeigt sich, dass Du weder

Recht noch genug Ahnung von mir hast, um mich und meine Meinung ständig zu interpretieren und mir was anzudichten. Aufopferndes Arbeiten? Ich bin eine der kritischsten Pflegekräfte mit dem meisten Engagement gegen Pflegenotstände, die ich kenne. Und wenn die auf dem Schlauch mit Personal stehen, bin ich die erste, die den Chef mal wieder nervt und sagt, was nicht passt. Ich bin kein aufopferndes Pflegelamm, ich bin jemand, der für bessere Pflegebedingungen kämpft, um diesen Scheiß Pflegenotstand in den Griff zu bekommen, mobilisiere und pranger Misstände an und mach aber nicht auch noch beim 20. Dienst am Stück gute Mine zum bösen Spiel. Ich bin kein dummes Naivchen und hab auch kein Helfersyndrom, nur weil ich versuche, die Ideale, die ich hab, zu verwirklichen.



'greg' männlich
spin.de VIP
Unikat aus Nordrhein- Westfalen
02. Jan 2012 22:35

re:

Es ging auch gar nicht um Dich, sondern mal um ein allgemeines Beispiel. Jede Jacke, die Dir nicht passt, ziehst Du an. Aber sei's drum. Auf meine Sicht des Buches bist Du erst gar nicht eingegangen. Lassen wir das. Haben und Sein. Alles wird gut.



jayleann
02. Jan 2012 22:39

re

Auch wenn ich vielleicht gleich von beiden eine Backpfeife kriege :>, aber ich finde ihr redet über total verschiedene Sachen. Seelenblume redet über das was im Menschen vor sich geht und du redest darüber, wie die Gesellschaft sich verändern muss. Ist doch klar, dass ihr so nie das selbe sagen könnt. :> Wenn einer über die Natur und der andere über Bäume spricht, das geht ja garnicht zusammen. :>>

Und schooon bin ich wieder weg... :>



02. Jan 2012 22:58

Nicht auf mein Statement eingegangen.

Antwort auf re: von 'greg'

Ich schrieb Dir, dass ich nicht über Menschen rede, deren Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind, die in Armut und Elend leben, weil ich weiß, dass man, wenn nicht mal diese erfüllt sind, auch nicht über höhere Stufen und dazu zählt für mich das Sein und das sich über innere Vorgänge und seine Menschwerdung zu definieren, anstatt über das, was man hat oder besitzen will, also auch Selbstverwirklichung unabhängig von materiellen Dingen und die höchste Stufe, die Transzendenz, Gedanken machen kann. Also eher die westliche Welt. Wenn ich Dich missverstanden habe, mit dem Thema Pflege, dann tut es mir auch leid, denn diese Pflegekräfte, die auf die habt ein schlechtes Gewissen-Masche der Heimträger reinfallen und sich bis zum Zusammenbruch aufarbeiten, können wirklich nichts bewirken. Da geb ich Dir Recht. Das hat aber mit all dem, was ich schreibe und was ich hier zur Diskussion stellen wollte, nichts zu tun. Es geht mir hier jetzt nicht um meine Ideale, es geht mir um etwas viel Elementareres, nämlich den Bezug zu sich selbst nicht zu verlieren, zu entdecken, was man wirklich braucht, um möglichst frei und selbstbestimmt zu Leben. Um sein Dasein nicht nach Konsum, macht und Besitz zu richten. Denn Besitz macht nicht frei. Und die Anerkennung anderer auch nicht, wenn Du Dich selbst nicht anerkennst, Deinen Wert nicht kennst, Dich abhängig machst von der extrinsischen Abhängigkeit durch Geld, durch Besitz, durch Lob oder Urkunden oder gar zur Wahl des Mitarbeiters des Monats, dann bist Du nicht bei Dir selbst (meine persönliche Meinung, mein Leben betreffend, andere mögen das anders sehen), dann kann Zufriedenheit nur von außen kommen.

Marie von Ebner-Eschenbach
Überlege einmal, bevor du gibst, zweimal, bevor du annimmst, und tausendmal, bevor du verlangst.

Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Wunsch, von allen Menschen geliebt zu werden.
Marie von Ebner-Eschenbach

Und genau das überleg ich mir, denn ich handel nicht, um von allen geliebt zu werden, dann müsste ich mich verbiegen, ich handel nicht, um bewundert zu werden, denn dann bin ich mir selbst zu wenig wert, ich gebe, und mein Lohn ist klar auch Liebe von meinen Liebsten, dass ist dann wohl der höchste Lohn, denn man sich wünschen kann, wenn man sich selbst gefunden hat und sich selbst liebt. Wer Statussymbole liebt, wird vielleicht eher der Statussymbole wegen geliebt. Meine ureigenste Sicht der Dinge.

Marie von Ebner-Eschenbach



02. Jan 2012 23:01

Also von mir bekommste

Antwort auf re von jayleann

keine Backpfeife, denn ich bin auch noch Pazifist. Moralische, idealistische Pazifistin, schrecklich, oder? Aber Du hast Recht, wir reden echt ein wenig aneinander vorbei;-)



~ADAMARE~
03. Jan 2012 09:40

re..

also ich finde das zitat

" Dein Geld kann die Wünsche meines Leibes befriedigen, aber nicht meine Seele. ( Sadhu Sundar Singh ) "

da recht treffend, da ich verstehe was du meinst :-)



'greg' männlich
spin.de VIP
Unikat aus Nordrhein- Westfalen
03. Jan 2012 18:53

Abgesehen von dieser "Seele":

Geld macht nicht glücklich, aber beruhigt. Und ein Müllsammler würde sich echt freuen. Wir sind schon exklusive Schwebeteilchen.



~ADAMARE~
03. Jan 2012 18:55

also

verstehe ich dich richtig, dass du lieber materiell beruhigt als glücklich leben würdest?

der sogenannte "reiche arme" ?



'greg' männlich
spin.de VIP
Unikat aus Nordrhein- Westfalen
04. Jan 2012 05:52

re:

Du verstehst mich nicht richtig. Aber Du verstehst es so.