spin.de · die Community: Diskussions-Forum und Chat - Lern nette Leute kennen!

» Kostenlos anmelden
Sitemap
: : : : Die Templer
Templer112
14. Jun 2010 14:47

Die Templer

Der Templerorden, dessen Mitglieder auch kurz als Templer bezeichnet werden, ist ein geistlicher Ritterorden, dessen Gründung auf das Jahr 1118 in Jerusalem zurückgeht. Im Jahr 1312 wird er auf Drängen von Philipp IV. (dem Schönen) aufgelöst

Ursprung

Der Templerorden wird von einer Gruppe von Rittern (zu denen auch Hugo von Payens gehört) nach dem ersten Kreuzzug im Heiligen Land, dem heutigen Palästina, gegründet (siehe Der geheimnisvolle Auftrag des Hugo von Payens weiter unten auf dieser Seite). Der König von Jerusalem, Balduin II., überlässt den Templern Gebäude auf dem Gelände des alten Tempels Salomons, nachdem sie das Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams abgelegt haben. Mit Unterstützung des heiligen Bernard de Clairvaux werden bald die Ordensregeln schriftlich festgelegt und vom Konzil in Troyes bestätigt (1128). Der Orden vereint die Ideale des Adels (der Ritter) mit denen der Mönche, weshalb sich die Templer bald großer Beliebtheit erfreuen. Zahlreiche Spenden und Schenkungen - darunter auch das (nicht gewürdigte) Vermächtnis eines Teils des Königreichs von Aragon durch dessen König Alfons I., den Kämpfer - füllen die Ordenskassen und ermöglichen den Templern den systematischen Erwerb von Ländereien und deren Bewirtschaftung

Organisation

Die Zisterzienserregeln der Templer sind überaus strikt. Für jeden Verstoß gegen die drei Grundregeln des Ordens werden harte Fastenstrafen auferlegt. Das Habit symbolisiert die innerhalb des Ordens geltende Hierarchie: Zwar zeigen alle Mäntel das rote Kreuz - Symbol des Ordens seit 1149 -, aber nur die Ritter dürfen weiße Mäntel tragen, die Mäntel der Sergeanten (sarjanz de mestier), Kaplane und Knappen sind braun oder schwarz

Einflussbereich - der gesamte Mittelmeerraum

Diese Hierarchie lässt auf eine bedeutende Erweiterung des Einflusses und der Besitztümer des Ordens schließen: Im Jahr 1257 gehören 3.468 Burgen, Festungen und abhängige Wohngebäude zu den Besitzungen der Templer, aufgeteilt auf 19 Ordensprovinzen und -teilprovinzen. Das Ordenshaus in Jerusalem umfasst zwei Konvente mit 350 Rittern und 1.200 Sergeanten. Schauplatz der Kämpfe, an denen die Tempelritter teilnehmen, sind die Länder der christlichen Rückeroberung: Palästina, die iberische Halbinsel, Ungarn. Die militärische Aktivität des Ordens ist durchaus Wirklichkeit: Fünf Großmeister fallen im Kampf. Die Militäraktionen werden weitgehend aus den Einkünften der Länder finanziert, in denen die Templer vertreten sind: Die Ordensprovinzen oder Balleien sind in Regionen und Teilregionen, in Komtureien und Häuser untergliedert und erstrecken sich über das gesamte katholische Europa. So umfasst die Ballei Arles die Komtureien mit Gerichtshoheit Aix, Col de Cabres, Richerenches, Arles; acht Komtureien ohne Gerichtshoheit (darunter Nizza oder Avignon); dreiundzwanzig abhängige Komtureien; etwa zwanzig Ordenshäuser und um die hundert Grundbesitze verschiedenster Art. Dieser im christlichen Westen einzigarte Reichtum ermöglicht den Templern die finanzielle Unterstützung von Päpsten und Königen für die Durchführung der Kreuzzüge

Vom Rückzug bis zur Auflösung

Die Statuten der Templer werden in der Geschichte des Ordens fünfmal geändert. Anfang des XIV. Jhdts. wünscht Bonifatius VIII. den Zusammenschluss von Templern und Hospitalitern. Jacob von Molay (Jacques de Molay), zu dieser Zeit Großmeister des Ordens, widersetzt sich jedoch diesem Vorschlag. Allerdings hat sich die Lage in den Kreuzzugländern inzwischen grundlegend geändert: Mit dem Fall von Akkron im Jahr 1291 endet das Oströmische Reich und die überlebenden Tempelritter ziehen sich nach Frankreich zurück - wo sie den Antrag auf Mitgliedschaft Philipps IV., des Schönen, ablehnen.
Trotz der glorreichen Vergangenheit des Ordens (Damiette, Alep, Las Navas de Tolosa), lässt Philipp der Schöne, hochverschuldet und auf der Suche nach Geldern, die Templer verhaften und von der Inquisition foltern - nicht ohne zuvor deren Reichtümer und Kassenbücher beschlagnahmt zu haben. Die Geständnisse der 137 Templer - die alle Vorwürfe gestehen, nur um die schreckliche Folter zu beenden - bilden die Rechtfertigung für die Auflösung des Ordens auf dem Konzil von Vienne im Jahr 1312 vor Papst Klemens V., und das obwohl nicht nur die Könige und Thronfolger von England, Spanien, Schottland und Deutschland die Unschuld der Tempelritter anerkennen. Der Meister Jacob von Molay wird 1314 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Güter der Templer werden den Hospitalitern bzw. deren Nachfolgeorden in Spanien übergeben: dem Montesa-Orden in der Gegend von Valencia und dem Christusorden in Portugal.
Angeregt durch die gigantische Propagandaaktion von Philipp dem Schönen und den daraus entstandenden, zahlreichen Legenden situieren sich die Templer heute zwischen Fantasie und Legende. Zweifellos stellt der Templerorden aber eine der repräsentativsten Einrichtungen der Zeit der Kreuzzüge dar

Der geheimnisvolle Auftrag des Hugo von Payens

Wie bereits in der allgemeinen Beschreibung erwähnt, geht die offizielle Gründung des Templerordens auf das Jahr 1118 im Heiligen Land zurück. Es bleibt jedoch noch aufzuzeigen, dass die offizielle Anerkennung des Ordens im Jahr 1118 lediglich die Verlängerung eines "Auftrags" oder einer "Suche" darstellt, die bereits 10 Jahre früher ihren Anfang nimmt

Es ist nachgewiesen, und alle Historiker sind sich darin einig, dass Hugo von Payens kurz nach dem ersten Kreuzzug mindestens zwei Reisen in den Osten unternimmt, 1104-1105 und 1114-1115; beides Mal in Begleitung des Grafen Hugo von der Champagne.

Halten wir einen Augenblick inne und betrachten wir die Person des Grafen der Champagne etwas genauer. Der Graf ist einer der mächtigsten Feudalherren des Königreichs, etwa vier- bis fünfmal wohlhabender als der König von Frankreich! Als begeisterter Anhänger eines gewissen religiösen Mystizismus unterhält er eine sehr enge Beziehung zu Etienne Harding, dem Abt von Cîteaux, der ausgehend von einer Reformierung der Benediktinerregeln die Zisterziensergemeinschaft ins Leben rief. Das Verhältnis ist derart eng, dass Etienne Harding im Jahr 1115 einen Mönch der Abtei Chaise-Dieu nach Cîteaux kommen lässt, einen Spezialisten für hebräische Schriften. Und das im Jahr 1115, direkt nach der Rückkehr des Grafen der Champagne aus dem Osten! Noch im selben Jahr nimmt der Graf der Champagne einen jungen Mönch aus Cîteaux, Bernhard, unter seinen Schutz und überlässt ihm einen Landbesitz auf seinen Ländereien in Clairvaux. Von diesem Zeitpunkt an, und während des gesamten XII. Jhdts., beherrschen die Abtei von Clairvaux und die Lehren des späteren Heiligen Bernhard die gesamte christliche Welt

1118 trifft man erneut auf eines der "neun" Gründungsmitglieder des Templerordens, auf einen gewissen Andreas von Montbard. Bei diesem Andreas handelt es sich um keinen anderen als um den Onkel des Bernhard von Clairvaux. An dieser Stelle sollte vielleicht noch einmal daran erinnert werden, dass das Konzil in Troyes stattfindet, dem Geburtsort von Hugo von Payens und des Grafen der Champagne, der dem Templerorden 1126 beitritt, um sich einem ehemaligen Vasall zu unterstellen, nachdem er Frau, Kinder, Reichtum und Macht zurückgelassen hat... Der Vorsitz über das Konzil kann nicht nachweislich Bernhard von Clairvaux zugeschrieben werden, allerdings ist unbestritten, dass er in großem Maß die Verfassung der Ordensregeln beeinflusst hat, indem er das Bild des Mönchskriegers entstehen ließ - ein Bild in Übereinstimmung mit seiner grundsätzlichen Überzeugung, dass der Adel aufgefordert werden müsse, von den privaten Streitigkeiten abzulassen, um sich in den Dienst des Glaubens zu stellen

Kurzer chronologischer Überblick:

  • 1104-1105: Hugo von Payens und der Graf der Champagne unternehmen eine Pilgerfahrt in den Osten.
  • 1105-1114: Es ist nicht bekannt, ob Hugo von Payens zur selben Zeit zurückkehrt wie der Graf der Champagne, dank einer von ihm handschriftlich signierten Urkunde ist jedoch sicher, dass er sich im Jahr 1110 in Frankreich befindet. 1109 wird Etienne Harding Abt von Cîteaux. Er unterhält eine sehr enge Beziehung zum Grafen der Champagne.
  • 1114-1115: Beide Hugos unternehmen eine weitere Reise in den Osten. Diesmal bleibt Hugo von Payens dort, soviel ist nachgewiesen. Der Abt von Cîteaux befasst sich mit dem Studium hebräischer Texte. Der Graf der Champagne nimmt Bernhard unter seinen Schutz und übergibt ihm den Landbesitz von Clairvaux.
  • 1118: Bernhards Onkel und Hugo von Payens sind beisammen, als der König von Jerusalem ihnen 1118 das Gelände des Tempels des Salomons überlässt.
  • 1118-1126: Nichts. Über diesen Zeitraum weiß man lediglich, dass die Templer Ausgrabungen unter dem Tempel Salomons unternommen haben, an einer Stelle, an der sich ehemals die Stallungen befanden. Nichts lässt darauf schließen, allerdings widerlegt auch nichts die Möglichkeit, dass weitere Reisen zwischen Jerusalem und der Champagne unternommen wurden. Während dieses Zeitraums scheinen die Templer an keiner Militäraktion teilgenommen zu haben.
  • 1126: Der mächtige Graf der Champagne verlässt Frau und Kinder, verzichtet auf Reichtum und Macht und schließt sich den Templern unter der Leitung von Hugo von Payens an, seinem ehemaligen Vasall.
  • 1127: Hugo von Payens und fünf Tempelritter kehren in die Champagne zurück und nehmen am Konzil von Troyes teil, das den Templerorden offiziell bestätigt und ihm eine vollständige Unabhängigkeit von Klerus und weltlichen Herrschern zugesteht. Etienne Harding und Bernhard von Clairvaux sind maßgeblich daran beteiligt.

Damit wird die Situation bereits klarer. Die Bildung des Templerordens ist nahezu eine Familienangelegenheit. Im Mittelpunkt stehen der Graf der Champagne und die Zisterzienserbegewegung: Die wichtigsten Gründungsmitglieder und ihre Lehrmeister stammen aus der Grafschaft Champagne, die anderen Mitglieder entstammen dem Hause der Prinzen von Flandern, Kreuzritter und Pilger der ersten Stunde

Bleibt das Motiv, der Zweck, das Ziel... Die Omnipräsenz von Bernhard von Clairvaux und Etienne Harding um die Ordensgründer wirft ein tief religiöses und sogar mystisches Licht auf die Ursprünge des Ordens. Wer wäre so naiv zu glauben, dass neun Ritter den Schutz der Pilger vor den konstanten feindlichen Angriffen gewährleisten konnten? Nicht ohne 10 Jahre lang zu rekrutieren, was der Reichtum des Grafen der Champagne ohne Weiteres ermöglicht haben könnte. Einer der mächtigsten Männer des französischen Königreichs lässt nicht einfach Reichtümer und Familie im Stich, um sich dem Oberbefehl eines Vasallen zu unterstellen, auch nicht aus tiefsten Glaubensgründen. Der Beweggrund ist ein anderer.

Sie haben sich auf der Suche nach etwas in den Osten begeben. Etwas von hochgradiger Bedeutung für den religiösen Glauben Bernhards und Etiennes. Etwas, das sich nur auf heiligem Boden befinden konnte. Etwas derart Geheimes, dass der Orden direkt dem Papst unterstellt wird. Etwas so Fantastisches, dass nur die Blutbande der Gründer einen ausreichenden Schutz dafür gewähren... Damit wird alles klar: Die ersten "Erkundungsfahrten" von 1104 und 1114, das Studium hebräischer Texte 1115 in Cîteaux, die Ausgrabungen unter dem Tempel Salomons 1118 usw. Im Jahr 1126 schließlich finden sie das Gesuchte: Der Graf der Champagne lässt alles hinter sich zurück und stößt zu ihnen. 1127 gilt es dann, das Geheimnis zu bewahren: Das Konzil von Troyes lässt die Templer unantastbar werden und macht die Tempelritter zur Verteidigungsarmee der heiligen Stätten

Was aber haben sie gesucht... und gefunden? Den Heiligen Gral? Die architektonischen Geheimnisse, die die Einführung der Gotik im XII. Jhdt. ermöglichten? Die Bundeslade? Esoterische Kenntnisse in Verbindung mit dem Islam? Dokumente über Jesus Christus? Nichts Genaues und Bewiesenes ist bekannt... Eines ist jedoch sicher, die Gründung des Templerordens geht nicht auf den etwas simplistischen Wunsch zurück, die Pilger auf den Straßen im Osten zu beschützen. Sie steht vielmehr in Zusammenhang mit einer umfassend durchdachten Strategie, vielleicht einer mystischen Suche, mehr oder weniger veranlasst von den Zisterziensermönchen Etienne Harding und Bernhard von Clairvaux.


Möchtest du mitreden?     Kostenlos Anmelden

arcoreal ♂
Andreas
20. Nov 2012 20:27

Templerorden

... sicher ist es bekannt, was gefunden wurde. Frag die Zisterzienser und frag die Nachfolgeorden. Sie werden keine Auskunft geben. So wird wieder die Öffentlichkeit warten müssen, bis sich die Tore des Ordens öffnen. Das gesamte Wissen ist trotzdem im Internet zu finden. Aber es gilt immer der Satz: Der Mensch erkennt selten das, was ihm direkt vor Augen liegt.


-Seppi- ♂
Seppi
26. Jan 2013 16:07

an arcoreal

Bevor man im Internet sucht, hat man zwei wahre, richtigen und wissenreiche Möglichkeiten, und eine unwahrscheinlichere

1. Man schaut Galileo Mystery an um den heiligen Gral zu finden :-)
2. Oder man liest Dan Browns Romane, schließlich war der im Vatikan
oder
3. Man informiert sich richtig in Geschichtsbüchern ( die JA angeblich zu 90% alle voneinander abgeschrieben sind)

Ich selbst bevorzuge die 3. Wahl ;-)


arcoreal ♂
Andreas
26. Jan 2013 19:20

der 4. Weg !!!

... der 4. Weg ist die Intuition. sie irrst sich nie... Da liegt das Geheimnis. Etwas finden oder sich finden lassen und die Intuition gibt Dir die Signale, wo du richtig liegst. Nur sollte man natürlich wissen, wie die Intuition funktioniert und warum sie heute kaum Interesse findet in der grossen Masse.