23. Mai 2011 22:58 Was ist die Oberfläche einer Katze?Angeregt durch den Nachbarthread und folgendes Zitat...
... kann man dieses Forum vielleicht durch etwas mehr oberflächliche Philosophie bereichern. Also, was ist die Oberfläche einer Katze? Hat jemand Vorschläge? |
24. Mai 2011 00:08 Vorschlagdie Oberfläche der Katze ist dort, wo Nicht-Katze aufhört zu existieren und jedwede weitere Existenz Katze ist. |
24. Mai 2011 00:49 re> die Oberfläche der Katze ist dort, wo Nicht-Katze aufhört Ja, aber wo genau hört die Nicht-Katze auf zu existieren? Und gehört nach dem, was du sagst, die Oberfläche der Katze dann wirklich noch zur Katze oder nicht vielmehr zur Nicht-Katze? Oder noch anders: Die Oberfläche der Katze und die Oberfläche der Nicht-Katze scheinen ja sogar dasselbe Ding zu sein, oder? Oder gibt es einerseits die Oberfläche der Katze, andererseits auch noch die Oberfläche der Nicht-Katze, also sogar zwei Dinge statt nur einem? (Das natürlich nur, falls die Oberfläche der Katze überhaupt ein Ding ist - was man bezweifeln kann.) |
24. Mai 2011 01:33 reIch als Bauchredner der Katze sage mal: Es gibt weder die Katze noch die Nicht-Katze als das, was wir 'Ding' nennen, weshalb auch eine etwaige Oberfläche als Ding zu Nennendes ausscheidet. Das Existenzpotenzial 'formiert' sich in der Hineingehaltenheit der Katze ins Nichts. Die Katze selbst ist immateriell. Im Spannungsfeld dessen, in dem sich das, was wir Katze nennen, als solches formiert, gibt es keine tatsächliche Abgrenzung zu einem Anderen, das wir Nicht-Katze nennten. Allein die Unterscheidung zwischen Katze und Nicht-Katze ist 'unwirklich', um nicht zu sagen: faschistoid. Wir benennen also, was es realiter nicht 'gibt'. Wir machen uns von etwas, dem wir eine eigentümliche Form abstaunen können, einen Begriff, der genuin nicht-identisch ist mit dem, was wir bezeichnen. Eine faktische Identifikation zwischen Bezeichnetem und Bezeichnendem ist märchenhaft. Wir haben also zu fragen: Wie konstituiert sich die Begrifflichkeit 'Katze'. Nun suchen wir nach Kriterien, eine solche Konstitution zu bestimmen. Hierzu müssen wir eine immerhin begriffliche Trennung zwischen Katze und Nicht-Katze vornehmen. Dies kann nicht allumfassend, sondern nur je perspektivisch geschehen. Je nach Perspektive also variiert die Abgrenzung der Katze von der Nicht-Katze. Eine die verschiedenen Variationen sozusagen verbindende definitorische Gültigkeit ist abwegig. Jede Definition gilt je nach Bezugssystem. |
24. Mai 2011 01:51 re> Das Existenzpotenzial 'formiert' Du spielst zurecht auf die Ek-stase der Katze an, die gewissermaßen ins Nichts hineinragt. In ihrem Ragen allerdings läuft sie vor bis zu sich selbst, holt sich gleichsam ein ohne zu überholen und erfährt sich als Grenze, als Oberfläche, die sie je selbst ist. Das heißt aber: Die Katze katzt und ragt gleichursprünglich. - Doch nun zur Kehre: > Je nach Perspektive also variiert die Dennoch kann man sich an die Katze heranzirkeln. Die Vorhandenheit der Katze, die wir uns zirkelnd zuhanden machen, ist ein vorgängiges Sein, in das wir nur hineingestellt sind, ein apriorisches Perfekt. Im Gestell der Welt west die Katze auf der Lichtung des Seins, und nur im Oberlicht der Lichtung zeigt sich die Oberfläche flächig. |
24. Mai 2011 02:53 re> Dennoch kann man sich an die Katze heranzirkeln. < Das ist alte Physik. Die Katze, und deshalb kann sie nicht Ding genannt werden, ist als Katze nicht akutisierbar. In der Katze ist nichts, das die Katze letztlich als Katze auswiese. Was wir als Katzenform wahrnehmen, ist je nur potenziell Katze. Da wir sie Katze nennen wollen, ist sie schon nicht mehr Katze, sondern etwas, das wieder nur potenziell Katze genannt werden kann, aber dann, wenn wir wieder Katze dazu sagen wollen, erneut etwas, das wieder nur potenziell Katze genannt werden kann. Usf. Um es schnörkellos zu sagen: Das Gekätz der Katze katzt auf dem Gekätz des Katzens. Die Katze ist also nie gegenwärtig, sondern substantiiert sich im Spannungsfeld zwischen Vergangenem und Zukünftigem als je nur Potenzielles. Wir müssen also unterscheiden zwischen cat-beingness, cat-there-being und cat-san-cat. Soweit zur metaphysischen Klärung. - Zur moralischen: Wir müssen natürlich danach fragen, inwieweit der Katze der Katzenstatus zugesprochen werden kann. Ob etwa eine Katze mit Downsyndrom oder verminderter Blasenfunktion oder eine bellende Katze noch Katzenstatuspotenzial hat. Hierfür schlage ich einen Katzenkreis vor, in dem alles, was ein Interesse an der Berücksichtigung der je eigenen Katzenhaftigkeit hat, der Katzenstatus zugeschrieben werden kann. Und da darf sich denn keine Katze das Maunzen verbieten lassen, zumal keine, die in Miautzen gesessen hat. Zurück zur Metaphysik: Eben dies 'Vorgängige' ist nur ein je Potenzielles beziehungsweise ein je sich Potenzierendes, das der Verdinglichung sich je entkatzt. Wollte man eine je gegenwärtige Aussage zu jenem sich je Substantiierenden machen, machte man eine Aussage zu etwas bereits Abhandenem, zu etwas Entpotenziertem (vgl. apriorische Impotenz). Ein Oberflächiges aber ist per se, d.h. per definitionem, also per fas et nefas, insofern per katzera ad katzra etwas Undingliches je. Man kann also der Katze hinterherzirkeln sich. Die Katze nun von der Nicht-Katze trennt nur der Zufall: jede Trennung ist kontingent. Ein Beständiges gibt es nicht. Dasjenige, das wir eben noch Katze nannten, ist jetzt, da wir das, was wir eben noch Katze nannten, erneut Katze nennen wollen, nur potenziell Katze, aber nicht dasjenige, was eben noch die Katze als solche identifizierte - oder sagen wir: benannte, insofern zirkeln wir der Katze nicht entgegen mit einer begrifflichen Reproduktion, die dem Katzeln eine Beständigkeit bescheinigte, die schlicht nicht 'feststellbar' ist, u.a. deshalb nicht, da die Katze kein logisches Phänomen ist, was jeder weiß, der von einem solchen Gekätz täglich ins Bad kacken sich lässt. |
24. Mai 2011 13:29 reDas Bewusstsein dieses Tieres bezieht sich nicht auf sein Inneres sondern auf alles, was ihr da draußen als jagd- trink oder schmusbar erscheint. Das Bewusstsein der Katze gehört aber entschieden zu jenem Tier. Nicht-Katze kann also nur sein, womit keine Katze je in Berührung kommt. Nun gibt es ja das Sternbild Löwe, der auch eine Katze ist. Wenn dieses Sternbild mit dem Katzenwesen zu tun haben sollte, ist die Katze ein verflixt großes Tier. Nun muss ja Oberfläche irgendwie definiert sein. Dass man so ohne weiteres sie nicht durchdringen kann, oder so ähnlich. Wie von mir betrachtet, latschen wir aber ständig durch die Katze hindurch. Und die Katze latscht durch uns. Letztendlich lässt dies keinen anderen Schluss zu, als dass wir in der Katze drin leben. Sie mag eine Oberfläche haben; nur ist die so unerreichbar weit weg, dass wir sie nicht ausmachen können. Ganz praktisch gesehen, hat die Katze aus unserer Sicht keine Oberfläche . . . |
24. Mai 2011 13:59 re> Nicht-Katze kann also nur sein, womit keine Katze je in Berührung kommt. Dann bist du allerdings - als vermutlicher Katzenberührer - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Nicht-Nicht-Katze, und da duplex negatio affirmat, bist du folglich selbst Katze. Noch eine andere Sache: Die Katze hat ja Öffnungen und im Inneren Schläuche. Mir ist noch unklar, ob das Schlauchinnere wie z.B. der Maulraum zur Katze gehört oder nicht. Hat die Katze also Nicht-Katziges in sich oder befindet sich die Katzengrenze auf einer imaginären Linie, z.B. zwischen oberer unter unterer Zahnleiste? Denn wenn man sagt, die Katzengrenze ist identisch mit der physischen Katzenoberfläche, müsste man ja zu diesem Schluss kommen. (Wobei natürlich noch unentschieden ist, ob die physische Katzenoberfläche wirklich die Oberfläche der Katze ist. Wenn man einer Katze ein drittes Ohr annäht, gehört dieses Ohr dann wirklich noch zur Oberfläche der Katze?) |
24. Mai 2011 14:03 Flächigkeit> Also, was ist die Heidegger sagte in seinem Festvortrag "Was ist Istheit - und was, wenn nicht?" anlässlich des 45. Führer-Geburtstages 1934: "Das Flächige ist das Seiende der Flächigkeit - insofern es sein Sosein dem seienden Sein des Ungeflächten, das ein seiend Gewesenes ist, verdankt. Wir sehen dies auf einer Wiese: Der Wolf macht die je seiende Flächigkeit der Wiese, insofern er dem je und bald nicht mehr seienden Lamm nachstellt, zum Zeug, und seine je selbst seiende Flächigkeit erzeugt, sofern sie eine obere ist, im Lamm das je jäh seiende Sein der Gefahr."1 Das kann man natürlich auch logisch (per Modus heideggerens) auf die Causa "Katze" übertragen. Damit dürfte die Frage beantwortet sein. |
24. Mai 2011 14:36 reIn medizinischen Fachkreisen ist man sich schon lange darüber einig, dass Katzen mit relativ hoher Unwahrscheinlichkeit - wie der Volksmund sagt - sieben Leben besitzen, und somit die Geworfenheit der Katze aus dem Elfenbeinturm, ob mit oder ohne Personenstatus, keine konkrete Auswirkung auf ihre Oberfläche zeitigt, solange sie nicht auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Befinden wir uns nun zufällig in einer Welt, in der diese Katze ihre Istheit quittiert, fällt gemäß oben formulierten Satzes über die siebenfache Wurzel des unzureichenden Seinsgrundes mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ihre selbstbezügliche Oberflächenwahrnehmung ebenfalls weg - oder auch nicht, dies sei dahingestellt. |
24. Mai 2011 15:18 reNaja, für eine Klärungung dessen, was die Oberfläche der Katze ausmacht, reicht m. E. eine rein materielle Betrachtung nicht aus. Ich denke, man muss sich in das Bewusstsein der Katze versetzen. Gelingt das annähernd, wird einem schnell bewusst, dass die Katze - so ähnlich wie wir auch - in erster Linie nicht in ihrem Körper sondern in ihrer Umgebung lebt. In ihrem Körper lebt sie ansich nur ausnahmsweise, wenn der Katzenmagen wehtut oder der Katzenschädel brummt. Ansonsten ist sie ganz das Mauseloch, in dem sie Beute vermutet oder ganz der Topf mit Kitekat drinnen. Sicherlich ist sie auch die von dir angesprochene Oberfläche - da vielleicht sogar am meisten sie selbst. Aber sie ist es von der entgegengesetzten Seite, wie man das gemeinhin annehmen mag. Denn von außen kann sie sich am Baum kratzen. Auf der anderen Seite kann sie überhaupt nichts tun. Die Katze hört zu 96,7 % da auf zu sein, wo ihr Katzenkörper anfängt. Da beist die Maus nun mal keinen Faden ab . . . Im Übrigen halte ich die Frage, was die Oberfläche der Katze ist schwer zu beantworten, so lange noch keine Einigung darüber herrscht, was denn die Katze ist. In meinem Sinne frage ich: Ist die Katze, was man auf eine Waage stellen kann und als 2,5 kg Katze wägen kann? Ist sie, wie von mir angenommen, alles, was sie in ihrem Umkreis erlebt, oder ist sie zu 98,43 % genau die Oberfläche, die ein Körperscanner ermitteln könnte; falls ja, von außen oder innen? |
24. Mai 2011 16:03 Wum erklärt esKann man Katzen eigentlich upgraden, z.B. durch Luftmatratzen? |
24. Mai 2011 16:56 Die Katzenoberfläche istim Universum der Maus alles nach außen sichtbare. Das mit den Krallen merken sie zu spät. Eine Frage der Perspektive? Für den Kater erweitert sich die Katzenoberfläche um einen fühlbaren Kanal. |
24. Mai 2011 17:36 KatzenontologieNa gut, wenn ihr hier jetzt einen auf verständlich machen wollt, bitte. Kann ich auch. Hier ein anschauliches Beispiel dafür, warum es gar nicht so einfach ist, die eigentliche Katzenoberfläche zu bestimmen: "T&J". |
24. Mai 2011 17:50 reIn dem Augenblick - und hier gilt 'Augenblick' nicht als Zeiteinheit, nicht als Atto- oder Nano-, sondern sozusagen als Nanusekunde -, da die Katze sich verbewusstseint, sich sozialisiert in der Allfreiheit, versteinert sie - und zwar als sie selbst: sie entkatzt sich also in der Verkatzung, entflächt sich in der Verflächung. > Ansonsten ist sie ganz das Mitnichten. Sie antizipiert die potenzielle Vorgängigkeit des Mauselochs, wird unterdes nicht selbst zum Mauseloch. Angenommen: Sie konzentriert sich aufs Mauseloch und wird - nanu! - abgelenkt: dann gilt ihre Aufmerksamkeit halb dem Mauseloch, halb dem sie je Ablenkenden. So wird sie also halb Mauseloch, halb je Ablenkendes. Verkannt wird hierbei freilich: alles lenkt alles ab, je alles lenkt je alles, insofern ist alles je alles, was aber eine Verbegrifflichung ganz unsinnig machte. Dennoch bezeichnen wir - und zwar ohne, dass die Bezeichnungen je aufhöben sich. Eine Wahrnehmung, die je alles als je alles begreift, setzt aber eine uneingeschränkte Rezeptionsfähigkeit voraus. Die ist dem Menschen offenkundig nicht gegeben. Insofern differiert er sich begrifflich von sich selbst als sich selbst, wenn er etwas als unbezeichenbar bezeichnet. |
24. Mai 2011 17:54 reFraglos die beste bekannte allegorische Darstellung des Präferenzutilitarismus. |
24. Mai 2011 18:07 genau>wo genau hört die Nicht-Katze auf zu existieren? an der Oberfläche der Katze > Und gehört nach dem, was du sagst, die Oberfläche der das war doch in der Frage eingeschlossen, sonst hätte sie heißen mögen: haben Oberflächen Katzen (oder umgekehrt)? > Die Oberfläche der Katze nein, an der Oberfläche der Katze beginnt Katze und nicht Nicht-Katze - es könnte sein, dass der Oberfläche von Katze etwas anliegt, dass als Oberfläche von etwas Nicht-Katzigem angesehn werden könnte, wenn es benannt würde. Möglicherweise aber auch eine andere Katze, und es würde um die Oberflächen von zwei Katzen gehen. Dann aber müsste die Frage heißen: was ist die Oberfläche zweier Katzen? |
24. Mai 2011 18:22 Ja zu IllustrationenIch plädiere generell für mehr Anschaulichkeit im Phil-Forum. Jeder Thread sollte mit einem Link zu einem Cartoon- oder einem Filmausschnitt illustriert werden - so könnten auch die philosophisch bisher desinteressierten User-Massen ins Forum gelockt werden. |
24. Mai 2011 18:31 reZeitgleich zur Einführung des argumentum ad cineastum würde ich ein generelles Argumentverbot fürs Phil.Rösler-Forum vorschlagen. Denn eins ist ja klar: wer nicht beim Anblick der Welt ein fuchteliges Herz bekommt, kann nicht anständig diskutieren. Lasst euch besinnen, gks & gentleman. |
24. Mai 2011 21:08 Hoffentlichendet die Oberflächendiskussion nicht mit einer ähnlich eindeutigen Erkenntnis: |


