17. Nov 2011 18:29 Wer ist in Rumpelstielzchender eigentliche Drecksack, und wie schwer wiegt das Vergehen? Eine kleine Moraldebatte am Rande. |
17. Nov 2011 21:09 reDer König, der kapitalistische Drecksack, der das Leid des Müllers ausnutzt und diesen somit zwingtl, siene Tochter zu versklaven. |
17. Nov 2011 21:30 re> der eigentliche Drecksack, und wie schwer wiegt das Der extrem geldgierige König. Er ist verantwortlich für die weiteren Vorkommnisse und letzlich auch für Rumpelstilzchens Tod. |
18. Nov 2011 06:51 re an iderf ...Denk ich nicht ... Märchen sind meiner Meinung nach keine Moralpredigten - es geht nicht um eine "Schuldfrage" sondern eher darum, verschiedene Charaktere aufzuzeigen und wie es dann unter bestimmten Voraussetzungen, zu bestimmten kritischen Entwicklungen kommt und wie man es weiterhin schaffen kann, da letzlich unbeschadet wieder rauszukommen. Hab zum Märchen "Rumpelstilzchen" was ganz interessantes gefunden: 3.5. Erster Schritt auf dem Weg zur Wandlung: Bewusstwerden, dass man in einem schiefen Verhältnis zum Selbst steht. Das bewusste Benennen ist der erste Schritt der Befreiung von der negativen Struktur. Wissen und Spüren, dass mehr in einem drinsteckt: eine höhere Macht über den Drang des Ich hinaus, diese Macht offenbart sich in Träumen. Diese Phase der Benennung muss durchlitten werden. Zweiter Schritt: dieses Leiden akzeptieren. Dritter Schritt: Erkenntnis, dass wir trotz der Schwäche auch Stärke in uns haben Letzter schritt: besteht darin, die Stärke des Selbst zu akzeptieren, ist ein Akt des Glaubens, der die ganze Stärke des Empfangens erfordert Literaturbeispiel zur Heilung von Puellae 1.Schritt des Bewusstwerdens: Beispiel "Rumpelstilzchen" Deutung: Die nächste Aufgabe ist, die eigene Schwäche, die Verzweiflung und Leiden zu akzeptieren in dem Sinn, dass dieses Leiden einen Sinn hat. Die Puella fühlt sich als Opfer und trotzdem übt sich auf ihre Art Macht und Manipulation aus. Quelle: http://www.geschichteinchronologie.ch/ps/Leonard_toechter-und-vaeter-mit-literatur.htm |
18. Nov 2011 16:04 re:Was für Schlechtigkeiten hat man Rumpelstielzchen eigentlich angedichtet? |
19. Nov 2011 13:31 re> der eigentliche Drecksack, und wie schwer wiegt das Wenn so gefragt wird, soll entsprechend die Antwort ausfallen. Alle Protagonisten sind *Saftsäcke* (und *Opfer*) ihrer selbst geschaffenen und (re)produzierenden Verhältnisse, und alle - bis auf das Rumpelstilzchen - profitieren davon, und bleiben doch beschädigt zurückt. Allerdings zieht *profitmässig* R.(umpelstilzchen) den kürzeren; während Müller und König die wirklichen Gewinner darin sind. (Der Müller durch seinen Einsatz: der nichts kostet und ihn nie irgendwie gefärdet; der König (hinzu noch) durch das Einstreichen des Goldes. - Der Müller (Vater) posaunt (minimalstisch verstanden:) einen Glaubensakt in die Welt, um sich und seine Tochter damit in eine *höhere Gesellschaft* zu bringen. - Die Tocher verschweigt gegenüber dem König, daß sie gar kein Gold spinnen kann, und gibt dann gar das Werk von R. als ihres aus. - Der König, indem er die Tocher androht zu bestrafen, falls das gegebene Wort nicht erfüllt wird, anstatt sich an den Müller (Verursacher) zu halten. - R. indem er Notlage ausnutzt, um moralisch nicht mögliche Verträge (Tauschgeschäfte) in die Welt zu setzen. mfg |
19. Nov 2011 20:16 Ach wie gut, dass niemand weiß,dass ich Rumpelstielzchen heiß;-) |
19. Nov 2011 22:22 GregSDSuperbösenWas bringt eine Hierarchie des Bösen? Für mich ist das ohne weitere Begründung Pop-Ethik. |
19. Nov 2011 23:00 Keine Antwortist eine Runde weiter. Ebenso einen schönen Abend. |
20. Nov 2011 00:29 jaDer Witz bei Rumpelstielzchen ist, dass Rumpelstielzchen der einzige in dem Märchen ist der nie lügt, alle Vertragsbedingungen voll erfüllt und wegen seiner Gutmütigkeit am Ende alles verliert. |
20. Nov 2011 11:25 re an Sandmann ...> Der Witz bei Rumpelstielzchen ist, dass Rumpelstielzchen Aber er deckt doch den Betrug der Müllerstochter ( ???) alle Ja er erfüllt den Vertrag - doch dieser Vertrag ist ja eigentlich unseriös weil er unter erpresserischen ( Kindesentzug) Bedingungen geschlossen wurde. ( ?) und wegen seiner Wieso ist es Gutmütigkeit wenn einer nur hilft( Rumpelstilzchen) wenn er dem Hilfesuchenden (Müllerstochter) dafür anschließend das Liebste (das Kind) wegnehmen will ? Ebenso hatte er (Rumpelstilzchen) doch selbst in dem Vertrag gesagt, dass sie ihr Kind behalten dürfe, wenn sie eben seinen Namen erraten würde. Doch ich meine, das Märchen bedeutet was ganz anderes ... "Verstelle Dich nicht - steh zu Dir und Deinen Ängsten - benenne die Ängste und sie werden Dich nicht weiter beherrschen" Das Rumstilzchen verkörpert vielleicht unsere eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen, welche nur dann überwunden werden können, wenn wir sie ersteinmal beim Namen genannt haben - sprich - sie uns zunächst selbst einmal eingestehen. |
23. Nov 2011 19:37 reWen man Märchendeutern glauben darf dann ist der Kinderklau(ich denk das wird hier mit der Erzählung umschrieben) der Zwerge damit zu erklären das sie die seit Jahrhunderten andauerten Genveränderungen in den Griff zu bekommen. Aus dieser Sicht ist Rumpelstilzchen ein Positivbonus zu gewähren. |
24. Nov 2011 08:50 re an littelbigman ...Wen man Märchendeutern glauben darf dann ist der Aber es ist ja kein "Kinderklau" sondern ein vertraglich ( wenn auch unter erpresserischen Vorrausetzungen) geregelter "Kindesentzug" - sprich - die Mutter (Müllerstochter/Königin) willigt ein und besiegelt den Vertrag mit Rumpelstilzchen durch ihr mündlich gegebenes Versprechen, ihr erstgeborenes Kind herzugeben wenn das Rumpelstilzchen ihr hilft. Im Mittelpunkt des Märchens steht ja auch nicht eben dieser Kindesentzug sondern die ganze Lügerei im Vorfeld, die erst zu solch einer bedrohlichen Situation geführt hat. A.) der Müller selbst ist ein Hochstabler, der sich über seine Tochter profilieren will und letzlich nicht zu ihr steht - so wie sie ist. B.) die Tochter, die aus Angst das falsche Spiel mitspielt. Sie hätte ja gleich zu Beginn sagen können:" Hey - ich kann kein Stroh zu Gold spinnen !" der Zwerge damit zu erklären das sie die seit das verstehe ich nicht. |
27. Nov 2011 00:57 reSeit dem 19. Jahrhundert glaubten Märchendeuter in Zwergen Angehörige einer unterdrückten und später dämonisierten Urbevölkerung zu sehen, die durch Kinderraub ihre Gene verbessern wollten. Der Märchenforscher Lutz Röhrich zeigt anhand des jüngsten Vertreters dieser Stoßrichtung (Otto Kahn: Rumpelstilz hat wirklich gelebt, 1967) sowie psychoanalytischer Ansätze (Freud, Wittgenstein, Bühler, von Beit, s.u.) die Unvereinbarkeit verschiedener Interpretationen, die auch nur von Grimms Endfassung ausgehen.[3] Alle Interpretationen durchzieht immerhin die Beobachtung eines Narzissmus um Geld und Ehe. |
27. Nov 2011 00:58 misthab die quelle vergessen, sorry .natürlich tante wicki. |
27. Nov 2011 17:02 re an littelbigman ...danke, dass Du mir Deinen Beitrag nochmal anhand einer Quelle erläutert hast. Das hatte ich so vorher noch nicht gelesen. Nur die Version von Eugen Drewermann kannte ich, aber diese tendiert ja auch eher zu dem, was ich zum "Rumpelstilzchen" hier schrieb. Die anderen Ansätze aus dem" Wiki-Artikel" finde ich auch interessant, wenn ich auch einiges davon nicht so wirklich verstehe bzw. nachvollziehen kann. |
27. Nov 2011 22:22 re<<wenn ich auch einiges davon nicht so wirklich verstehe bzw. nachvollziehen kann.>> Einfach mit den dort genannten und ihren Arbeiten beschäftigen, dann wirds schon gehen. Ich habs nicht verstanden aber ich bin ja ooch schon alt. :-) |
04. Dez 2011 16:01 Stroh zu GoldIch denke das die ganze Geschichte einen anderen Hintergrund hat. Die Müllerstochter hatte das Talent erworben aus Stroh Gold zu Spinnen. Das Rumpelstilzchen kommt eigentlich als nicht personenbezogenen Faktor hinzu. Wenn man an etwas ganz stark Arbeitet hat man oft nicht mehr die Zeit für Familie, Kinder oder Freunde und diese bleiben auf der Strecke. Ach wie gut das niemand weiß (niemand ahnt) das wenn ich an der Spitze steh doch noch Opfer bringen muss. Das wäre meine Sinnbildliche Übersetzung des Märchens. Wenn du es nur als Kindsraub betrachtetst dann ist Rumpelstilzchen doch nur als Verbrecher einzustufen. |
04. Dez 2011 22:28 grimmspontan habe ich an die Gebrüder Grimm gedacht, die 1 sich diese ganzen sadistisch angehauchten Märchen ausgedacht haben. |
05. Dez 2011 08:20 re an nokin ...> spontan habe ich an die Gebrüder Grimm gedacht, die [fn Nein, die Gebrüder Grimm haben ja mündlich überlieferte Märchen nur niedergeschrieben. Das Märchen "Rumpelstilzchen" soll übrigens ursprünglich aus Frankreich stammen. Du schreibst weiter, das Märchen sei sadistisch angehaucht ... Quelle: |

