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: Kindertraining
13. Jul 2011 23:27

Kindertraining

Hallo liebe Kampfsportler/innen,

es ist so, dass ich mal eine Frage zum Kindertraining habe. Damit spreche ich vor allem alle diejenigen an, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrung gesammelt haben. Es ist bei mir so, dass ich derzeit eine Kindergruppe (ca. 7-10 Jahre alt) leite. Die Gruppengröße beträgt 6 Kinder (davon 5 Jungs und 1 Mädchen). Um das Mädchen mache ich mir keine Gedanken, die schafft es irgendwie sich zu konzentrieren und zeigt sich lernwillig. Die Jungs sind da ganz anders. Sie toben rum, konzentrieren sich absolut gar nicht und es ist echt schwer sie in den Griff zu bekommen. Auch andere Trainerkollegen haben mir dies bestätigt. Nun habe ich jedoch mit diesen Kindern zu tun und möchte sie entsprechend kompetent unterrichten. Ich frage mich jedoch, wie ich das anstelle und erhoffe mir von Euch einige Ideen oder Tipps. Folgendes habe ich bereits probiert:

  • Ich habe zwei Kinder einen Haltegriff oder eine andere Technik demonstrieren lassen und die anderen gefragt, ob dies so richtig war. Hintergedanke war, die Kinder zur Aufmerksamkeit zu motivieren und sie noch stärker in den Trainingsprozess zu intergrieren als einfach nur etwas vormachen und sie das nachmachen zu lassen. Bei dieser Methode hier waren die Kinder zwar teilweise aufmerksam, aber sie redeten alle durcheinander und es gab ein absolutes Chaos. Wirklich zufrieden bin ich also mit dieser Methode nicht.

  • Ich baue Lauf-, Schrei- und Zweikampfspiele ins Training ein. Zweck soll sein, dass sie überschüssige Energie durch Laufen und Schreien, sowie im Bodenrandori (Zweikampf am Boden) ablassen können. Diese Methode funktioniert maximal für 2 min., danach sind die Kinder wieder genauso hyperaktiv wie vorher auch.

  • Ich habe mit den Kindern Verhaltensweisen auf der Matte besprochen, in dem ich ihnen einen Begriff gezeigt habe und gefragt habe, was ihnen dazu einfällt bzw. was dieser Begriff mit Kampfsport bzw. Ju-Jutsu zu tun hat. Der Begriff, um den es in diesem Fall konkret ging, war Höflichkeit. Es kamen von den Kindern durchaus gute und brauchbare Antworten, sodass die Kinder schon wissen, wie sie sich verhalten sollten, allerdings tun sie es nicht.

  • Ich habe bereits versucht die Störenfriede konkret ins Training einzubauen, in dem ich ihnen Verantwortung gegeben habe, z. B. in dem ich gesagt habe, dass sie jetzt dafür verantwortlich sind den anderen eine bestimmte Technik zu erklären. Die Kinder nehmen das zwar gerne an, aber ruhiger werden sie nicht.

  • Ich habe es mit strafen versucht, in dem ich die Kinder, die stören einfach vom Training ausschließe und auf die Bank setze. Dummerweise könnte ich dann genau genommen alle fünf Jungs auf die Bank setzen und mit dem Mädchen allein trainieren.

  • Ich habe die Kinder schon mehrfach ernst ins Gespräch genommen. Alles bislang ohne Erfolg.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich jemand bin, der ungerne die Kinder bestraft (z. B. durch Trainingsausschluss), aber wenn nichts anderes funktioniert, bin ich dazu natürlich auch bereit. Eine letzte Idee, die ich noch habe ist eine Art Punktesystem einzuführen, sodass die Kinder pro Training Punkte sammeln können. Erst bei einer bestimmten Anzahl an Punkten werden sie dann zu einer Vereinsprüfung zugelassen. Vielleicht hilft das. Das habe ich noch nicht ausprobiert.

Klar ist natürlich, dass sich Kinder in dem Alter nicht 90 min. konzentrieren können und das ich mit Kindern eher spielerisch arbeiten muss. Obwohl ich dies gerne möchte und von der Theorie durchaus weiß, was man machten konnte, sieht die Praxis doch anders aus. Daher komme ich jetzt auf Euch zu.

Habt Ihr weitere Ideen und Tipps für das Kindertraining?

Vielen Dank bereits jetzt schon.

Freundliche Grüße
Faszination_Feuer



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14. Jul 2011 01:30

re

also ich bin ja kein spezialist auf dem gebiet, aber bei kindern wird das training sowieso eher spielerisch aufgebaut...
ich kann jetzt nur von mir selbst sprechen als ich mit dem kickboxen angefangen hab war ich 12 und schon bei den erwachsenen dabei, was nicht unbedingt ein nachteil war, denn ich hatte keinerlei probleme mit der konzentration
du kannst ja zb nen gewichtsball an einem langen seil befestigen, und die kinder außen rum aufstellen lassen und die müssen drüber springen wer dies nicht schafft scheidet aus , wer als letztes übrig bleibt bekommt einen kleinen preis, also immer wieder mal kleinere wettbewerbe zu machen und die auch abwechslungsreich gestalten ;)
also wir hatten uns die räume geteilt kickboxen / ju-jutsu und da hab ich einiges mitbekommen weil vor unserem training haben die kinder trainiert

also ich finde es gut kampf-schrei und lauf spiele zu machen, hatte unser verein auch gemacht und die kinder haben das immer ganz gut mitgemacht

und wenn bei den kindern das einzelgespräch zu nichts führt, würde ich vieleicht dazu raten die eltern da mit einzubeziehen die haben ja wohl den größten einfluss auf das kind

vor allem finde ich es wichtig das sie die sitten bzw verhaltensweisen beachten, zb verneigung, nach dem training kniend und still einige zeit zu verweilen und zur ruhe zu kommen etc.. vieleicht kannst du sie ja evtl etwas dazu zu motivieren das auch von sich aus ernst zu nehmen und nicht weil es regel ist.. zb eine sinnbildliche geschichte oder sowas

naja und iwe schon erwähnt ist für kinder abwechslung das a und o wenn die fehlt wirds einfach langweilig und dann konzentrieren die sich eben mehr auf "spannendere" sachen also zb gespräche oder was weis ich

achja etwas musik wär vieleicht nicht schlecht, hat man von selsbt noch mal ne kleine unterhaltung und die leistung kann damit ja auch gesteigert werden ;)

naja momentan fällt mir nicht viel mehr ein bin auch gewaltig übermüdet, aber wenn mir noch mal was einfällt melde ich mich noch mal zu wort ;)

mfg



BladeOfFire männlich
Florian aus Attendorn (Nordrhein- Westfalen)
14. Jul 2011 08:14

Kindertraining

Grüß dich Markus,

ich selbst bin zwar nur derzeit Assistenztrainer 2.Kup aber auch so gut wie bei jedem Kindertraining (Dauer: 60min.) in unserem Verein dabei. Kriege meistens aber das Programm genannt, welches durchgenommen werden muss, daher kann man es in Anführungszeichen als "Trainer" sehen.

Das Aufwärmtraining ist relativ einfach zu gestalten, dabei hat man volle Flexibilität für die ersten 15 min.! Kann bei uns aus Laufen im Kreis bestehen, mit diversen Kleinübungen drin; in einer Reihe laufen inkl. Übungen; Sprintwettkämpfe mit Einbau von kleinen Übungen; Fangen (diverse Varianten); Ballspiele. Das funktioniert bei uns zu zweit und einer Gruppengröße von mehr als 20 Kids problemlos.

Anschließend folgt das Dehntraining von 10-15 Minuten. Wird von den meisten auch problemlos mitgemacht, zwar nicht einwandfrei, aber können damit leben. Im Extremfall, falls wer nur Blödsinn macht, wird von uns ohne wenn und aber auf die Bank verbannt und macht erst nach dem Dehnen mit oder komplett nicht.
Da wir leider meistens nur zu Zweit sind, ist eine Intensive Aufsicht nicht möglich. Wenn ja, dann machen die, die Blödsinn machen und bemerken, dass wer daneben von den älteren steht, ordentlich mit.

Ansonsten, beim Restprogramm gehts bei uns ganz ok zu. Hierzu folgende Anmerkung:

Bei Charyot (Achtungsstellung) haben unsere Kids still/stramm zu stehen und auch still zu sein. Ansonsten wird schonmal im ernsteren Ton gesprochen, allerdings ohne Konsequenzen.

Naja, das mit den Mädchen ist zum Teil bekannt. Diese sind in der Tat meistens besser zu Handhaben als die wilden Buben. Kommt aber auch auf den Charakter an. Das fällt nach mehrfachem Training auch auf, wer wirklich nur Mist baut und wer weniger. Da brachten Gespräche mit den Eltern derzeit auch noch nichts. Übergewichtige Kinder sind bei uns meistens auch extrem Bewegungsfaul. Da muss man schonmal nachhelfen.

Falls mir noch mehr einfallen solle, werd ich mich nochmals melden.



14. Jul 2011 11:30

re

Zuerst einmal ein herzlichen Dankeschön Euch beiden. Ein paar neue Ideen habe ich dadurch bereits erhalten, auch wenn ich mir noch überlegen muss, wie ich das umsetze.

Problematik ist nämlich, dass die Kinder keine eigene Matte haben. Die Kinder trainieren parallel auf der gleichen Matte wie die Erwachsenen. Daher muss ich mir überlegen, in wie fern Musik z. B. funktioniert, ohne das ich die Erwachsenen störe. Grundsätzlich finde ich die Musikidee aber sehr gut. Das ich da nicht selbst drauf gekommen bin.

Beim Aufstellen am Anfang und Ende des Trainings machen die Kinder vernünftig mit. Das klappt soweit ganz gut. Das Aufwärmtraining findet dann ebenfalls zusammen mit den Erwachsenen statt, was ein Trainerkollege von mir übernimmt.

Die Spiele, die ich mit den Kindern mache, müssen zudem auch raumsparend sein, weil die Kinder eben nur einen gewissen Platz auf der Matte haben und wir einen solchen Boom an neuen Mitgliedern haben, dass wir alle vorhandenen Matten bereits auslegen. Zudem müssen wir uns die Sporthalle (Zweifachsporthalle) mit einer Tanzgruppe teilen, sodass ich auch auf dem übrigen Hallenboden nur wenig Platz für großangelegte Spiele bleibt.

Da wir letztendlich hinter den großen Sportarten wie Fussball und Handball zurückstecken müssen, bekommen wir auch keine weiteren Trainingszeiten separat für die Kinder, obwohl dies eigentlich sinnvoll wäre. Die Kinder, von denen ich hier gesprochen habe, sind alles Anfänger (Weißgurte). Die anderen Kinder (ab Gelbgurt) trainieren bereits bei den Erwachsenen aus einem reinen Mangelzustand heraus. Problematisch ist natürlich auch die Uhrzeit für die Kinder und das sagen auch einige Eltern. Denn das Trainings ist an einem Tag erst gegen 21 Uhr und an einem anderen Tag gegen 22 Uhr zu Ende. Da haben schon einige Eltern gesagt, dass ihnen das zu spät ist, sonst hätten wir wohl noch weit mehr Kinder auf der Matte.



BladeOfFire männlich
Florian aus Attendorn (Nordrhein- Westfalen)
14. Jul 2011 14:51

re

> die Kinder und das sagen auch einige Eltern. Denn das
> Trainings ist an einem Tag erst gegen 21 Uhr und an einem
> anderen Tag gegen 22 Uhr zu Ende.

Da sehe ich schon das Problem. Die meisten Kids sind Elternseitig gerade in diesem Alter meist zw. 8- 9 Uhr im Bett. Wenn nicht sogar noch eher. Dann Wundert mich das nicht, dass Kinder zum Großteil dann keine Lust mehr haben. Darauf kommt ja auch noch die Schule.

Wir können Froh sein, dass wir eine Verdammt große Halle haben. Kinder Trainieren bei uns von 17-18 Uhr. Die Erwachsenen direkt im Anschluss von 18-19:30. Werden aber demnächst das Erwachsenentraining um 30 min verlängern.

Die Musikidee ist sicherlich nicht schlecht. Hatten wir beim MSKA einst auch ^^. Beim TKD machen wir immer ohne, was auch ganz gut so ist. Man kann sich da so an moderner Musik orientieren. Beim Laufen flotte und bei Dehnen ruhige.

MfG Florian



Libra74 weiblich
Antje
15. Jul 2011 12:39

Kindertraining

Hallo,

Ich habe eine Anfängergruppe im Alter von 6-8 Jahren. Es waren bisher 15 Kinder die wirklich regelmäßig dabei waren (jetzte sind Ferien da ist keine Training). Kinder relativ ruhig zu halten ist schwer, aber mit der Zeit werden sie ruhiger.
Nach etlichen Versuchen klappt es ziemlich gut indem Ich die Kids drauf hinweise das wir nur noch ein Abschlusspiel machen können wenn wir Zeit haben, und das wir keine Zeit haben wenn sie zu lange brauchen mir wieder zuzuhören.

Zum aufwärmen benutze Ich auch gerne Spiele, besonders beim Staffelspielen gilt: nur die Mannschaft die ruhig und korrekt sitzt bekommt den Punkt. Das Funktioniert ganz gut.

Wer den Unterricht zu sehr stört und dann durch mich oder die Juniorübungsleiter einen Shido erhalten hat wird vom Abschlussspiel ausgeschlossen, auch das Funktioniert.

Wenn die Kids arg durch den Wind waren wird am Ende auch wieder über das Verhalten geredet, was Interessanterweise die Kinder durchaus sehr gut einschätzen können und eigentlich wissen das sie sich Falsch verhalten haben.

Am Ende des Schuljahre habe Ich übrigen kleine Urkunden verteilt für die Kinder die sich gut entwickelt hatten. z. B. für Selbstbeherrschung (ein Junge hat ADHS und hat sich super entwickelt im letzten Jahr) Fleiss oder auch Mut(dafür das einer meiner Schützlinge auf einem Turnier trotz umgeknickten Fuß weiter gemacht hat) vielleicht ist das ein Anreiz für deine Zwerge ihr Verhalten zu ändern.

Für ein Problem halte Ich die Trainingszeiten bei dir. Das ist eindeutig zu spät, da sind die Kids durch und dann für Ruhe zu sorgen ist extrem schwer.

Auf alle Fälle viel Erfolg für deine Gruppe



15. Jul 2011 20:20

re

Auch Dir vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag! Es sind auch hier wieder einige gute Ideen und Anregungen dabei, die ich gerne ausprobieren möchte.

Ich schließe mich der allgemeinen Meinung in Bezug auf die Trainingszeiten hier an. Die sind wirklich für Kinder zu spät. Als ich in dem Alter war durfte ich noch gar kein Ju-Jutsu machen, weil damals konnte man erst ab 14 Jahre mitmachen. Heute ist das anders, allerdings beginnen derzeit erste Gedanken und Gespräche darüber, die Kinder vom Ju-Jutsu zum Judo zu schicken. Dort sind die Kindertrainingszeiten je nach Alter von 17:30 Uhr - 18:30 Uhr und dann von 18:30 Uhr bis 20 Uhr. Bin mal gespannt, was diese Gespräche ergeben, von denen ich jüngst gestern erfahren habe.

Solange es die Kindergruppe beim Ju-Jutsu gibt, möchte ich sie jedoch so kompetent führen wie möglich und bin daher dankbar für alle Ideen und Anregungen die ich bekommen kann. Letztendlich muss ich auch das Lehrersein für die Kids erst noch ein wenig lernen.

Mfg
Faszination_Feuer



16. Jul 2011 02:39

re

da hast du vollkommen recht ich glaub ich wär nicht mal fähig kinder zu trainieren...



Libra74 weiblich
Antje
16. Jul 2011 11:55

re

Vor 15 Jahren hätte Ich auch noch keine Kinder trainieren können. Nun bin Ich entspannter, da selbst Mutter. Und Ich musste auch sehr viel ausprobieren wie man mit Kindern umgeht beim Training. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.



Grappler95 männlich
Philipp
27. Aug 2011 15:44

Kindertraining

Du musst unterscheiden ob du ein Kinder oder Erwachsenentraining leitest, du kannst den Kindern die techniken nicht wie bei den erwachsenen erklären sondern erkläre es bildlich so das sie sich es vorstellen können.
Auch sollte das Training keine 90 Minuten dauern weil das kein sinn hat, da die kinder sich höchstens 45 - 60 Minuten konzentrieren können, bei uns dauert jedes Kindertraining immer 1 Std. und das ist für die Kinder perfekt.

Gestalte das Training in dem Alter noch spielerisch mit 1 oder 2 Techniken, so wird das Training auch für die Kinder interessanter.
Das die Kinder nicht aufmerksam sind ist ein alltägliches problem was auch wir in unserem DOjo haben, aber wenn die techniken vorgezigt werden dann stellen sich alle in eine reihe auf und müssen leise sein und dann zeigen wir die Technik zwei oder drei mal vor und wenn keiner fragen hat dann sollen sie die technik üben, dabei gehen wir rum und kuken ob sie die technik richtig ausführen und geben ihnen tipps aber loben sie auch (loben darfst du in derem alter nicht vergessen).

Wir haben uns auch für die Jiu Jitsu Gruppen Namen wie Babymäuse, Powermäuse und Powerfighter einfallen lassen, und für alle Gruppen gibt es auch T-shirts und die Kinder lieben die Namen.
Oftmals fragen wir sie einfach wer seit ihr? und dann schreien sie voller elan die Powermäuse oder Powerfighter von PT-Kubis!.

Auch was eine Idee wäre für jedes Kind eine stempel karte wo immer abgestempelt wird wenn sie im training waren, und wenn sie 10 stempel haben kriegen sie ein kleines spielzeug.
Mach am Ende des Trainings auch nochmal kurzes Entspannen wo sie die techniken nochmals durchgehen sollen (also sesa).

Bei Fragen helf ich dir gerne weiter